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Polizeiwissenschaftler Behr: "Profiling geschieht immer"
DPA

Wie ist der Kölner Einsatz in der Silvesternacht zu bewerten? "Profiling geschieht immer", sagt Polizeiwissenschaftler Rafael Behr. Entscheidend sei, auf welcher Grundlage das passiere.

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dernameistprogramm 03.01.2017, 13:21
20. Sie werden da etwas durcheinander

Zitat von kladderadatsch
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist wirklich gut gemeint, aber nicht umsetzbar. Leider sind nun mal nicht alle Menschen gleich. Wenn man hier keine Unterschiede machen könnte, dann könnte kein Türsteher seine Arbeit machen. In das Münchner P1 kommen Normalsterbliche gar nicht rein. Gut, das ist nicht gerecht, aber die Geschäftsstrategie eines Nachtclubs und die Privatsache des Discoinhabers. Man muss ja nicht ins P1. Ich halte die Aufregung über den Stuttgarter Zahnarzt, der eine Frau mit Kopftuch nicht einstellen wollte auch für unehrlich, sofern er davon ausgehen muss, dass es seinem Geschäft schadet. Wenn Frauen länger leben, ist es nur gerecht, wenn sie andere Konditionen bei privaten Rentenversicherungen bekommen usw. Junge Männer verursachen häufiger Autounfälle, also sollten sie für Versicherungen mehr zahlen usw. Aristoteles sagt deshalb Gleiches soll gleich und Ungleiches ungleich behandelt werden.
Natürlich sind "nicht alle Menschen gleich". Zum Thema: Profiling darf aber nicht - salopp formuliert - aufgrund der Rasse geschehen. So einfach ist das.

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kleinsteminderheit 03.01.2017, 13:23
21. Eine gute wie nüchterne Sicht der Dinge

Gut, dass sich SPON darum bemüht, PC Reflexe zu vermeiden.
Interessant wäre aber eine Gesamtsicht auf die Sylvesterereignisse auch außerhalb der Kölner Domplatte. Da scheint einiges aus dem Ruder zu laufen und an vielen Orten ist der öffentliche Raum zum Jahreswechsel mittlerweile offenbar nicht mehr zum unbeschwerten Feiern geeignet. Gewalt, Alkoholexzesse, Gefährdung Dritter durch Anschießen mit Raketen etc. sind auf öffentlichen Plätzen schon fast übliches Handeln. Wäre gut, da mal genauer hinzusehen.

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nalle84 03.01.2017, 13:23
22. Mir wird schlecht....

Die Polizei jetzt zu kritisieren sie hätte womöglich rassistische Motive gehabt. Mit Verlaub - Ihr habt nicht mehr alle Latten am Zaun. Es ist bekannt aus welchem Umfeld die Täter letztes Jahr kamen. Wieviele Anzeigen und wieviele Verurteilungen gab es ? Die Situation schien sich zu wiederholen und die Polizei ist eingeschritten. Es ist nicht wie letztes Jahr ausgeartet. Also waren es wohl die Richtigen. Die Nazi- und Rassismuskeule wurde die letzten Jahrzente wohl derart heftig geschwungen, dass sie in manchen Köpfen fest zu stecken scheint....
Die übertriebene politische Korrektheit ist der Grund, weshalb dieser Staat, seine Vertreter, Beamten und Bürger in dem entsprechenden Klientel nicht ernst genommen und respektiert werden...
Das ist nicht meine Meinung, sondern Erfahrung!

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rainerseiferth 03.01.2017, 13:25
23. Danke an die Polizei

Nach allem, was ich über die Medien weiß hat die Polizei in Köln alles richtig und folglich einen guten Job gemacht. Dafür ist ihr zu danken, und sonst gar nichts. Die haarspalterische Kritik von Teilen der Grünen ist zwar laut und schrill, und auch bestens kommuniziert, aber eben doch nur die Meinung einer gesellschaftlichen Minderheit. Damit verhalten sich diese Grünen auch nicht anders als die AfD, nur vom anderen Spektrum her.

