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Niederlande: Gericht bestätigt Cannabisverbot für ausländische Touristen

Die niederländische Regierung will den Drogentourismus eindämmen - und darf dazu Coffeeshops verbieten, Cannabis an Touristen aus dem Ausland zu verkaufen. Ein Gericht bekräftigte die Rechtmäßigkeit des Gesetzes, das zunächst für drei Provinzen gilt. Die Entscheidung wurde heftig kritisiert.

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rhodensteiner 27.04.2012, 19:47
1.

Und wo ist das Problem? Dann übernehmen eben die Holländer mit Cannabis-Ausweis den Verkauf an Touristen. Den illegalen Drogenhändlern wird das Gesetz daher freuen, denn endlich können sie wieder Profit mit dem Cannabishandel machen. Naja, so ist es ja wahrscheinlich auch gedacht..

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Screenname 27.04.2012, 20:24
2. Hmmm...

Zitat von rhodensteiner
Und wo ist das Problem? Dann übernehmen eben die Holländer mit Cannabis-Ausweis den Verkauf an Touristen.
Naja, fairerweise muss man schon sagen dass das Prinzip des Verkaufs ausschließlich an Kunden mit niederländischem Wohnsitz durchaus funktionieren kann. Cannabis ist in Deutschland überall so einfach zu erhalten, dass es sich nicht lohnt den Weg nach NL auf sich zu nehmen, wenn man da auch bei Dealern einkaufen muss anstatt gemütlich im Coffeeshop.

Der Artikel übergeht aber einen ganz entscheidenden Punkt. Die Regierung um Mark Rutte, die den wietpas einführen wollte, ist am letzten Wochenende gefallen. Gestern wurde ein Haushaltsbeschluss inklusive Sparmaßnahmen beschlossen von den (Minderheits-) Regierungsparteien CDA und VVD sowie den drei Oppositionsparteien ChristenUnie, GroenLinks und der linksliberalen D66. Die aktuelle Regierung ist ohne die Opposition nicht mehr handlungsfähig. Ich gehe davon aus dass die letzten beiden Parteien die Cannabisdiskussion durchaus in der Wahlkampagne thematisieren werden, wenn auch natürlich als nachrangiges Thema. Das wird auch mehr Leute als nur die "Kiffer" interessieren, da gerade Städte wie Amsterdam einen beträchtlichen Teil ihrer Touristen verlieren könnten, und somit folglich auch die Steuereinnahmen und Arbeitsplätze derer, die in der Tourismusbranche tätig sind.

Anders gesagt: mal abwarten, was passiert. Ich würde keine Wetten abschließen auf die Einführung des wietpas.

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jokl 27.04.2012, 22:20
3.

In dem Urteil heißt es, das Gericht stimme der Einschätzung der Regierung zu, dass der Kampf gegen Drogenhandel und die damit einhergehende Kriminalität das Verbot rechtfertige.
Erzeugt man hier nicht wieder Kriminalität künstlich? Aber wieso sollten Politiker in NL schlauer sein, leidiges Thema an das man sich ernsthaft nur nicht ranwagt da hier gefühlt mehr Angst besteht Stellung zu beziehen als bei Fragen zum Weltterrorissmus.

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Mc Donald 28.04.2012, 04:30
4.

Ohne Cannabis wäre ich schon lange verhungert. Diese Medizin sollte nicht diskriminiert werden sondern frei verkäuflich sein, damit sich Opfer verschiedenster Krankheiten damit selber behandeln können. In meinem Fall sind vor Jahren wegen Krebs 2/3 des Magens entfernt worden. Schon während der Chemotherapie die begleitet wird von Übelkeit und anderen Symtomen hat es mir als einziges Produkt extrem erfolgreich geholfen. Wenn ich an all die armen Patienten denke die heute noch mit wirkungslosen Medikamenten gegen Übelkeit behandelt werden, da wird mir "schlecht". Erstens sind diese alle künstlich und haben nicht diese tolle Breitband Wirkung wie Cannabis und zweitens verlieren die Patienten mit Krebs bei Cannabiskonsum nicht so viel Gewicht, da sich ein Hunger entwickelt der stärker ist als die Übelkeit. Jetzt nach vielen Jahren hilft es mir gegen die tägliche Übelkeit, Magenkrämpfe, Appetitlosigkeit und Schmerzen. Es hilft aber nachweislich auch noch bei anderen Symtomen und Krankheiten wie Regelschmerzen, MS und vieles mehr. Ich hoffe der Tag wird endlich kommen wo die mündigen Bürger dieses Landes sich selber behandeln dürfen mit einem sehr wirkungsvollen Medikament und diese endlich aus der Strafecke entfernt wird. Dort gehört sie auf keinen Fall hin. Es sollte viel mehr gegen die Droge Nr. 1 getan weden, Alkohol. Jedes Jahr sterben über ca. 40000 Menschen an Alkohol, aber ich kenne weltweit keinen einzigen Fall, wo durch zuviel Konsum von Cannabis die Lebensgeister schwanden. Der Grund der verteufelung durchs Rauchen oder sonstige Konsumform ist, daß diese Konsumenten für saufende Mitmenschen wie z.B. konservative, bigotte Politiker unberechenbar und weitsichtig werden, und das geht ja nun gar nicht. Wie toll wäre es wenn auf dem Oktoberfest alle Kiffen könnten. Keine Schlägereien (zu breit und friedlich), keine Vergiftungen und viel weniger Verkehrstote. Alle würden profitieren, wirklich alle. Die Gesellschaft durch erhebliche Steuereinnahmen, die Autofahrer und sonstige Verkehrsteilnehmer durch weniger gewissenslose betrunkene und die Kranken durch Cannabis als Medikament. Wie sehne ich den Tag herbei wo ich endlich selber entscheiden darf was gut für mich ist und nicht die gesetzgebenden gewissenlosen Politiker die keine Ahnung haben wollen.

