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Ohne Zugticket von München nach Augsburg: Bundesligaspieler Caiuby soll 22.500 Euro z
DPA

Der Fahrschein hätte nur 25 Euro gekostet - trotzdem fuhr Profifußballer Caiuby im Zug von München nach Augsburg ohne Ticket. Nun hat das Amtsgericht die Höhe der Strafe festgelegt.

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watson86 19.10.2018, 18:02
10. Strafbarkeit

Zitat von ceen
Hier in RLP und Hessen zahlt man 60 € oder den 3x Fahrpreis. Wie kommt man da auf 22500 € oder ist es in Bayern mal wieder etwas strenger? Die Bayern ^^
Man muss hier unterscheiden: In vielen Fällen verlangen die Verkehrsbetriebe nur die selbst festgesetzte "Strafe" von 40 oder 60 EUR (oder verlangen ggf. sogar nur ein Nachlösen). Nach herrschender Meinung ist das Schwarzfahren aber (unverständlicherweise) auch ein Straftatbestand. Der Kontrolleur kann also auch Strafanzeige stellen. Wenn dies getan wird (und das war hier offensichtlich der Fall), gibt es in der Regel eine Geldstrafe, die dann aber nicht vom Kontrolleur/Verkehrsbetrieb festgesetzt wird (wie die 40/60 EUR), sondern von der Staatsanwaltschaft (beim Strafbefehl) bzw. vom Gericht (wenn es zum Verfahren kommt).

Dadurch kann es gut sein, dass Caiuby die 60 EUR UND die 22.500 EUR zahlen muss.

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headmiller 19.10.2018, 18:05
11. Gut, dass es solche Richter gibt!

Zitat von mopsfidel
Selbst wer kein Ticket besitzt, kann eines nachlösen und zahlt den üblichen Aufschlag. Und wer gar kein Geld dabei hat, kann wohl auch mit einer Zahlungsaufforderung ein Ticket kaufen; vorausgesetzt man kann sich irgendwie ausweisen.
Richtig! Wahrscheinlich aber wollte der Herr auf keinen Fall zahlen! Nach dem Motto "Schaut mal wer ich bin!".
Der Richter - gut, dass es ihn gibt! - hat sich aber dann am Monatseinkommen dieses Herrn orientiert!
Ist doch in Ordnug, oder?

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jomai 19.10.2018, 18:21
12. @ Nr. 5 (cs01)

Sie wollen jetzt aber nicht behaupten dass jeder Schwarzfahrer ein Strafverfahren vor einem Gericht bekommt?

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Igelnatz 19.10.2018, 18:41
13. wiederholtes Schwarzfahren

die AGB sind doppelter Fahrpreis, mindestens 60?. Nur wiederholtes Schwarzfahren führt zu einer gerichtlichen Verurteilung. Ich denke, es wahr nicht zum ersten Mal?

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cs01 19.10.2018, 18:55
14.

Zitat von jomai
Sie wollen jetzt aber nicht behaupten dass jeder Schwarzfahrer ein Strafverfahren vor einem Gericht bekommt?
Nein. Normalerweise zeigt die Bahn erst nach der dritten Schwarzfahrt an. Wenn nicht etwas dazukommt, wie den Kontrolleur beleidigen sich zu weigern den Ausweis vorzuzeigen oder ein gefälschtes Ticket vorzuzeigen.

Von den angezeigten stellt die StA auch noch was ein, so z.B. bei Leuten, die viel anderes offen haben, die sich kreativ rausreden oder sonstwas.

Aber wenn sich ein Gericht damit beschäftigt, sind 30 TS durchaus drin.

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hello_again 19.10.2018, 20:16
15. @cs01 #14

Mich interessiert, was die Weigerung den Ausweis zu zeigen für einen Einfluss auf das Strafmaß/die Strafe hat?
Ich bin bisher davon ausgegangen, dass ich meinen Ausweis der Bahn freiwillig zeige. Ein Recht auf Personenüberprüfung hat doch nur die Polizei. Oder?

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zeisig 19.10.2018, 20:21
16. Da fehlt noch was.

Ich erwarte von SPON, daß die Begründung für diese hohe Strafe nachgereicht wird.

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mydryn 19.10.2018, 20:27
17. Ein bischen zur Klarstellung

Leistungserschleichung aka Schwarzfahren ist ein Straftatbestand = Vergehen.
Die Verkehrsbetriebe sind dazu übergegangen, in jedem Fall eine Strafanzeige zu stellen, was dazu führt, daß Polizei und Justiz reichlich Arbeit haben, Es kursieren unter Schülern Gerüchte: Dreimal erwischt werden ist immer noch billiger als ein Jahresabonnement. Die Verkehrsbetriebe haben auch keine andere Möglichkeit, da viele der Angezeigten mit dem deutschen Rechtssystem nicht wirklich etwas anfangen können. Daher werden vielfach die Verfahren wegen unbekannten Aufenthalts eingestellt, da einige Täter Namen und Aufenthaltsort schneller wechseln, als Otto Normalverbraucher seine Socken.
Pech für Caiuby, daß er eine feste Arbeit hat und einen festen Aufenthaltsort.

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sven2016 19.10.2018, 21:10
18. Schlauer Kerl

Da wird wohl noch was in der Pipeline gewesen sein. Ohne weitere Straftaten in der Vergangenheit wird niemand wegen Schwarzfahrens (ups) gleich angezeigt, sondern muss das Erhöhte Beförderungsentgelt bezahlen.

Weigert er sich, kommt dann allerdings auch eine Anzeige.

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Dorn 19.10.2018, 22:02
19. Zweierlei Maß

Wenn ich mir anschaue, wie mit Illegalen und ausreisepflilchtigen Straftätern umgegangen wird, ist die Höhe dieser Strafe doch ein Witz. Jeden, bei dem etwas zu holen ist, bestraft die Justiz mit voller Härte selbst bei Kleinigkeiten, und an anderer Stelle wird gekuschelt. Nicht daß ich die Strafe für Caiuby falsch fände - es ist dieses Mißverhältnis, was mich ärgert.

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