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Pädophilie-Debatte: Die verlorene Unschuld

Es gibt Nacktbilder von Kindern, mit denen ganz legal gehandelt werden darf - das ändert sich womöglich bald, und das ist gut. Doch die Debatte nach dem Fall Edathy auch führt dazu, dass wir Kindern Körperlichkeit als Tabu vermitteln.

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deckergs 22.02.2014, 17:19
200. aus der Gesellschaft aussperren

Zitat von tomatosoup
Nein, man kann pädophilen Sexualstraftätern nicht helfen. Die Gegenmeinung ist unzutreffend und unrealistisch. Es wäre an der Zeit, jeden, der ein Kind in irgendeiner Weise zum Sexobjekt macht, endgültig aus der Gesellschaft auszusperren. Gebt ihnen eine eigene Stadt mit allem, was man zum Leben so braucht, außer Kinder. Und macht einen starken Zaun darum herum, wie einst die kommunistischen Diktatoren in Ost-Berlin.
Man schätzt, dass cirka 1 Prozent der männlichen Bevölkerung pädophil veranlagt ist -
das müsste dann aber eine Großstadt werden.
Ob sich das "endgültig" rechtlich durchsetzen ließe, da hab ich meine Zweifel. Das hört sich irgendwie nach "Endlösung" an.

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Hochbeet 22.02.2014, 17:20
201. Doppelmoral

Während die Empörung über Pädophile groß ist, gibt es bislang keine Therapie, die von der Krankenkasse übernommen wird.

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nimue11 22.02.2014, 17:21
202. Ich stimme Ihnen zu,

Zitat von sysop
Es gibt Nacktbilder von Kindern, mit denen ganz legal gehandelt werden darf - das ändert sich womöglich bald, und das ist gut. Doch die Debatte nach dem Fall Edathy auch führt dazu, dass wir Kindern Körperlichkeit als Tabu vermitteln.
... weil ich mich aus den 50ger Jahren noch gut an einen Vikar erinnern kann, der uns I-Dötzchen die Moral wie folgt eingehämmerte: 'Man berührt sich nicht überall am Körper... ihr wisst schon... vorn und unten... das ist eine Todsünde.'
Mit der Folge, dass ich dann ständig Todsünden beichtete, weil ich solche Angst hatte, überhaupt noch gewaschen zu werden.

Es galt schon als unschicklich, dass kleine Mädchen Hosen trugen. Und ich vermute, dass manch eine schwanger wurde, bevor sie überhaupt aufgeklärt war. Denn das war auch ein Thema, das Eltern wie Schule auf das Notwendigste einschränkten. Auch da erinnere ich mich, dass ich mit etwa 13 Jahren im Unterricht gefragt habe, wie die Kinder denn in den Bauch reinkommen. Die Lehrerin lief rot an und verschob die Antwort auf spätere Jahre.

Bloß nicht nochmal solche Lebenshaltungen! Weiß der Himmel, wie viele verklemmte Menschen und desolate Beziehungen daraus hervorgegangen sind. Da liegt auch, denke ich, die völlig unbewusste Grundlage der Pornografie. Denn die entsteht m.E. da, wo die Körperlichkeit mit solchen Tabus belegt wurde. Was sündenfrei und mit Spaß gelebt wird, muss man nicht abartig austoben. Pornografie ist kein Zeichen der Freiheit - sie ist die Abseite der Prüderie!

Um jedem Missverständnis zuvorzukommen: Ich gehe auf die Barrikaden bei Kindesmissbrauch. DAS ist das absolute Tabu.

