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"Newsnight"-Skandal um Kindesmissbrauch: Die BBC ist Weltspitze - trotz allem
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Der Savile-Skandal und ein Falschbericht über Kindesmissbrauch haben die BBC in eine Krise gestürzt, Sender-Boss Entwistle trat nach nur 54 Tagen im Amt zurück. Doch das Gerede vom Ableben der alten Tante ist übertrieben. Echter, unaufgeregter BBC-Journalismus wird mehr gebraucht denn je.

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spon-facebook-10000283853 11.11.2012, 20:06
1.

Zitat von sysop
Der Savile-Skandal und ein Falschbericht über Kindesmissbrauch haben die BBC in eine Krise gestürzt, Sender-Boss Entwistle trat nach nur 54 Tagen im Amt zurück. Doch das Gerede vom Ableben der alten Tante ist übertrieben. Echter, unaufgeregter BBC-Journalismus wird mehr gebraucht denn je.
Leider ist die BBC auch kein Garant mehr für unaufgeregten Journalismus - sicherlich, im Gegensatz zum deutschen Journalismus zur Zeiten des Tsunami in Japan, waren die BBC die einzige Quelle, aus der man sich informieren konnte.
Aber leider ist auch die alterwürdige BBC zerfressen von linker politischen Korrektheit - das gepaart mit der staatlichen Finanzierung ist noch immer ein gefährlicher Mix.
Man kann nur hoffen, dass der Skandal für eine Liberalisierung und Aufhebung von Monopolen führt.

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redaktionär 11.11.2012, 20:19
2. Ziemlich oberflächlich, oder?

Ich werde jetzt nicht schlau aus diesem Kommentar. Der Skandal war doch, dass gestandene Journalisten plötzlich Obervertuscher waren und sich gegenseitig deckten. Der Skandal war, dass diese quasiverbeamteten Journailleure eine mafiöse Schweigensmauer hochgezogen haben und es plötzlich keiner mehr gewesen sein wollte, der den Savile-Beitrag kippte. Jetzt die Reaktion darauf als Hysterie ins Pathologische hineinschreiben zu wollen, ist schon ein starkes Stück. Jeder, dem sein Journalistenberuf eine ernsthafte Herzensangelegenheit ist, sollte die Schamesröte ins Gesicht steigen bei so viel kollektivem Versagen.

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angeliquekreitmeier 11.11.2012, 21:13
3. Bastionen der Aufklärung ...

... wäre schön, wenn wir solchen Journalismus hätten. Bei allem Verständnis für Einschaltquoten und Zeitungsauflagen, aber ein bißchen weniger Mainstream, ein bißchen weniger Sprachrohr der Plauderer, ein bißchen weniger Shitstorm.
Dafür mehr unabhängige Informationen, die einer fundierten Meinungsbildung dienen könnten.
Ach das wäre schön. Da könnte Zeitung lesen und Talkshow zuhören wieder Spaß machen.
Von dieser Kritik dürfen sich ruhig alle angesprochen fühlen.

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kjartan75 11.11.2012, 21:26
4.

Zitat von spon-facebook-10000283853
Aber leider ist auch die alterwürdige BBC zerfressen von linker politischen Korrektheit
Daher weht der Wind...Ihnen nicht genehme vermutete politische Ausrichtung ist also der Aufhänger Ihrer Kritik. Dann sollten Sie auch so ehrlich sein und sagen, dass es Ihnen nicht um Journalismus als solchen geht, sondern dass Sie nur Ihnen genehmen Journalismus als guten Journalismus bezeichnen. Erbärmliche Haltung, anders kann man es nicht sagen. Aber das ist ja eh ein Vorwurf, der immer kommt, wenn man argumentativ eigentlich nichts anzubringen hat - dann faselt man von einer ominösen "liberal press" (im Sinne, wie es die GOP z. B. formulieren würde), die praktisch eine weltumspannende Verschwörung ist, gegen die man angehen muss. Das Tolle dabei ist, dass solche Leute wie Sie sich dann immer wie die kleinen Revoluzzer und Besserwisser begreifen, die von allem immer mehr Ahnung haben als jene, die ihren Standpunkt nicht teilen. Eine beschränkte Weltsicht, die Sie offenbaren und Sie merken das noch nicht mal.

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wohlmein 11.11.2012, 22:08
5. In einer Demokratie ist ein STAATLICH finanzierter Rundfunk nicht das Schlechteste

Zitat von spon-facebook-10000283853
Leider ist die BBC auch kein Garant mehr für unaufgeregten Journalismus - sicherlich, im Gegensatz zum deutschen Journalismus zur Zeiten des Tsunami in Japan, waren die BBC die einzige Quelle, aus der man sich informieren konnte. Aber leider ist auch die alterwürdige BBC zerfressen von linker politischen Korrektheit - das gepaart mit der staatlichen Finanzierung ist noch immer ein gefährlicher Mix. Man kann nur hoffen, dass der Skandal für eine Liberalisierung und Aufhebung von Monopolen führt.
Insofern muß ich Ihnen energischst widersprechen!
Denken Sie doch mal weiter: bei jeder anderen Finanzierung können und werden die Berichterstatter, - je nach Gesinnung des Typhoons - , zu tendenziöser Berichterstattung verdonnert.

Ist MURDOCH und BERLUSCONI schon soo lang her, daß dies nicht haften blieb im Kleinhirn ?

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hakkensack 11.11.2012, 22:11
6. Jenseits der Donnerkuppel

... scheint mir die BBC immer noch den Lead zu haben. Vor allem, wenn ich mir hier unsere Panda, Gorilla und Kriebelmückenarmada für teuer Geld anschaue! Da macht zB. der SR das Feature dicht - und der Rest schweigt im tosenden Getümmel von sog.Volksmusik. Dokus, etc., sind doch in erster Linie bei uns via BBC sichtbar. Und was ist mit John Peel?! Also, macht mal langsam.

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tbl 11.11.2012, 22:31
7.

Zitat von redaktionär
dass diese quasiverbeamteten Journailleure eine mafiöse Schweigensmauer hochgezogen haben
quasiverbeamtet? Da scheinen Sie mit Unwissen glaenzen zu wollen.

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atheist 11.11.2012, 22:49
8. Heilsamer Schock für alle Journalisten

Wer das wirklich glaubt, der liegt schief. Jedes Presseerzeugnis will heute als erstes eine neue Meldung verbreiten. Da nimmt man es mit der Quellenprüfung nicht mehr sehr ernst. Allein heute könnte man mehrere hundert Berichte aus Zeitschriften und Zeitungen online, wie offline heranziehen, in denen die Journalisten nicht korrekt berichtet haben. Manchmal habe ich das Gefühl, dass da Leute sitzen, die jedem Schwachsinn, der über die Ticker kommt, blindling trauen. Die Folgen sind eigentlich für den Journalismus verheerend, denn als Leser oder anderweitiger Konsument muss man manche Berichte in Frage stellen. Leider!

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titopoli 11.11.2012, 23:18
9. In den letzten Jahren war die BBC

das Sinnbild für political correctness. Man kann auch sagen: die BBC glaubte an das, was politisch korrekt ist und stand zu ihrer Überzeugung.

Na ja, man muß die BBC ja nicht konsumieren. Ich habe sie im Laufe der Zeit immer weniger aufgesucht, weil sie einfach keine interessanten Aspekte bot. Die BBC war schlicht nebensächlich. Aufregendes, diskussionswürdiges, Spaß gab es anderswo.

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