Forum: Panorama
Nimmt die Islamfeindlichkeit in Deutschland zu?

Die Diskussion um Ausländer-Integration fokussiert sich immer häufiger auf die Gruppe der Muslime. Zeigen radikale Thesen eine fatale Wirkung? Nimmt dadurch die generelle Islamfeindlichkeit in Deutschland zu?

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Pnin 31.08.2010, 06:51
4130.

Zitat von Eliza
Er weist darauf hin, dass die USA mit ihren selektiven Einwanderungsbestimmungen und dem fordernden Charakter ihres wenig ausgebauten Sozialsystems eine viel bessere Integration von Einwanderern erzielen.
Ach was, die haben doch riesige Schwierigkeiten. Nur eben mit christlichen Migrantengruppen aus dem Süden.


Zitat von
Er begrüßt ausdrücklich diejenigen Einwanderer in Deutschland, die sich dem hiesigen System zum Trotz hervortun, ähnlich wie dies in den USA auch bei moslemischen Einwanderern der Fall ist.
Dass dies bei sehr vielen integrierten Einwanderern aber gerade nicht so ankommt, sondern diese sich vielfach mitgemeint fühlen, sollte ihn vielleicht seine Wortwahl überdenken lassen. Außerdem steht hinter den meisten jungen Akademiker-Migranten nunmal eine Generation von einfachen Menschen, die als Nur-Arbeiter kamen und auch heute noch nicht viel Deutsch verstehen. Will sagen, Sarrazin pisst den Eltern seiner Vorzeigemigranten mit ans Bein.

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moe1983 31.08.2010, 07:41
4131. Deutscher? Türke? Was bin ich? Was für ein gefühl gibt mir diese Gesellschaft?

Hallo Liebe Leser und Leserinnen,
herzlichen dank an den verfasser dieses Artikels. Ich habe selten so einen Sachlich gut verfassten Artikel gelesen.

Wenn ich die Aussagen von Herrn Sarrazin höre oder lese, muss ich leider gestehen, etwas verletzt zu sein. Ich denke grundsätzlich, dass Herr Sarrazin Themen anspricht, wo es auch handlungsbedarf gibt. Nur ein Mensch in seiner Position müsste eigentlich wissen wie man einer Bevölkerung ein Problem nahe bringt. Ich als türke fühle mich nach einer Weile in Stadtvirteln wie in Berlin Kreuzberg oder Neukölln nicht wohl. Es liegt offen , dass dort die Integration teilweise gescheitert ist und es handlungsbedarf gibt. Nur ist es leider so, dass meistens die Problemfälle in den Medien oder in der Gesellschaft auskrisalisiert dargestellt wird. Die Menschen die sich hier gut integriert haben, einen Normalen oder gar akademischen Beruf nachgehen werden kaum beachtet. Wenn ich dann die Aussagen von führenden Personen bzgl. dieses Problems höre, gibt es mir nicht das gefühl als Integrierte Person mich noch mehr für die Integration von anderen zu engagieren. Die verallgmeinten Sätze kommen auch bei den gut Integrierten Ausländern an und ich denke das es nicht zu mehr integration motiviert. Wenn ich meine Eltern betrachte, die hier die erste Generation simbolisiern, die hier bis zur Rente gearbeitet haben (Fabrikarbeiter / Putzfrau, auf die ich sehr stolz bin) und sich immer noch von Nachbarn als Gastarbeiter rufen lassen, wird mir eins klar, wir werden niemals als Gleichgültige Deutsche betrachtet werden. Ich denke auch das dass normal ist, den es liegt in der Natur des Menschen, sich von andern, die nicht in die Norm passen, sich erstmal zu distanzieren. Nur kann es nicht sein, dass sich meine Mutter die ein Kopftuch trägt, die ganze Zeit als Unterdrückte Frau betrachtet oder in den Medien so dargestellt wird. Nun frage ich euch, wieviel motivation haben wohl Menschen, sich in eine Gesellschaft zu integrieren, in der sie aufgrund von Religiösen Ansichten ständig als anders betrachtet werden? Meine Mutter ist im Osten der Türkei aufgewachen und hat nicht einen Tag die Schule besucht, wie sie nie die möglichkeit dazu hatte. Sie konnte nicht lesen und schreiben!!! Sie ist später zu meinem Vater nach Deutschland nachgereist, und hat hier die Sprache gelernt (fast perfekt, auch wenn mit akzent) und ihr Führerschein gemacht und bis zur Rente gearbeitet. Trotzdem muss sie sich immer diese Debatten über Kopftücher anhören. Sie wird nicht für Ihr bemühen anerkannt, sondern immer noch als unterdrückte Person betrachtet. Uns wurden schon mehrere male an die Haustürwand Aufkleber geklebt wo drauf steht " Wir sind ihnen bei der Ausreise behilflich" ! Wenn man soetwas sieht, vergeht einem die motivation sich als deutscher zu bezeichnen.

Ich denke dass die hier lebenden Ausländer mehr für die Integration tun müssen und zu schätzen wissen sollten, was ihnen für Bildungs möglichkeiten hier geboten wird oder in was für einem tollen System wir leben (auch wenn nicht alles 100% ist). (Wir)deutschen müssen mehr akzeptanz gegenüber anderen Anschichten und Lebensweisen haben! Ich hoffe das meine Kinder in einem noch tolleren Deutschland aufwachsen können und sich in erster linie mit gutem Gewissen als Deutsche identifizieren dürfen. Wir müssen die Vorteile vom neuen Deutschland sehen und uns nicht Hürden für die Zukunft in den Weg stellen.

