Forum: Panorama
Nach Falschaussage eines Kindes im Gefängnis: "Ich hasse ihn nicht"
AP

Als Kind hatte Eddie gelogen und damit drei schwarze Männer in den USA ins Gefängnis gebracht. Jetzt, 39 Jahre später, sind die Männer frei und der Junge von damals ist ein Wrack.

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farid1979 22.11.2014, 18:10
1.

Schon komisch, nach 39 Jahren die Welt komplett neu zu entdecken. Viel hat sich verändert, Länder wurden gegründet, andere Länder gibt es nicht mehr. Die gesamte Menschheit hat Fortschritte in allen Bereichen gemacht. Ich hoffe, er wird sich zurecht finden. Es wird ein schwerer Weg sein.

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alohas 22.11.2014, 18:54
2.

Man muss sich immer wieder bewusst machen, dass derartige Justizirrtümer (?) zwar leider passieren, aber niemals passieren dürfen! Wenn nach einer Straftat Unschuldige in den Knast wandern, ist das in zweierlei Hinsicht eine Katastrophe: Zum Ersten, weil das Leben einer unschuldigen Person zerstört wird und zum Zweiten, dass der wahre Täter nach wie vor frei herumläuft. Wenn irgendwelche Geständnisse von der Polizei oder den Justizbehörden erzwungen werden, schlampig gearbeitet wird etc., um möglichst schnell einen „Täter“ präsentieren zu können ist das kriminell und sollte erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen!

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oldhenry49 22.11.2014, 18:55
3. Ich glaube auch nicht,

dass man einem 12 Jährigen wirklich Vorwürfe machen kann,denn die Hauptschuldigen sitzen meist und das nicht nur in den USA, in diesen Fällen bei Polizei und Justiz.Auch Deutschland hat da einige Beispiele zu bieten.Ich habe generell nichts gegen lange Haftstrafen,leider aber ist es immer wieder so,dass die Polizei es sich gerne leicht macht und die Justiz sich auf Seite der Polizei stellt.Und besonders wenn es um Schwarze geht, zeigt sich das immer wieder ganz erschreckend.Deshalb sollte es auch keine Todestrafen geben,die kann man nicht mehr Rückgängig machen.Die Unschuldigen haben ihr Leben trotzdem verloren,denn als junge Männer kamen sie ins Gefängnis und als alte Männer heraus,dazwischen liegen die schönsten Lebensjahre,die man ihnen gestohlen hat.

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megmo 22.11.2014, 19:28
4. 12 Jähriger

Bezogen auf sein Verhalten als 12 Jähriger kann man vielleicht je nach Situation Verständnis aufbringen. Doch abseits davon bleibt ein fader Beigeschmack wegen der Tatsache, dass er wohl 39 Jahre lang gewartet hat. Das macht ihn für mich doch irgendwo zu einem Feigling, der als erstes an seine Haut denkt.Nach eigener Aussage gibt er ja zu, dass er selbst Angst hatte dafür ins Gefängnis zu kommen. Doch wenn ich weiß, dass wegen mir Unschuldige im Knast sitzen, dann nehme ich lieber so etwas in Kauf, wenn es die dafür gerechtfertige Strafe ist, als das wegen mir weiter Unschuldige fortwährend eine Strafe erleiden müßen für etwas, was sie nicht getan haben. Zumindetens wenn ich annähernd etwas wie echte Reue empfinde und das würde ich in der Situation.Dabei wäre die Annahme ja sowieso Blödsinn, dass ihm dann für eine Lüge als 12 Jähriger in irgendeiner Weise annähernd so viel droht wie den Angeklagten für den Mord, der ihnen zur Last gelegt wurde. Doch wahrscheinlich muss man in dieser Welt dankbar sein, dass er überhaupt irgendwann ausgepackt hat. Selbst wenn das ganze 39 Jahre lang gedauert hat.

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blablub2013 22.11.2014, 20:25
5.

