Forum: Panorama
Protest gegen hohe Mieten: Aktivisten besetzen mehrere Häuser in Berlin
DPA

Dutzende Menschen sind in Berlin in leerstehende Häuser eingedrungen. Sie planen nach eigenen Angaben eine dauerhafte Besetzung. Die Polizei zeigt sich gesprächsbereit - und informiert die Eigentümer.

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thoms1957 20.05.2018, 21:16
80. Warum erst jetzt?

Wir haben in den 80ern in Kiel auch Häuser besetzt - Berlin war Vorbild. Damals wie heute wurde mit Wohnraum spekuliert und der Staat schützte eher die Profite der Spekulanten und Kapitalisten, währen Tausende verzweifelt nach bezahlbaren Wohnungen suchten. Leider hat sich nicht viel geändert in den letzten 40 Jahren. Der neoliberale Kapitalismus nimmt auf Menschen keine Rücksicht und die Polizei wird die gewünschte Ordnung wieder herstellen. Ich wünsche den jungen Besetzern viel Erfolg und bleibt friedlich.

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susie.soho 20.05.2018, 21:16
81. Haben Sie schon mal gearbeitet?

Zitat von Phil2302
Recht und Ordnung wird ja immer weniger durchgesetzt, jeder so wie er mag! Dass man auch hier wieder lieb und freundlich von "Aktivisten" spricht, sagt ja schon alles. Also ich würde mir das als Hausbesitzer nicht gefallen lassen. Außerdem kann man sich den Wohnraum sehr wohl leisten, man muss dafür nur etwas tun, was die "Aktivisten" noch nie gemacht haben: Arbeiten.
Wenn ja, wissen Sie auch, wieviel man verdienen muss, um sich überhaupt eine Wohnung in Ballungsgebieten leisten zu können. Die Unterstellung, "Aktivisten" hätten noch nie gearbeitet, ist ebenso dreist wie dumm!

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spmc-12355639674612 20.05.2018, 21:16
82. Die Gutmenschen und die Obergrenzen

Zitat von gluonball
Ja, ja, die Gutmenschen. Keine Obergrenze wollen, offene Grenzen wollen aber nicht mit den zwingenden Konsequenzen leben wollen. Je mehr Menschen in ein Land kommen desto mehr Wohnraum benötigen sie. Und wenn viele "Arme" dazu kommen dann konkurrieren sie gegen die "Armen" die schon da waren. Einfache Logik, daran scheint es zu hapern.
Tja, blöd nur, dass diese "Gutmenschen", also so Typen wie ich, vermietete Wohnungen in Berlin besitzen und dennoch der Meinung sind, dass man Häuser in Berlin nicht einfach leer stehen lassen darf, weil man's kann. Selbst habe ich nichts gegen die "zwingenden Konsequenzen" - mich treffen die ja nicht. Ich konkurriere auch nicht mit den Armen. Natürlich ist es gut für den Wert meiner Immobilien, dass sich viele Leute in Berlin drängeln, das erhöht die Preise. Dennoch habe ich nicht nötig, meinen Mietern dauernd die Miete zu erhöhen. Ich kann mir das Gutmenschentum also leisten. Warum verwenden Sie es wie ein Schimpfwort?
Merken Sie was? Weder die Gutmenschen noch Menschen, die ins Land kommen sind das Problem, sondern die, die ihre Position gnadenlos auszunutzen versuchen wie z. B. Wohnungsbaugesellschaften, die Wohnraum als Spekulationsobjekt einfach leer stehen lassen, obwohl er dringend gebraucht würde.

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norbert_blüm 20.05.2018, 21:19
83. Die Politik pennt......

Die Antwort ist doch einfach:

Mehr Bauland ausweisen. Auf dem Bauland höhere Bebauung zulassen.

Diese ganze Diskutiererei ob jetzt der minimale Lehrstand schädlich ist, ist doch einfach nur eine Scheindebatte. Selbst wenn die Belegung auf 100% ist löst es das doch die Wohnungsnot NICHT IM GERINGSTEN.

