Forum: Panorama
Präventionsprojekt in Sachsen: Neonazis im Klassenzimmer

Während Neonazis in Sachsen gegen Ausländer demonstrieren, versuchen einige Rechte den leisen Ausstieg. Sozialarbeiter Michael Ankele hilft ihnen dabei. Er lässt sie vor Schulklassen von ihren Erfahrungen in der Szene berichten. Dabei geht es mitunter ordentlich zur Sache.

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cato-der-ältere 24.11.2013, 08:27
1. Bierflaschen-Therapie

Die Therapie für David war ja wohl simpel und wirkungsvoll. Der frevlerische Gedanke liegt nahe die erst mal an allen Neonazis auszuprobieren: schnell, billig, und sicher mit einer gewissen Erfolgsquote.
Wenn die Kids in den Klassen derart verseucht sind von rechtem Gedankengut, dann liegt hier jedenfalls ein brutalstmögliches Versagen der Schule vor.
Was vermitteln die eigentlich? Das Liebesleben der Ameisen?
Aber Persönlichkeitsentwicklung und Rüstzeug zum mündigen Bürger waren ja noch nie wirklich ein zentrales Anliegen der deutschen Pädagogik, in der Praxis jedenfalls. Pauken und Spuren hingegen schon.
Man sollte sich mal vor Augen halten dass die Altnazis damals hinterher sagten sie hätten von nichts gewusst. Die Neonazis heute wissen es aber, oder sollten es wissen. Ich hoffe diese Frage bleibt heute nicht schon wieder offen.
Wer sich jedenfalls heute noch, im vollen Wissen um die Schlächtereien damals als Nazi bekennt, ist der ultimative Verbrecher und Unmensch der nur für diese Bekenntnis schon umgehend in den Knast wandern müsste. Insofern ist das ganze Herumgeeiere in den Behörden und Schulen nicht nachvollziehbar.

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konseins 24.11.2013, 08:40
2. brauner sachsensumpf

warum hat noch niemand dem herrn ankele die gelder gestrichen, es kann doch wohl nicht sein dass er der cdu in sachsen sie zukünftigen wähler abspenstig macht. und das sie auch noch über so eine blödsinnige aktion berichten ist ungeheuerlich. die armen kinder werden in ihrer entwicklung nur vom rechten weg abgebracht. ich bitte doch darum, eher über den erfolgreichen kampf der sächsischen staatsregierung gegen den überbordenden terror linksextremistischer horden in zwickauu zu berichten...

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ron_ben_david 24.11.2013, 09:24
3. Einfach gemacht...

Zitat von cato-der-ältere
....
Aha, sind also mal wieder die Schulen schuld. Die Aufgabe der Erziehung wird von den Eltern abgegen und wenn aus dem Nachwuchs ein strammer Nazis wird, ist das plötzlich die Schuld der Schulen. Sie machen es sich aber schön einfach. Bildung schützt nicht vor rechtem Gedankengut und Antisemitismus.

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Shivon 24.11.2013, 10:16
4.

Zitat von sysop
Während Neonazis in Sachsen gegen Ausländer demonstrieren, versuchen einige Rechte den leisen Ausstieg. Sozialarbeiter Michael Ankele hilft ihnen dabei. Er lässt sie vor Schulklassen von ihren Erfahrungen in der Szene berichten. Dabei geht es mitunter ordentlich zur Sache.
Naja, der Beleg mit dem Wahl-O-Mat, der besagt, dass viele Schüler mit rechts sympathisieren, ist ja jetzt nicht so beweiskräfitg.
Obwohl ich mich selber sozialliberal einstufe, bekam ich auch, wenn ich die NPD mit angekreuzt habe, die NPD mit ca. 70% heraus.
Viele meiner Kollegen, die den Wahl-o-mat zum Spass auch benutzt haben, hatten ähnliche Ergebnisse.

Dennoch, wenn das Projekt bei mindestens einen Schüler wirkt, dann finde ich dieses gut.

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dubmaid 24.11.2013, 10:21
5. Wenn das Elternhaus versagt..

..darf der Staat durchaus auffangen - das ist in einer modernen Gesellschaft sogar seine Pflicht. Es ist nicht zuviel verlangt, dass unsere Ministerien dieses Thema aufgreifen - alles andere würde bedeuten, dass man diese jungen Menschen allein lässt. Und sie regelrecht in die Arme dieser Rattenfänger treibt. Was diesen jungen Menschen, meist Männern, fehlt ist Geborgenheit. Dabei rede ich nicht von Li-La-Lu-Mentalität, sondern von der Anerkennung als Mann, und von einem Sinn im gelebten Alltag. Warum wird erwartet, dass diese Menschen sich selbst auf den rechten Weg bringen? Wir wurden doch auch vernünftig aufgeklärt.