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Stelzi 28.04.2012, 07:49
5. Kurios

Abgesehen von der Sinnhaftigkeit einen neuen, illegalen Drogenhandel zu schaffen, ist es schon kurios, dass sich ein Wirtschaftszweig, der auf Drogenhandel spezialisiert ist, darüber beschwert, dass sie keine Drogen an Ausländer verticken dürfen.

Seltsame Stilblüte.

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rhodensteiner 28.04.2012, 10:00
6. Prohibition

Zitat von Stelzi
Abgesehen von der Sinnhaftigkeit einen neuen, illegalen Drogenhandel zu schaffen, ist es schon kurios, dass sich ein Wirtschaftszweig, der auf Drogenhandel spezialisiert ist, darüber beschwert, dass sie keine Drogen an Ausländer verticken dürfen. Seltsame Stilblüte.

Naja, stellen sie sich vor niederländische Kneipen und Restaurants dürften keinen Alkohol mehr an Ausländer ausschenken. Die würden sich sicher auch beschweren.

Ansonsten ist es schon bezeichnend, dass die illegale Drogenhändlerlobby immer dann Erfolge feiern kann, wie hier das Verkaufsverbot, wenn konserative Parteien an der Macht sind.

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Spr. 28.04.2012, 10:57
7. So wird es sein!

Zitat von rhodensteiner
Und wo ist das Problem? Dann übernehmen eben die Holländer mit Cannabis-Ausweis den Verkauf an Touristen. Den illegalen Drogenhändlern wird das Gesetz daher freuen, denn endlich können sie wieder Profit mit dem Cannabishandel machen. Naja, so ist es ja wahrscheinlich auch gedacht..
Genau dadurch wird deutlich, dass es sich um ein rein ideologisch motiviertes Gesetz handelt. Die harmlose weiche Droge Canabis wird kriminalisiert, während die harte Droge Alkohol überall akzeptiert ist und der Missbrauch geradezu gefördert wird. Genauso wie bei uns.

Aber angesichts der aktuellen politischen Veränderungen in den Niederlanden und der sehr glaubhaften Ankündigung des Verbandes der Coffee-Shop-Betreiber, sich hier bis in die höchste Instanz durchzuklagen, dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein.

Vielleicht passiert ja ein Wunder und unsere Politiker werden plötzlich mit genügend Vernunft geschlagen, um die harmlose, weiche Droge Canabis hierzulande zu entkriminalisieren und in Coffee-Shops oder in jeder Apotheke zugänglich zu machen. Aber unsere großen Parteien sind ja noch viel (ideologisch) verbohrter und scheinen fest entschlossen, das hiesige Monopol der Alkoholhersteller und -verkäufer mit allen Mitteln zu verteidigen. Lieber jedes Jahr mehr 12-jährige Alkoholtote durch Komasaufen als nur ein einziger zufrieden grinsender Kiffer!

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rhodensteiner 28.04.2012, 11:32
8. Profitinteressen

Zitat von Spr.
Genau dadurch wird deutlich, dass es sich um ein rein ideologisch motiviertes Gesetz handelt.
An Ideologie glaube ich nicht, schon gar nicht bei den konserativen Parteien. Da geht es eigentlich immer nur um Geld und solange der illegale Drogenhandel mehr Geld einbringt, als der legale Drogenhandel, wird der Drogenhandel daher auch illegal bleiben.

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weltbetrachter 28.04.2012, 13:23
9. zweiseitiges Schwert

Da spielen die Niederländer den Drogenküchen in den osteuropöischen Ländern aber schön in die Hände !
++
Ich fürchte, das der Konsum der "Chemie-Cocktails" noch weiter ansteigen wird.
++
Der Markt sucht sich seine Quellen.
++
Ich bin nicht für "harte Drogen", aber die Realität sieht halt anders aus.

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