Die Politiker müssen einfach über Ihren Schatten springen und ZUM WOHLE DER ALLGEMEINHEIT Bauland ausweisen, auch gegen die Widerstände der (Grünen) Wählerschaft. Gerne auch die Bebauungspläne mit 10-30% Sozialwohnungsanteil und Maximalpreis auflegen, die Investoren werden das schon mitmachen.

Aber vielleicht ist die Regierung in Berlin daran garnicht interessiert, schließlich läßt sich ja mit diesen Besetzern und den markigen lächerlichen Sprüchen von "Eigentum verpflichtet" "wieder dem Kapital" etc. so toll Stimmung machen (bei denen die keine Ahnung haben wie Mietpreise entstehen)

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norbert_blüm 20.05.2018, 21:24
84.

Zitat von thoms1957
Wir haben in den 80ern in Kiel auch Häuser besetzt - Berlin war Vorbild. Damals wie heute wurde mit Wohnraum spekuliert und der Staat schützte eher die Profite der Spekulanten und Kapitalisten, währen Tausende verzweifelt nach bezahlbaren Wohnungen suchten. Leider hat sich nicht viel geändert in den letzten 40 Jahren. Der neoliberale Kapitalismus nimmt auf Menschen keine Rücksicht und die Polizei wird die gewünschte Ordnung wieder herstellen. Ich wünsche den jungen Besetzern viel Erfolg und bleibt friedlich.
Ganz im Gegenteil der Kapitalismus würde enorm helfen wenn nicht die Politik immer auf jeden Bürgerfurtz von irgendwelchen Baulandverhinderern etwas geben würde.

Das Problem ist doch ganz einfach:
Zu wenig Wohnraum für zu viele Menschen.

Und da ändert auch der Lehrstand und Hausbesetzer nichts das sind einfach nur Peanuts und eine Scheindebatte.

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BrunoGlas 20.05.2018, 21:26
85. Phil2302, so sieht das Thema bezogen auf Berlin, anderswo konkret aus

Siehe auch https://www.vandenberg-berlin.com/de/eigentumswohnungen/eigentumswohnung-berlin-prenzlauer-berg-prenzlauer-allee-quadra

Dazu kann ich nur sagen:

Jahrelang standen über 13 Wohnungen in einem wunderschönen Haus am Prenzlauer Berg leer. Im Jahr 2014 fielen die Aktivitäten des jetzigen Investors dadurch auf, dass die Machenschaften bzgl. Veräußerung von Schrottimmobilien seiner ehemaligen Partnerfirmen in einem Prozess aufgearbeitet wurden, wo ein damaliger Stadtbaurat von der CDU zurück treten musste und zwei Notare zur Haft verurteilt wurden.

Auch in dieser Immobilie wurden dutzende vermietete Wohneinheiten an neue Eigentümer vertickt, nur sechs Wohneinheiten konnten sich die Altmieter im Rahmen des Vorkaufsrechts selbst leisten. Bei allen anderen Wohnungen mit Altmietern werden aber noch dieses Jahr die Mieten steigen, begründet durch Baumaßnahmen, die jahrelang als völlig abwegig galten, wie Aufstockung des Daches, dort Einrichtung von Gewerbe - und Wohneinheiten, oder Aufzüge am Haus und dergleichen.

Zugleich versuchen die Neueigentümer die Altmieter trotz des zehnjährigen Kündigungsschutzes los zu werden und bieten im Moment Geld an. Dennoch, egal wie es ausgeht, die vielen Freiberufler und Angestellte im Haus, Altersdurchschnitt knapp unter 50 Jahren, sind jetzt schon gezwungen, zu überlegen, wie und wo sie sich mit ihrem zu wenig an Nettoeinkommen den Lebensabschnitt ab ca. 60 Jahren verbringen und gestalten wollen. Es wird zumindest so viel kosten, dass sie sich den heutigen Lebensstandart nicht mehr leisten können.

