Forum: Panorama
Prostitutionsgegner Hans Broich: "Was Freier tun, ähnelt einer Vergewaltigung"
Werner Hallatschek/ berlinse fotoagentur

Sie nennen sich Zéromachos - Männer, die Prostitution ablehnen und Strafen für Freier verlangen. In Frankreich wurde ihre Forderung Realität, die EU könnte nachziehen. Hans Broich ist einer der Aktivisten in Deutschland. Was treibt ihn an?

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bronck 26.02.2014, 11:53
290. Wo ist die Grenze?

Wer wird dann beim Pornofilm bestraft? Dort haben zwei (oder mehr) Menschen Sex gegen Bezahlung. Der Kosument? Der Regisseur (so es einen gibt)? Der Kameramann?

Ich sehe das Anliegen und befürworte es sogar, aber man muss bei dem Thema höllisch aufpassen nicht mehr kaputt zu machen als es hilft.

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Herr voragend 26.02.2014, 11:56
291.

und was für eine Plattform hier geboten wird für die "Massenbewegung " . Dabei ist die Sache doch einfach. Wenn zwei erwachsene Menschen selbstbestimmt und frei sich dafür entscheiden Sex miteinander zu haben, sollten die Ziele der Beiden doch keine öffentliche Rolle spielen. Oder ist es etwa moralisch besser wenn zum Beispiel eine Frau mit einem Mann schläft um sich in der Firma eine bessere Position zu beschaffen. Für alle anderen Fälle (Zwangsprostitution usw. ) haben wir Polizei, Staatsanwaltschaft und Ermittlungsbehörden. Was mir auffällt das immer mehr Extremisten versuchen anderen ihr verqueres Weltbild aufzudrängen dagegen gilt es sich zu wehren.

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Oihme 26.02.2014, 11:57
292. Zweitälteste Gewerbe

Zitat von mooringman
Prostitution ...ist nicht umsonst das älteste Gewerbe der Welt.
Korrekt.
Und das Gewerbe derer, die das nicht gut fanden und sofort und für alle Zeiten abgeschafft haben wollten, das zweitälteste.
MaW: Prostitution kann man nur theoretisch verbieten, das klappt in der Praxis nie.

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dr.w 26.02.2014, 11:58
293. Erschreckend

Zitat von dns82
und erschütternd mit welcher Kälte, Oberflächlichkeit und Ignoranz einige Foristen hier argumentieren. Herrn Broich aufgrund seines Alters zu diskreditieren ist ein Armutszeugnis! Er engagiert sich aktiv gegen Prostitution und das ist gut so! Ich empfehlen allen, die sich hier "en passant" über das Thema Prostitution schwadronieren sich einmal Erlebnisberichte von Betroffenen von Zwangsprostitution zu Gemüte zu führen......
sind Sie... denn Sie sind des Lesens nicht mächtig und wenn ja, dann sind Sie eine typische Vertreterin des Aktivistenleben: keiner der Foristen ist kalt gegenüber dem Schmerz und der Problematik der Zwangsprostitution, es wird am Sinn und Zweck der Regelung gezweifelt - und die Foristen nehmen eine Grundrecht in Anspruch, nämlich das der freien Meinungsäußerung.
Das Problem der "Aktivisten" ist, dass man immer seinen Grundrechte in Anspruch nimmt und die mit anderen Meinungen gleich in den Ecke von Kinderschändern, Vergewaltigern, Mafia und ähnlichen diskriminiert. Oder eben als kalt, oberflächig und ignorant... Pfui Teufel
Grundrecht gelte für alle, nicht nur für Euch Aktivisten! Und zuhören und lesen sollte doch möglich sein. Die Debatte lebt auch davon andere Meinungen auch stehen zu lassen.
Im übrigen stimmen ich den meisten Foristen zu, ein Verbot der Prostitution und/oder Bestraffung der Freier ist nur kontraproduktiv und gefährlich; die Gründe sind hinreichend benannt.

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detlef1958 26.02.2014, 11:59
294. Der Körper ist und wird, ob wir das akzeptieren oder nicht,

Zitat von sysop
Sie nennen sich Zéromachos - Männer, die Prostitution ablehnen und Strafen für Freier verlangen. In Frankreich wurde ihre Forderung Realität, die EU könnte nachziehen. Hans Broich ist einer der Aktivisten in Deutschland. Was treibt ihn an?
gegen Entlohnung jeglicher Art eingesetzt worden, übrigensd von Frauen und Männern. Der Ansatz, Freier von Prostituierten zu bestrafen ist absolut weltfremd, geheuchelt und verzehrt die Realität zugunsten einer nicht existierenden Realtät.

