Forum: Panorama
Panikmache: Die Gefahr geht von den Menschen aus
AP

Kein Tag ohne Alarm, keine Furcht zu groß, keine Vorsorge ausreichend, keine Beruhigung glaubhaft. Eine weithin sichere Gesellschaft freut sich an der Erregung durch Angst.

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dagmar1308 30.03.2019, 11:44
60. Entdramatisiert wurde

Ende letzten Jahres mit der Methode, Mörder nach 28 Jahren frei lassen, da von ihm keine Gefahr mehr aller hoheitlich definierter Wahrscheinlichkeit nach aus geht. Hat 2 Monate später Anne K. In Schwerte das Leben gekostet.
Hätte Bild bei der Entlassung schon mal vorgewarnt, vor einem, der schon nach 15 Jahren nicht raus dürfte, Anne könnte wahrscheinlich noch leben.
Man kann leider nicht feststellen, wieviele Menschen durch, sagen wir Übervorsicht, erfolgt durch eine sogenannte Warnitis, dem Verbrechen nicht zum Opfer fielen.
Die Welt und der Alltag wird ja immer friedlicher, sagen Feuerwehr, Stadionbesucher, Polizei, Busfahrer usw.
Man kommt im Gegensatz zu früher eher an Meldungen wie Krieg in..., Bombenanschlag dort... Lehnen wir uns also entspannt zurück und genießen unser Leben.

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Anna156464641156 30.03.2019, 13:39
61. Genial!

"Spahn verschärft Kampf gegen Karies. Die 2018 gezogenen Backenzähne ergeben aneinandergelegt die Strecke von Königswinter nach Bonn". Trifft es auf den Punkt.

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62. Zu Nr. 60

Zitat von dagmar1308
Ende letzten Jahres mit der Methode, Mörder nach 28 Jahren frei lassen, da von ihm keine Gefahr mehr aller hoheitlich definierter Wahrscheinlichkeit nach aus geht. Hat 2 Monate später Anne K. In Schwerte das Leben gekostet. Hätte Bild bei der Entlassung schon mal vorgewarnt, vor einem, der schon nach 15 Jahren nicht raus dürfte, Anne könnte wahrscheinlich noch leben. Man kann leider nicht feststellen, wieviele Menschen durch, sagen wir Übervorsicht, erfolgt durch eine sogenannte Warnitis, dem Verbrechen nicht zum Opfer fielen. Die Welt und der Alltag wird ja immer friedlicher, sagen Feuerwehr, Stadionbesucher, Polizei, Busfahrer usw. Man kommt im Gegensatz zu früher eher an Meldungen wie Krieg in..., Bombenanschlag dort... Lehnen wir uns also entspannt zurück und genießen unser Leben.
Na ja, man kann, wenn man anstrengt, wirklich alles drehen, wie man's braucht. Tötungsdelikte sind eine furchtbare Sache; darüber muss man mich nicht belehren. Zu lebenslanger Haft verurteilte kommen übrigens nur ganz selten nach 15 Jahren in Freiheit. § 57a StGB bestimmt, dass sie dann erstmals einen Antrag stellen dürfen. Der Durchschnitt liegt bei über 18 Jahren; bei besonderer Schwere der Schuld bei über 24 Jahren. Die Rückfallquote entlassener "lebenslanger" mit gravierenden Straftaten ist gering. Ein nicht geringer Teil kommt übrigens nie frei: Weil Gefährlichkeit bejahr wird, weil kein Antrag gestellt wird oder weil die Leute im Gefängnis sterben. Ihre Argumentation, man solle/düerfe nicht gegen Hysterisierung schreiben, weil ja doch tatsächlich Straftaten geschehen, ist nicht überzeugend. Dann dürfte man nur dann nicht Dauerpanik verbreiten, wenn es überhaupt keine Gefahr gäbe. Versuchen Sie einmal, das auf die 4.000 Verkehrstoten pro Jahr oder die Todesfälle durch vermeidbare Kunstfehler und mangelnde Krankenhaus-Hygiene oder auf die Körperverletzungen von Kindern im häuslichen Bereich zu übertragen. Ihre Zuspitzung auf die Wahl ziwchen "entspannt Zurücklehnen" und der Meldung,. alles werde immer schlimmer, ist eigentlich genau jene irrational ent-differenzierte Weltsicht, die ich mit meinem Text meinte. Über (meine) Beispiele kann man natürlich immer streiten, nachdenken, zweifeln usw.

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fotobiene 30.03.2019, 13:59
63.

