Forum: Panorama
Nimmt die Islamfeindlichkeit in Deutschland zu?

Die Diskussion um Ausländer-Integration fokussiert sich immer häufiger auf die Gruppe der Muslime. Zeigen radikale Thesen eine fatale Wirkung? Nimmt dadurch die generelle Islamfeindlichkeit in Deutschland zu?

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SDF1 31.08.2010, 13:46
4630. Eigene Migrantenerfahrung

Ich (deutscher, Migrant in der Schweiz und somit ebenfalls Zug'reister) bin ein wenig verwundert ob der Diskussion.
Vor einiger Zeit habe ich 1 Jahr meines kurzen Lebens dafür investiert u.a. die Meinungsfreiheit in Deutschland zu verteidigen (jedenfalls glaube ich dazu mal was in der Verfassung gelesen zu haben). Darunter verstehe ich, dass jeder in Deutschland das Recht hat seine Meinung zu äußern und dieses Recht nicht nur auf extremistische Gruppen, Greenpeace oder Minderheiten beschränkt ist. Dies gilt somit auch für Herr Sarrazin, denn besierend auf der Erfahrung in meinem - zugegebenermassen doch recht kleinen Bekanntenkreis - vertritt Herr Sarrazin keine Minderheitenmeinung.

Er spricht aus was viele sowieso denken und tritt damit eine Debatte los, die gut ist für Deutschland, denn Scheckbuch-Diplomatie löst in der Regel keine Probleme sondern verschiebt sie nur.
Aus meiner Sicht ist es Zeit sich des Thema's anzunehmen und es - auch durchaus kontrovers- zu diskutieren, denn die Kuschelrhetorik unserer Regierung führt zu nichts und diese wird die Rechnung präsentiert bekommen- ganz sicher in dcesaströsen Wahlergebnissen mit einr Tendenz in die Extreme, ganz sicher aber entweder in Form umbezahlbarer Sozialtransfers oder durch aufkeimenden Radikalismus- bei letzterem nimmt die Islamfeindlichkeit ganz sicher und sicher vehement zu. Beides kann nicht im Sinne Deutschlands sein.

Ich werde die Debatte weiterhin aus meinem "Exil" beobachten und mich als anständiger Migrant benehmen. Mein Schwitzerdütsch verbessern, 80km/h auf der Bundesstrasse fahren und auch wieder die Geheimnisse des Fundues ausprobieren denn auch hier gilt, dass sich der Gast zu benehmen hat und kommunizieren können muss um sich zu integrieren und Teil der Gesellschaft zu werden.

Viele Grüße aus der weitgehend Minarettfreien Neutralität!

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wahrsager23 31.08.2010, 13:47
4631. ...

Zitat von
Zitat von danamann Nur leider kann ich nicht behaupten, dass "die Deutschen" das genauso sehen. Natürlich ist es unter unserem Freundes- und Bekanntenkreises etwas anderes, aber es stimmt einfach, wie ein Vorposter gesagt hat, dass man nicht wirklich als Deutscher angesehen wird. "Und, woher kommst du?", "Saarbücken", "Ne, ich mein jetzt richtig? Aus welchem Land kommst du?"
Ja, sind eben Exot und ich kann nicht erkennen, wo das ein Nachteil ist. Ich würde sie jetzt auch über den Irak ausfragen, weil Saarbrücken kenne ich, ist nebenbei gesagt keine schöne Stadt.

Zitat von
Das sind Sätze, die ich nur allzuoft gehört habe. Da spielt es auch keine Rolle, dass ich hier geboren wurde, besser Deutsch als manch Deutscher spreche und mich in sämtlichen Bereichen des sozialen Lebens integriert habe. Ausländer bleibt Ausländer, das ist so und wird leider so bleiben, unabhängig von sozialer Schicht oder Integrationswilligkeit.
Das würde ich so nicht behaupten. Ich kenne hier viele Ausländer, die voll integriert sind. Allein bei der WM sehen sie erst, wer aus welchem Land kommt. Allein ich kenne soviele Ausländer und viele sind integriert. Aber natürlich ist man neugierig, wenn jemand aus einem anderen Land abstammt. Das ist bei mir ebenfalls so. Es hat aber auch sehr viele Vorteile.

Zitat von
Ich bin glücklich, in Deutschland zu leben; es entspricht am ehesten meinen Vorstellungen von einer funktionierenden Gesellschaft. Was ich jedoch wirklich wünsche, wäre eine Art Selbstverständlichkeit, nach einer gewissen Zeit "Deutscher" zu sein, unabhängig von Hautfarbe und Herkunft.
Naja, nachdem ich einmal in Frankfurt in einem Fahrstuhl im Einkaufszentrum ein Ehepaar (er Schwarzer, sie Asiatin) und sich beide im besten hessisch miteinander unterhalten haben, ist für mich das Thema Integration gegessen. Es integriert sie derjenige, der es möchte.

