Forum: Panorama
Polizei-Not in NRW: Der Freund braucht Hilfe
Polizei NRW

Mit ein wenig peinlich wirkenden Rapvideos wirbt die nordrhein-westfälische Polizei um Nachwuchs. Der ist auch dringend nötig. Ein internes Papier des Düsseldorfer Innenministeriums zeigt, in welch desolater Verfassung viele Ordnungshüter inzwischen sind.

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killi 30.09.2013, 18:59
20. Dienstbewusste braucht man.

Aber wenn man schon neue Rekrutiert, dann bitte brauchbare Leute. Und die die bereits im Dienst sind, sollte man auch regelmässig kontrollieren. Es kann nicht sein, dass die Polizei erst drei Stunden nach dem Notruf vor Ort ist und sich dann wundert, dass der Dealer, welcher an einem Jugendlichen Drogen vertickt hat, nicht mehr auffindbar ist. Nur eine von vielen Geschichten, die mir Deutsche Freunde erzählt haben...

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bluemetal 30.09.2013, 19:12
21. Abitur

Evtl sollte NRW nicht ein Abitur zur Vorraussetzung (!) selbst für den einfachen Streifenbeamten machen. Es ist sicherlich löblich Polizeibeamte formal so einzustufen, nur haben Abiturienten aber eben noch ganz andere und bessere Alternativen, nur die Idealisten unter ihnen gehen diesen Weg.
Interessierte Jugendliche mit exzellentem mittlerem Bildungsabschluss müssen in andere Bundesländer ausweichen.

Da liegt ein großer Teil des Nachwuchsproblems begraben.

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newopinion 30.09.2013, 19:20
22. Natürlich braucht man Abitur!

Schließlich studieren die Beamten auch und das ist auch gut so! Es müssen in Eilzuständigkeit Entscheidungen getroffen werden, die sonst nur Richter oder Staatswanwälte treffen, zudem ist ein außerdordentlich große Rechtsgebiestspanne im täglichen Dienst abzudecken. Die Komplexität kann in der heutigen Zeit nur durch qualifiziertes Personal bewältigt werden. Zudem sollte man auch in Sachen Studium und Bezahlung auf Augenhöhe mit vergleichbaren Tätigkeiten anderswo sein. Ich möchte jedenfalls in diesem sensiblen Bereich keine Leute, die es cool finden eine Waffe zu tragen, sondern welche die die Rechstgrundlagen bis hin zu BGH Entscheidungen über den Gebrauch der Dienstwaffe kennen, oder?

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newopinion 30.09.2013, 19:35
23. es gibt keinen einfachen Streifenbeamten oder Beamtin

Zitat von bluemetal
Evtl sollte NRW nicht ein Abitur zur Vorraussetzung (!) selbst für den einfachen Streifenbeamten machen. Es ist sicherlich löblich Polizeibeamte formal so einzustufen, nur haben Abiturienten aber eben noch ganz andere und bessere Alternativen, nur die Idealisten unter ihnen gehen diesen Weg. Interessierte Jugendliche mit exzellentem mittlerem Bildungsabschluss müssen in andere Bundesländer ausweichen. Da liegt ein großer Teil des Nachwuchsproblems begraben.
Den einfachen Streifenbeamten gibt es nicht, zumindest nicht mehr. Außerdem haben fast alle Bundesländer das Abitur als Eingangsvoraussetzung. Es wurde schon in den siebziger Jahren festgestellt, dass es eigentlich keine Tätigkeit bei der Polizei gibt, die nicht mindestens dem gehobenen Dienst zuzurechnen ist und dies bedeutet, wie überall in der öffentlichen Verwaltung, Abitur + Studium. Der wie sie sagen einfache Streifenbeamte hat übrigens die rechtlich schwierigsten Entscheidungen zu treffen, leider ist das vielen Bürgern nicht bewußt!

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Boandlgramer 30.09.2013, 19:36
24. optional

Ich bin absolut kein Freund der Polizei, weil ich sie in der Summe für vorurteilsgesteuert und rassistisch halte, in ihrer Blödheit halten sie zusammen wie Pech und Schwefel und dulden weder Transparenz noch Veränderung.

Aber: Diese Polizei ist gewollt. Seit Jahren werden in manchen Bundesländern (Bayern z.B.) 10 mal soviele Beamte in den Ruhestand geschickt wie neu eingestellt werden. Damit verdichtet die Politik Arbeit und Verantwortung der Polizei auf eine kriminelle Weise und reduziert sie am Ende auf die lukrative Verkehrsüberwachung.

Die Verbeamtungsregeln waren zudem lange Zeit so gestrickt, dass nicht die Klügsten zur Polizei gegangen sind - wer war denn schon mit 27 fertig mit einer Laufbahn, die bei der Polizei den gehobenen Dienst ermöglicht. Persönlichkeiten, die sich außerhalb der Polizei entwickelt haben, konnten so die bundesdeutsche Polizei nie infiltrieren. So entstand ein Haufen von Polizisten, die noch nie was anderes sein wollten als Polizisten. Keine guten Voraussetzungen...

