Forum: Panorama
Oktoberfest: Die Wiesn-Zombies
Laura Kaufmann

Fahrgeschäfte gehören zur Wiesn wie das Bier - wer letzteres in größeren Mengen getrunken hat, sollte erstere allerdings eher meiden. Sonst droht eine unheimliche Verwandlung.

spon-41d-frm9 03.10.2014, 10:46
1.

Sehr witzig geschrieben!
Ein Bekannter hat mir mal erzählt dass er nach dem Bierzelt den Drang verspürte in die Schiffschaukel zu gehen. Mit der physikalischen Erkenntnis dass der Mageninhalt der oben beim Überschlag rauskam genau so schnell zur Erde sinkt wie die Schaukel, die er dann saubermachen mußte.
Ich find die Wiesn einfach lustig!!!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mietiskelijä 03.10.2014, 11:00
2.

Liebe Laura!
Da haben Sie nun mal richtig treffend beschrieben, wie es mir in Bezug auf Fahrgeschäfte selber geht.
"Im Kettenkarussell - beliebt bei Kindern - verbringe ich jede Sekunde damit, mir auszurechnen, wo genau ich mit meinem Sitz lande, falls die Ketten reißen. Und was ich mir dabei alles brechen würde." - Das Kettenkarussell ("Wellenflug") ist für mich auf dem Bremer Freimarkt (unsere 5. Jahreszeit!) das höchste der Gefühle - trotz meiner andauernden Berechnungen der Flugtrajektorien meines Sitzes im Falle eines Kettenrisses (und meiner eigenen Beerdigung, was dann gesungen werden soll usw...kann nichts dafür, bin Ingenieur...) kann ich das immerhin nach dem 2. Mal anfangen zu genießen. Einmal habe ich die Wilde Maus überlebt, die ganze Zeit geschrien (als Erwachsener, nie wieder!), und als Jugendlicher einmal ein Ticket für die Himalayabahn gekauft - und kurz vorm Eingang an einen Klassenkameraden weitervertickt...
...beim Breakdancer bricht man sich ja fast das Genick, und übel werden kann einam da auch ganz ohne Bier...
Ein einziges Mal bin ich nach viel Bier und Jägermeister mit meinem besten Freund nachts (!) in den Starflyer eingestiegen. die Aussicht war toll, aber er mußte mich die ganze Zeit an den Händen halten. Nüchtern und bei Tageslicht hätte ich das nie gemacht.
Schisser - aber dafür esse ich lieber gut, genieße die Atmosphäre und schieße für Menschen wie Sie ein paar rote Plastikrosen.
Auf jeden Fall, herrlich geschrieben von Ihnen!
Alles Gute und Moin Moin aus dem hohen Norden (bei euch: Pfüat Di?)!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
adhortator 03.10.2014, 12:19
3.

Liebe Frau Kaufmann, vielen Dank für dieses Wiesn-Tagebuch. Da bekomme ich doch wirklich Lust, mir diese Veranstaltung doch mal selbst anzuschauen. Wenn es dort Leute wie Sie gibt, kann es nicht so schlimm sein :-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karend 03.10.2014, 13:00
4. Schön gesagt

Zitat von mietiskelijä
(…) Schisser - aber dafür esse ich lieber gut, genieße die Atmosphäre und schieße für Menschen wie Sie ein paar rote Plastikrosen. (…)
Werter mietiskelijä,
neben "(…) trotz meiner andauernden Berechnungen der Flugtrajektorien meines Sitzes im Falle eines Kettenrisses (und meiner eigenen Beerdigung, was dann gesungen werden soll usw...kann nichts dafür, bin Ingenieur…)." hat mich wiederum vor allem der obere Satz erfreut.
Allseits einen wunderbaren Freitag.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Botox 03.10.2014, 13:17
5.