Und wenn sie in den Städten schauen, so sind wir schon vollständig vermischt. Allein in Frankfurt gab es mal die Stadtwette vor der WM 2006, dass aus jedem Land, dass an der WM teilnimmt mind. 1 Person da sein muss, aus den europäischen Ländern sogar eine komplette Fussballmannschaft

Zitat von
Die USA sind in dem Aspekt ein tolles Vorbild meiner Meinung nach. Dort ist es natürlich, dass bereits die 2. Generation sich als Amerikaner fühlen und auch so betrachtet werden, was die Integration auch um einiges erleichtert.
Naja, also Rassimus gibt es auch dort. Schauen sie mal die Gesetze nach dem elften September an.

Zitat von
Die hohen Abwanderungszahlen von Immigranten mit Hochschulabschluss führe ich genau auf dieses Problem zurück. Man fühlt sich nicht wirklich als Deutscher, auch wenn man es will.
Das liegt an der beschissenen Einwanderungspolitik Deutschlands, die natürlich von Grünen schön weichgespült, quasi wir nehmen alle. Besser wäre es so zu machen, wie es jedes andere Land auch macht.

Wir nehmen die, die wir brauchen, die uns nützen. Dann würde man auch mehr Hochschulabsolventen halten. Da müsste die Politik mal was machen, aber diese Multikultiparolen sind totaler Schwachsinn.

Außerdem hat jeder dennoch eine Verbundenheit zu seiner ursprünglichen Heimat, das sieht man sehr schön an den vielen verschiedenen Restaurants.

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debe 31.08.2010, 13:47
4632.

Zitat von Fackus
... Oder wie kommen sonst die 90%+ in den Umfragen zustande?
ich denke es gibt genügend arbeitslose sozialschmarotzende Faschos, die gerne für diese Sache ein paar (schade das es die nicht in Hakenform gibt)Kreuzchen setzen.

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charlie1111 31.08.2010, 13:48
4633. Normal?

Zitat von Keine Panik
Für mich bekunden solche Ansichten mehr den Geisteszustand desjenigen, der das sagt. Er ist geistig schlicht gestrickt oder ein Psychopath. Sarrazin ist wohl nicht gerade debil (aber auch sicherlich nicht richtig intelligent), also wird es mehr das Zweite sein.
Psychopath würde ich noch nicht sagen, aber es geht in die Richtung. Aufjeden Fall haben wir es hier mit Personen zu tuen die in der gesellschaftlichen Rangordnung eher unten stehen und durch das Diffamieren anderen Gruppen versuchen sich selbst zu erheben, was natürlich nicht gelingt. Hinzu kommt noch der kindliche Versuch sich mit einer imaginären Gruppe (Deutsches Volk, Wir) zu identifizieren, um auch hier scheinbar ihren Status zu erhöhen. Aber das ist nichts Neues, die Soziologie ist voll von Studien hierzu, einige der Forenbeiträge hier untermauert dies nur.

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BeckerC1972 31.08.2010, 13:48
4634.

Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, warum man sich den Thesen eines Mannes anschließen sollte, der zum einen ohne Lösungsansätze zu bieten nur ein überzeichnetes Horrorbild zeichnet und - was ich noch viel entscheidender finde - in der Zeit, als er selbst in verantwortlicher und mit gestaltender politischer Kraft ausgestatter Position war - auch nichts an der Bekämpfung dieser Missstände zu tun gedachte.

Er ist doch einfach nur ein simpler Populist und das einzige worum es ihm geht, ist einen möglichst großen Wirbel um sich selbst zu machen. Ich bin mir sicher, er küsst jeden Morgen den Spiegel und findet sich einfach wunderbar. Als er an den Hebeln war, etwas zu verändern, war er hingegen ziemlich kleinlaut. Typische Demagogen halt. Und ein M. Broder wird natürlich im gleichen Atemzug genannt - weil es der gleiche Menschenschlag ist.

Es ist doch nun wahrlich keine Kunst, irgendwelches verdichtetes Zahlenmaterial zur Grundlage irgendeiner kruden These zu machen und daraus noch absurdere Agitation zu betreiben, ohne selbst Lösungsansätze anzubieten. Natürlich fällt der Stammtisch gerne auf diese Masche rein - ist er immer und wird er immer. TS erreicht doch damit eben jene Leute, denen das tatsächliche Leben halt viel zu kompliziert geworden ist und die meinen, irgendwelche einfachen und möglichst "politisch inkorrekten" Aussagen würden eine Beschreibung der selbst aus Engstirnigkeit wahrgenommenen Realität darstellen. Die Welt ist aber nun einmal komplizierter geworden.