Einen schönen Tag wünsche ich euch allen...

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nairobi 31.08.2010, 07:43
4132.

Zitat von natterngesicht
Na kommen Sie - ist es sachlich, Ali Normalmuslim mit Osama Bin Laden gleichzusetzen? Nichts anderes passiert hier im Forum seit ewigen Zeiten.
Das macht keiner, absolut keiner!
Es geht um muslimische Eigenheiten die man im Alltag erlebt!
Um nichts anderes!

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bosemil 31.08.2010, 07:45
4133. ....................

Zitat von Eliza
Wo sagt er das?
In einem Radio-Interview hörte sich das so an. Bei der Pressekonverenz gestern hat er es genauer erklärt. Jetzt kann man es ja nachlesen. Seinen Ausflug in die Gene hätte er lieber nicht gemacht im Zusammenhang mit der Migrations-Frage.
Das muß zu Misverständnissen führen.

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nairobi 31.08.2010, 07:53
4134.

Zitat von onzapintada
Richtig. Einerseits: Das Hauptmotiv, vielleicht sogar das einzige der Einwanderungslobby sind billige Arbeitskräfte und niedrige Löhne in Deutschland. Ganz egal, ob sie bei BDA, BDI, INSM, den Grünen oder bei FDP, CDU oder, eingschraenkt, bei der SPD....
Absolut Korrekt.
Und erfolgreich wie es scheint. Über den Rest seiner politischen Meinungen redet man kaum noch.

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debe 31.08.2010, 07:54
4135.

Zitat von c_ms
Es ist wirklich mehr als schockierend wie sehr schon bei uns versucht wird eine Person reputativ umzubringen ohne vorher eine halbwegs sachliche Diskussion geführt zu haben.
Nein, das wirklich schockierende an der Sache ist, dass man in Deutschland mittlerweile schon wieder über die Ansichten eines offensichtlichen Rassisten diskutiert, statt ihn ins politische Abseits zu stellen, seiner Ämter zu entheben und strafrechtlich zu verfolgen (§130 StGB!).

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nairobi 31.08.2010, 07:57
4136.

Zitat von mm01
Diese Diskussion hier ist völlig überflüssig, da die meisten Teilnehmer das Buch nicht gelesen haben.
Es geht hier nicht um das Buch von Herrn Sarrazin.
Daher muss man das Buch auch nicht gelesen haben!

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Christian Wernecke 31.08.2010, 08:00
4137.

Sarrazins Worte von den Genen mag ein willkommener Anlass sein, den Störenfried zu verbannen, aber ich habe Zweifel, ob das Parteiausschlussverfahren damit gelingen kann. Nach meinem Eindruck hat Sarrazin auch hier nur Fakten genannt, kann aus Fachzeitschriften wie dem "Nature" zitieren. Die dazu passende Rassen-Diskussion wurde zudem nicht von ihm, sondern von seinen Gegnern entfesselt.

Selten war Politik und öffentliche Meinung so weit auseinander wie in diesen Tagen. Schon jetzt ist das Buch bei Amazon ein Renner, die Meinungen dort stehen noch vor dem Erscheinen 72:15 - für Sarrazin! Auf bild.de sind fast 90% gegen einen Parteiausschluss. Selbst wenn man überall noch kräftig Boni abzieht, kommt man nie auf die 3%, die man benötigt, um ihn als kleine Rechtsradikalität abzustempeln.

Der größte Verlierer in diesen Tagen ist die deutsche Demokratie, die nicht in der Lage ist, sachlich auf die Argumente Sarrazins einzugehen. Eine ordentlich geführte Debatte hätte durchaus auch Chancen, ihm zu entgegnen. So aber wirken die Reaktionen der Politiker wie Geschrei von Leuten, die nichts hören wollen und sich unentwegt die Ohren zuhalten.

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gkweisswas 31.08.2010, 08:04
4138. Warum hält man diesen Leuten immer wieder.....

..... ein Mikro unter die Nase? Da sind ja die Muppets noch unterhaltsamer.
In meinen Augen hat Gabriel vor den laufenden Kameras mal wieder ein erbärmliches Bild deutscher Politikerkunst abgegeben. Statt einfach zu sagen, das er die Schwarte noch nicht gelesen hat, gibt er ein in meinen Augen unsinniges Statement ab. Der Mann kann nichts (dafür). Das zeigt er immer wieder. Die führenden Genossen sorgen mit solchen Auftritten nicht eben für eine neue Eintrittswelle in ihre Partei.
Friedmanns geschwurbel war auch nicht besser. Warum gibt man dieser "Koksnase" immer wieder eine Plattform zur Selbstdarstellung?

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BeckerC1972 31.08.2010, 08:06
4139.

Zitat von Eliza
Er weist darauf hin, dass die USA mit ihren selektiven Einwanderungsbestimmungen und dem fordernden Charakter ihres wenig ausgebauten Sozialsystems eine viel bessere Integration von Einwanderern erzielen.
Nur hatte ich nun irgendwie vorausgesetzt, der Mann wäre auch mal in den USA gewesen...aber so kann man sich täuschen.
Wenn mir IRGENDWER erzählen will, Nord-New-York wäre irgendwie "integriert" (und da leben ja nur Amerikaner - aber halt die dunkelhäutige Variante), oder die ganzen "China Towns" in den verschiedenen Großstädten wären irgendwie "integriert" - von einem Heer illigaler Immigranten reden wir am besten erst gar nicht, die sind nun in Kalifornien und Texas auch alles andere als "integriert", dann sollte man diese Person vielleicht doch mal zur persönlichen Betrachtung auf Weltreise schicken.

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