Forum: Panorama
Neue Billigdroge Krokodil: Der Stoff, der Junkies verfaulen lässt

Krokodil heißt die Droge der Armen und Asozialen in Russland. Der Stoff wird aus Hustentabletten gewonnen und sorgt für kurze Euphorieschübe, doch die Schäden sind enorm. Die Junkies verwesen regelrecht, ihre Lebenserwartung sinkt drastisch - doch die Pharma-Lobby wehrt sich gegen Verbote.

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knecht3000 09.07.2011, 11:42
1. skandalös

meiner Meinung nach sind eher die politischen Strukturen die das zulassen asozial...und diejenigen die sich dann auch noch um diese Strukturen sorgen, anstatt um grundlegende Probleme der Gesellschaft, so wie dieses.

Jemand der dies klar ausspricht, ist Sepp Holzer: http://the-babyshambler.com/2011/07/08/die-wahrheit/

Ein Mann mit Courage!

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Soyb 09.07.2011, 11:49
2. Prohibition

Nur eine von vielen weiteren Auswirkungen der weltweiten Drogenprohibition! Schuld sind nicht die Junkies, letzlich auch nicht die Pharmakonzerne, sondern alleine die Regierungen dieser Welt, die sich nicht eingestehen können dass es niemals eine reine Abstinenzgesellschaft geben wird! Und so werden wir weiter jede Woche neue Schauermärchen aus Russland, aus Mexiko, aus Afghanistan und aus allen anderen Ländern lesen. Und das wo die Antwort auf diese Probleme so naheliegend ist...

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karsten112 09.07.2011, 11:52
3. Asozial?

Zitat von sysop
Krokodil heißt die Droge der Armen und Asozialen in Russland. Der Stoff wird aus Hustentabletten gewonnen und sorgt für kurze Euphorieschübe, doch die Schäden sind enorm. Die Junkies verwesen regelrecht, ihre Lebenserwartung sinkt drastisch - doch die Pharma-Lobby wehrt sich gegen Verbote.
Asozial sind in der Regel nicht die Armen ( evtl. Sozial Schwachen ) sondern in der Regel die Reichen und " Leistungsträger" einer Gesellschaft.
Und ob die "Krokodil" nehmen wage ich mal zu bezweifeln !

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dla255 09.07.2011, 11:55
4. kein Titel

Vernünftige Dropenpolitik; Aufklären anstatt verbieten, vor Substanzen warnen und Safer-Use fördern.

klar ist es keine gute Idee Codein Tabletten zu kochen und die sich in die Venen zu schießen, aber man sollte sich auch mal Russlands Geografische Lage angucken.. Ein paar Centren und der Rest ist im Prinzip am Arsch der Welt.
Wenn man als Junk am Arsch der Welt wohnt wird Heroin teuer und schwer zu beschaffen sein. Ne Apotheke ist allerdings in der Nähe...
Die Apotheker wissen natürlich was da abgeht, aber verweigern das zu verkaufen können die auch nicht wirklich..

Was Russland gegen dieses Problem machen will ist mir um ehrlich zu sein ein Rätsel...

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anonyfox 09.07.2011, 12:00
5. ...

Über das Thema weiß sowohl ich als auch mein ganzer Bekanntenkreis seit Monaten Bescheid. Traurig dass heutige "Journalisten" nur noch hinterherhecheln wenn mal etwas nicht von der dpa fertig serviert wird.

Und ja: die Droge ist krass. Die Wirkungen der Folgen sind sogar noch stark untertrieben.

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doublebass 09.07.2011, 12:02
6. reformierung

Zitat von sysop
Krokodil heißt die Droge der Armen und Asozialen in Russland. Der Stoff wird aus Hustentabletten gewonnen und sorgt für kurze Euphorieschübe, doch die Schäden sind enorm. Die Junkies verwesen regelrecht, ihre Lebenserwartung sinkt drastisch - doch die Pharma-Lobby wehrt sich gegen Verbote.
die reformierung unserer drogenpolitik (damit meine ich global, bis auf wenige ausnahmen) ist längst überfällig.
mit der prohibition jedenfalls kommen wir nicht weiter.