Es wird immer Menschen geben, die um etwas zu erreichen, seien es finanzielle Zuwendungen oder andere positive Vorteile für sich, ihren Körper einsetzen werden.

Denken wir nur an die Elendsprostitution nach dem 2. Weltkrieg. Hätte unser interviewter "Gutmensch" damals den Frauen von seinem Vermögen gegeben..und seine Mitstreiter, um ihnen die Prostitution zu ersparen...?

Wer Ursache und Wirkung verkennt, zudem die menschliche Natur fehleinschätzt, der kommt zu solchen Denk- und Handlungsfehlern.

Zudem wird die Freitheit der Selbstbestimmung der Prostituierten ad absurdum geführt, denn wenn ihr Klientel unter Strafe gestellt wird, schadet man letztlich den Damen und Herren in diesem Gewerbe.

Meine private Meinung zum Thema.

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derohnetitel 26.02.2014, 12:00
295.

Zitat von stefansaa
Ja, genau. Wenn der Zuhälter mit dem Knüppel hinter der Dame steht und die Damen Ihnen zustimmt, dass Sie mit Ihnen Sex haben möchte, ist es also in Ordnung?
Nein ist es natürlich nicht, aber das stellt hier keiner in Abrede.
Zitat von stefansaa
Fast alle unterschätzen den Bereich der Zwangsprostitution. Wenn die Prostitution so ein sauberes Gewerbe ist, warum gibt es dann in ganz Berlin offiziell nur 6 gemeldete Prostituierte? (Sozialabgaben etc.)
Nja es ist auch ein Aufwand sich zu melden, sich einmal pro Woche untersuchen zu lassen und die Einkünfte auch zu versteuern. Die Chance, dass die Familie davon erfährt ist auch ungleich größer. Da gibt es durch aus Gründe abseits von Zwang warum sich Frauen nicht melden.

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wähler80 26.02.2014, 12:00
296. @lütt_matten

Denke viele der Freier hatten eben durch Krieg etc. nie gelernt wie man mit anderen Menschen umgeht. Sie konnten sich auch nie mit der eigenen Moralvorstellungen beschäftigen.
Es mussten immer schnell die Bedürfnisse gestillt werden. Ohne jemanden zu nah an sich ran zulassen. Sprich diese Generation ist komplett abgestumpft !
Wir leben nicht mehr im Krieg. Jeder der nur einen Hauch sozialen Umgang mit Frauen gelernt hat wird eine Partnerin finden.
Es handelt sich um ein Generationproblem... wie man an den Reaktionen und Erkärunsversuche der Foristen zu unserer Meinung sieht.

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salubrious-herb 26.02.2014, 12:01
297.

Zitat von jonny-everclean
Jeder der hier sagt es herrsche einvernehmen zwischen Kunde und Prostituierter war wohl seit 10 Jahren nicht mehr in einem großen gutbesuchten Bordell. Die Gruppen von jungen betrunkenen Männern, mit den Taschen voll Viagra, muss man geshen haben - dann weiß jeder - ohne eine Nutte zu befragen - die zu bedienen - hat garantiert nichts mit Einvernehmen zu tun. Schon mal drüber nachgedacht was Viagra mit den damals in Mode kommenden Flatratebordellen zu tun hatte. Die Idee die Freier zu bstrafen ist mit jedenfalls auch schon gekommen......
Ich war tatsächlich noch nie in einem Bordell, und korrigieren Sie mich, wenn Sie eigene Erfahrungen vorweisen können, die mir widersprechen, aber wieso kann die Prostituierte dann nicht sagen: ich mach das nicht? Wird sie dann verprügelt? Das ist nicht akzeptabel und ohnehin bereits strafbar. Oder verdient sie dann nicht genug Geld zum Leben? Dann kann sie schon, will aber nicht - das ist ein Unterschied.

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bodo@3t.ie 26.02.2014, 12:03
298. Falsche Daten und Aussagen

Also , erst mal vorweg : Zwangs Prostitution muss unterbunden werden !