Zitat von Thomas Fischer (SPON-Kolumnist)
Ehrlich gesagt, weiß ich nicht so ganz genau, was Sie (mir) sagen wollen... Dennoch ist der "Jahresbericht" ein Text, der die bloße Auflistung unerläuterter Zahlen zu "Erfolgen" umdeutet...
Ihre Behauptung, im Jahresbericht werde der Begriff "Strafen" falsch verwendet, ist unzutreffend.
Überwiegend wollte ich Ihre wohl rhetorisch gemeinten Fragen beantworten, da ich sie für verfehlt halte. Die genannten Strafvorschriften werden sehr häufig und intensiv verfolgt, wie man unter den von mir angegebenen Links sehen kann, allerdings werden diese Delikte in der öffentlichen Darstellung unter "Menschenhandel" zusammengefasst.
Daß auch in diesem Bereich die Ermittlungen verstärkt werden sollen, geht aus dem Gesetzesentwurf hervor, den zu lesen ich anregte.
Und weswegen ausgerechnet der Kampf gegen "Mindestlohnverstöße" in die Schlagzeilen gehoben wurde, habe ich in einem, meinem letzen Satz gesagt.

Ihr Abschnitt über die unsinnigen Zahlen ist hingegen auch aus meiner Sicht richtig, darum schrieb ich dazu nichts. Es verhält sich dabei wie bei den meisten "Bilanzen", Statistiken und anderen Zahlenwerken: Oft sind schon die Zahlen selbst nicht aussagekräftig, das überträgt sich dann logischerweise auf den Bericht darüber, sagt entsprechend wenig über den Erfolg aus, der darum allerdings genausowenig als gering eingeschätzt werden kann.

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64. Zu Nr. 53

Na ja, "tyll.spiegel": SO oft bin ich doch gar nicht missverstanden worden, scheint mir. Verzeihung, wenn ich sie irrtümlich dem hobby-psychologischen statt dem aristotelischen Lager zugeordnet habe! Ich hatte mich voreilig an Ihren Beschreibungen meiner inneren Haltung zu (Ihrer) Kritik orientiert. Auch beim Nachlesen kann ich allerdings gar nichts "Dünnhäutiges" (also wohl: überempfindliches) darin entdecken. Ich habe einfach nur Ihrer Kritik widersprochen und dies im Forum nicht in sokratischer Dialogform, sondern etwas plakativ vollzogen. Dass in solchen Foren alles gern auf die Ebene peronenbezogenen "Entlarvens" und "Durchschauens" gehoben wird, ist normal. Das unter anderem ist der Grund, warum zahlreiche Autoren, die ich kenne, die Kommentare überhaupt nicht anschauen und im Eizelfall auch "Foristen" für eine durchweg verachtungswürdige Spezies halten. Ich teile diese Ansicht ausdrücklich nicht. Allerdings ist es eine durchaus spezielle Aufgabe, Zeit für eine Kommunikation mit Menschen aufzuwenden, die unter dem Schutzmantel einer beliebigen Anonymität in beliebiger Assoziations-Aufgelockertheit irgendwelche "Analysen" von Text und Autor verbreiten. Wirklich witzig finde ich jedesmal, was passiert, wenn man einem Kommentator, der unter Pseudonym der Welt enthüllt hat, wie beschränkt, fehlerhaft oder sachunkundig der Autor sei, antwortet sein Kommentar sei schlichtweg dummes Zeug. Dann setzt nämlich unweigerlich ein gar schröckliches Heulen und Zähneklappern ein, und die anonymen Geister des gepflegten Disputs zitieren die Regeln der literarischen Menschwürde - selbstverständlich nicht, ohne dem Autor, der es unternommen hat, ihnen annähernd so unverblümt zu antworten, wie sie ihn zuvor kritisierten, neueste Erkenntnisse über seine hierdurch enthüllten Charakterschwächen mitzuteilen. Wäre der Autor in Stimmung, könnte er darauf nun antworten, der jeweils besorgte Kommentator schreibe eitle, selbstgerechte, empflindliche, sachunkundige Spontanergüsse ohne Sachzusammenhang, habe offenbnar nichts Besseres zu tun, solle erstmal fehlerfreie Grammatik lernen, sei offenbar ein unbelehrbarer Dies oder Jenes... und so weiter. Aber so einen Blödsinn will keiner wissen oder lesen; und meistens stimmt es ja auch nicht. Langer Rede Sinn: Bedenken Sie, wie viele Filter der Erfahrung und Berufsmäßigkeit zwischen A und B liegen könnten. Überlegen Sie, wie die Illusion von personaler Nähe zustande kommt, die Leser veranlasst, einem öffentlich publizierenden Autor mal um mal ihre Erkenntnis mitzuteilen.