Auf der Bais der Art und der Zielrichtung halte ich eine Diskussion mit Sarrazin und auch Broder für völlig hinfällig, es ist ja kein lösungsorientierter Ansatz erkennbar. An sich würde ich den beiden gerne einen Aufkleber auf die Stirn pappen mit dem beliebten Slogan "Don't feed the troll". Denn mehr als Rumgetrolle ist es nicht.

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Sungur 31.08.2010, 13:48
4635. Sarrazin bei Beckmann

Sarrazin wurde bei Beckmann regelrecht zerfetzt.
Obwohl ich zu den größten Kritikern Sarrazins gehöre, hatte ich zum ersten mal ehrlich Mitleid mit ihm.
Er wurde in allen seinen Zahlen, Fakten und Thesen sachlich widerlegt. All diejenigen, die die Sendung gesehen haben und immer noch behaupten können "Sarrazin hat recht!" kann ich nur mit Tätern, die immer noch behaupten, sie seien unschuldig, obwohl sie schon 100 %ig überführt wurde, vergleichen.

Die Zahl von 52% Ausländerfeindlichkeit in Deutschland sollte eigentlich mal in breiter Öffentlichkeit diskutiert werden.
Dieses Forum hier untermauert nicht nur, sondern übertrifft diese Behauptung bisher jedenfalls.

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Eliza 31.08.2010, 13:48
4636.

Zitat von Ylex
In der Diskussion bildete sich die inszenierte öffentliche Empörung über Sarrazin eindrucksvoll ab... Im Ergebnis hinterließ die Gesprächsrunde den Eindruck von Realitätsverlust... im Wesentlichen suchte man nach Ausflüchten und schoss sich auf einen Pappkameraden ein.
Falls jemand Sarrazin auf diese Veranstaltung hin für isoliert halten sollte, so könnte er die so entstandene optische Täuschung durch einen Blick auf die Verkaufszahlen und die große Zustimmung zu Sarrazins Buch zurückdrängen; siehe zB hier: http://www.amazon.de/Deutschland-sch...3255155&sr=1-1

Es ist auch nicht wahr, dass die von Sarrazin dargestellten Fakten nur Zustimmung von primitiven Hetzern erhalten.

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arinari 31.08.2010, 13:48
4637. !!??

Zitat von columbia
Das war der Schuss in den Ofen. Im Studio eine Inquisition im Verhältnis 5:1 abzuhalten, plus kritische Zuschaltung aus Berlin(6:1)und ein halbkritischer Streetworker..., mit dieser Methode hat sich die ARD von ihrem Auftrag der ausgewogenen Berichterstattung verabschiedet. Ein Armutszeugnis. Das Beckmann voll auf dieser Welle geritten ist und die Auftritte teilweise hoch peinlich waren (Frau Künast), ist da nur noch ein Detail. Aber die Zuschauer habe Augen und Ohren und sind nicht dumm...
Ich gebe Ihnen völlig Recht, eine Show der Peinlichkeiten und so durchsichtig, dass man Magenschmerzen bekommen konnte. Wie können erwachsene Menschen nur so wild auf einen anderen losgehen? haben die kein Gefühl dafür, was noch objektiv und gerecht ist?

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freeagent 31.08.2010, 13:49
4638. Kein Titel

Zitat von charlie1111
Die müssen arbeiten, um die deutsche Unterschicht die sich jetzt um Sarrazin schart, zu finanzieren
Eine Unterschicht, die es früher so nicht gab. Also was sind die Gründe für deren Entstehung? Kleiner Tipp: Die Ausländer sind es nicht.

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Christian Wernecke 31.08.2010, 13:49
4639.

Zitat von Keine Panik
[...] Wie kann man auf die Idee kommen, Türken (und ich ergänze Arbeitslose, Niedriglöhner, Arme) als nicht brauchbar zu bezeichnen? Wohin jetzt mit denen? Entsorgen? Für mich bekunden solche Ansichten mehr den Geisteszustand desjenigen, der das sagt. Er ist geistig schlicht gestrickt oder ein Psychopath. Sarrazin ist wohl nicht gerade debil (aber auch sicherlich nicht richtig intelligent), also wird es mehr das Zweite sein.
Das ist eine typische Nebelkerze, wie sie jetzt seit Tagen auch von den Politikern verschossen werden: Zunächst wird vereinfacht bis hin zur Unwahrheit ("Wie kann man auf die Idee kommen, Türken (und ich ergänze Arbeitslose, Niedriglöhner, Arme) als nicht brauchbar zu bezeichnen?"), dann wird entsprechend scharf geurteilt ("ein Psychopath").

So dient man der Auflage des Buches, aber sicher nicht einer sachlichen Debatte über die gescheiterten Migration einer bestimmten Bevölkerungsgruppe in Deutschland.

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