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tcdk 03.01.2017, 13:26
24. Dann haben Sie aber Glück gehabt...

Zitat von ed_tom_bell
Zu Ihren persönlichen Erfahrungen kann ich natürlich nichts sagen, da ich Sie und die Umstände nicht kenne. Ich selbst, als einstmals mehr oder weniger fester Bestandteil der Metal-Szene, habe aber auch ausgiebig langhaarige Erfahrung, die u.a. mal darin gipfelte, dass mir ein Arbeitskollege hartnäckigst einen Vortrag über das Kiffen hielt, weil ich doch auch ein Kiffer sei, ich solle ihm doch nichts erzählen. Von der Polizei bin ich zwar auch mal kontrolliert worden. Aber nur normale Routinekontrollen, die auch mit der Sichtung der Papiere erledigt waren. Ich musste nie ins Röhrchen pussten, meine Jackentaschen ausleeren, wurde nie auf Drogen durch- oder untersucht usw. Und das völlig zurecht, denn mit Drogen hatte ich noch nie was am Hut. Ich kam mir schon geradezu langweilig vor. Ich will Ihnen wirklich nichts unterstellen, aber nach meiner Erfahrung verfügen Polizisten meist über ganz gute Menschenkenntnis und wissen wo ihre Befugnisse enden und auch wo sie sich unnötige Arbeit und Bürgern unnötige Belästigungen ersparen können. Oft liegt es einfach am Verhalten des Gegenüber ob er kontrolliert wird. Allerdings sind natürlich auch nicht ausnahmslos alle Polizisten Meister ihres Fachs oder gar Heilige. Und man hat ja auch schon hören müssen, dass auf unterschiedlichen Polizeiwachen wohl auch verschiedene Kulturen des Umgangs herrschen.
... oder waren nicht Ende der 80er/ Anfang der 90er mit langen Haaren unterwegs. Da waren Kontrollen bis in die Provinz üblich. Ich wurde in Dortmund mal aus einer Kirchentagsveranstaltung (!) gezerrt, weil Nachbarn "verdächtige Personen" gemeldet haben. Wenn Sie dann zusätzlich noch Fan vom FC Sankt Pauli und der Anti - Atom- und der Antirabewegung unterwegs waren - dann wissen Sie wie Profiling funktioniert. Umso verwunderter ist man dann, wenn man sieht was bei gegensätzliche Subkulturen alles so möglich ist besonders in den neuen Bundesländern.

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yonosoymarinero 03.01.2017, 13:27
25. Profiling..

...ist völlig normal. Wer in einer Luxus-Limousine aus der Schweiz nach Deutschland fährt, hat große Chancen, vom deutschen Zoll auf der Suche nach Schwarzgeld gefiltz zu werden. Im alten Opel Corsa passiert das eher nicht. Wer vor Silvester von Österreich nach Deutschland einreiste, wurde auf illegale Böller untersucht, allerdings nur falls männlich und unter 30 Jahre alt. Familien wurden nicht kontrolliert. Diskriminierung ? Wohl kaum.
Allerdings sind wir seit Jahren schon soweit, dass z.B. Schleierfahnder der Polizei bei Personen-Kontrollen in Zügen im Abteil erst die alte Bäuerin kontrollieren, dann den Schüler, dann den Anzugträger und ganz am Ende den Nordafrikaner. Damit ja nicht der Anschein der Fremdenfeindlichkeit erweckt werden kann. Es wird höchste Zeit, mit derartiger Ressourcenverschwendung ( Kasperltheater ) aufzuhören und die Polizei ihre Arbeit machen zu lassen.

