Forum: Panorama
Paragraf 219a: Berliner Frauenärztinnen wegen "Abtreibungswerbung" verurteilt
Paul Zinken/DPA

Wegen Verstoßes gegen das sogenannte Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche sind zwei Berliner Frauenärztinnen verurteilt worden. Die Medizinerinnen müssen je 2000 Euro Geldstrafe zahlen.

Seite 1 von 2
Augustusrex 14.06.2019, 15:52
1. Na ja,

der Schwachsinn tobt weiter. Sie dürfen informieren, dass sie Abbrüche durchführen. Die Methode anzugeben ist aber strafbar? Und solchen Unsinn verlangt die CDU? Prima, immer weiter so.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chjuma 14.06.2019, 15:59
2. Perfekt

Wir haben 8Milliarden! Leute auf der Welt. Somit sollte uns spätestens das zu denken geben und Rahmen setzen, ungewollte Schwangerschaften human zu beenden. Sicher ist Verhütung das bessere Mittel, aber es sollte keine Frau gezwungen werden, eine ungewollte Schwangerschaft austragen zu müssen. Und am lustigsten finde ich immer, wer darüber entscheidet.... Männer.... Und ich bin weiß Gott kein Frauen-und-Männer- sind-gleich-Apostel. Nein, sind sie nicht. Jeder hat Stärken und Schwächen, die Geschlechtsbedingt sind. Aber in dem Falle, meine lieben Geschlechtsgenossen, sollten wir uns der Stimme enthalten und die Mädels respektieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jar.koz. 14.06.2019, 15:59
3. Ein möglicher provisorischer Minimalkonsens:

Dürfen die Arztpraxen auf ihrer Website denn wenigstens einen Link auf die von der Bundesärztekammer geführte Liste publizieren? Und darauf hinweisen, dass und wo sie in dieser Liste geführt werden?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hasselblad 14.06.2019, 16:12
4.

Abtreibungen sind Privatangelegenheit der Schwangeren und gehen Staat, Rechtssprechung und vor allem Kirchen nichts an. Wer sind diese Leute, dass sie meinen, über den Körper einer anderen Person verfügen zu dürfen und ihr verbieten zu wollen, einen Zellhaufen aus ihrem Uterus entfernen zu lassen, bzw. es Ärzten zu verbieten, für diesen sinnvollen Eingriff zu werben? Der hier angewandte Paragraf ist kompletter Blödsinn, entstanden aus christlich-doppelmoralischer Gesinnungsethik, hat in einem der Aufklärung und des Laizismus verpflichteten Rechtssystem nichts verloren und gehört demnach abgeschafft ebenso wie seinerzeit der Paragraf 218.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
prof.unrat 14.06.2019, 16:13
5. meine vollste Solidarität

Die beiden Ärztinnen haben meine vollste Solidarität. Dieses Urteil zeugt von Rückständigkeit, Ignoranz und Unrecht. Es ist ein Unrechtsurteil. Die Richterin hätte sich auch für ein vernünftiges Urteil entscheiden können. Aber nein, sie folgt einer langen Tradition von ideologiebeladenen Urteilen der Deutschen Justiz in jedweden politischen Systemen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frenchie3 14.06.2019, 16:52
6. @5 Unfug

Zitat: "die Richterin hätte sich auch für ein vernünftiges Urteil entscheiden können". Die Richterin muß sich vor allen Dingen an das Gesetz halten. Was sie savon hält hat sie ja wohl mit der verhängten Strafe gezeigt. Hätte sie ein "vernünftiges" (nach Ihrer und auch meiner Meinung) Urteil gefällt wäre der Staatsanwalt angeschlappt gekommen und hätte seinerseits Einspruch eingelegt (einlegen müssen?). So haben es die beiden Damen wenigstens in der Hand sich weitere Kosten vom Hals zu halten, bei Einspruch des Staatsanwalts kommt auf jedem Fall eine fette Zusatzrechnung. Gut, die Mädels wollen weitermachen, da drücke ich ganz kräftig die Daumen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
egonv 14.06.2019, 17:03
7.

In Anbetracht der Gesetzeslage konnte wohl kein Freispruch erfolgen. Ist 2000 wirklich die Minimalstrafe? Oder wäre weniger möglich gewesen?
Eigentlich hätte die SPD schon bei diesem Paragraphen verweigern und aus der Koalition austreten müssen. Mindestens hätten sie eine Abstimmung ohne Fraktionszwang fordern müssen. Wer außer extrem Religiösen ist denn überhaupt dafür? Von welchen Personengruppen kommt dieser politische Wille? Ist den WählerInnen der CDU klar, für was sie da so alles stimmen? Wieder so ein Beispiel, wo die CDU in der GroKo jeden Fortschritt blockiert hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
prof.unrat 14.06.2019, 17:09
8. Nein

ich antworte sonst nie. Aber in diesem Fall hätte die Richterin anders entscheiden können und müssen. Sie hat einen Ermessensspielraum, zumal es hier um Auslegungen und "Ansichtssachen" ging. Nein es ist ein ideologisch belastetes Urteil. Was wäre der Richterin denn passiert, wenn sie zugunsten der Ärztinnen entschieden hätte?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kathrin.koepp 14.06.2019, 17:10
9. Zerstört die CDU

Dieser gesellschaftspolitische, frauenfeindliche Unfug hat im Rezzo Clip gefehlt.
Weg mit dem 219a, Frauen müssen die Chance haben sich bei den Ärztinnen ihres Vertrauens direkt zu informieren. Das wäre mal eine Option gewesen für die SPD frauenpolitisch fortschrittlich die GROKO zur Disposition zu stellen. Chance verpasst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2