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Pädophilie-Debatte: Die verlorene Unschuld

Es gibt Nacktbilder von Kindern, mit denen ganz legal gehandelt werden darf - das ändert sich womöglich bald, und das ist gut. Doch die Debatte nach dem Fall Edathy auch führt dazu, dass wir Kindern Körperlichkeit als Tabu vermitteln.

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einmensch2013 22.02.2014, 16:28
190. D'accord, liebe Autorin..,

Fakt ist, dass mit einem moralisch einwandfreien Argument versucht wird, politisch zu punkten.

Die Hysterie geht sogar so weit, dass jeder, der versucht zu argumentieren und womöglich zu kritisieren, sich per se verdächtig macht. Ganz ähnlich wie in der Überwachungsaffäre. Wer nichts zu verbergen hat, der schweigt am besten.

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vwl_marlene 22.02.2014, 16:28
191. Staatskonsum

Zitat von aka-d-miker
ich frage mich warum es in Zeiten der "totalen Überwachung" nicht möglich ist, sämtliche Urheber und Nießnutzer von Kinderpornografie auszumachen und rechtliche Konsequenzen zu ziehen.
Die Polizeieinheiten, die sich mit Internetkriminalitaet und Kinderpornographie beschaeftigen, haben zu wenig Personal (der Staat mus ja sparen....):
http://www.spiegel.de/panorama/justi...-a-716629.html
Neue Gesetze machen, ist billiger und Politiker koennen sich damit besser profilieren als wenn sie durchsetzen, dass die Polizei vernueftig mit Personal ausgestattet wird und die bestehenden Gesetze durchsetzt.
Mehr Personal bei der Polizei = mehr Staatskonsum = boese!!!!!

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adsum 22.02.2014, 16:48
192. Kindsverderber verhaftet, laudete einmal eine

Zitat von sysop
Es gibt Nacktbilder von Kindern, mit denen ganz legal gehandelt werden darf - das ändert sich womöglich bald, und das ist gut. Doch die Debatte nach dem Fall Edathy auch führt dazu, dass wir Kindern Körperlichkeit als Tabu vermitteln.
große Schlagzeile in unserer Lokalzeitung Ende der 40er.
Da lief doch in unserem kleinen Dorf ein 20jähriger herum, der uns Kindern erzählte, dass er etwas in dem nahen Wald entdeckt hat, das wir unbedingt sehen müßten, mal ein kleines Rehkitz, mal ein kleinen Hasen oder ein Vogelnest mit Jungen usw.
Wir Kinder wußten sofort, dass das Quatsch war.
Für uns war dies ein Idiot, ein Spinner, der nicht mehr alle Sinne beisammen hatte.
Aber wir waren auch neugierig; denn es hatte sich herumgesprochen, dass er ein für uns riesiges Geschlechtsteil hatte, das er einem vorzeigen wollte.
Schnell hatte sich das wie ein Lauffeuer auch in der Schule herumgesprochen und immer mehr Kinder wußten genau, was sie ihn fragen mußten.
Ja,ja wir unschuldigen Kinder, wir errechneten mit einem Dreisatz, aus Alter und Länge seines "Elefantenrüssels", ob uns auch einmal so ein Rüssel wachsen würde.
Naja, als dann die Kripo ermittelte, war uns das sehr sehr peinlich.
Plötzlich hatten wir große Angst und waren aufeinmal sehr kleine und unschuldige arme Engelchen.
Peinlich war uns auch. dass wir in einer Ohrenbeicht unsere Sünden aufsagen mußten.
Die Richter verureilten in damals zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe.
OK! Ob er Pädophil war weiß ich nicht; denn er hatte uns versprochen es mit seiner Freundin zu treiben und wir hätten dabei zusehen dürfen.
Ja, das hätte uns sehr gefallen, aber er wurde ja verhaftet.

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ergo-oetken 22.02.2014, 16:49
193. Sinnvoller als....

...überall TäterInnen zu vermuten ist es, anderen Menschen mit gesunder Skepsis zu begegnen. Grundsätzlich. Auch den engsten Angehörigen. Wer würde was Kindesmissbrauch oder entsprechenden Bildkonsum angeht, seine Hand für andere ins Feuer legen?
Ich jedenfalls nicht.
Sexuelle Übergriffigkeit ist ein Bestandteil unserer Alltagskultur. Wir werden jeden Tag mit ihr konfrontiert. Zum Beispiel auf Werbetafeln. Jeder durchschnittliche Pornofilm beruht im Grunde auf einem Missbrauchskript. Warum gucken sich so viele Menschen sowas an?

Wenn wir Kindern vermitteln, dass Nacktheit und Sexualität etwas zutiefst Privates und Schützenswertes sind, ist schon viel gewonnen.

Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen Erwachsenen in Deutschland, die in Kindheit und/oder Jugend Opfer schweren sexuellen Missbrauchs wurden

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krylon 22.02.2014, 16:53
194.