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prosperosbluebeard 22.02.2014, 17:22
203. außerhalb des Bildschirms

Merkwürdig: kein Aufschrei 2010, keine Gesetzesänderungen, die Bilder hingen öffentlich im Aloisiuskolleg Bonn, welches von vielen Jesuiten besucht wurde und 500 Exschüler verharmlosten in einem Brief auch diese Bilder....alles out of focus.....
Wer über die Bilder herrscht von Pater Georg Maria Roers SJ
"(…) Wie entstanden die Bilder vieler AKO-Schüler, von denen hier die Rede ist? Die Jungen auf den zahllosen Fotos wurden entsprechend arrangiert wie für ein Stillleben, oft in einer schwülen, dunklen Stimmung. Das Lächeln wirkt zuweilen gedrückt. Hauptsache, das Hinterteil des Kindes kommt in den erotisch aufgeladenen Blick des Fotografen. Keine Mutter der Welt würde ihr Kind so fotografieren. Schon der Akt der Ablichtung ist hier ein Missbrauch klerikaler Macht. Was hat den Täter dazu getrieben, unaufhörlich den Auslöser seiner Kamera zu betätigen? (...)"
Der Autor ist Jesuit, war Ende der 1980er Jahre zwei Jahre Erzieher am AKO. Seit 2013 ist er Erzbischöflicher Beauftragter für die Bereiche Kunst und Kultur in Berlin.

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deckergs 22.02.2014, 17:29
204. Vater

Zitat von carlitom
Der Bademeister wusste sicherlich nicht, dass Ihr Mann der Vater des Mädchens ist. Sowas ist aber schnell aufzuklären. Würden Sie sich gleichermaßen empören, wenn der aufmerksame Bademeister eingegriffen hätte, wenn ein FREMDER Mann IHRE Tochter und deren Freundin in der gleichen Situation fotografiert hätte? Wohl kaum. Sie wären ihm sicher dankbar. Wie oft heißt es ja sonst, die Menschen schauten zu oft bewusst weg? Und genau diese Situation lag hier ja vor. Der aufmerksame Bademeister schaute hin und passte auf. Das finde ich prima.
Also: Im Zweifelsfalle Vaterschaftsnachweis mit sich führen.
Dann kann man das schnell aufklären.
Im übrigen soll es auch sog. "Kuckucks-Kinder geben...

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ergo-oetken 22.02.2014, 17:34
205. Verzerrt?

Zitat von stiip
Übrigens ist auch Heterosexualität definitiv unheilbar. Selbst eine Kastration dämpft zwar Potenz und Trieb, aber beseitigt nicht die sexuelle Präferenz. Man sollte also auch alle heterosexuellen Männer, die auf irgendeine Weise Frauen zu Objekten ihrer Begierde machen, durch (horribile dictu) Geschlechtsverkehr, Pornokonsum, lüsterne Blicke oder auch nur unanständige Fantasien, endgültig aus der Gesellschaft verbannen. Sperrt sie irgendwo ein, wo es keine Frauen gibt, baut eine unüberwindliche Mauer drum und lasst sie für immer in ihrer eigenen Geilheit schmoren.
Sie scheinen hier etwas falsch zu interpretieren. In der gegenwärtigen Diskussion geht es nicht um die moralische Bewertung des Sexualverhaltens von und zwischen Erwachsenen. Sondern um Erwachsene, die Bildmaterial von Kindern missbräuchlich verwenden.

Die Diskussion darum, wie wir, die für Kinder verantwortlichen Erwachsenen, diesen Menschen begegnen ist genauso notwendig wie überfällig.
MfG,
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

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jantu 22.02.2014, 17:35
206. Dämonisierung der Anlage zur Pädophilie

Wen man eine offene Gesellschaft will, wie Frau Burmester, sollte man auch soweit gehen, Pädophile nicht (mehr) zu dämonisieren oder herablassend zu betrachten ("Arme Schweine"). Im Erbgut-Roulette der Zeugung hätte jeder Kommentator oder die Autorin die Anlage zur Pädophilie erhalten können (zumindest als Mann). Wie gehT die Gesellschaft mit dieser Tatsache um? Sie will vermeiden, dass Pädophile ihre Sexualität durch den Missbrauch von Kindern ausleben. Es ist schon etwas fraglich, ob es diesem Ziel nützt oder schadet, wenn der Handel mit FKK-Bildern von Kindern wie am Strand (nicht "posing") auch verboten werden soll. Ein Verbot fördert auch nicht gerade den natürlichen Umgang mit dem Körper.

