Forum: Panorama
Polizeichef Ron Johnson: Der Friedensstifter von Ferguson
AP/ St. Louis Post-Dispatch

Gespräche statt Gummigeschosse: Ron Johnson hat die eskalierte Lage in der US-Kleinstadt Ferguson beruhigt. Panzerfahrzeuge und Polizisten in Kampfmontur sind aus den Straßen verschwunden - zur Freude der Protestierenden.

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karl-der-gaul 15.08.2014, 14:04
1.

Ich hab nirgendwo gelesen was eigentlich an dem Tag passiert ist als der junge Schwarze erschossen wurde. Ist der weiße Polizist in der früh aufgestanden und dachte heute ist ein feiner Tag einen schwarzen Jungen zu erschießen. Es muss irgendwas vorher passiert sein. Was den?

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meine 15.08.2014, 14:20
2. irrenhaus

Die USA sind ein totales Irrenhaus geworden. Leider mit weltweitem Sendungsbewusstsein. Das ist nicht der American Way of Life mit dem ich großgeworden bin. Wo ist das Land geblieben, dass Bürgerrechte achtet und verteidigt? Stattdessen Krieg und Gewalt nicht nur weltweit sondern auch gegen die eigene Bevölkerung. Auch im Geheimen, s. NSA.
Ich schüttle fassungslos den Kopf über dieses Amerika, das mit dem Land, das ich einst bewundert hatte nichts mehr gemein hat.

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walter_e._kurtz 15.08.2014, 14:27
3. sehr schön

Zitat von sysop
Gespräche statt Gummigeschosse: Ron Johnson hat die eskalierte Lage in der US-Kleinstadt Ferguson beruhigt. Panzerfahrzeuge und Polizisten in Kampfmontur sind aus den Straßen verschwunden - zur Freude der Protestierenden.
...daß hier ganz offensichtlich ein alternativer Ansatz zum Law-and-Order Gehabe des völlig überforderten Dorfsheriffs gefunden wurde.
Alles Gute und viel Glück, daß sich die Situation (nicht nur) in Ferguson zum Guten hin wandelt. Das wird ein langer Weg.

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sponner_hoch2 15.08.2014, 14:31
4.

Zitat von karl-der-gaul
Ich hab nirgendwo gelesen was eigentlich an dem Tag passiert ist als der junge Schwarze erschossen wurde. Ist der weiße Polizist in der früh aufgestanden und dachte heute ist ein feiner Tag einen schwarzen Jungen zu erschießen. Es muss irgendwas vorher passiert sein. Was den?
Stand hier in irgendeinem anderen Artikel (könnte SpOn aber in der tat öfter verlinken):

MIchael Brown und sein Freund waren auf dem Weg zu Großmutter und gingen wohl auf der Straße. Der Polizist forderte sie auf, auf den Bürgersteig zu gehen. Die beiden antworteten, es sind eh nur noch ein paar Meter, die könnten sie auch noch auf der Straße laufen. Daraufhin hat der Polizist Brown in den Wagen gezehrt, es gab einen Schuß im Wagen, Brown ist aus dem Wagen raus und stand/ging dann draußen mit erhobenen Händen, dann hat der Polizist mehrmals auf in geschossen.

Alles ohne Gewähr, da a) aus meiner Erinnerung und b) ich nicht mehr weiß, von wem diese Schilderung kam.

Ich hoffe, dass das FBI mit seinen Ermittlungen Licht in die Sache bringen kann.

Wie auch immer, warum zwingend irgendwas passiert sein muß (wie sie schreiben), erschließt sich mir nicht. Sooooo undenkbar ist es ja nicht, dass kein objektiv nachvollziehbarer Grund für eine Eskalation vorgelegen hat und der Polizist letztenendes aus "Spaß" geschossen hat. Da kann ja schon eine "Respektlosigkeit" wie ein nicht gesagtes "Sir" reichen, um auszurasten - willkommen in den Südstaaten, vor allem bei der Polizei mit paramilitärischer Ausbildung und Corpsgeist.

Der http://de.wikipedia.org/wiki/Mississ...aktivistenmord ist gerade mal 50 Jahre her, und die Reaktion der Vertreter von Mississippi 1989 (siehe unten im Wikipedia-Artikel) sogar erst 25 Jahre.