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h.j.unsoeld 03.01.2017, 13:32
26. Einen mittleren Weg finden

Die Frage sollte nicht sein, ob wir entweder Racial Profiling betreiben oder nach strengen Kriterien Gleichbehandlung, sondern viel wichtiger dürfte das Einhalten eines ausgewogenen mittleren Wegs zu sein, was zugegebenermaßen schwieriger als ein simples Ja/Nein-Verhalten sein mag, jedoch auch viel lohnender und im Endeffekt wahrscheinlich die einzige mögliche Lösung. Das schließt auch die Akzeptanz der Afrikaner durch die Deutschen ein. Es sollte eigentlich jedem vernünftigen Menschen klar sein, dass es in guter Näherung in jedem Volk einen etwa gleich großen Prozentsatz von sogenannten (!) guten oder schlechten Menschen gibt. Wir sollten also endlich zur Kenntnis nehmen, dass diejenigen Afrikaner, die sich vor einem Jahr vor allem in Köln solcher Übergriffe schuldig gemacht haben, auch nur ein kleiner Prozentsatz der gesamten Afrikaner sind, genauso wie auch Pegida-Anhänger nur eine Minorität unter den Deutschen darstellen. Also auch hier ein Plädoyer für einen ausgewogenen mittleren Weg und nicht einfach alle Afrikaner zusammentreiben bzw. vertreiben! Die Polizei hat nicht völlig falsch gehandelt, aber wegen fehlender Sensibilität, welche gewiss im praktischen Einsicht nicht leicht, aber dennoch zu verwirklichen ist, auch nicht völlig richtig.

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tirotel 03.01.2017, 13:34
27. Hippieyeah!

Also, lieber "harry_der_schoene", ich wohne im Grenzgebiet zu den Niederlanden, bin seit 48 Jahren sehr langhaarig (65 J. alt) und werde auch nicht häufiger gefilzt als der Rest Grenzgänger. Im übrigen gibt es mittlerweile selbst Langhaarige unter den nicht-nur-Kripobeamten. Labeling approach nennt man das, was Du wohl erlebt hast. Mein Sohn (18 J.) hat sich auch vor ca. 2 Jahren von seiner Babymähne getrennt. Dies aber nur, weil sie ihn in der Schule bloß "Jesus" nannten und er ja bekennender Agnostiker ist...

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kladderadatsch 03.01.2017, 13:37
28. Das ist eben nicht so einfach

Zitat von dernameistprogramm
Natürlich sind "nicht alle Menschen gleich". Zum Thema: Profiling darf aber nicht - salopp formuliert - aufgrund der Rasse geschehen. So einfach ist das.
"Rasse" ist ein Begriff, den ich aufgrund unserer Vergangenheit gar nicht verwenden würde. Und Nordafrikanische Intensivtäter ist auch keine "Rasse", sondern eine geographische Zuordnung. Hier hat die Polizei versucht eine Gruppe, die statistisch signifikant kriminell aufgefallen ist zu beschreiben. Man sollte einfach nicht verallgemeinern und auf alle Nordafrikaner schließen. Die wollen ja anscheinend ihre Landsleute nicht mal mehr zurück haben.

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_betablogger 03.01.2017, 13:38
29.

Diese ganze Diskussion ist so weltfremd und ideologischen verblendet.
Wenn ich S-Bahn fahre, setze ich mich als Frau keinesfalls in einen Wagen mit einer Gruppe junger, "aufgekratzt wirkender" nordafrikanischen Flüchtlinge (ebensowenig wie zwischen einen Pulk von Hooligans); ist es jedoch eine Gruppe von freundlichen Nordafrikanern auf dem Weg zu einem Kongress, alles kein Problem.
Selbstverständlich beurteile ich Menschen zuerst aufgrund ihres Aussehens, welche Kriterien stehen mir (und der Polizei) sonst zur Verfügung, um schnelle Entscheidungen zu treffen? Wenn ich Gewalt im Stadion eindämmen will oder aber vermeiden möchte, dass sich die Silvesterausschreitungen wiederholen, kontrolliere ich als Polizist nicht den Familienvater, sondern muss erfahrungsgemäß handeln. Glatze allein reicht nicht als erstes Erkennungsmerkmal für einen Skinhead - auch die Herkunft, die Nationalität ist nur ein geringer Teilaspekt des ersten Eindrucks, wichtiger: Körpersprache, Auftreten, Kleidungsstil. Daher ist es kein Rassismus.

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