Forum: Panorama
Piratenabwehr: Deutsche Reeder holen öfter Söldner an Bord
AFP

Ein Drittel der deutschen Reedereien heuert inzwischen für den Schutz ihrer Schiffe vor der Küste Somalias Söldner an. Die Mitarbeiter der privaten Sicherheitsdienste sind schwer bewaffnet und krisenerfahren. Ihr Einsatz kostet Tausende Dollar pro Tag - rechnet sich aber trotzdem.

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neu_ab 10.05.2012, 12:45
140.

Zitat von gegenrede
In West-Afrika findet gerade jetzt das Gleiche statt, vielleicht werden dadurch zukünftige Piraten an diesen Küsten heran gezüchtet.
Genau. Gerade den Berufsgutmenschen von Greenpeace muß man unbedingt glauben.

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alexreil 10.05.2012, 12:45
141.

Zitat von gegenrede
Das Notwehrrecht bezieht sich auf Menschen und nicht auf Eigentum.
Was nicht ganz korrekt ist. Auch in Deutschland hat man das Recht sein Eigentum zu schützen - man darf einen Dieb abwehren, man darf sich gegen einen Räuber zu Wehr setzen. Niemand muss sich ausrauben lassen oder einen Diebstahl einfach hinnehmen. Man darf dazu auch den unmmittelbaren Zwang anwenden. Einzig die Verhältnismässigkeit der Mittel muss gewahrt bleiben.

Im diskutierten Szenario geht es ohnehin nicht um die blosse Wegnahme von Sachen. Hier geht es um um massive Eingriffe in Persönlichkeitsrechte mit dem Einsatz von Waffengewalt - und da käme auch in Deutschland das Notwehr/Nothilferecht zur Anwendung.
Mit den nötigen Berechtigungen zum Führen von Waffen ausgestattet, dürfte auch in Deutschland (Wachschutzunternehmen, private Personenschützer) eine Waffe eingesetzt werden um sich gegen einen entsprechend ausgestatteten Angreifer zur Wehr zu setzen.

Auch ein nicht berechtigter Angegriffener, der einem Angreifer im Laufe des Angriffes eine Waffe abnehmen kann und sie gegen den Angreifer einsetzt, weil dieser ihn mit einer zweiten Waffe angreift, würde nicht bestraft werden. Denn dann würde er in einem übergesetzlichen Notstand handeln - der ihm keine andere Wahl liess.
Einzig die Verhältnismässigkeit der Mittel entscheidet hier.

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Koana 10.05.2012, 12:47
142. Gezielt und sinnvoll...

Zitat von rakatak
Ich nehme mal an, dass Sie eine funktionierende Administration und eine stabile, demokratisch gewählte Regierung in Somalia kennen? Wir anderen kennen solches leider nicht und wissen deshalb nicht so recht, wohin das Geld zu überweisen wäre (wobei Ihnen die Reeder und Versicherungen was husten würden, wenn Sie diese um Geld angehen würden)...
... hatte ich geschrieben!

Doch es gilt ohnehin das Prinzip der gelenkten Nomenklatura - in Somalia und im Sudan ist jedoch auch dies nicht mehr vorhanden - dort herrscht in der Tat das Chaos - natürlich sind die entwickelten Länder da völlig unschuldig.

Wie sinnvolle und gezielte Entwicklungshilfe auszusehen hätte, darüber wage ich mir keine simple Theorie zu formulieren - das wichtigste wäre wohl, nicht als belehrender, sondern als zurückhaltend beratender Partner aufzutreten und vor allem die jeweiligen lokalen Verhaltensweisen zu respektieren.

Entwicklungshilfe versucht jedoch den Spagat, Nutzen aus dem Land ziehen zu wollen und gleichzeitig den Menschen dort Hilfe zukommen lassen zu wollen - ein mist unmögliches Unterfangen.

Wir haben historisch ein gigantisches Schuldenpolster gegenüber Afrika, niemand der herrschenden Clique ist bereit dies freiwillig abzutragen.

Es ist wohl auch nicht Mehrheitsfähig in Europa oder den USA - Afrika ist weiter nichts weiter als ein Eldorado an Land, Bodenschätzen und neuerdings möchte man auch einen relevanten Konsumentenpol dort kreieren - dabei konkurrieren die Blöcke USA, Europa, China, Indien und noch manch andere Staaten um das Geschäft - niemand hat wirklich das Wohl des Kontinents im Focus - einzig die Renditen zählen.

Im Grunde schön, dass bei uns die Massen langsam ähnlich gewissenlos in immer größerer Breite genutzt werden - man kann nur sagen verdientermaßen, machen wir uns immer schneller die ganze Welt zur Hölle.

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deccpqcc 10.05.2012, 12:47
143.

Zitat von Koana
Afrikaner die sich zur Wehr setzten, nennen wir eben Piraten - dabei sind es eben auch dort die aggressiveren Artgenossen, die sich durchsetzen - wie bei uns auch - nur dort haben sie eben nicht die Mittel und eine funktionierende Funkrionssklavenbasis, die sie willig mit täglich effizienter Arbeit unterstützt.
auch wenn sie sich noch so sehr mühe geben piratenangriffe als akt antikolonialistischen freiheitskampfes darzustellen - es funktioniert nicht.
piraten sind keine freiheitskämpfer, es sind ordinäre kriminelle.
piraten darzustellen als "afrikaner die sich zur wehr setzen" - kompliment muss ich sagen.
ich verfolge die piraten-threads hier schon seit mehreren jahren, aber ihr realitätsverlust schlägt alles andere um längen.

im übrigen halte ich ihre ansicht für menschenverachtend gegenüber seeleuten die nichts weiter als ihren job tun und güter von a nach b befördern.
diese menschen haben es nicht verdient opfer von kriminellen zu werden welche sie monatelang festhalten, misshandeln, foltern, verstümmeln oder auch ermorden.

