Forum: Panorama
Niederkunft auf dem Rasen: Krankenhäuser verweigern Hilfe bei Geburt
AP/dpa

Eine Frau hat starke Wehen, braucht Hilfe, doch das Krankenhaus weist sie ab. Am Ende kommt das Kind auf dem Boden zur Welt, wie ein Handyvideo zeigt. Kein Einzelfall in Mexiko. Steckt System dahinter?

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plagiatejäger 12.10.2013, 13:52
1. Bayerische Verhältnisse

Vor Jahrzehnten ging es wohl meiner evangelischen Mutter im Kathol. Bayern fast ähnlich diskriminierend.

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kerstin.schliebs 12.10.2013, 14:12
2. Das ist Skandalös!

So eine Verachtung von Menschen habe ich selten gesehen! Leider gibt es sie immer wieder. Aber eine hilflose Frau die Niederkunft in einem Krankenhaus, wo sie unter ärztlicher Beobachtung wäre, zu verweigern, geht doch zu weit. Ich meine, jeder der Hilfe braucht soll sie auch bekommen und nicht abgewiesen werden, nur weil er oder sie die "falsche" Herkunft hat. So gesehen muss die Gesellschaft umdenken, damit so etwas nicht nochmal passiert!

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oliver.lohrenz 12.10.2013, 14:29
3.

Zitat von sysop
Eine Frau hat starke Wehen, braucht Hilfe, doch das Krankenhaus weist sie ab. Am Ende kommt das Kind auf dem Boden zur Welt, wie ein Handyvideo zeigt. Kein Einzelfall in Mexiko. Steckt System dahinter?
Wenn wir so weiter machen, werden wir uns irgendwann an solche Berichte gewöhnen müssen - bis vor unserer eigenen Haustür: Schließlich kostet so eine Geburt sehr viel Geld. Da die nun endende Schwangerschaft schließlich die Folge von hoffentlich viel Spaß der Eltern war, sollen sie - Eigenverantwortung ist gefragt! - natürlich auch selbst für die Kosten aufkommen. Können sie nicht? Tja, draußen ist ja der Rasen.

Zu krass gedacht? Nö - nur die konsequente Auslegung dessen, was einige Foristen laut sagen und der Neoliberalismus uns täglich einprügelt.

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cedex 12.10.2013, 14:31
4. Spitze und Boden

Die Rezeptionistinnen gehören gleich mit entlassen. Unverschämtheit und Leichtsinnig. Wenn sie schon Rassistisch sind, können sie es auch offen sagen. "Gehen sie spazieren" Als Ehemann hätte ich der Frau vielleicht den Kiefer gebrochen....

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klarafall 12.10.2013, 14:32
5. Mexiko ist überall

Nunja, sinnloses Warten und Abgewiesen-Werden ist offenbar ein Problem, das Krankenhaus-inherent ist. Mir selbst ist es im Universitätskrankenhaus Hamburg so ergangen. Ich hatte mir nach einem Unfall mit dem Motorroller das Schultergelenk gebrochen, und bin selbst - statt einen Krankenwagen zu rufen - zu Fuß in die nahegelegene Klinik gegangen. Dort wurde ich - wie es im Text für die schwangere Frau in Mexiko beschrieben - erstmal von einer Person an der Aufnahme "gemustert", die dann offenbar der Meinung war, es wäre bei mir wohl nicht so schlimm. Es war Samstag nachmittag - ich solle doch am Montag wiederkommen, hieß es von der medizinisch unkundigen Dame. Ich ließ mich nicht so leicht abweisen, und durfte dann erstmal ungelogene fünf Stunden in verschiedenen Wartezimmern herumwarten, bevor mich ein junger Arzt oberflächlich untersucht hat. Auch er war offensichtlich nicht in der Lage, die Schwere der Verletzung einzuschätzen, und hat mich mit zwei Paracetamol-Tabletten heim geschickt - mehr könne man jetzt nicht für mich tun, meinte er (obwohl ich ihm sagte, es muß etwas gebrochen sein, weil die Schulter bei der kleinsten Bewegung geknackt und fürchterlich weh getan hat). Ich möge doch am Montag wieder vorbei kommen, falls meine Schulter dann immer noch wehtun sollte. Den Rest des Wochenendes habe ich mit schlimmen Schmerzen verbracht; am Montagmorgen wurde ich wieder vorstellig, und wurde dann sofort in den OP geschoben, weil man "keine Minute zu verlieren" hätte, wie der diensthabende Arzt meinte (zum Glück konnte man den Bruch dann auch "retten").
Der einzige Unterschied zu der Dame in Mexiko ist wohl, daß ich kein "Diskriminierungs-" oder "Rassismus-Fass" aufmachen konnte, weil weder meine (deutsche) Herkunft, noch meine (deutsche) Muttersprache, noch fehlende Bildung (ich habe mich wahrheitsgemäss bei der Aufnahme mit meinem Doktortitel angemeldet) an der Abweisung schuld waren, sondern "nur" medizinische Stümperei und Fehleinschätzung.

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sunandsea 12.10.2013, 14:36
6. Entsprechende Maßnahmen wurden glücklicherweise getroffen.

Im konkreten Fall sind aber laut Berichterstattung beide ärztliche Direktoren entlassen worden (bzw. suspendiert) - insofern werden andere Leiter von Krankenhäusern in Zukunft solch einen Unfug wohl unterlassen bzw. Mitarbeiter entsprechend instruieren. Zum Glück scheinen alle Kinder die Geburt gut überstanden zu haben.

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spon-facebook-10000523851 12.10.2013, 14:37
7. Warum schiesst man sich....

nun auf Mexico ein ? Ist doch fast ueberall gleich. Gleich im reichen Nachbarland werden Leute von Krankenwagen herumgefahren und dann abgesetzt weil sie sich die Versicherung nicht leisten koennen. Da geht's dann weniger um "Rasse" sondern den anderen entscheidended Faktor "GELD" Dienst am Menschen zum Geschaeft verkommen.

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The Sukh 12.10.2013, 14:45
8.

Naive Frage. Das System, das dahinter steckt, ist bekannt und wird dummerweise auch noch von der ehrzahl seiner Opfer gefeiert und von den Charaktermasken der Herrschenden als "alternativlos" verkauft: es heisst Kapitalismus. Gerne auch euphemistisch beschönigt als "Marktwirtschaft", "Freie Welt" oder "Privateigenum". Halt bisschen krasser in Brutalo-Ländern wie Mexiko als (noch) in den globalen Wohlstandszentren wie der BRD.

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Niamey 12.10.2013, 15:08
9. Was eine selten dämliche Frage?

Zitat von sysop
Eine Frau hat starke Wehen, braucht Hilfe, doch das Krankenhaus weist sie ab. Am Ende kommt das Kind auf dem Boden zur Welt, wie ein Handyvideo zeigt. Kein Einzelfall in Mexiko. Steckt System dahinter?
Durch die fortschreitende, politisch gewollte, Privatisierung, nicht nur im Gesundheitswesen, werden wir in Zukunft auch mexikanische, chinesische, afrikanische Verhältnisse in Deutschland haben! Wartet es nur ab! Unsere Politiker reisen zwar gerne auf steuergelder in ferne Länder, um sich zu informieren, natürlich. Aber Lehren aus diesen Reisen ziehen sie nicht. Ich hätte dutzende Beispiele dafür. Aber wen interessierts in Deutschland bei soviel Ignoranz und Völlerei? Niemanden!

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