Die Bespiele sind sehr ungeeignet um den Wunsch nach einer gesetzlichen Handhabe gegen Freier zu untermauern :
1. Schweden : Hier geht alles über sog. Escort Services und dies geschieht im (finanziellen) oberen Bereich ( Sugar Daddy , Escort Services usw.).
2. Über einschlägig Internetseiten werden die meisten Kontakte zu Prostituierten aufgenommen ; Bordelle und der Straßen strich spielen hier eine kleinere Rolle
3. Der Straßenstrich und Bordelle sind das Hauptproblem
4. Da es keine Hilfe für Zwangsprostituierte gibt (werden abgeschoben weil sie nicht zur EU gehören , keine aktive Hilfe zum Aussteigen usw.) muss hier angesetzt werden. Es ist ja doch allgemein akzeptiert das die meisten Zwangsprostituierten aus dem Osteuropäischen Ausland kommen und nur wenn diese eine Perspektive haben werden diese sich auch frei genug sein um ihre Peiniger anzuklagen - hier ist das Problem.

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mahrud 26.02.2014, 12:03
299. Sie haben es erkannt!

Zitat von OlLö
Was mich bei dieser ganzen Diskussion ja mal interessieren würde ist folgendes: Worin liegt der Unterschied zwischen Prostitution und der Pornoindustrie? Es geht jeweils darum, mit Sex Geld zu verdienen. Nur komischerweise wird Ersteres von einigen Leuten verteufelt, während Porno-Ikonen wie Sasha Grey gefeiert werden. Wenn man hier bei einer Linie bleiben würde, müssten auch die Produktion von Pornos verboten werden. Und wenn sich Ehefrauen nur deshalb auf Sex einlassen, damit die Männer Ruhe geben, dann am besten auch gleich diesen Sex verbieten ...
Deshalb ist die Rekriminalisierung der Prostitution ja auch nur der erste Schritt: Hier werden zunächst diejenigen mit Strafen bedroht, die keine Lobby haben - Prostituierte und Freier.
Hierbei handelt es sich um einen erwartbaren, weiteren moralinsauren Versuch, die Gesellschaft sexuell zwangszuverschlimmbessern, der noch nie in der Zivilisationsgeschichte geklappt hat. Nicht einmal der einst fast allmächtigen Kirche ist dies je gelungen.
Als man im Gegenteil feststellen musste, daß gerade in der Illegalität dieses ältesten Gewerbes der Welt, das sich nie hat verhindern lassen, der Schlüssel zu mehr Missbrauch, Elend, Erpressung, medizinischer Unterversorgung und Entrechtung liegt, war es vor gut 10 Jahren eher ein Zeichen zivilisatorischen Fortschritts, die Prostitution hierzulande zu entkriminalisieren und enttabuisieren.
Da jedoch der zweite, zwingend notwendige Schritt, das Gewerbe durch fest definierte Rahmenbedingungen zu schützen, nicht zeitnah umgesetzt wurde und man der aufgekommenen, weitverzweigten Zwangsprostitution lange nichts entgegenstellen mochte, wittern nun die prohibitionsbefürwortenden Eiferer ihre Chance.
Diese möchten gleich das Kind mit dem Bade ausschütten, denn sie versuchen uns einzureden, daß Sex als kommerzielle Dienstleistung per se einem Akt von Missbrauch, Demütigung, Machtausübung, Diskriminierung etc entspricht und die alltägliche Vergewaltigung von massenhaft entführten Zwangs-Sex-Sklavinnen fördert, weshalb man Prostitution am besten gleich ganz abschafft.
Das ist natürlich kompletter Unfug.
Statt den Druck auf die Gesellschaft zu erhöhen, indem man sie mittels pseudo-moralischer Political Correctness zu Zwangs-Puritanern umerziehen möchte, sollten eher die rechtlichen, logistischen und finanziellen Mittel aufgestockt werden, um die Menschenhändler-Mafia
zu zerschlagen. Und sicherlich ist es sinnvoll, diejenigen Freier nach dem Schwedischen Modell zu bestrafen, die deren Dienste in Anspruch nehmen, um ihnen so die Kundschaft zu entziehen.
Ein Verbot jedoch würde nur der Organisierten Kriminalität nützen, dem klassischen Zuhälter ein Comeback bescheren und die betroffenen Frauen um ihre dann nicht mehr einforderbaren Einkünfte bringen.
Spätestens aber an der mächtigen, Multi-Milliarden Dollar schweren, globalen Pornoindustrie dürfte das Experiment der Repuritanisierung der Gesellschaft scheitern.

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