Forum: Panorama
Papst Franziskus auf Kuba: Der Hoffnungsträger
AFP

Die katholische Kirche war jahrzehntelang verpönt im kommunistischen Kuba. Inzwischen hat sich die Lage entspannt, am Samstag landet Papst Franziskus auf der Insel. Die Erwartungen der Kubaner sind groß.

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totalmayhem 19.09.2015, 00:09
1.

Ich bloek' mich weg. Die political correctness Farce bei SPON ist wirklich nicht mehr zu ueberbieten. Da wird uns eine dralle kubanische Strassennutte vor Pinkmobil als "Touristin vor Taxi" verkauft. Und dann noch die ungewollte Ironie: "Der Papst kommt." ;)

Spass beiseite, wieso berichtet SPON nicht ueber die unruehmliche Rolle der katholischen Kirche, ohne deren Hilfe die Verknechtung Lateinamerikas garnicht moeglich gewesen waere?

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dunnhaupt 19.09.2015, 00:10
2. Castro gehört selbst zur reichen Elite

Er lebt heute noch als Großgrundbesitzer auf dem Familienbesitztum der Castros, das er pro forma dem Staat vermachte. Erbaut wurde es von seinem Vorfahren, einem Administrator der spanischen Kolonialbehörde.

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ediart 19.09.2015, 00:21
3. Die katholische Kirche

hat in Latainamerika für die Bevölkerung einen großen Stellenwert, weil sie sich dort anders präsentierte als z.B. in Europa. Bei aller Kritik an der katholischen Kirche, warb diese für eine soziale, gerechtere Gesellschaft, das ist auch in Kuba gut angekommen. Kuba von der westlichen Politik allen voran die USA in die Isolation gedrängt hat ein offenes Ohr für die Botschaft der Versöhnung und sozialer Gerechtigkeit. Dies ist auch ein Grundprinzip der Kubanischen Politik. So gesehen sind diese beiden Welten gar nicht so weit voneinander entfernt.

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bertholdrosswag 19.09.2015, 00:29
4. Lügen ist unethisch, auch wenn ein Mensch sich Papst nennen lässt

Wenn ich Atheist bin, bin ich das aus persönlicher Wahrnehmung die auch den Erlogenen Kirchen-Zauber als das wahrnimmt. Niemals könnte ich aus dieser Erkenntnis heraus Zugeständnisse machen und den Papst Ehre in besonderer Weise zuteil werden lassen . Wer Unwahres verkündet ist nun mal ein Lügner. Will er das nicht sein, soll er der Natur-entsprechenden Erkenntnis folgen.

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gandhiforever 19.09.2015, 03:07
5. Es wird

Es wird interessant. Auf Kuba bahnt sich eine Koalition von Kirche und Staat an, der Papst aus Suedamerika ist da am richtigen Platz.

Und danach kommt Franziskus in die USA. Hier haben schon einige "Teilkatholiken" (berufen sich gern auf ihren Glauben, aber nur dort, wo er ihren Zielen dient) diesem Papst Ratschlaege erteilt, wie er sein Amt ausueben sollte.

Franziskus wird sich nicht scheuen, den US-Politikern einen spiegel vorzuhalten. Und die Teilkatholiken von der GOP werden sich nicht scheuen, dem Papst zu erklaeren, was er zu tun bzw. nicht zu tun habe.

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naive is beautiful 19.09.2015, 05:30
6. da waren sie wieder, die drei SPON Redaktionsprobleme...

Da erdreistet sich doch tatsächlich die ansonsten so erzkonservative, repressive, dumpfe Katholische Kirche, einen Papst zuzulassen der so ganz anders als seine Vorgänger offenbar glaubhaft und authentisch so eine Art von Sozialismus lebt und verkündet (zumindest kann man sich so eine Einschätzung ja bei etwas gutem Willen irgendwie zusammenbasteln, was den Kubanern zweifelsohne leichter fällt als UNS, diesen megaaufgeklärten, manchmal aber auch nur kubazigarrenvernebelten Deutschen).

