Forum: Panorama
Polizeiwissenschaftler Behr: "Profiling geschieht immer"
DPA

Wie ist der Kölner Einsatz in der Silvesternacht zu bewerten? "Profiling geschieht immer", sagt Polizeiwissenschaftler Rafael Behr. Entscheidend sei, auf welcher Grundlage das passiere.

Seite 2 von 7
search31 03.01.2017, 12:40
10. Danke an die Polizei

Dank der guten Arbeit der Polizei (während viele Kritiker mit ihren Familien Silvester gefeiert haben) konnten schlimme Übergriffe vermieden werden. DANKE.
Man sollte nicht alles zerreden.

Beitrag melden
gfbs 03.01.2017, 12:48
11. DuckTales

Doulas Adams: "If it looks like a duck, and quacks like a duck, we have at least to consider the possibility that we have a small aquatic bird of the family Anatidae on our hands."

Frei übersetzt: "Wenn er aussieht wie einer der Straftäter der Silvesternacht 2015, spricht und sich benimmt wie einer der Straftäter der Silvesternacht 2015, sollten wir zumindest ansatzweise in Erwägung ziehen, dass wir es mit einer Person zu tun haben, deren Verhalten in der Silvesternacht 2016 genauerer Observation unterzogen werden sollte."

Beitrag melden
Kit Kerber 03.01.2017, 12:48
12.

Der Unterschied zwischen racial profiling und erlaubtem profiling ist mir nicht klar geworden.

Behr: "Wenn sie ausschließlich aufgrund von äußeren Merkmalen wie zum Beispiel ihrer Hautfarbe überprüft wurden, wäre das ein Fall von Racial Profiling. Profiling, das aufgrund von Tatsachen, Theoriewissen und polizeilichen Erkenntnissen erfolgt, ist aber nicht verboten, sondern fester Bestandteil der Polizeiarbeit."

Der Süddeutschen Zeitung (die wiederum eine wissenschaftliche Studie zitiert) entnehme ich, daß die statistische Wahrscheinlichkeit, daß ein afroamerikanischer Jugendlicher einen Mord oder einen Totschlag begeht, sieben mal so hoch ist wie beim Rest der jugendlichen US-Bevölkerung.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/studie-zu-gewalt-in-den-usa-schwarze-taeter-schwarze-opfer-1.378459

Wenn die amerikanische Polizei schwarze Jugendliche häufiger kontrolliert, ist das dann racial profiling oder normales, erlaubtes profiling? Für racial profiling spricht, daß aufgrund der Hautfarbe kontrolliert wird, für erlaubtes profiling, daß es wissenschaftliche und polizeiliche Erkenntnisse gibt, die eine verstärkte Überwachung schwarzer Jugendlicher sachlich rechtfertigt.

Schade, daß das Problem der Unterscheidung in dem Interview nicht vertieft wurde. Der SPIEGEL hätte hier stärker nachhaken können, um mehr Klarheit in die Sache zu bringen.

Beitrag melden
7-zwerge 03.01.2017, 12:48
13. Die Grünen und ihre übertriebene political correctness!

Wenn die Polizei gegen illegale Wagenrennen ermittelt, darf sie sich aus pc - wie es Simone Peter definiert - nicht ausschließlich an junge Männer im aufgemotzten PKW orientieren, sondern muss auch Fahrzeuge mit Familie/Kindern und Rentnern kontrollieren. Sonst könnte der Verdacht der Diskriminierung von jungen Männern entstehen. Silvester hätte die Polizei auch alle männlichen Bewohner in den Kölner Altersheimen überprüfen müssen. Diese waren zwar letztes Jahr nicht auffällig, aber aufgrund der Antidiskriminierung muss nach allen Seiten überprüft werden. Und um weiterhin Korrekt zu sein, darf nicht mehr von „Abgeordneten“ gesprochen werden. Dass sind „Gewählte Volksvertreter, die die Macht haben, sich ihre Bezüge und Altersvorsorge zu Lasten der Steuerzahler selber festlegen zu können und bei der Gesetzgebung Lobbyisten zur Unterstützung ihrer Arbeit einschalten“. Danke Frau Peter, jetzt wissen wir, dass ihnen die Sicherheit der Bevölkerung unwichtiger ist als irgendwelche sprachlichen Abkürzungen. Dies ist der Grund, warum eine Alternative Partei immer häufiger mehr Stimmen einfährt als Die Grünen/Bündnis 90. Hinweis: Dies ist lediglich meine Meinung, keine Fake-News und deshalb nicht strafverfolgungswürdig.

