Forum: Panorama
Paris am Tag nach dem Brand: "Sie schwankt, aber sie geht nicht unter"
Ludovic Marin/AFP

Paris, Tag eins nach dem Brand: Manche Bewohner verkraften den Blick auf Notre-Dame kaum, andere sind schon wieder optimistisch.

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MioMioMimi 17.04.2019, 10:04
20.

So langsam ist aber auch mal gut. Ja, es ist traurig, dass so ein Gebäude gebrannt. Aber man kann es auch übertreiben. Ein Wunder, dass nicht noch ein Volkstrauertag ausgerufen wurden.

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MioMioMimi 17.04.2019, 10:05
21.

Zitat von thinking_about
Jeder Staat/Nation und seine Bevölkerung hat seine Ikonen, seine Identifizierung, an denen man hängt bei Beschädigung von Kulturgut, mit dem man zudem historisch so einiges verbindet. Und wenn die Elemente, Feuer, Wasser, Erdbeben oder Blitze zuschlagen, fühlt man seine Ohnmacht, und will es nicht wahrhaben. Und man ist entsetzt. Zufälligerweise war ich bei 9/11 auf n-tv, wie auch jetzt, und beides hat mich im ersten Moment in gleicher Weise geschockt, man wußte ja nicht, warum und wie das alles ausgeht. Genauso war ich gleichermaßen berührt, als das Hochhaus in London abbrannte, was zudem auch noch viele Tote forderte. Es war immer zunächst ein Schock, und wer mal einen Brand in seinem Haus hatte, wie ich, wo ich nicht wußte, ob meine Kinder zu Schaden gekommen wären, reagiert danach immer zunächst auf die gleiche Weise, weil sich ein Trauma einstellt, das man wirklich nie vergisst. Natürlich läßt sich durch viele spontane Hilfe des Mitgefühls und der Solidarität in diesem Fall alles wieder richten, und sowohl Deutschland, als auch Polen und Rußland haben angeboten, Spezialisten zu senden, weil sie traurigerweise selbst wissend wurden nach WW2, wie man aus Trümmern Gebäude wieder herstellen kann, wenn es auch sehr lange dauert.... Zumindest sind nicht Menschen zu Schaden gekommen, wobei Frankreich ja schon einiges zu bewältigen hatte durch Terroranschläge.
Sie vergleichen das jetzt nicht wirklich mit 9/11. Das ist in meine Augen Verhöhung der Opfer.

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kajoter 17.04.2019, 10:14
22. @ #12

Natürlich - warum ich nicht selbst darauf gekommen bin: Der Brand war inszeniert! Französischer Geheimdienst in Kooperation mit der Weltpresse, um von den wahren Problemen der Welt abzulenken.
Und überhaupt: Diese Pariser, diese Franzosen, was fällt ihnen eigentlich ein, derartg bestürzt zu sein, wo doch nur ein totes Gemäuer gebrannt hat? Der globale Meeresspiegel steigt jedes Jahr um 4,49 mm an, wie kann man da überhaupt noch andere Nachrichten verbreiten wollen?

Auch Kommentar #1 und 10 verbreiten derartigen Unfug. Würde man sie ernst nehmen, gebe es überhaupt keine neuen Nachrichten mehr, da sich diese im permanenten Wettbewerb mit Artensterben, Klimawandel oder ertrinkenden Flüchtlingen befänden und dabei natürlich verlieren würden.

Der Whataboutismus hat offensichtlich viele Menschen erfasst, die nicht mehr merken, dass ihr Denkvermögen die Verbindungslinien zu dem gegebenen Anlass nicht mehr unter einer die Verhältnismäßigkeit beachtenden Kontrolle hat. Und es ist unwahrscheinlich, dass sich die Anzahl der Whataboutistiker zukünftig verringern wird, denn sie besitzen damit ein bewährtes Mittel, auf so gut wie alles einzuprügeln und die eigene Meinung durchzusetzen. Jede Katastrophe kann mit einem negativen Superlativ überboten werden. Jedes Chaos muss einem noch chaotischeren Zustand den Vortritt lassen. Und wenn dann ein Gebäude wie Notre Dame brennt, ein Symbol von elitärer Bildung und Kultur, dann scheinen die Whataboutismus-Reflexe geradezu unwiderstehlich zu sein.

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Antila 17.04.2019, 10:21
23. Der Blick

Na, so schön ist der auch nicht.

Diese beiden noch von der Romantik geprägten Klötze der Türme an der Westseite verschandeln schon seit Jahrhunderten den Blick auf das wunderbare gotische Kirchenschiff.

Als gotisches Baudenkmal ist der Strassburger Münster, der Ulmer Münster oder der Freiburger Münster m.E. ästhetischer, aber auch der Wormser Dom.

Die französischen Kathedralen haben oft -wie auch Notre Dame- diese plumpen Türme, die den Gesamteindruck der gotischen Leichtigkeit völlig verhunzen.

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selbst_denkend 17.04.2019, 10:31
24. Seltsam

Wir leben in einer Welt, in der der Brand eines sicherlich kulturell und geschichtlich bedeutenden Gebäudes noch am Tag des Brandes mehrere Millionärsfamilien dazu bewegt, sich mit Millionenspenden an einem ‚Wiederaufbau‘ zu beteiligen, während andernorts Menschen an Cholera, oder Hunger sterben...
Das mediale Interesse und die künstlich erzeugte Betroffenheit erinnert an Voyeurismus - die Bilder eines Brandes sind aber auch so viel ‚telegener‘...

