Forum: Panorama
Papst-Treffen mit Missbrauchs-Opfern: "Eine bedeutungslose Geste"

Das geheime Treffen des Papstes mit Opfern beeindruckt sie nicht. Vor der Messe auf dem Domplatz in Erfurt demonstrierten Kritiker gegen das Oberhaupt des "weltgrößten Männerbundes" und seine Haltung zum Missbrauchsskandal. Die Kirche werde an ihrem Schweigen scheitern, hoffen sie.

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Atomkrafteimer 24.09.2011, 09:06
1. Hmm..

Wirklich beurteilen, ob die Kirche oder der Papst mit den Missbrauchsfällen richtig umgeht, können nur die Opfer. Von daher sollte entscheidend sein, was die dazu zu sagen haben und nicht irgendwelche Demonstranten. Wovon ich im übrigen immer mehr und mehr glaube, dass es sich langsam zum Berufszweig entwickelt.

Vor allem hirnverbrannte Aussagen wie "Ratzinger - aus der Traum! Auch du liegst bald im Kofferraum!" sind völlig unnötig und sind einer Aufarbeitung dieser Schandtaten nicht wirklich zweckdienlich - möglicherweise auch nicht im Sinne der Opfer.

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rentnerin 24.09.2011, 09:22
2. Kirche

Es war auch nichts anderes zu erwarten vor allem von diesem Papst. Schöne Worte heucheln aber in der Sache knallhart hintenrum die vermeintlichen Interessen der Amtskirche zu halten. Der alte Mann ist nun einmal ein Reaktionär und sieht nur eines nämlich eine geschlossene Amtskirche mit einer glatten Oberfläche unter der alles verborgen wird. Das wahre Leben will und kann diese Kirche nicht verstehen nur ihr Interesse. Jesus predigte das Himmelreich und gekommen ist eine höchst irdische Kirche deren Interessse woanders liegt.

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holk1ng 24.09.2011, 09:32
3. ohne Titel

Zitat von Atomkrafteimer
[...] Demonstranten. Wovon ich im übrigen immer mehr und mehr glaube, dass es sich langsam zum Berufszweig entwickelt.
Das glaube ich auch. Hat man als normaler Mensch nicht eigentlich Beruf, Ausbildung, Studium und daneben auch Hobbys, Sport, einen Freundeskreis oder eine Beziehung, Familie, Kinder, eben ein Leben, dass man mit anderen sinnstiftenden Dingen bereichern kann außer ständigem, dem Kontext selten gerecht werdenden DEMONSTRIEREN?!

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Meskiagkasher 24.09.2011, 09:37
4. Keineswegs.

Zitat von Atomkrafteimer
Wirklich beurteilen, ob die Kirche oder der Papst mit den Missbrauchsfällen richtig umgeht, können nur die Opfer.
Haben wir je gesehen, dass der Papst die Täter aus seiner Kirche entfernt und der Justiz des jeweiligen Landes übergeben hat? Man muss keines der Opfer sein, um zu sehen dass sein Festhalten an seinem Personal trotz derer Verbrechen kein richtiger Umgang mit den Missbrauchsfällen ist. Oder wie?

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drollo 24.09.2011, 09:41
5. Kirche?

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich gerade Deutsche über Themen echauffieren, die sie gar nicht betreffen (müssen). Niemand *muss* die katholische Kirche gut finden, niemand *muss* dort dabei sein. Jeder kann austreten, bzw. gar nicht erst eintreten, ohne dass er Konsequenzen zu fürchten hat. Ganz einfach, aber es hilft anscheinend ungemein, sich mit Gleichgesinnten in gemeinsamer Abscheu zu suhlen. Auch wenn man nicht betroffen ist. Vermutlich beschäftigen sich die meisten überzeugten Katholiken weniger mit der Institution Papst als die "aufgeklärten" Atheisten, die sich gut fühlen, wenn sie anderen ihre Rückständigkeit vorwerfen können. Und natürlich grundsätzlich die besseren Menschen sind ... halt typisch deutsch, zu wissen wie es besser geht und das der ganzen Welt erzählen. ;-)

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Boy_Kott 24.09.2011, 09:41
6. --- Als hätte er vorher noch nie ...