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sponner_hoch2 15.08.2014, 14:33
5.

Zitat von walter_e._kurtz
...daß hier ganz offensichtlich ein alternativer Ansatz zum Law-and-Order Gehabe des völlig überforderten Dorfsheriffs gefunden wurde. Alles Gute und viel Glück, daß sich die Situation (nicht nur) in Ferguson zum Guten hin wandelt. Das wird ein langer Weg.
So weit ich weiß nicht der Dorf-"Sheriff": Laut NY Times war für die Einsätze bei den Demonstrationen nicht die mehr die Polizei von Ferguson federführend, sondern die Polizei von St. Louis County (nicht zu verwechseln mit der Polizei von St. Louis Stadt). Was es jetzt allerdings auch nicht besser macht...

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walter_e._kurtz 15.08.2014, 14:44
6. danke für info

war mir gar nicht klar :-(
Zitat von sponner_hoch2
... Was es jetzt allerdings auch nicht besser macht...
Schön, daß Sie das selbst schreiben ;-)
war mir gar nicht klar :-(

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expat_ja 15.08.2014, 14:49
7. Gute Frage

Zitat von karl-der-gaul
Ich hab nirgendwo gelesen was eigentlich an dem Tag passiert ist als der junge Schwarze erschossen wurde. Ist der weiße Polizist in der früh aufgestanden und dachte heute ist ein feiner Tag einen schwarzen Jungen zu erschießen. Es muss irgendwas vorher passiert sein. Was den?
Das ist ja noch nicht wirklich geklärt. Siehe hier:

http://www.spiegel.de/panorama/justi...-a-985461.html
Für das massive Auftreten der Polizei kann man allerdings auch Verständnis haben, wenn man ein paar Zitate aus den bisherigen SpOn-Artikeln liest.
"Am Sonntagabend kam es zu Unruhen: Anwohner zerstörten Fensterscheiben von Autos und brachen in Geschäfte ein. Eine Ladenbesitzerin berichtete einer Lokalzeitung von Plünderungen."

"Nach Polizeiangaben warfen einige Demonstranten Molotowcocktails und versuchten Polizisten anzuzünden."

"Die Protestierenden versammelten sich unter anderem vor der Polizeidienststelle in Ferguson, einige riefen: "Tötet die Polizisten"."

Da haben einige einfach einen Anlass gefunden ihren Hass und Frust auf sich und die Welt auf die Strasse zu tragen.
Bevor geklärt ist was wirklich vorgefallen ist, und ohne den genauen Hintergrund des erschossenen Jungen zu kennen, ist der Fall an sich schwierig zu bewerten. Natürlich war er in den Augen seiner Familie der liebste Junge der Welt.

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stefansaa 15.08.2014, 14:56
8.

Zitat von expat_ja
Das ist ja noch nicht wirklich geklärt. Siehe hier: Für das massive Auftreten der Polizei kann man allerdings auch Verständnis haben, wenn.....
tja, was meinen Sie was einen Menschen dazu veranlasst so zu reagieren? Jahrelange freundschaftliche Umarmungen vom Freund und Helfer sicherlich nicht...

Wenn eine gesamte Volksgruppe erst entführt, dann versklavt, anschließend "befreit" und dann immer noch benachteiligt wird, kann man solche Reaktionen irgendwie nachvollziehen. Gutheißen definitv nicht aber was soll man als Ventil erwarten? Sollen alle im Kreis tanzen und Kumbaja singen? Es ist doch klar, dass die Leute nur mit Gewalt reagieren. Anders nimmt sie entweder a)keiner wahr oder b) keiner ernst. Wenn da ein paar Schwarze friedlich demonstrieren würden, hätte bisher kein Arsch was davon mitbekommen... (mal vereinfacht ausgedrückt).

Es können auch in Berlin 100.000 Menschen auf die Straße gehen. Wenn die Einheitsmedien nicht darüber berichten, bekommt es keiner mit.

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Tomislav1980 15.08.2014, 14:59
9.

Zitat von meine
...Wo ist das Land geblieben, dass Bürgerrechte achtet und verteidigt? ...
Welches Land meinen Sie?

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