Beitrag melden
istvanfred 03.01.2017, 12:53
14.

Vermutlich wird sich niemand von denen, die sich über das Silvester-Profiling der Kölner Polizei aufregen, beschweren, wenn glatzköpfig lederbestiefelte Männer-Grüppchen nur auf Grund des äusseren Erscheinungsbildes kontrolliert werden.
Und wenn die Polizei dann noch vereinfachend abkürzend von Skins (die es sowohl links als auch rechts gibt) oder Hools oder sonstwas spricht, holla die Waldfee: auch das regt niemanden auf.
Profiling ist halt zeitgemäss. Eine notwendige Reaktion auf die sich wandelnden Gegebenheiten.

Beitrag melden
kladderadatsch 03.01.2017, 13:02
15. Antidiskriminierungsgesetz unrealistisch

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist wirklich gut gemeint, aber nicht umsetzbar. Leider sind nun mal nicht alle Menschen gleich. Wenn man hier keine Unterschiede machen könnte, dann könnte kein Türsteher seine Arbeit machen. In das Münchner P1 kommen Normalsterbliche gar nicht rein. Gut, das ist nicht gerecht, aber die Geschäftsstrategie eines Nachtclubs und die Privatsache des Discoinhabers. Man muss ja nicht ins P1. Ich halte die Aufregung über den Stuttgarter Zahnarzt, der eine Frau mit Kopftuch nicht einstellen wollte auch für unehrlich, sofern er davon ausgehen muss, dass es seinem Geschäft schadet. Wenn Frauen länger leben, ist es nur gerecht, wenn sie andere Konditionen bei privaten Rentenversicherungen bekommen usw. Junge Männer verursachen häufiger Autounfälle, also sollten sie für Versicherungen mehr zahlen usw. Aristoteles sagt deshalb Gleiches soll gleich und Ungleiches ungleich behandelt werden.

Beitrag melden
Justitia 03.01.2017, 13:11
16.

Zitat von dulcineadeltoboso
Wer in letzter Zeit schon mal mit dem Zug nach Frankreich gefahren ist, hat sicherlich festgestellt, dass die Grenzer auch nicht jeden Reisenden kontrollieren. Strenggenommen ist das wohl racial profiling. Vielleicht kann man hier noch eins draufsetzen und behaupten, Grenzkontrollen seien an sich schon rassistisch. Es geht ja nicht darum allgemein irgendwelche Straftäter herauszufischen, sondern speziell illegale Einwanderer. Ähnlich war es jetzt in Köln. Die Übergriffe im letzten Jahr kamen von denen, die man damals auch schon als Nafris bezeichnet hat. Erklärtes Ziel des diesjährigen Polizeieinsatzes war es, genau dies zu verhindern. D.h. der Einsatz selbst richtete sich schon gegen eine bestimmte ethnische Gruppe.
Die Polizei steckt wegen des Verbots des racial profilings bei bestimmten Delikten in einem Dilemma. Einerseits ist ihr aufgrund ihrer Erfahrung und aufgrund bestimmter Verbotsnormen bekannt, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, bei Kontrollen bestimmter Ethnien oder anderer Personengruppen mit einem gemeinsamen Merkmal, einen Treffer zu landen, als bei anderen Ethnien. Trotzdem darf sie sich nicht nur aufgrund des Aussehens einer Person, auf solche Personen konzentrieren. So ist beispielsweise die Wahrscheinlichkeit höher, im Grenzgebiet bei einer Kontrolle wegen unerlaubter Einreise, bei nordafrikanisch oder arabisch aussehenden Personen einen illegal Einreisenden zu fassen, als bei der Kontrolle eines westeuropäisch aussehenden Reisenden. Um sich korrekt zu verhalten, muss die Polizei also auch Personen kontrollieren, die nach ihrer Erfahrung als Deliquent eher nicht in Frage kommt. Das ist meines Erachtens Verschwendung von Resourcen. Ein solches Profiling ist meiner Ansicht nach nicht grundsätzlich rassistisch, es ist vielmehr das Heranziehen von bekannten Täterprofilen, um die beschränkte Resource "Polizei" möglichst effizient einzusetzen, um Straftaten aufzudecken oder zu vermeiden. Es ist meiner Ansicht nach eben dann nicht rassistisch, wenn mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bestimmte Ethnien oder sonstige Personengruppen als in Frage kommende Täter bestimmter Verbotsnormen ausschliessen kann und man sich auf die verbleibenden Personen mit gemeinsamen Merkmalen konzentriert. So macht es ja auch wenig Sinn, zur Vermeidung von Sexualdelikten in einem Park, Frauen zu kontrollieren. Es ist sinnvoll, wenn sich die Polizei hierbei auf das männliche Geschlecht konzentriert. Bei allgemeinen Personenkontrollen, die sich nicht auf eine bestimmte Verbotsnorm bezieht, sieht das dann aber anders aus.