Die Polizisten sind allerdings am Ende die, die in permanenter Notwehr handeln: Die einfachen Dienstgrade können in Ballungsräumen kaum ihre Rechnung bezahlen, sollen aber Integer und vielleicht noch mutig sein. Wer kann hält sich von Straße und Schichtdienst fern - und arbeitet an der heimatnahen Stationierung.

Ich würde mir eine Polizei wünschen, die gut alimentierte Persönlichkeiten auf die Straße schickt. Polizisten, die Einsätze wie in Stuttgart einfach verweigern, und sich deswegen auch nicht vor individueller Kennzeichnung fürchten (müssen). Eine Polizei, die vor Kindergärten und Schulen blitzt und nicht an der Ortseinfahrt im Wald. Mit Unabhängigkeit kommen Integrität und Güte und vielleicht sogar Demut. Eine emanzipierte Polizei mit Rückgrat. Das wäre eine Polizei, die ich respektieren würde - die Polizisten, die wir haben, sind Schergen eines erodierenden Bananenstaats.

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pauschaltourist 30.09.2013, 19:42
25.

Zitat von chramb
Das Ende vom Lied war dann das man die Einstellungsvorraussetzungen änderte und man nun Abitur brauchte. Das hatte die junge Frau leider nicht.
Die zweigeteilte Laufbahn, so sehr ich den Kollegen die Überleitung in den gehobenen Dienst gönne, trägt einen großen Teil bei zur gegenwärtigen Einstellungsmisere.
Das Abitur als Einstellungsvoraussetzung ist definitiv eine unnötige, praxisfremde und diskriminierende Hürde.

Bundesländer, welche die zweigeteilte Laufbahn (noch?) zurückgestellt haben, profitieren von enorm, selektieren aus dem Bewerberaufkommen mit Realschulabschlüssen und lassen geeigneten Kandidaten den Weg über ein Aufstiegsstudium in den gehobenen Dienst offen.

Absichten war die Professionalisierung der Polizeikräfte, wobei der Faktor körperliche und nicht nur intellektuelle Robustheit völlig außer Acht gelassen wurde. Schmächtige 60-kg-Hänflinge in 15-Kilo Körperschutz mit Helm und Schild gegen Hooliganhorden oder als SEKler?

Auch sollte der Polizeidienst finanziell attraktiver gestaltet werden. Dagegen ist grundsätzlich kein Gegenargument vorzubringen, erschließt sich doch nicht, dass A7-Beamte für 1.700€ netto Leib, Leben und Biorhythmus im Wechselschichtdienst riskieren.

Dieses Problem hätte man mit der nachhaltigen Anhebung der Eingangsämter im mittleren Dienst beheben können. Zumal davon auch Feuerwehr- und Justizbeamte profitiert hätten. Auch diesen Berufsgruppen im überwiegend mittleren Dienst gönne ich Einkommenszuwächse von Herzen.

Das nächste Problem stellt die 50%-ige Einstellungsquote weiblicher Polizisten dar. Mutterschaftsurlaub, Teilzeitdienst, Nachtdienstuntauglichkeit und das strikte Streben nach Innendienst werden die Polizeibehörden noch stärker treffen als die anstehende Pensionslawine.

Mir ist schleierhaft, wohin diese Entwicklung führen soll und wird.

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kaynchill 30.09.2013, 19:42
26. mit der Resonanz hätte man nicht gerechnet?

Das ist das grausigste das ich seit sehr langer Zeit gesehen habe. Wenn das nicht als Witz gemeint war, dann sollte man die Verantwortlichen davonjagen. denn mit so einem Image hat man die nächsten Generationen erst einmal verschreckt...

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deranaluest 30.09.2013, 19:43
27. abitur

wozu braucht ein Polizist ein Abitur? fur einen ordentlichen dienst langt ein guter realschulabschluss doch auch

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Newspeak 30.09.2013, 19:46
28. ...

Soll die Polizei doch erst mal liefern. Zuletzt ist man vor allem aufgefallen, weil man Bürger einkesselt und zusammenschlägt (Frankfurt/Main), ihnen mit Wasserwerfern das Augenlicht nimmt (Stuttgart), oder sie gleich erschiesst (Berlin, Bayern). Wer will denn diesen Job machen? Also, mal wieder selbst ans Grundgesetz halten, ordentlich mit dem Bürger umgehen (es sind die Rechte des Bürgers, die Polizisten schützen sollen, nicht die Rechte einer reichen Elite, die sich den Staat kauft!), dann klappt es auch mit dem Nachwuchs.

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kning1204 30.09.2013, 19:49
29. Zweigeteilte Laufbahn

Unter der SPD wurde beschlossen, den mittleren Dienst bei der Polizei abzuschaffen. Die Folge war zum Einen eine Kostenexplosion und zum anderen der Umstand, das nur noch Abiturienten in den Polizeidienst aufgenommen werden, weil Zugangsvoraussetzung für den gehobenen Dienst das Abitur ist. Aber die Abiturienten studieren lieber. Da verdienen sie besser und haben weniger Stress. Und die gerne Polizist werden wollen, dürfen nicht, weil sie keine mathematischen Blödmanns-Formeln beherrschen oder kein latinum haben. Da liegt der Hase im Pfeffer. Die Politik hats wieder mal versaut und wundert sich. Mich wundert da nix.

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