Zitat von
Bezogen auf sein Verhalten als 12 Jähriger kann man vielleicht je nach Situation Verständnis aufbringen. Doch abseits davon bleibt ein fader Beigeschmack wegen der Tatsache, dass er wohl 39 Jahre lang gewartet hat. Das macht ihn für mich doch irgendwo zu einem Feigling, der als erstes an seine Haut denkt.Nach eigener Aussage gibt er ja zu, dass er selbst Angst hatte dafür ins Gefängnis zu kommen. Doch wenn ich weiß, dass wegen mir Unschuldige im Knast sitzen, dann nehme ich lieber so etwas in Kauf, wenn es die dafür gerechtfertige Strafe ist, als das wegen mir weiter Unschuldige fortwährend eine Strafe erleiden müßen für etwas, was sie nicht getan haben. Zumindetens wenn ich annähernd etwas wie echte Reue empfinde und das würde ich in der Situation.Dabei wäre die Annahme ja sowieso Blödsinn, dass ihm dann für eine Lüge als 12 Jähriger in irgendeiner Weise annähernd so viel droht wie den Angeklagten für den Mord, der ihnen zur Last gelegt wurde. Doch wahrscheinlich muss man in dieser Welt dankbar sein, dass er überhaupt irgendwann ausgepackt hat. Selbst wenn das ganze 39 Jahre lang gedauert hat.
in einem land wie in der usa, wo man für jede kleinigkeit drakonische strafen bekommen kann ist diese angst verständlich.immer wieder tauchen artikel auf, wo jemand in der usa 20 jahre hinter gitter muß, für ein delikt der hier vermutlich noch nicht einmal vor gericht verhandelt wäre.

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Kaffee Wien 22.11.2014, 20:26
6. Überbewertung von Kindern

Da sieht man sehr schmerzhaft, was die Überbewertung von Kindern und Kinderaussagen, die ja auch in unserem geradezu kinderhysterischen Land Alltag ist, bewirken kann. Statt der Fantasiewelt von Kindern so viel Aufmerksammeit zu schenken, bis hin zu der Idiotie, dass Kindergesagtes für bare Münze genommen wird, sollten wir auch und gerade in unserem Land, das seit Jahren dabei ist, ein lächerliches Bullerbü zu werden, mehr Realismus entgegen zu bringen, und Kinder einfach wengier zu beachten.

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megmo 22.11.2014, 20:33
7. Ergänzung

Dennoch großen Respekt an Herrn Jackson, der ihm anscheinend vergeben hat bzw. nichts nachzutragen scheint. Im Endeffekt ist das für mich auch ein erstrebenswertes Ideal. Ist halt nicht immer einfach. Vorallem in so einem Fall. Selbst wenn jenem "Eddie" die ganze Sache wirklich aufrichtig leid tut und er halt solange gebraucht hat seine Ängste zu überwinden.

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egyptwoman 22.11.2014, 21:01
8.

Ursprünglich war für den zu Unrecht eingesperrten ja die Todesstrafe vorgesehen und nur wegen Verfahrensfehlern in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt worden. Wie hätte der damals 12jährige reagiert wenn die Todesstrafe vollstreckt worden wäre? Hätte er dann jetzt auch die Wahrheit gesagt? Es mag schon sein das er als 12jähriger nicht die Wahrheit gesagt hat, aber er hätte spätestens mit seiner Volljährigkeit und damit auch klareren Denkweise das ganze schon wesentlich eher beenden können und auch wenn die Polizei ihn damals nach seinen Aussagen unter Druck gesetzt hätte, das wäre in einem Prozess mit Sicherheit mildernd bewertet worden. Jetzt muss er den Rest seines kümmerlichen Daseins damit Leben 3 Menschenleben zerstört zu haben, das er seines auch zerstört hat, da hab ich kein Mitleid, er hatte genug Zeit das eher zu beenden.

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7eggert 22.11.2014, 21:54
9.

Das Kind war der Aussage nach nur ein Werkzeug, das die Polizisten benutzt haben, um eine Person zu haben, die die gewünschte Aussage macht. Leider haben die betreffenden Polizisten, die derart Zeugen eine Aussage aufdrängen selbst nichts zu befürchten.(Absatz)Daß derjenige das so lange dann verschwiegen hat, liegt übrigens daran, daß es mit jedem Tag schwerer wird, sich zu öffnen, wenn man es nicht gleich tut

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