Bin ich tatsächlich der Einzige, dem es so vorkommt, als müssten wir als menschliche Gemeinschaft mal dringend unser Wertesystem überprüfen?
Ja, dieses Gebäude ist bedeutend. Nicht nur geschichtlich, kulturell, sondern auch als Wirtschaftsfaktor (Tourismus) für die Stadt Paris und für Frankreich. Aber letztlich handelt es sich ‚nur‘ um Steine...

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MatthiasPetersbach 17.04.2019, 10:33
25.

Zitat von MioMioMimi
So langsam ist aber auch mal gut. Ja, es ist traurig, dass so ein Gebäude gebrannt. Aber man kann es auch übertreiben. Ein Wunder, dass nicht noch ein Volkstrauertag ausgerufen wurden.
Nun, man muß es ja nicht lesen :)

Aber diese Überhöhung eines Gebäudes wundert mich zugegebenermaßen auch ein wenig. Gut, die Franzosen haben ein wenig mehr für Schärpen, Gedöns und Theatralik übrig als wir. Aber ein abgebrannter Dachstuhl, für dessen Restaurierung genügend Geld aufgetrieben werden kann und der wohl schon in der Bauphase Anziehungspunkt Nr. 1 sein wird, ist ja jetzt kein wirklich unbewältigbares Problem.

Daß die Pariser hier betroffen sind, mag ja richtig sein. Wenn ich auch denke, den allermeisten - auch in den Vorstädten - geht das im realen Leben ziemlich am Hintern vorbei.

Aber "Paris" ist eben nur in sehr rückschrittlichen Hirnen das selbe wie "Frankreich" .

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jujo 17.04.2019, 10:39
26. ....

Zitat von kajoter
Natürlich - warum ich nicht selbst darauf gekommen bin: Der Brand war inszeniert! Französischer Geheimdienst in Kooperation mit der Weltpresse, um von den wahren Problemen der Welt abzulenken. Und überhaupt: Diese Pariser, diese Franzosen, was fällt ihnen eigentlich ein, derartg bestürzt zu sein, wo doch nur ein totes Gemäuer gebrannt hat? Der globale Meeresspiegel steigt jedes Jahr um 4,49 mm an, wie kann man da überhaupt noch andere Nachrichten verbreiten wollen? Auch Kommentar #1 und 10 verbreiten derartigen Unfug. Würde man sie ernst nehmen, gebe es überhaupt keine neuen Nachrichten mehr, da sich diese im permanenten Wettbewerb mit Artensterben, Klimawandel oder ertrinkenden Flüchtlingen befänden und dabei natürlich verlieren würden.
Sie sind ein tolles Beispiel wie etwas bewußt (?) oder doch (!) falsch verstanden wird. Dann wird etwas sich daraus ergebendes, aus dem falschen Verständnis, konstruiert und man ist der tolle, moralisch überlegene Typ.

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MatthiasPetersbach 17.04.2019, 10:47
27.

Zitat von mel_low
Steine in der Gotik wurden bereits gebrannt. Sie werden also nicht heißer als die ihr zugeführte Temperatur (wie auch Stahl). Da wackelt also nichts.
Nun ja, das ist NATURstein. Der wird durch hohe Temperaturen durchaus massiv geschädigt.
Bei meinem letzten Brand mit Naturstein :) sprach der Statiker von irgendwas mit 30 Minuten - und ab dann wirds kritisch.

Deshalb glaube ich auch den vollmundigen Aussagen nicht, daß die Gutachten bzgl. des Schadensumfangs nur 2 Tage dauern. Da wird man - wohl von jedem wichtigen Bauteil - Materialproben testen müssen.

Abgesehen davon - normal gebrannte Ziegelsteine werden nicht so hoch gebrannt wie so ein Feuer Temperaturen liefert - und vor allen Dingen werden die GEREGELT erhitzt und abgekühlt.

Werfen Sie mal nen stinknormalen Backstein ins Grillfeuer. Oder besser: Tun Sie es nicht.

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Heitgitsche 17.04.2019, 10:59
28. Zurück zu den Wurzeln

Hoffentlich kommt es zu einer Rückbesinnung auf Religion und Kultur. Die beiden Diktaturen des letzten Jahrhunderts haben nicht nur hässliche Bauwerke hervorgebracht, sondern auch leere abgestumpfte Seelen.

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kajoter 17.04.2019, 11:10
29. @ #26

Vielen Dank für die Steilvorlage.
Ihnen geht es - q.e.d. - nicht um eine Meinungsdarstellung, sondern um einen Meinungswettkampf mit der Betonung auf "Kampf".
Mich hat der Brand tatsächlich sehr getroffen und es ist mir völlig egal, ob mich dieses auf eine moralisch höhere Stufe stellt oder nicht. Das ist völlig nebensächlich. Nicht nebensächlich ist dagegen der Mechanismus, eben der Whataboutismus, den Leute wie Sie nicht nur bei diesem Vorfall anwenden, denn er vergiftet alle damit infizierten Diskussionen. Und daher werden Foren wie dieses immer mehr zu Kampfzonen, die man eigentlich meiden sollte.

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