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thomas.b 22.02.2014, 17:37
207. optional

Tja, die 68er sind eben heute alt und möchten der Jugend jetzt gern vorschreiben, wie sie ihren Körper entdecken sollen: nämlich gar nicht. Die Prüderie erhält eben doch wieder Einzug, weil die Masse der Menschen nicht unterscheiden kann zwischen Sexualität unter Jugendlichen und Missbrauch von Kindern. Für viele sind nämlich Jugendliche nicht Jugendliche, sondern Kinder und Sexualität ist bei Ihnen oft gleichgesetzt mit Pornografie. Es ist letztlich die Unfähigkeit zu differenzieren und auch der politische Aktionismus, der einer hysterischen Berichterstattung folgt, die ein Massenphänomen suggeriert, welches wahrscheinlich gar keines ist.

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ergo-oetken 22.02.2014, 17:42
208. Wer krank ist, wird behandelt

Zitat von Hochbeet
Während die Empörung über Pädophile groß ist, gibt es bislang keine Therapie, die von der Krankenkasse übernommen wird.
Doch. Bei schweren psychischen bzw. psychiatrischen Erkrankungen zahlen die gesetzlichen Krankenkassen ambulante und stationäre Behandlungen. Allerdings bleiben Sie dann nicht anonym. Die Behandler verfertigen Therapieberichte, in denen die Krankheit, deren Symptome und der Ansatz zu deren Beseitigung beschrieben werden.

Der normale Datenschutz ist natürlich gewährleistet.

MfG,
Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

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deckergs 22.02.2014, 17:45
209. Online-Durchsuchung

Zitat von M43usch3n
ist fotographieren generell verboten. Das das da die einge Tochter/ der eigene Sohn ist, kann nämlich jeder Behaupten und lässt sich vom (umgangssprachlichen) "Bademeister" nur sehr schwer nachvollziehen. zum Thema: Mit der Kinderpornographie fängt es an - in kürze werden (aus konservatieren Kreisen) wieder Netzzensuren und mehr Staatliche Kontrolle gefordert. Natürlich ist Kinderpornographie und -missbrauch ein widerliches Thema, über das niemand gerne reden möchte. Es lässt sich nur leider aus genau diesem Grund wunderbar instrumentalisieren, weil keiner, wirklich keiner außer den Nutznießern, Kindesmissbrauch gut findet (UND NEIN, auch nicht die Grünen der 80er Jahre fanden MISSBRAUCH erstrebenswert). Und wenn man dann erstmal staatliche Kontrollmechanismen eingeführt hat (wie dieses großartige, weil wirkunsvolle Stoppschild von Frau von der Leyen oder eben die Vorratsdatenspeicherung), kann man das ja dann auch auf andere Randgruppen ausweiten. Man fängt mit den Homosexuellen an (Russland), geht dann weiter zu den religiösen Minderheiten (Weite Teile im Nahen Osten)... und wenn man schon dabei ist, macht man mit dem politischen Gegner weiter (herzlich willkommen in der Volksrepublik). Dieser Entwicklung muss durch Aufklärung und nicht durch Zensur und Kontrolle Einhalt geboten werden - sonst heißt es nämlich auf Wiedersehen Freiheit. Oder besser auf Nimmerwiedersehen. Ach ja: Aus Gründen der Wissenschaftlichkeit hier eine Quelle zur Untermauerung meiner Argumentation.
Der Bundes-Trojaner und die Online-Durchsuchung waren schon mal geplant, dann nützt auch die Zerstörung der Festplatten nichts mehr.

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