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Polizei-Skandal in Mecklenburg-Vorpommern: Eine Frage des Vertrauens
imago images/BildFunkMV

"Sexuelle Avancen" via WhatsApp, Drohungen zur Verhinderung einer Anzeige und eine Einladung zum privaten Fotoshooting: Drei Polizisten haben auf erschütternde Weise ihre Stellung missbraucht.

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ex rostocker 08.06.2019, 09:15
60. Wie der Herr, so's Gescherr

Der Chef der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern, CDU-Mann Lorenz Caffier, hat weder in den konkreten Fällen rechtzeitig reagiert, noch hat er Regeln für solche Fälle aufgestellt. Warum auch? Er selbst hat sich über Beziehungen Baurecht für sein Ferienhaus auf Usedom erschlichen - auch das blieb ohne Folgen. Weiter so im real existierenden Sozialismus, werter Herr Minister!

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rainer-rau 08.06.2019, 09:15
61. Gegen Gruppenzwang

Zitat von schlimmo
Diese für den Staat mit einer der relevantesten Frage zur inneren Sicherheit und das Vertrauen, das die Bürger in Polizisten setzen, ist leider nicht erst mit diesen Fällen erschüttert. Die Frankfurter Polizei glänzt in diesem Kontext beispielsweise mit einer Datenabfrage zum mutmaßlichen Versand von NSU2.0-Faxen. Skandalös ist der Umgang mit solchen Fällen allemal. Charakterlich ungeeignet sollten solche Beamte jedenfalls aus dem Dienst entlassen werden. Und das sollte nicht nur im Interesse der Politik liegen, sondern auch der Behörden selber: wenn das Vertrauensverhältnis nämlich weiter erodiert, werden die übrigen auch nicht mehr glücklich auf der Strasse sein. Mir wäre es als Polizist unerträglich, wenn solche Vorkommnisse auf den Rest abfärben.
braucht man extreme Charakterstärke. Man ist ruck-zuck Außenseiter, und dann ist das Leben nicht einfach. Wenn man in eine "faule" Dienststelle versetzt wird und sauber bleiben will, hat man gleich den Ruf des Nestbeschmutzers weg, und einen schlechten Ruf wird man so schnell nicht mehr los. Das Problem beginnt in der Schule für die "Streber", geht weiter für "Saubermänner" und "Gutmenschen" bis zum Fraktionszwang bei politischen Entscheidungen. Der immer noch größte Anteil der "Anständigen" braucht unbedingt mehr Rückendeckung, aber bei "der" politischen und behördlichen Landschaft fragt man sich, von wem.

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neue_mitte 08.06.2019, 09:27
62.

Zitat von michidharky
[...] und wer meint dass der Beschützer bei leichtem Fehlverhalten sofort vor der Ruine seines Lebens steht, der muss auch dazu bereit sein den Beschützer zu schützen. Es gibt ein Bundesbeamtengedetz, da steht alles drin auch Regelungen bei Fehlverhalten. Ein Diziplinarverfahren in der Akte ist nicht schön, selbst wenn bewiesen wurde das nichts passiert ist. Keine Möglichkeit zu anderen Dienststellen zu kommen, spätere Beförderung da schlechtere Beurteilungen etc etc.
Sie meinen also, die sexuelle Belästigung von Minderjährigen und hier speziell, die sexuelle Belästigung von bereits traumatisierten Minderjährigen wäre ein "leichtes Fehlverhalten"? Sehr interessant. Erinnert mich an die Verteidiger von HC Strache: Er hätte sich bloß etwas daneben benommen, Schwamm drüber. Sie sollten Ihren moralischen Kompass mal überprüfen, offenbar ist die Skala unter der Nadel hinweg verschoben.

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kulupp 08.06.2019, 09:32
63. Soldat war nicht geeignet und sollte entlassen werden

Weil er rechte Soldaten anzeigte. Pädophile Polizisten oder Straftaten im Dienst sind kein Problem. Es ist erschütternd.

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traumglauben 08.06.2019, 09:39
64.

