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Peking: Klinik muss Entschädigung für "Homosexuellen-Therapie" zahlen
AP/dpa

Yang Teng wurde hypnotisiert und mit Elektroschocks behandelt, Ärzte wollten ihn so von seiner Homosexualität "heilen". Jetzt hat ein Gericht die chinesische Klinik verurteilt. Ein Novum in dem Land.

demokroete 19.12.2014, 19:49
1. Das Gerichtsurteil wird seine Eltern

nicht von ihren konfuzianisch geprägten, gesellschaftlichen Vorstellungen abbringen. Das haben schon ganz andere mit weitaus rabiateren Mitteln während der Kulturrevolution nicht geschafft. 2500 Jahre Tradition lassen sich auch nicht so einfach durch westliche Modeerscheinungen aushebeln. Das sollte Yang Teng doch wohl klar sein.

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katkaleen 19.12.2014, 21:26
2. Immerhin ein Schritt in die richtige Richtung

Mühsam aber stetig ernährt sich das Eichhörnchen, sage ich immer. Egal in welchem Land auf welchem Kontinent, es wird noch einige Jahrzehnte dauern, bis Homosexualität einfach als sexuelle Orientierung angesehen wird. Ich halte es da gerne mit meiner 80jährigen Großtante: "Ist mir doch egal, was jemand im Schlafzimmer macht, wenn es ein netter Mensch ist. Und wenn er nicht nett ist, ist es mir auch egal, dann will ich sowieso nichts mit dem zu tun haben."

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BlogBlab 19.12.2014, 21:35
3.

Zitat von demokroete
2500 Jahre Tradition lassen sich auch nicht so einfach durch westliche Modeerscheinungen aushebeln. Das sollte Yang Teng doch wohl klar sein.
Homosexualität ist schon viel älter als 2500 Jahre, ebenso wie Heterosexualität, der Wahrscheinlichkeit nach wird es auch chinesische Kaiser beider sexuellen Orientierungen gegeben haben. Das sind beides keine "Modeerscheinungen".

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BlogBlab 19.12.2014, 22:13
4.

Alte historische Quellen, die sich mit der Homosexualität in China befassen, reichen bis in die Shang Dynastie (16. - 11. Jh. vor Chr.) zurück. Allein in der Han Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.) gab es 10 homosexuelle Kaiser. Erst 1740 wurde zum ersten Mal in der chinesischen Geschichte ein anti-homosexuelles Dekret verabschiedet.

http://www.chinadaily.com.cn/english/doc/2004-04/01/content_319807.htm

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Ulrike E. 20.12.2014, 00:39
5. Was soll man dazu sagen?

Es fällt natürlich leicht, aus *westlicher Sicht* diese Praxis zu verurteilen.

Hat sich einer der Kritiker schon einmal Gedanken, um die Eltern des jungen Mannes gemacht? In China gilt nach wie vor die 1-Kind-Politik und oft wird eine Familie auch daran bemessen, ob sie Nachkommen hat!

Es wäre evtl. leichter für die Eltern, wenn sie noch einen *zweiten Sohn* hätten, der den Fortbestand der Sippe sichern könnte.

Dies ist leider nicht der Fall.

100-% wird Homosexualität zwar nicht im Westen anerkannt, aber in den meisten Ländern, lässt man die Menschen mit ihren Entscheidungen leben.

Das Gerichtsurteil zielte nicht darauf ab, dass die Homosexualität anerkannt wird, sondern, dass die Methoden dieser "Therapie" falsch waren.

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BlogBlab 20.12.2014, 10:50
6.

Zitat von Ulrike E.
... Das Gerichtsurteil zielte nicht darauf ab, dass die Homosexualität anerkannt wird, sondern, dass die Methoden dieser "Therapie" falsch waren.
Nein, das Gericht hat in seinem Urteil erklärt, die Behandlung mit Elektroschocks sei "unnötig" gewesen, da Homosexualität keine Krankheit sei. Also die Behandlung an sich war überflüssig, da es nichts zu behandeln gibt.

Die chinesische Regierung hatte doch die Ein-Kind-Politik genau deshalb eingeführt, um das Bevölkerungswachstum zu begrenzen. Jede Familie sollte ja nicht mindestens ein Kind haben sondern höchstens. Also hat sich der junge Mann doch vorbildlich verhalten. :-)
Es geht bei dieser Politik aber nicht um das Schicksal einzelner Familien - wenn z. B. die Tochter oder der Sohn unfruchtbar ist oder früh stirbt, gibt es auch keinen Nachwuchs - sondern um die gesamte Volkswirtschaft.

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