Wissen sie Frau Kaufman
In ihrem vorherigen Bericht haben sie von den Wiesen Blues auf dem Kotzhügel Berichtet, was von vielen völlig zurecht als „Größtes Drogenfest der Welt“ bezeichnet wird.
In diesem Teil ihrer Doku finden sie es lustig, wenn die Erwachsenen aus dem Bierzelt das Karusel unterschätzen und schon wieder Kotzen. Und das alles vor den Augen der Kinder.
Das was sie als Kultur bezeichnen, ist vor dem Hintergrund, das wir jährlich 15.000 Alkohol Tote haben, das Gegenteil von zeitgemäß.
Man darf sich wirklich nicht Wundern, das Komasaufen unter Jugendlichen sehr Beliebt ist, wenn es die Erwachsenen öffentlich vormachen.
Ich will aber nicht Einseitig Kritisieren. Bei uns im Rheinland fängt der Karneval auch mit ner Schnapszahl an, was ja schon alles sagt.

Grüße aus Bonn

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jorrig 03.10.2014, 13:23
6.

Werte Frau Kaufmann,
bei allem Respekt, Sie sind offenbar in einer traurigen Stadt ohne Kirmes grossgeworden. Als Kind in Soest wären Sie die erste gewesen, die sich den neuen Kirmesplan besorgt hätte, und hätten schon Wochen im Voraus minutiös geplant, welches Karussell an welchem Tag besucht wird (und mit wem!). Dann hätten Sie Geld gespart (Kirmesgeld von Eltern und Grosseltern eingerechnet). Als Kind hätten Sie schon gebettelt "Darf ich da rein?", und als Jugendlicher hätten Sie die verschiedenen Karussellprogramme identifiziert und herausgefunden, zu welchen Zeiten sie am längsten fahren. Ich hoffe, der Topspin hat wenigstens die fünffache Rolle gemacht, sonst wäre er das Geld nicht wert.
Das Oktoberfest halte ich hingegen für eine Art bayrischen Karneval, ein einziges Sauffest mit schlechter Musik, völlig überlaufen und überbewertet, ein Fest für Touristen und die armen Münchner, die leider nichts dafür können, dass alle zu ihnen wollen. Wahrscheinlich Ansichtssache. :-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Turboviking 03.10.2014, 13:41
7. kenn ich

als ich noch (gerne) auf die Wiesn gegangen bin, fuhr ich am liebsten und sehr ausgiebig Biertisch. Danach hat's mich auch immer gerissen, irgendwas zu fahren. Also habe ich mich zusammengerissen und bin so gerade wie möglich zur Kasse des 5er Loopings gewackelt. Ja, das ist nüchtern betrachtet Geldverschwendung, im Rausch bekommt man von der Fahrt nicht viel mit. Einmal war ich allerdings an der falschen Kasse und hab's erst beim Einsteigen gemerkt. Bin dann in der wilden Maus gelandet, danach mußte ich mir zur Beruhigung des Magens erstmal die Steilwandfahrer anschauen, bevor ich das letzte Fahrgeschäft des Abends, die S-Bahn vertragen habe :)
Das Teufelsrad kann ich auch nur empfehlen, eine super Gaudi für die Zuschauer und die, die sich aufs Rad trauen. Was allerdings sich allerdings so dermaßen harmlos gibt und dann hinterhältig rächt, ist die Krinoline, da wollen dann alle 5, 6 Maß gleichzeitig raus :)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
W. Robert 03.10.2014, 13:48
8. Barbaren-Festival

Manch einer wünscht sich vielleicht, dass die ganzen Bierzelte als Teufesrad konzipiert wären und man das dröge Theater gelegentlich mittels Zentrifugalkraft wegfegen könnte, inklusive Blaskapelle. So versinken also die letzten Reste einer authentischen Tradition im kommerzialisierten Rummel und im Lärm der „Volksmusikanten“. Im Promi-Zelt verkleiden sich die gelifteten Promitussen als Trachtenträgerinnen und präsentieren ihre gepimpten Möpse. Muss man sich das antun? In München offensichtlich schon. Na dann, oans, zwoa, gsuffan.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
darkview 03.10.2014, 14:26
9. Breakdancer

Irgendwann als früher Teenager habe ich gelernt, dass Kirmes & Co nichts für mich sind. Ich saß auf dem Ding und der Mutter meiner Freundin, die zuschaute wurde Angst und Bange, ich selbst wartete nur noch auf mein Ende ;) Dann war ich ein paar Jahre später noch mal auf einer Schiffsschaukel, die ich grandios unterschätzt hatte. Seitdem geht's nur noch auf Wasserrutsche oder Autoscooter. Von sonstigen Fahrgeschäften bin ich geheilt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren