Forum: Panorama
Norwegens Staatsschützer: "Der Name Breivik war für uns nur Datenabfall"

Jon Fitjes Job ist es, Terroranschläge zu verhindern, er ist der Chefanalyst des Sicherheitsdienstes der norwegischen Polizei. Nach dem Massenmord von Anders Breivik stellt sich der Staatsschützer nun eine Frage immer wieder: "Haben wir etwas übersehen?"

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NeZ 04.08.2011, 16:01
1. "in den Kopf gesetzt"

Nein, Norwegen hat nichts übersehen, und dieser Kerl schon gar nicht.

Breivik hat sich einfach etwas in den Kopf gesetzt, und niemand hätte das verhindern können.

Man muss nicht die Gründe analysieren, sondern dafür sorgen, dass jeder zufrieden ist - auch in einem demokratischen Musterstaat wie Norwegen.

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axelkli 04.08.2011, 16:04
2. Die Norweger machen es richtig

Man kann einfach nicht alles kontrollieren, voraussehen und verhindern. In den Ohren der Angehörigen mag es wie Hohn klingen, aber ein gewisses Restrisiko bleibt immer.

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critique 04.08.2011, 16:07
3. Hunde die bellen

beißen nicht. Er hat nie gebellt, aber dafür gebissen.

Jetzt alle Nichtbeller zu überwachen, bringt auch nichts.

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shine31 04.08.2011, 16:27
4. Re: Man kann einfach nicht alles kontrollieren

Zitat von axelkli
Man kann einfach nicht alles kontrollieren, voraussehen und verhindern. In den Ohren der Angehörigen mag es wie Hohn klingen, aber ein gewisses Restrisiko bleibt immer.
Die Tat war grausam und irrsinnig und ich trauere auch den Opfern nach. Aber man muß das auch mal in Relation zu anderen "Todesgründen" sehen. Jährlich sterben tausende Menschen im Strassenverkehr und durch Ärztepfusch in Krankenhäusern. Um diese Toten scherrt sich niemand. Daher sollten Einschränkungen der Freiheiten und Überwachung von unschuldigen Menschen nicht aus Aktionismus geopfert werden...

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ralf_maier 04.08.2011, 16:45
5. Es wäre fatal,

würde Norwegen jetzt auf diese schändliche Tat so reagieren, wie die Vereinigten Staaten nach dem 11. September - mit Repressalien gegen ganze Bevölkerungsgruppen, mit übersteigertem Argwohn und einem grenzenlosen Überwachungsdrang. Norwegens Ministerpräsident Stoltenberg hat vollkommen recht, wenn er sagt, dass Norwegen auf diesen feigen Anschlag nicht durch eine Einschränkung der Freiheitsrechte reagieren darf, dann hätte, so Stoltenberg, am Ende doch Anders Brevik das erreicht, was er wollte. Dieser Anschlag wäre durch kein Antiterrorgesetz der Welt verhinderbar gewesen, keine Vorratsdatenspeicherung hätte ihn verhindert und kein großer Lauschangriff!

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Chris110 04.08.2011, 16:55
6. aha..

interessante Antworten.
Stellen Sie sich vor, Sie sind hauptberuflich 24h/Tag dafür zuständig, Terroranschläge zu verhindern. Und dann passiert ein Terroranschlag.
Tja, dann haben Sie versagt. So einfach ist das.

Es sei denn das läuft bei Staatsschutz wie im Fußball: Die Unhaltbaren darf der Keeper reinlassen?

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wolfgangl 04.08.2011, 17:06
7. Gewichtung

Die Daten lagen vor, wurden aber nicht richtig gewichtet. Das führt die Voratsdatenspeicherung, die so viele Politiker so lieben ad absurdum!

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No_Name 04.08.2011, 17:12
8. -

Zitat von Chris110
interessante Antworten. Stellen Sie sich vor, Sie sind hauptberuflich 24h/Tag dafür zuständig, Terroranschläge zu verhindern. Und dann passiert ein Terroranschlag. Tja, dann haben Sie versagt. So einfach ist das. Es sei denn das läuft bei Staatsschutz wie im Fußball: Die Unhaltbaren darf der Keeper reinlassen?
Meiner Meinung nach sollen die Norweger der bitteren Wahrheit weiterhin gefasst ins Auge sehen: 100%ige "Sicherheit" kann es nicht geben. Weder in einer Diktatur, erst recht nicht in einer Demokratie. Und das ist gut so.

Hoffentlich bleiben die Norweger weiter gefasst und verfallen nicht in blinden Aktionismus wie die USA im September 2001.

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polygraph 04.08.2011, 17:17
9. Welcher Terroranschlag ist gemeint?

Natürlich können die Geheimdienste ein Amoklauf nicht verhindern. Jeder der Zugang zu den Waffen hat ist imstande Blutbad anzurichten, falls irgendwelche Sicherung im Kopf durchbrennt...
Ganz anders sieht es aus mit der Explosion... ja sogar mit der Explosion im Regierungsviertel... vor dem Büro des Ministerpräsidenten... DAS MUSS verhindert werden durch die Geheimdienste. Wenn die Geheimdienste es nicht schafften, so ist es, meines Erachtens, ein Hinweis darauf dass der Attentäter doch nicht allein gehandelt hat, sondern irgendwelche Unterstützung genoss. Wer (Personen oder Vereine) den Attentäter unterstützte wird uns leider nicht verraten.

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