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Pumuckl 24.11.2013, 10:48
6. Argumente gegen Rechts

Zitat von sysop
Doch zu 90 Prozent seien die Veranstaltungen Therapie für seine Aussteiger. "Die Jungs müssen das Erlebte in der rechten Szene immer und immer wieder durchleben." Den Suff, die Arbeitslosigkeit, die Schulden, die Gewalt, die Obdachlosigkeit, die Straftaten. Den sozialen Abstieg.
Dieser Absatz gefällt mir nicht. Warum? "Suff, Arbeitslosigkeit, Schulden, Obdachlosigkeit und sozialer Abstieg" sind für mich keine stichhaltigen Argumente gegen die Ideologie des Nationalsozialismus. Das wesentliche Argument kann nur sein, dass diese Ideologie menschenverachtend ist. Ich mag jedenfalls Nazis auch dann nicht, wenn sie abstinent sind, einen Job und ein Dach über dem Kopf haben, gut situiert sind nicht mit dem StGB in Konflikt geraten.

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turinturambar 24.11.2013, 11:09
7. Weiter So!

Vielen Dank an die Berichterstattung,
Ich wünsche Herrn Ankele und allen Beteiligten alles gute und bedanke mich bei Ihnen für ihr Engagement. Es ist wichtig nicht wegzuschauen und dieses Thema weiterhin in der Mitte der Gesellschaft zu bewahren und sich den frühen Anfängen zu wehren. Hier wurde in den 90er versagt.
Viel Dank für ihren Mut !
An Forumsmitglied "konseins": Solche Kommentare versauen mir den Morgen, auch vielen Dank dafür!

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horst87 24.11.2013, 11:44
8.

Zu dem Wahl-O-Mat. Es ist eigentlich bekannt, dass die NPD das Tool ausnutzt, indem sie den Katalog so ausfüllen, dass sie möglichst viel Zuspruch erhalten.
Als ein weiteres Problem sehe ich an, dass die etablierten Parteien die Naziproblematik grundlegend falsch angehen. Bei der CDU wird immer erst mal reflexartig darauf verwiesen, dass ja auch Linke Gewalttaten begehen, bei den Linken und Grünen denkt man immer noch, dass man braunes Gedankengut bekämpft indem man sagt, dass Nazis doof sind und bei der SPD lassen sich die älteren Politiker höchstens mal auf einer publikumswirksamen Demo blicken und die Jusos halten es wie Grüne und Linke..

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denkdochmal 24.11.2013, 15:39
9. Sie haben Recht!

Zitat von cato-der-ältere
Die Therapie für David war ja wohl simpel und wirkungsvoll. Der frevlerische Gedanke liegt nahe die erst mal an allen Neonazis auszuprobieren: schnell, billig, und sicher mit einer gewissen Erfolgsquote. Wenn die Kids in den Klassen derart verseucht sind von rechtem Gedankengut, dann liegt hier jedenfalls ein brutalstmögliches Versagen der Schule vor. Was vermitteln die eigentlich? Das Liebesleben der Ameisen? Aber Persönlichkeitsentwicklung und Rüstzeug zum mündigen Bürger waren ja noch nie wirklich ein zentrales Anliegen der deutschen Pädagogik, in der Praxis jedenfalls. Pauken und Spuren hingegen schon. Man sollte sich mal vor Augen halten dass die Altnazis damals hinterher sagten sie hätten von nichts gewusst. Die Neonazis heute wissen es aber, oder sollten es wissen. Ich hoffe diese Frage bleibt heute nicht schon wieder offen. Wer sich jedenfalls heute noch, im vollen Wissen um die Schlächtereien damals als Nazi bekennt, ist der ultimative Verbrecher und Unmensch der nur für diese Bekenntnis schon umgehend in den Knast wandern müsste. Insofern ist das ganze Herumgeeiere in den Behörden und Schulen nicht nachvollziehbar.
Es ist eine unglaubliche Unfähigkeit, mit der Behörden, Schulen, Politik und Justiz mit jenen umgehen, die erklärtermaßen Anhänger der größten und schändlichsten Verbrecherbande der deutschen Geschichte sind.
Die unverholen in Liedern Texten und in ihrem Gelaber sich als Feinde der Demokratie "outen".
Die Menschen psychisch und physisch verletzen, sogar töten und sich noch als "Helden" sehen, ganz so, wie ihre verbrecherischen Vorbilder.
Mit salbungsvollen Sonntagsreden, aus denen mangelnder Wille und Unfähigkeit nur so heraus quillt, ist nichts getan.
Satt dessen Milde gegenüber den Nazis. Eine Milde, die ich ganz nahe an der Beihilfe sehe.
Warum gelingt es nicht, simple Wahrheiten, wie Krieg, "Vernichtung" von Millionen Menschen, Männern, Frauen und Kindern, den Verlust von 1/3 des deutschen Staatsgebietes als Folge dieses Verbrecherischen Regimes zu verdeutlichen, dies in einer Zeit, in der "Erfolg" alles zu sein scheint.
Und in dieser Zeit gelingt es verbrecherischen Verführern, Jugendliche für "Looser" und Verbrecher zu begeistern?
Wie kann das sein?
Statt dessen steckt man Millionen in Denkmäler, die durch die gelebte Wirklichkeit zur Farce werden.

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