Zitat von krylon
Durch Medienberichte ist eine Hatz entstanden, die unser Recht auf den Kopf stellt. Man fordert zunehmend, er möge seine Unschuld beweisen, obwohl nach geltendem Recht die Staatsanwaltschaft seine Unschuld zu beweisen hat.
Es muss selbstverständlich heißen, dass nach geltendem Recht die Staatsanwaltschaft seine Schuld zu beweisen hat.

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deckergs 22.02.2014, 17:02
195. gehört aus dem Verkehr gezogen

Zitat von linkebazille1
gehoert aus dem verkehr gezogen. hat ja selbst zugegeben, dass er nackte buberl gerne anschaut
Für das "aus dem Verkehr ziehen" wäre es schon besser, eine Rechtsgrundlage zu haben.
Ein "gehört" wird da nicht rechen.
Früher gab es einmal die sog. "Schutzhaft", aber diese Zeiten wollen wir doch nun wirklich nicht mehr zurück.

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Websingularität 22.02.2014, 17:04
196. Das ist zu wenig!!!!!

Zitat von sysop
Es gibt Nacktbilder von Kindern, mit denen ganz legal gehandelt werden darf - das ändert sich womöglich bald, und das ist gut. Doch die Debatte nach dem Fall Edathy auch führt dazu, dass wir Kindern Körperlichkeit als Tabu vermitteln.
In Anwesenheit von Minderjährigen sollte das Wort nackt verboten werden!
[Ironie Ende]
Wer sich Michelangelos David nacktes "Posing" anschaut, hat Pornographie im Sinn.
Hätte es damals Photos gegeben, hätte Michelangelo Pornographie betrieben.
Es gibt eben auch Leute, die sich ganz unverdorben hübsche Menschen ansehen, um sich an diesen "Naturwundern" zu ergötzen.

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ergo-oetken 22.02.2014, 17:07
197. Die Welt will betrogen sein...

Zitat von brut_dargent
... denn ich bin von einer jungen Dame in einem sozialen Netzwerk heftigst angeflirtet worden, ohne zu wissen, dass sie 15 Jahre jung war. Sie, aus dem Ausland stammend, konnte überhaupt nicht verstehen, warum ich in Deutschland dafür in den Knast gehen würde.
Es könnte sich um eine bewährte Strategie handeln. Anfüttern, Reinziehen, Ausnehmen.

Demnach saß die Person nicht im Ausland, sondern in Herford oder Cottbus. Sie war nicht 15, sondern 51. Und auch kein Mädchen, sondern ein Mann im Jogginganzug mit Brusttoupet, Schweißfüßen und Halbglatze. Falls es Photos gab, hatten die die irgendwo besorgt. Vielleicht beim selben Händler, bei dem Herr Edathy eingekauft hat.

MfG,
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

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stiip 22.02.2014, 17:09
198. Wegsperren, für immer.

Zitat von tomatosoup
Nein, man kann pädophilen Sexualstraftätern nicht helfen. Die Gegenmeinung ist unzutreffend und unrealistisch. Es wäre an der Zeit, jeden, der ein Kind in irgendeiner Weise zum Sexobjekt macht, endgültig aus der Gesellschaft auszusperren. Gebt ihnen eine eigene Stadt mit allem, was man zum Leben so braucht, außer Kinder. Und macht einen starken Zaun darum herum, wie einst die kommunistischen Diktatoren in Ost-Berlin.
Übrigens ist auch Heterosexualität definitiv unheilbar. Selbst eine Kastration dämpft zwar Potenz und Trieb, aber beseitigt nicht die sexuelle Präferenz. Man sollte also auch alle heterosexuellen Männer, die auf irgendeine Weise Frauen zu Objekten ihrer Begierde machen, durch (horribile dictu) Geschlechtsverkehr, Pornokonsum, lüsterne Blicke oder auch nur unanständige Fantasien, endgültig aus der Gesellschaft verbannen. Sperrt sie irgendwo ein, wo es keine Frauen gibt, baut eine unüberwindliche Mauer drum und lasst sie für immer in ihrer eigenen Geilheit schmoren.

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Schlaflöwe 22.02.2014, 17:17
199. politische Doppelmoral

Ich finde die Feststellung richtig, dass Kinder eine Würde haben, die es verbietet, sie nackt zu fotografieren, um mit den Bildern Geld zu machen.
Ich möchte aber daran erinnern, dass, nachdem das Landgericht Köln Beschneidung aus religiösen Gründen als Körperverletzung bezeichnet hatte, sich umghehend der Bundestag zu einer Sondersitzung traf, um die religöse Beschneidung von Jungen straffrei zu stellen. Nacktbilder von Kindern sollen, da die Kinder noch nicht selbst entscheiden können, unter Strafe gestellt werden. Dass Kinder, die noch nicht selbst entscheiden können, eine nicht wieder gut zu machende Körperverletzung hinnehmen müssen, weil die Eltern sich anmaßen, dies an ihrer Stelle zu entscheiden, wird von denselben Politikern ermöglicht. Die Eltern, soweit Deutsche, haben eine Wählerstimme, die Kinder nicht. Nur das ist ausschlaggebend. Mich ekelt`s.

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