Zitat von sysop
Das geheime Treffen des Papstes mit Opfern beeindruckt sie nicht. Vor der Messe auf dem Domplatz in Erfurt demonstrierten Kritiker gegen das Oberhaupt des "weltgrößten Männerbundes" und seine Haltung zum Missbrauchsskandal. Die Kirche werde an ihrem Schweigen scheitern, hoffen sie.
Als hätte er vorher noch nie was von dem Missbrauchen gehört:
"Bewegt und erschüttert von der Not der Missbrauchsopfer hat der Heilige Vater sein tiefes Mitgefühl und Bedauern bekundet für alles, was ihnen und ihren Familien angetan wurde", heißt es in einer Stellungnahme des Vatikans."

Oder hatte er es wieder vergessen.
Ja der Missbrauch ist ein alter kirchlicher Brauch mit langer Tradition. Er ist nicht nur auf das Sexuelle beschränkt.
Bei so viel "Normalität" und täglichem Kontakt mit diesem Brauchtum, kann man auch mal den einen oder anderen "kleinen" Teil aus den gottähnlichen Augen verlieren.

Und wenn der Papst schon mal der Stellvertreter Gottes auf Erden ist, dann kann er doch auch den Missbrauch seiner Mitarbeiter so akzeptieren, wie er es tut.
Gott tut das doch auch, hat er auch schon immer so getan, bei jedem Missbrauch, auch außerhalb der Kirche.

Also ich verstehe den Papst! Ich brauche ihn kein bisschen, aber ich verstehe ihn in seiner Konsequenz.

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wibo2 24.09.2011, 09:49
7. Jedes Mißrauchsopfer sollte mindestens 100.000 € Schadenersatz erhalten.

Sie konnten bisher keinen Schadenersatz erreichen, der die Verluste auch nur annähernd ausgeglichen hätte. Behandlungen sind teuer. Die katholische Kirche ist reich. Jedes Mißrauchsopfer sollte mindestens 100.000 € Schadenersatz erhalten. Es handelt sich um grobe Pflichtverletzungen der Organisation. Anders wird es nicht gehen! Die Zahl der Kirchenaustritte sollte den Oberen der Kirche zu denken geben. Eine billige Lösung wird es nicht geben. Schnelles Handeln ist notwendig, ein Spiel auf Zeit wäre schädlich für die Kirche.

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dodge_city 24.09.2011, 09:50
8. relation...

...ich habe es gestern irgd.wo gelesen...
30 Mio für den Pabstbesuch und 2 Mio für die Missbrauchsopfer.
Das sagt doch schon alles über das Thema.
Ich habe mir das ganze *Schauspiel* auf Phoenix (Zusammenfassung, alles ist ja unerträglich) angeschaut.
Fazit : Alles Selbstdarsteller und völlig Weltfremd.
Man muss dem ganzen einfach nicht soviel Aufmerksamkeit schenken,so wie 80 % der Berliner,die sich nur über das entstandene Verkehrchaos aufgeregt haben !

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takeo_ischi 24.09.2011, 09:51
9. .

Zitat von Atomkrafteimer
Wirklich beurteilen, ob die Kirche oder der Papst mit den Missbrauchsfällen richtig umgeht, können nur die Opfer.
Dass die Kirche vertuscht, systematisch Täter der irdischen Gerichtsbarkeit entzieht und durch Versetzung woanders wieder auf 'Frischfleich' loslässt sieht ein Blinder. Nur ein Verblendeter eben nicht.
Zitat von Atomkrafteimer
Von daher sollte entscheidend sein, was die dazu zu sagen haben und nicht irgendwelche Demonstranten. Wovon ich im übrigen immer mehr und mehr glaube, dass es sich langsam zum Berufszweig entwickelt.
Wenn Opferverbände demonstrieren sind das in der Regel Opfer und/oder deren Familien. Und keine Wutbürger, wie Sie hier implizieren wollen.

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