Pfui Teufel! Muss sich am Ende vielleicht nicht nur die SPONtanredaktion, sondern auch noch die restsozialistische Weltnische besinnen, umdenken, oder gar neu orientieren - angesichts von immerhin erwarteten rund 3% der kubanischen Bevölkerung, die sich tatsächlich auf die Strümpfe und den Weg machen werden um 'ihren' Papst zu sehen...?

In deutsche Verhältnisse übersetzt würde das ja heißen, dass sich rund 2,5 Millionen katholische Pilger auf den Weg machen würden 'ihren Papst' live zu sehen. Sowas ginge natürlich überhaupt nicht, also gilt es umgehend und intensiv zu ergründen, welche frühkindliche Castro'schen Wurzeln daran Schuld sein könnten, dass rund um einen völlig belanglosen Papstbesuch in Kuba plötzlich so ein Hype ausbrechen kann.

Da mag man z.B. natürlich auch nicht im Entferntesten darüber nachdenken, wo um alles in der Welt denn plötzlich diese rund 100 Millionen 'legalisierten' Christen in China herkommen könnten. Geht doch nicht - ist doch Sozialismus, Kommunismus, und das bedeutet ja automatisch 'großes Religions-Pfui'. Immerhin steht Religion ja für Unterdrückung, Krieg und Folter...

Nur gut dass es uns unser überlegener Intellekt gestattet, auf solche systeminkompatiblen Formen plötzlich aufkeimender Frömmigkeit postwendend mit scharfer Gegenanalyse zu reagieren. Motto: Lasst den jahrzehntelang verdummten Kubanern doch ihre Religion - die meisten davon sind ja eh zum Fähnchenschwenken zwangsverpflichtet' aber wehret jeglichen Anfängen, irgendwelche Formen von 'Christentum' in unseren Längen- und Breitengraden auch nur rein gedanklich zuzulassen.

Was für eine grandiose Fehleinschätzung der Lebenswirklichkeiten im jahrzehntelang so brutalstmöglich 'Castrierten' Kuba. Wie wär's, wenn Herr Jakob Augstein seine Redaktion mal SPONtan zu einem Kuba-Kurztrip einladen oder gar verdonnern würde? Das würde nicht nur seinen RedakteurInnen gut tun...

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Trondesson 19.09.2015, 07:15
7.

Das ist natürlich ein Rückschlag für Cuba, ein gewaltiger Schritt zurück in den Sumpf religiösen Dogmas, auch mit diesem Papst. Schade, denn wenn es am Kommunismus überhaupt etwas Gutes gab, dann war es der Atheismus, auch wenn er staatlich verordnet war, denn so und nur so sollte es grundsätzlich sein, daß man seinen Glauben, wenn er denn vorhanden sein muß, im Privaten auslebt.

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demophon 19.09.2015, 09:24
8.

Zitat von naive is beautiful
Wie wär's, wenn Herr Jakob Augstein seine Redaktion mal SPONtan zu einem Kuba-Kurztrip einladen oder gar verdonnern würde? Das würde nicht nur seinen RedakteurInnen gut tun...
Ganz im Gegenteil, dann würden Redaktion und Moderatoren ja lernen, wie man noch viel dreister zensieren und noch viel intensiver Meinungsmanipulation betreiben kann, als es bei Spon schon üblich ist.

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derandersdenkende 19.09.2015, 13:46
9. Man kann verstehen, daß die Hoffnungen auf den Papst groß sind

Wird er denn auch das amerikanische Foltergefängnis im widerrechtlich besetzten Guantanamo besuchen und den Gefolterten sein Mitgefühl aussprechen?
Wird er die Folterknechte und deren Befehlshaber mit einem Kirchenbann belegen und somit zu dessen Räumung beitragen?
Hoffnungen über Hoffnungen und die Zensur verhindert, daß sie öffentlich ausgesprochen werden dürfen!

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