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Pressekompass: Fehlt den Deutschen der Glaube? Das sagen die Medien
DPA

Immer weniger Bundesbürger zieht es noch in Kirche - die Austritte sind auf Rekordstand: Stecken wir in einer Glaubenskrise oder nervt schlicht die Kirchensteuer? Der Pressekompass zeigt den Meinungstrend der Medien.

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tatsache2011 29.07.2015, 12:53
140. Sie weichen weiter aus

Zitat von forumgehts?
der Bibel stehen aber auch manchmal ganz praktische Sprüche: Prüfet alles, und das Gute behaltet. Das tue ich schon lange, und was gut für mich ist, entscheide ich von Fall zu Fall. Damit kommt man idR ganz gut durchs Leben, auch wenn man sich manchmal irrt.
Praktische Sprüche in der Bibel haben aber nichts mit Glauben zu tun.
Sie weichen weiter aus.

Stimmen Sie dem Bischof zu, dass das Leben des 9-jährigen vergewaltigten Mädchens riskiert werden muss, weil angeblich Gott die Abtreibung verboten hat?

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senfdazugeber3000 29.07.2015, 15:59
141. Bei aller Prinzipienstrenge: Barmherzigkeit ist die größte der Tugenden

Zitat von tatsache2011
Stimmen Sie dem Bischof zu, dass das Leben des 9-jährigen vergewaltigten Mädchens riskiert werden muss, weil angeblich Gott die Abtreibung verboten hat?
Ich hoffe, Erzbischof José Cardoso Sobrinho hat das nicht genau so gesagt oder gemeint, wie Sie es hier darstellen. Es handelte sich in dem angesprochenen Fall wohl um das klassische moralische Dilemma: Darf man einen Menschen töten, um das Leben eines anderen zu retten? Egal, welche Entscheidung man trifft, macht man sich schuldig. Würde man nun anfangen, nach rationalen Gründen zu suchen, um den Wert des einen Lebens gegen den des anderen aufzuwiegen, käme man schneller in "Teufels Küche", als Sie denken. Würde man das Prinzip des Lebensschutzes je nach Fallgruppen relativieren, wäre es bald generell nichts mehr wert.

Erzbischof Rino Fisichella, der damalige Vorsitzende der Päpstlichen Akademie für das Leben, nahm am 15. März 2009 in der offiziellen Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" zu dem Fall aus Brasilien Stellung und betonte, dass die Kirche um das moralische Dilemma wisse, in dem sich die Handelnden befinden, und dass der Erzbischof von Recife besser daran getan hätte, ein Zeichen des Mitleids und einen Akt der Barmherzigkeit ("un atto di misericordia") zu setzen, der es erlaube, dem Fall gerecht zu werden, ohne die rechtlichen und moralischen Prinzipien infrage zu stellen ("pur mantenendo fermo il principio, ...guardare oltre la sfera giuridica per raggiungere ciò che il diritto stesso"). An das Mädchen gewandt, schrieb er: "Wir stehen auf Deiner Seite. Wir teilen Dein Leid. (...) Es sind andere, die die Exkommunikation verdienen, nicht diejenigen, die Dir erlaubt haben weiterzuleben" (dt. Übersetzung des letzten Absatzes im italienischen Original).

Quelle: http://w2.vatican.va/content/osservatore-romano/it/comments/2009/documents/062q01b1.html

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udo46 29.07.2015, 21:05
142.