Beitrag melden
hasimen 03.01.2017, 13:14
17. rein mathematisch ?

Also mal sachlich und mathematisch gesehen wäre es in der Kölner Innenstadt sicherlich so gewesen, dass bei nicht ausreichender Reaktion der Polizei es im Nachhinein zu einer überproportionalen Zahl an Straftaten gekommen wäre, von ... was ... wem ? Wie würde die Aufteilung statistisch dann gewesen sein ? Ich behaupte mal dann hätte es genauso und vielleicht sogar schlimmer ausgesehen mit einer eindeutigen Feststellung, nämlich der die alle vermuten. Deswegen hat das nichts mit rassistischer Bewertung zu tun, sondern mit der einfachen Erkenntnis das die schlimmsten Befürchtungen wahr wurden. Wer sich dem verschließt oder das in Frage stellt ist ( zumindest mathematisch gesehen ) auf dem Abstellgleis. Alles - aber auch alles was im Vorfeld und während dem Einsatz der Polizei in Köln stattgefunden hat war gerechtfertigt und korrekt. Anderslautende Meinungen können nur von Personen stammen die nicht nah genug an der Realität und schon gar nicht vor Ort waren. Danke nochmals den Polizei und Sicherheitskräften in Köln.

Beitrag melden
cycokan 03.01.2017, 13:14
18. Der Kern der Sache, aus meiner Sicht

Ich bin grundsätzlich nicht übertrieben PC im privaten Umfeld, aber doch zurückhaltender in der Öffentlichkeit. Das gehört einfach zum zivilisierten Umgang unter zivilisierten Menschen.

Inhaltlich finde ich das Polizeiverhalten in Köln zu Silvester in Ordnung, angemessen der letztjährigen Umstände und der akuten Gefährdungslage nach dem Berliner Attentat.

Allerdings liegt für mich einfach ein ziemliches Versagen der verantwortlichen Öffentlichkeitsarbeiter vor. Ich verstehe nicht, was der Sinn des Tweets war. Die Presseabteilung in München und Berlin wurden gelobt, weil sie klar und informativ gepostet haben, das Kölner Verhalten war hingegen unangemessen und anbiedernde Eigenwerbung. Mir geht es nicht um Profiling, das ist, mMn, durchaus in bestimmten Situationen auch nach Augenschein legitim. Aber fair und gleich muss es in Deutschland zugehen. Ich kann mir vorstellen, dass es durchaus auch mal deutsche regionale Gruppen geben kann, die man ausfiltert, ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass die Polizei dann über Ossis oder Bazis twittern würde. Wie gesagt, inhaltlich alles kein wirklich schwerwiegendes Fehlverhalten, aber doch latenter Alltagsrassismus und Populismus. Nicht in der Sache, aber in der Form. Unterschwellig liegt einfach vor, dass der Verantwortliche Twitterer ziemlich gedankenlos etwas über Nordafrikaner herausgelassen hat, was ihm über andere Menschengruppen hunderprozentig nicht in den Sinn gekommen wäre.

Ich finde, da muss ein Polizei Öffentlichkeitsarbeiter schon aufpassen, für wen und unter welchen Umständen er die neuen Medien verantwortungsvoll nutzt, da geht es nicht um hip und cool sein. Lisa und Lena, oder Dagi Bee sind jedenfalls nicht der geeignete Maßstab für offizielle Polizeikanäle, auch wenn sie die meisten Follower haben mögen und wir brauchen auch keine polizeieigenen Liveticker über banale Routinearbeit.

Beitrag melden
wolly21 03.01.2017, 13:18
19. Bekannt?

Zitat von Katzazi
"......ob "Nafri" nun "Nordafrikaner" oder "Nordafrikanische Intensivtäter" bedeuten soll. Dass nur letztere angehalten wurden ist stark zu bezweifeln. Bei denen müsste man ja auch keine Identität mehr überprüfen, weil deren Identität ja bekannt ist......."
Die "Intensitivtäter" tragen ja kein Schild vor sich her, und nicht jeder Polizist kan jeden "Intensitivtäter" persönlich kennen. Selbstverständlich ist deswegen eine Identitätsprüfung notwendig.

Beitrag melden
Seite 2 von 7
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!