Was mich immer wundert, hier im Forum tummelt sich meist eine gewisse Klientel, die sich oft einer sehr martialischen Sprache bedienen und eher an platten Denkmustern orientiert sind. Die würden auch nie für ihre demokratischen Rechte kämpfen, weil sie diese erst gar nicht kennen, ihnen alles zu kompliziert ist. Viele der Foristen verachten die Strukturen der Demokratie, weil, aus ihrer Sicht, diese durch Linke repräsentiert sind.

Allerdings sollte sich diese Klientel genau die Frage stellen, wer eigentlich in Zukunft ihre doch sehr einfachen Denkmuster finanzieren soll, sie sind die ersten Opfer in dem immer mehr grassierenden Verteilungskampf, der im Spiegel beschrieben wird. Es dauert nur eine kleine Zeit, dann müssen auch die letzten Dörfler und Kleinstädter dran glauben.

Um die Politik wach zu rütteln, sollten also in ganz Deutschland und besonders in den Brennpunkten Berlin, Köln, München, Wohnungen zu tausenden besetzt werden. Wer gibt Spekulanten mit Sitz auf Malaga oder in Luxemburg eigentlich das Recht, bestehende Rechte zum Schutz der Lebens- und Wohnverhältnisse (Milieuschutz) ständig auszuhebeln und auf Kosten arbeitender Menschen sich zu bereichern, oft mit Geld, das aus undurchsichtigen Quellen stammt. Sie erbringen überhaupt keine reale Leistung, tragen nichts zum Bruttosozialprodukt bei, verursachen im Gegenteil dem Staat und Bürgern nur Kosten.

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norbert_blüm 20.05.2018, 21:27
86.

Zitat von spmc-12355639674612
Tja, blöd nur, dass diese "Gutmenschen", also so Typen wie ich, vermietete Wohnungen in Berlin besitzen und dennoch der Meinung sind, dass man Häuser in Berlin nicht einfach leer stehen lassen darf, weil man's kann.
Das geht völlig am Problem vorbei.

Die Lehrstandsquote in Berlin liegt bei knapp einem einzigen lächerlichen Prozent.

Das ist garnichts, und schon garkein "Problem".

Diese absurd niedrige Quote zeit nur dass es schlicht zu wenig Wohnraum gibt.

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freekmason 20.05.2018, 21:32
87.

Zitat von ark95630
Man sollte endlich aufhören, solche Leute verharmlosend als "Aktivisten" zu bezeichnen. Hier werden wie bei G20 Straftatn von Lonksextremisten begangen, aber auf de linken Auge sind die Behörden ja blind.
ja genau. nichts zeigt blindheit auf dem linken auge wie wochen vorher panik machen und von 10000 linksextremisten faseln, 30000 polizisten einsetzen, harmlose gruppen minderjähriger vor der demo festnehmen, die wasserwerfer andersrum aufstellen als bei den rechten und dann die demo gewaltsam auflösen. und nein, das war weit vor krawallen und ausschreitungen, bei denen waren die 30000 polizisten mit den 600 linken, rechten und sonstigen chaoten überfordert.

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Guerilla_77 20.05.2018, 21:35
88. ...

Zitat von norbert_blüm
Ganz im Gegenteil der Kapitalismus würde enorm helfen wenn nicht die Politik immer auf jeden Bürgerfurtz von irgendwelchen Baulandverhinderern etwas geben würde. Das Problem ist doch ganz einfach: Zu wenig Wohnraum für zu viele Menschen. Und da ändert auch der Lehrstand und Hausbesetzer nichts das sind einfach nur Peanuts und eine Scheindebatte.
Auch nicht richtig.

Was glauben Sie wohl warum man Häuser leer stehen lässt?
Um einen (eigentlich nicht vorhandenen) Notstand künstlich zu erzeugen der dann die Preise hoch treibt.

Würde man nun einfach massenhaft Bauland ausweisen, würde dieser zwar gekauft, aber nicht bebaut werden...

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ncassady 20.05.2018, 21:37
89. Gut so

Richtig so. Das ist die einzige Möglichkeit, von der Politik ist dahingehend ja nichts zu erwarten.

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