Zitat von senfdazugeber3000
Ich hoffe, Erzbischof José Cardoso Sobrinho hat das nicht genau so gesagt oder gemeint, wie Sie es hier darstellen. Es handelte sich in dem angesprochenen Fall wohl um das klassische moralische Dilemma: Darf man einen Menschen töten, um das Leben eines anderen zu retten? Egal, welche Entscheidung man trifft, macht man sich schuldig. Würde man nun anfangen, nach rationalen Gründen zu suchen, um den Wert des einen Lebens gegen den des anderen aufzuwiegen, käme man schneller in "Teufels Küche", als Sie denken. Würde man das Prinzip des Lebensschutzes je nach Fallgruppen relativieren, wäre es bald generell nichts mehr wert. Erzbischof Rino Fisichella, der damalige Vorsitzende der Päpstlichen Akademie für das Leben, nahm am 15. März 2009 in der offiziellen Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" zu dem Fall aus Brasilien Stellung und betonte, dass die Kirche um das moralische Dilemma wisse, in dem sich die Handelnden befinden, und dass der Erzbischof von Recife besser daran getan hätte, ein Zeichen des Mitleids und einen Akt der Barmherzigkeit ("un atto di misericordia") zu setzen, der es erlaube, dem Fall gerecht zu werden, ohne die rechtlichen und moralischen Prinzipien infrage zu stellen ("pur mantenendo fermo il principio, ...guardare oltre la sfera giuridica per raggiungere ciò che il diritto stesso"). An das Mädchen gewandt, schrieb er: "Wir stehen auf Deiner Seite. Wir teilen Dein Leid. (...) Es sind andere, die die Exkommunikation verdienen, nicht diejenigen, die Dir erlaubt haben weiterzuleben" (dt. Übersetzung des letzten Absatzes im italienischen Original). Quelle: http://w2.vatican.va/content/osservatore-romano/it/comments/2009/documents/062q01b1.html
Fürchterlich, dieses Mitleids- und Barmherzigkeitsgesudel.

Wurde denn der Erzbitter von Recife zur Ordnung gerufen oder abgemahnt oder so etwas?
Wurde die Exkommunikation der Ärzte und der Mutter zurückgenommen?
Sicher nicht.

Dieser obrigkeitliche Gestus eines scheinheiligen Klerus ist an Dreistigkeit kaum zu ertragen.

Aber mit im Elend lebenden Brasilianern kann man es ja machen.

Im Übrigen: Nach der neuesten Prognose der UN wird die Menschheit im Jahre 2100 den elfmilliardsten Erdenbürger begrüssen dürfen.
Herzlichen Glückwunsch.

Das liegt u. a. an solchen Pfaffen wie dem aus Recife und seinen Vorgesetzten im Vatikan.

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tatsache2011 29.07.2015, 21:19
143. Schöne Worte und Prinzipien

Zitat von senfdazugeber3000
... klassische moralische Dilemma: Darf man einen Menschen töten, um das Leben eines anderen zu retten? Egal, welche Entscheidung man trifft, macht man sich schuldig. Würde man nun anfangen, nach rationalen Gründen zu suchen, um den Wert des einen Lebens gegen den des anderen aufzuwiegen, käme man schneller in "Teufels Küche", als Sie denken. Würde man das Prinzip des Lebensschutzes je nach Fallgruppen relativieren, wäre es bald generell nichts mehr wert. Erzbischof Rino Fisichella, der damalige Vorsitzende der Päpstlichen Akademie für das Leben, nahm am 15. März 2009 in der offiziellen Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" zu dem Fall aus Brasilien Stellung und betonte, dass die Kirche um das moralische Dilemma wisse, in dem sich die Handelnden befinden, und dass der Erzbischof von Recife besser daran getan hätte, ein Zeichen des Mitleids und einen Akt der Barmherzigkeit ("un atto di misericordia") zu setzen, der es erlaube, dem Fall gerecht zu werden, ohne die rechtlichen und moralischen Prinzipien infrage zu stellen ...
Schöne Worte, aber keine Antwort, wie in dem Fall gehandelt werden sollte.

Abtreibung um das Leben des 9-jährige Mädchens zu retten? Ja oder Nein.

Wie heißt es in der Bibel:
"Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein; was darüber ist, das ist vom Übel."

Der Erzbischof windet sich.
Er sagt nicht, die Exkommunikation der Ärzte ist falsch und aufzuheben.
Ansonsten möchte er die rechtlichen und moralischen Prinzipien nicht infrage stellen. Das heißt: Abtreibung nein und das Mädchen sterben lassen.