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65. Zu Nr. 54

Zitat von demokrat2
.
Verzeihung: Ich habe wirklich nicht verstanden, was Sie meinen.
Kritisieren Sie, dass die Kolumne so kurz ist und nicht eine Analyse aller drängenden politischen Probleme enthält? Der Text enthält zwei "Beispiele" für etwas. Dass "BILD" dabei ist, ist eher Zufall; und dass der Jahresbericht der Generalzolldirektion ausgewählt wurde, auch nur dem Nonsens der "1.700 Jahre" zu verdanken. Es geht doch nicht um zwei von zweitausend Beispielen, sondern um eine "Struktur" von Definition, Maßstäben, Kriterien. Dass nicht "BILD" oder "Scholz" sie erfunden haben, ist (mir) klar. Es geht auch nicht darum, ständig irgendwen zu "entlarven". Das können Sie schon daran erkennen, dass (auch) eine Vielzahl von Forums-Teilnehmern in sochen Fällen in den - je nachdem gestimmten - "Entlarvungs"-Chor einfallen. Es geht aber eigentlich um die eigene, nicht um die jeweils fremde (= falsche) Wahrnehmung.

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roulaison 30.03.2019, 14:49
66. Danke Fischer,

ein leuchtender Stern der Rationalität im Nebel des emotionalen Grauens.
Eine Fackel in undifferenzierter Düsternis und verderbter Verallgemeinerung.

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vera gehlkiel 30.03.2019, 15:43
67.

Zitat von peterpeterweise
Ja Panik-Meldungen verkaufen sich gut. Erst heute gab es anlässlich der Schülerdemonstrationen im öffentlich rechtlichen Radio ein Interview mit einer Teilnehmerin. Die sagte: "Was macht es für einen Sinn zur Schule zu gehen, wenn die Erde in wenigen Jahren untergegangen sein wird". Diese Aussage führte aber weder zu einer kritischen Nachfrage, noch zu einem einordnenden Kommentar. Panik und Angstmache kommen auch außerhalb der Bild-Zeitung nicht zu kurz. Nur sind die Themen für die Panikmache andere.
Volle Nichtzustimmung. Die, sagen wir schematisch vereinfacht, "Klimaschutzbewegung" impliziert eine Handlungsaufforderung. Stellt sich gerade gegen die Passivität eines angstluesternen Zuschauens. Wenn Greta Thunberg uns zu "Panik" auffordert, und man das gleichsetzt mit dem "Kriminalitaetsreport" bei Maybrit Illner, hat man das Grundprinzip des Dialektischen in der menschlichen Sprache nicht kapiert. Das übrigens auf den stockkonservativen Philosophen Hegel zurückgeht. Nicht auf Linke Oekofundis oder Marxisten. Man kann statt Dialektik auch "Anschlussfaehigkeit" sagen. Die fehlt bei der eskalierenden Maybrit komplett, ausser man wird am Folgetag wirklich glücklicherweise direkt auch überfallen. Während sie sich bei der ekstatischen Greta mit jeder Betätigung eines Anlasserknopfes unmittelbar wieder einpflegt. Ekstase ist zukunftsaffin und damit anschlussfaehig, Eskalation ist reaktiv und damit vereinzelnd. Das ist sogar hermeneutisch überprüft, was ich sage, somit wissenschaftlich beglaubigt. Sie können es vertrauensvoll zur Anwendung bringen...

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spon_4_me 30.03.2019, 16:55
68. @ vera gehlkiel (# 67):

Danke dafür (keiner bringt mal eben Hegel ins Spiel wie Sie). Seit Jahren reduzieren die Medien ihre Zahl an Fach-, z.B. an Wissenschaftsjournalisten (der Spiegel ist hier nach meiner Wahrnehmung eine der wenigen Ausnahmen - allein deshalb würde ich mein leider zu selten genutztes Abonnement nicht kündigen). Warum? Weil wissenschaftliche Themen per se langatmig sind, sich Vertiefen und Beschäftigen erfordern und nicht zu der Art von fröhlichem Bürgerjournalismus einladen, den wir mittlerweile allenthalben haben. Mit dem Ergebnis, dass viele Leute tatsächlich nichts über Impfungen oder Klimawandel oder künstliche Intelligenz oder Insektensterben wissen, jedenfalls nichts jenseits einer Schlagzeile oder eines Twitter-Feeds, in der Ochlokratie der digitalen Fraternite aber auch die Fähigkeit verloren haben, sich für ihr Nicht-Wissen zu schämen oder gar an seiner partiellen Beseitigung zu arbeiten.

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BellUomo 30.03.2019, 17:00
69. Angst machen hat System

Was ich selbst beobachte: Von Politikern, gerne auch von anderen "Offiziellen" werden durch übertriebene, sprachlich oft verschwurbelte Begriffe, Ängste erzeugt, diese durch absurde Wiederholungen nachhaltig den Leuten ins Gehirn gepresst, um dann daraus Forderungen zu stellen, mit denen den zuvor erzeugten Ängsten begegnet werden soll. Das nennt sich dann z.B. Sicherheitspolitik.

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