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derlabbecker 09.07.2011, 12:05
7. es zwingt keiner diese Leute ....

Zitat von karsten112
Asozial sind in der Regel nicht die Armen ( evtl. Sozial Schwachen ) sondern in der Regel die Reichen und " Leistungsträger" einer Gesellschaft. Und ob die "Krokodil" nehmen wage ich mal zu bezweifeln !
... das Zeugs zu nehmen. Kein Reicher ist daran Schuld dass sich diese Leute mit Drogen umbringen, es ist ihre eigene Entscheidung Heroin, Crack oder eben dieses Zeugs zu nehmen.
Kriminalisieren Sie hier nicht die falschen, bitte!

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metzelkater 09.07.2011, 12:09
8. Mal etwas neues wagen

Zitat von sysop
Die Junkies verwesen regelrecht, ihre Lebenserwartung sinkt drastisch - doch die Pharma-Lobby wehrt sich gegen Verbote.
Bei derart tödlichen Drogen sollte sich der Staat nicht mehr um die ewigen Verbote, sondern um die Rettung der Opfer kümmern.

Dazu gehört für mich vor allem die Bereitstellung von Drogen an Süchtige auf Rezept. Entweder mann schafft es, diese Droge ohne die extrem gesundheitschädlichen Beimengungen herzustellen oder man muss eben auf Alternativen wie Heroin oder Methadon zurückgreifen.

Die Süchtigen bekommen dann von einem Vertrauensarzt ihre Tagesration verschrieben, der Stoff wird maschinell hergestellt und unterliegt hohen Qualitätskriterien.

Man bekommt so zwar das Suchtproblem nicht gleich in den Griff, aber man erreicht eine ganze Menge:

1. Durch die hohe Qualität und gleichbleibende Dosierung industriell synthetisierter Drogen sinken die gesundheitlichen Gefahren und unabsichtliche Überdosierungen (Goldener Schuss) werden vermieden.

2. Durch die Sonderlizenzen können die Firmen legal operieren und somit viel günstiger Arbeiten als die illegalen Drogenhändler. Der Staat übernimmt die Kontrolle des Drogenmarktes, das Organisierte Verbrechen kann nicht mithalten, weil seine Kosten viel zu hoch sind. Dadurch wird sich die Anzahl der illegalen Angebote drastisch veringern, weil der Mafia die Kunden weglaufen und sich den staatlichen Abgabestellen zuwenden.

3. Durch kostenlose oder preiswerte Abgabe sinkt die Gefahr der Beschaffungskriminalität.

4. Durch Abgabe nur an Süchtige behält man die Anzahl der Neukonsumenten unter Kontrolle, durch Abgabe hochwertiger Drogen bei entsprechenden Anlässen besteht zugleich die Möglichkeit der direkten Ansprache potentieller Konsumenten.

Die bisherige Verfahrensweise der Drogenbekämpfung ist nicht erfolgreich und hat viele negative gesellschaftliche Nebenwirkungen. Wenn der Staat den Markt kontrolliert, könnten viele davon abgemildert werden und man hätte die Süchtigen immer im Auge, könnte sie auf Möglichkeiten des Entzugs ansprechen und allgemein Gesundheitlich beraten.

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Stefan G 09.07.2011, 12:13
9. ?

Wer sich berauschen will, schafft das irgendwie. Und man kann nicht jede Substanz verbieten, die irgendwie berauschend wirkt. (z.B. Lösungsmittel) Die "klassischen" Drogen sind mittlerweile ein kleineres Problem als die neuen Billigdrogen, die nur dank der Verbotspolitik so erfolgreich sind. Portugal hat das Problem sinnvoll gelöst. Dort ist der Eigenbedarf von jeder Droge legal. Gleichzeitig gibt es Hilfsprogramme. Es ist doch seltsam, dass die Zahl der Drogenabhängigen in den Ländern am niedrigsten ist, die die liberalsten Drogengesetze haben.

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