Glücklicherweise weicht das weltliche Recht von dem katholischen Recht ab.

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global player 29.07.2015, 22:17
144. Der Vergewaltiger wurde nicht exkommuniziert

Zitat von senfdazugeber3000
Ich hoffe, Erzbischof José Cardoso Sobrinho hat das nicht genau so gesagt oder gemeint, wie Sie es hier darstellen.
Er muss es so gemeint haben, denn die Ärzte hatten ja erklärt, dass das Mädchen viel zu klein war um die Zwillinge zu gebähren und die Geburt ihr Leben in Gefahr brächte. Trotzdem hat die Kirche einen Richter gebeten, die Abtreibung zu stoppen. Das Leben des Mädchens war also für sie nicht so wichtig.

Besonders empörend ist die Tatsache, dass der Bischof José Cardoso Sobrinho die Ärzte und die Mutter des Mädchens wegen der Abtreibung exkommunzierte, aber nicht den Vergewaltiger des Mädchens. Der Bischof erklärte das damit, dass eine Abtreibung eben schlimmer sei als eine Vergewaltigung. Unterstützung fand er beim Vatikan vom Oberhaupt der Bischofsversammlung Kardinal Giovanni Battista Re.

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/southamerica/brazil/4968239/Brazils-president-attacks-Vatican-for-condemning-nine-year-old-rape-victims-abortion.html

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udo46 30.07.2015, 09:34
145.

Zitat von global player
Er muss es so gemeint haben, denn die Ärzte hatten ja erklärt, dass das Mädchen viel zu klein war um die Zwillinge zu gebähren und die Geburt ihr Leben in Gefahr brächte. Trotzdem hat die Kirche einen Richter gebeten, die Abtreibung zu stoppen. Das Leben des Mädchens war also für sie nicht so wichtig. Besonders empörend ist die .......
Zwischendurch hiess es mal, dass der Vergewaltiger kein Katholik sei und daher auch nicht exkommuniziert werden könnte.
War das jetzt eine Schutzbehauptung der RKK oder Tatsache?

Ich habe leider keine Zeit, dass zu recherchieren.
Sollte aber das Zitat, das Sie hier von diesem Bischof anführen, so geäussert worden sein, wirft das nur erneut ein Licht auf die verdorbene Denkweise konservativ-orthodoxer Pfaffen.

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global player 30.07.2015, 11:05
146.

Zitat von udo46
Zwischendurch hiess es mal, dass der Vergewaltiger kein Katholik sei und daher auch nicht exkommuniziert werden könnte. War das jetzt eine Schutzbehauptung der RKK oder Tatsache? Ich habe leider keine Zeit, dass zu recherchieren. Sollte aber das Zitat, das Sie hier von diesem Bischof anführen, so geäussert worden sein, wirft das nur erneut ein Licht auf die verdorbene Denkweise konservativ-orthodoxer Pfaffen.
Hier ist, was der Erzbischof lt. Telegraph sagte:
"Asked why he did not excommunicate the 23-year-old stepfather, he said: "He committed an extremely serious crime. But that crime, according to canon law, is not punished with automatic excommunication."

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tatsache2011 30.07.2015, 11:34
147. Glaube an wen ?

Zitat von tatsache2011
... Sie weichen weiter aus. Stimmen Sie dem Bischof zu, dass das Leben des 9-jährigen vergewaltigten Mädchens riskiert werden muss, weil angeblich Gott die Abtreibung verboten hat?
Vermutlich stimmen nur 5% der Kirchgänger mit dem Bischof überein,
dass Gott verlangt,
dass ein 9-jähriges vergewaltigtes Kind sein Leben riskieren muss und nicht abtreiben darf.

Fehlt diesen Menschen der Glaube?
Ja, ihnen fehlt der Glaube an diese Kirche,
aber nicht der Glaube an Gott.

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