Zitat von michidharky
Der Umkehrschluss wäre, dass jeder der Polizisten beleidigt, bedroht oder angreift ebenfalls die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommt. Wer A sagt muss auch B sagen und wer meint dass der Beschützer bei leichtem Fehlverhalten sofort vor der Ruine seines Lebens steht, der muss auch dazu bereit sein den Beschützer zu schützen. Es gibt ein Bundesbeamtengedetz, da steht alles drin auch Regelungen bei Fehlverhalten. Ein Diziplinarverfahren in der Akte ist nicht schön, selbst wenn bewiesen wurde das nichts passiert ist. Keine Möglichkeit zu anderen Dienststellen zu kommen, spätere Beförderung da schlechtere Beurteilungen etc etc.
Leichtes Fehlverhalten? Mann, Sie haben den Schuss nicht gehört

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Tadeuz2 08.06.2019, 09:40
65. M-V Schäm dich!

Und das im Bundesland mit der Ministerpräsidentin Schäm-Dich! Pfuo-Deibel! Wenn andere Polizisten Anstand hätten, würden sie es gegenüber diesen "Kollegen" zeigen. Ja wenn...

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focuspuller 08.06.2019, 10:26
66. Charakterfragen

Für ihren Job charakterlich ungeeignete Menschen gibt es in jedem Job. Bei der Polizei wirken sie aber wie Salzsäure, die das tragende Vertrauensgerüst von innen her auffrisst. Dass die Täter keinen bzw. den grundfalschen Charakter besitzen, scheint ausweislich der Darstellung in diesem Text auf der Hand zu liegen. Vollkommen unverständlich ist es, wenn die zigtausend anderen Polizisten, die ihren Job - der ihnen oft und zum Glück Berufung ist - den schwierigen strukturellen Bedingungen, den unterirdischen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten, der zu geringen Entlohnung, den negativen Folgen fürs eigene Familienleben und dem abnehmenden öffentlichen Respekt zum Trotz unter hohem persönlichen Engagement machen, solche "Kollegen" in ihre Reihen dulden.

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kuac 08.06.2019, 12:51
67.

Zitat von mostein
Der Spiegel als Vollstrecker? Noch leben wir in einem Rechtsstaat und Strafen werden vom Gericht verhängt, nicht "auf jeden Fall". Mal sehen, was Presserat und Bundespräsident dazu sagen!
Ein Polizist will Sex mit einem 13 jährigen Mädchen und Sie regen sich über die Berichterstattung auf!

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medfield,ma 08.06.2019, 14:41
68.

Ich habe regelmäßig als Strafverteidiger in M-V zu tun. Das, was dort in großen Teilen der Justiz/Polizei/Verwaltung passiert, hat mit Rechtsstaatlichkeit aber mal so gar nichts zu tun. M-V ist diesbezüglich in Teilen ein failed state.

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vormaerz 08.06.2019, 15:22
69. Man sollte das Augenmerk

auch mal darauf richten, dass das Thema, dass Polizisten bei Verfehlungen im Amt fast nie verfolgt werden, weil sie a) nicht zu identifizieren sind b) sich die Kollegen gegenseitig schützen c) interne Ermittlungen gemütlich im Sand verlaufen und d) Staatsanwaltschaften beide Augen zudrücken, absolut nicht neu ist. Bisher haben CDU/CSU/FDP/SPD noch immer verhindert, dass eine unabhängige Ermittlungsstelle geschaffen wurde. Man kann vermuten, dass sich Parteien hier ihre Polizei halten, die zur Stelle ist, wenn es darum geht, zweifelhafte aber politisch erwünschte Einsatzkonzepte auszuführen. Die Geschichte der Gesetzesverstöße ist mittlerweile sehr lang, aber der Bürger hat die Straffreiheit von Beamten immer noch gefälligst zu ertragen. Viele schlechte Erfahrungen erzeugen viele Bekanntenkreise mit Erzählungen über schlechte Erfahrungen. Kein Wunder, dass das Vertrauen sinkt. Hier wird ein Biotop obrigkeitsstaalichen Denkens gehegt und gepflegt, das eines bürgerlichen Staats hochgradig unwürdig ist. Wir waren – wenigstens gedanklich – schon mal weiter, das muss aber vor der "geistig-moralischen" Kehrtwende gewesen sein.

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