Forum: Panorama
Mythos U-Bahn - Was sind Ihre skurrilsten Erlebnisse?

U-Bahnen waren einst Symbol der Moderne und der Mobilität, heute gehören sie weltweit zum städtischen Leben. Was haben Sie in den Untergrundsystemen der Metropolen erlebt? Was ist für Sie die schönste und die fürchterlichste U-Bahn der Welt? Der Artikel zum Thema:

Seite 1 von 15
susa27 24.10.2006, 10:29
1. mehr Gleichberechtigung im öffentlichen Raum

U-Bahn fahren ist prinzipiell eine gute Sache. Rein - Raus und schnell ankommen (wenn sie denn fahren. Was hier in Berlin nicht immer der Fall ist ;-)). Allerdings finde ich bleibt beim U-Bahn fahren das Erleben der urbanen Umwelt völlig "auf der Strecke". Auch die Orientierung innerhalb einer Stadt ist für mich nur noch sehr bedingt möglich. Deshalb: Wenn es nur irgendwelche (vergleichbaren) überirdischen ÖPNV-Angebote gibt, ziehe ich diese vor.
Hinzu kommen auch ökologisch Aspekte, die sicherlich gegen einen weiteren Ausbau sprechen. Zudem wurde die Verlegung Straßenbahn in den Untergrund ja nur zu Gunsten des Autoverkehr vorgenommen - Ein Aspekt der vom Ansatz her m.E. in die völlig falsche Richtung geht: Wenn die Autos besser fahren können -> gibt es mehr Autos -> müssen weitere Verkehrsteilnehmer verbannt werden.... Darüber lohnt es sich mal nachzudenken ;-)

Beitrag melden
supernicky2006 24.10.2006, 10:30
2.

Zitat von sysop
U-Bahnen waren einst Symbol der Moderne und der Mobilität, heute gehören Sie weltweit zum städtischen Leben. Wie erleben Sie die internationale U-Bahnen heute? Haben Sie Lieblingsstrecken? Hatten Sie besondere Erlebnisse im urbanen Untergrund? Der Artikel zum Thema:
Ich finde die U-Bahnen in London spaßiger als in Paris - wegen der steilen Rolltreppen. Außerdem haben sich die Londoner offenbar etwas dabei gedacht, die Dinger tiefer im Boden zu versenken, weil dann das Geschirr im Schrank obendrüber nicht immer so klappert.
Ich fahre gerne U-Bahn, außer in Mailand, weil die Kontrolleure da sich nicht darauf beschränken, einen wegen Schwarzfahrens vorrübergehend zu verhaften, sondern die werden dann auch noch aufdringlich (würg.).
Zu den deutschen Strecken fällt mir jetzt grad weder Positives noch Negatives ein.

Beitrag melden
wolleweis 24.10.2006, 11:32
3. Ist das wirklich so?

Zitat von susa27
U-Bahn fahren ist prinzipiell eine gute Sache.
Stimmt
[/QUOTE]
Allerdings finde ich bleibt beim U-Bahn fahren das Erleben der urbanen Umwelt völlig "auf der Strecke". [/QUOTE]
U-Bahn ist urbane Umwelt - vieleicht sogar mehr "obenrum"

[/QUOTE]
Zudem wurde die Verlegung Straßenbahn in den Untergrund ja nur zu Gunsten des Autoverkehr vorgenommen -
[/QUOTE]

Falsch. Die Londoner Tube hat 1863 begonnen. Das Auto war da noch nicht einmal erfunden.
[/QUOTE]
Ich selbst hab U-Bahn fahren als praktisch, aber nicht noetigerweise als Erlebnis gefunden. Gerade in London ist U-Bahn zwar ganz nett wegen der verschiedenen Dekorationen in den Stationen, aber bei mir bleibt trotzdem ein grundsaetzlich ungutes Gefuehl, denn die Stationen sind weder sauber, oder uebersichtlich und ich fuehle mich nicht unbedingt sicher. Wenigstens haengen zur Zeit deutlich weniger Penner und Bettler dort rum, als es noch in den 80er Jahren der Fall war.

Beitrag melden
mfeldt 24.10.2006, 11:33
4. Kompomißbereite Kontrolleure

Eines der lustigsten U-Bahnerlebniss war sicherlich in Prag, wo wir wegen "Schwarzfahrens" von Kontrolleuren verhaftet wurden - wir hatten nicht gewußt, daß das Umsteigen zwischen den Linien mit einer Karte verboten war. Nach dieser glaubhaften Versicherung zeigten sich die Kontrolleure konzilliant: "Mach ich Kompromiß: Nur einer zahlt!" [von uns beiden]. Da wir aber keine Lokalwährung besaßen (es war 1989) und sich auch in Begleitung der Kontrolleure keine durch legalen Umtausch erlangen ließ, wurde der Kompromiß dahingehend geändert, daß wir garnicht bezahlen mußten...