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Schwede2 10.05.2012, 12:48
144. Politischer Konsens wird praktischer Nonsens

Zitat von sysop
Ein Drittel der deutschen Reedereien heuert inzwischen für den Schutz ihrer Schiffe vor der Küste Somalias Söldner an. Die Mitarbeiter der privaten Sicherheitsdienste sind schwer bewaffnet und krisenerfahren. Ihr Einsatz kostet Tausende Dollar pro Tag - rechnet sich aber trotzdem.
Man braucht kein Prophet zu sein, um glaubwürdig zu prognostizieren, dass ein privates deutsches Sicherheitsunternehmen kein glaubwürdiges Mandat der Politik bekommen wird.

Allein für den Übungsbetrieb müssen Kriegswaffen in private Hände gegeben werden. Und die müssen dann auf deutsche Schießstände verbracht und dort benutzt werden. Schließlich wollen wir ja deutsche Gründlichkeit und da gehört Ausbildung zwingend dazu. Wenn man nun bedenkt, was für einen idiotischen Auswand (reines Abwehrgesetz) das aktuelle deutsche Waffenrecht und die dazu gehörende Verwaltungsvorschrift für das Besitzen und Führen eines vergleichsweise harmlosen .38-er Revolvers für einen privaten Sicherheitsmitarbeiter vorsieht, - praktisch gibt es außer bei Werttransporten kaum noch bewaffnete Sicherheitsleute-, dann schwant mir Fürchterliches beim Anti-Piraten-Gesetz.

Der deutsche Staat muss irgendwann entscheiden, ob er mit Bewaffnung seriös oder politisch umgeht. Das Herumgeeiere um des Kaisers Bart ist unerträglich und bringt manch Betroffenen in höchste Lebensgefahr. Auch im Inland!!

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markus_wienken 10.05.2012, 12:49
145. .

Zitat von gegenrede
Das Notwehrrecht bezieht sich auf Menschen und nicht auf Eigentum.
Und demnach darf ich mich durchaus vor einer Geiselnahme schützen. Ergo: Kein Problem

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rakatak 10.05.2012, 12:54
146.

Zitat von deccpqcc
brillante argumentation. hat nur einen fehler: in somalia wird von den meisten ethnien traditionell kaum fisch gegessen. und das "arme fischer märchen" ist sogar von öffentlich-rechtlichen deutschen journalisten schon so oft widerlegt worden das es m.e. peinlich ist mit welcher penetranz es trotzdem immer wieder erzählt wird.
Das wäre das einzige Mal weltweit, dass eine Küstenbevölkerung sich NICHT von Fisch ernährt.
Haben Sie Belege für Ihre Behauptung?
Wenn ich google kommen haufenweise Berichte über Fischerei vor Somalias Küste.

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rakatak 10.05.2012, 12:55
147.

Zitat von gegenrede
In West-Afrika findet gerade jetzt das Gleiche statt, vielleicht werden dadurch zukünftige Piraten an diesen Küsten heran gezüchtet.
Gut möglich. Das scheint ja auch eine einfache Art des Geldverdienens zu sein. Natürlich auch für Hinterleute und Anwälte.

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Trondesson 10.05.2012, 12:55
148.

Zitat von johndoe14
wenn sie das sagen, ist das natürlich alles ausgemachter blödsinn. statt sich hier offen am austausch zu beteiligen und auch mal über andere standpunkte gedanken zu machen, empfehle ich ihnen sich aus dem forum auszuloggen, um ihr depot zu checken. wieviel gewinn wurde heute an der warenterminbörse gemacht? gutes kann niemals aus lüge und gewalt entstehen.
Das sagt der Richtige. Sehe ich das richtig, daß Sie die Gewalt der Piraten hier im Forum zu rechtfertigen versuchen oder gar noch verteidigen, weil Sie meinen, angeblich begangenes Unrecht seitens irgendwelcher Firmen gegenüber irgendwelcher Leute, die mit den Piraten vermutlich überhaupt nichts zu tun haben, könnte durch Raub, Geiselnahme, Erpressung und Mord seitens der Piraten gegenüber völlig unbeteiligten Seeleuten ausgeglichen werden?
Ich denke, dann muß man sich über Ihren Standpunkt nicht weiter Gedanken machen und kann ihn getrost in die Tonne kloppen.

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deccpqcc 10.05.2012, 12:55
149.

Zitat von otto_iii
Oder wird er nicht eher behaupten: "Ich bin ein armer somalischer Fischer, war in Seenot und wurde von schießwütigen Söldnern verletzt. Nun bin ich schwerbehindert, muss eine 20köpfige Familie versorgen und hätte deshalb gerne ein paar Millionen Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld." Und wenn Sie Pech haben und der Richter ist so gepolt wie etliche der Foristen hier, dann glaubt er das und Sie wandern in den Knast und dürfen bis an ihr Lebensende an den armen Somali zahlen.
das ist sogar standard, piraten werfen bei annäherung von kriegsschiffen ihre waffen über bord und behaupten sie seien fischer.
das sie nicht mal eine angelrute dabei haben stört nicht weiter, sie fangen halt die fische mit blosser hand.

allerdings liegen beim angriff auf ein handelsschiff die dinge ja ein wenig anders.
diese angriffe als harmloses fischen darzustellen dürfte wohl kaum gelingen.
natürlich halte ich es dennoch nicht für unmöglich das ein deutscher richter sich einreden lässt man habe das schiff für moby dick gehalten und von daher war es nur eine normale angel-tour.

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