Schön war es auch früher in Ost-Berlin wie auch in Moskauer Bussen und Straßenbahnen, wo die Fahrkarten auf langen Papierrollen zum selberabreißen verfügbar gehalten wurden, wobei man sein Scherflein in eine danebenstehende Kasse des Vertrauens einwarf. Am allerschönsten war es einmal in einem Moskauer Bus, als die Rolle alle war und ein Fahrgaste kommentarlos ein Klappe über den Fenstern öffnete, hinter der sich ein ganzer Vorrat derartiger Fahrkartenrollen befand...
m.

Beitrag melden
susa27 24.10.2006, 12:22
5.

[/QUOTE]
Falsch. Die Londoner Tube hat 1863 begonnen. Das Auto war da noch nicht einmal erfunden.
[/QUOTE]

Das mag ja auf London und weitere Einzelfälle zutreffen. Jedoch scheint mir das bei einigen Planern immer noch die Absicht zu erkennen ist, durch die Verlegung der Schienen unter die Erde mehr Platz für den Autoverkehr zu schaffen zu wollen.

Beitrag melden
DJ Doena 24.10.2006, 13:55
6.

Als Kind fand ich einen Ost-Berliner U-Bahnhof immer ganz besonders faszinierend (dessen Name ich aber vergessen habe): Der ganze Bahnhof war in kräftiges orangenes Lich getaucht und an den Wänden hinter den Gleisen waren auf der einen Seite riesiege Fliesenbilder von historischen Bussen und auf der anderen Seite von historischen Strassenbahnen.

Heut is das wahrscheinlich alles zugesprayt.

Beitrag melden
Pfälzer 24.10.2006, 14:57
7.

Zitat von sysop
U-Bahnen waren einst Symbol der Moderne und der Mobilität, heute gehören sie weltweit zum städtischen Leben. Was haben Sie in den Untergrundsystemen der Metropolen erlebt? Was ist für Sie die schönste und die fürchterlichste U-Bahn der Welt? Der Artikel zum Thema:
Ich liebe U-Bahn fahren!
Ich fahre ja grundsätzlich viel und besonders gerne Bahn. Ob jetzt modern mit S-Bahn oder dampfend und schnaubend mit unserem Museumszug. Aber U-Bahn fahren ist noch mal ne Klasse für sich. In Ludwigshafen am Rhein verkehrt ein Teil der Straßenbahn unterirdisch, was mich bei einem Besuch in Ludwigshafen immer dazu verleiten lässt, bereits am Hauptbahnhof auszusteigen um mit der „U-Bahn“ ins Stadtzentrum zu fahren. Ob München, Berlin, Hamburg, Paris, London – und zuletzt in Rom (zwei Tage vor dem Unglück) – U-Bahnfahren ist bequem, schnell und einfach (solche Linien- und Haltestellepläne bräuchten unsere Busunternehmen!). Hinzu kommt noch, das man nahezu wetterunabhängig ist. Und was mir besonders wichtig ist: U-Bahnfahren ist relativ sicher. Wie sicher ist im Vergleich dazu das Autofahren?

Beitrag melden
Reziprozität 24.10.2006, 15:00
8.

Zitat von DJ Doena
Als Kind fand ich einen Ost-Berliner U-Bahnhof immer ganz besonders faszinierend (dessen Name ich aber vergessen habe): Der ganze Bahnhof war in kräftiges orangenes Lich getaucht und an den Wänden hinter den Gleisen waren auf der einen Seite riesiege Fliesenbilder von historischen Bussen und auf der anderen Seite von historischen Strassenbahnen. Heut is das wahrscheinlich alles zugesprayt.
U2, Bahnhof Klosterstr. vermutlich...

Beitrag melden
anselmi 24.10.2006, 15:07
9. Baut mehr U-Bahnen!

Zur historischen Orientierung:

Die Londoner Tube wurde Mitte des vorvergangenen Centenniums gebaut, um dem zeitgleich an Popularität gewinnenden Rugby-Sport eine Möglichkeit zur freien Entfaltung zu bieten. Die London Wasps haben nachweislich von 1867 bis 1968 ausschließlich unterirdisch gespielt, bevor sie ihr öffentliches Coming Out im Adams Park erleben durften.

Diese Ära stellt den in Heldenepen verklärten Zenit des Londoner Rugbys dar, und so erwägen die Stadträte von Newcastle, Wigan und Leeds den Bau eigener Tunnelschächte, um den subterranen Spielbetrieb schnellstmöglichst aufnehmen zu können.

Beitrag melden
Seite 1 von 15
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!