Forum: Panorama
Protest gegen Stalin-Statue: "Ein Denkmal für einen Massenmörder ist doch absurd"
Alexander Degtyarev/ dela.ru

Die sibirische Metropole Krasnojarsk plant ein Stalin-Denkmal - und kaum jemand regt sich auf. Nur ein Geschäftsmann will die Stadt nicht einfach gewähren lassen und protestiert in Häftlingskluft. Hier erklärt er, warum.

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Christ 32 08.05.2015, 08:30
10. .

tja, Stalin war ein Sieger, hat Deutschland besiegt und aus einem rückständigen Agrarland ein modernes Industrieland gemacht. Seine Verbrechen wiegen da weniger schwer. Mao hat auch mehrere Kriege gewonnen und ein zersplittertes Riesenreich erfolgreich vereint. Bei der Industrialisierung war er weniger erfolgreich hat aber das Land als Macht zusammengehalten.

Und Hitler hat hauptsächlich den selbst begonnenden Krieg verloren, umso schwerer wiegen da seine Verbrechen.

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sunrise560 08.05.2015, 08:56
12. Bravo!

Gut, dass sich Herr Wolkow im SPIEGEL äussert. Damit wird ihm eine Möglichkeit gegeben, die er so in Russland nicht hat. Es ist erschreckend, welche Blüten die Sowjet-Nostalgie-Welle treibt. Ein Denkmal für Stalin - einem Massenmörder. Unfassbar!

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Kurt2.1 08.05.2015, 08:59
13. .

Stalin hat viel Leid über die Menschen in der Sowjetunion gebracht. Ein Denkmal zu seinen Ehren halte ich für Hitlers Bruder im Geiste für völlig inakzeptabel. Auch die Russen heute sollten ihre Geschichte nicht verklären und sich mit den Realitäten auseinandersetzen.
Aber wie soll man die Russen schelten, wenn gleichzeitig anderenorts ein Schlächter wie Napoleon als Nationalheld gefeiert wird.

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Havel Pavel 08.05.2015, 08:59
14. Diesem jungen Mann kann ich nur zustimmen

Ich finde dieser junge Mann hat eine sehr gesunde realistische Einstellung zu der Geschichte. Würde mir wünschen auch bei uns würde die Mehrzahl der Bürger, insbesondere die sich politisch engagieren, eine ebensolche Einstellung vertreten. Dies ist leider bei uns nicht der Fall, jeder Hansel faselt gerade das daher wie er es gerne hätte. Gerade jetzt zu den Gedenktagen an das Kriegsende kann man zahlreiche hahnebüchenden Versionen einzelner Politiker aus allen Lagern hören. Es ist schon erschütternd wie realitätsfremd unsere Politclowns sich darstellen. Etwas mehr Würde und Realitätstreue wäre doch wohl nicht zuviel verlangt, für einige wäre es wohl besser sich einfach mit ihrem dummen Gelabere gänzlich zurück zu halten.

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ditor 08.05.2015, 09:09
15. Seltsame Frage

Zitat von winki
Wieso und warum kümmern wir uns ständig um die inneren Angelegenheiten anderer Länder. Dass in Krasnojarsk ein Denkmal für Stalin geplant sein soll geht den Deutschen doch, mit Verlaub, einen Scheißdreck an. Hier geht es um die Geschichte der Russen.
Dass man Geschichte nur in Landesgrenzen sehen möchte ist schon ziemlich dumm, dass kann man kaum anders sagen. Auch die Geschichte anderer Länder sind wichtig und erkenntnisreich. Zudem muss man natürlich auch schauen was in anderen Ländern so los ist, aus aktuellem Anlass Ukraine nicht zuletzt auch in Russland.

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mellus 08.05.2015, 09:19
16. Habe ...

... in diesem Kontext eine derartige Reaktion geradezu erwartet ... ........ "9. Barack Obama
hcl_08 heute, 08:18 Uhr
Ist Herr Obama in Folge der von ihm zu verantwortenden Drohneneinsätze auch unter Massenmörder zu subsumieren?" Stalin und Obama auch nur ansatzweise zu vergleichen ist wirklich absurd.

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Moewi 08.05.2015, 09:26
17.

Zitat von anders_denker
Er könnte einen Hitler aufstellen, so als gegenpol!
Der Mann positioniert sich klar gegen Denkmäler für Massenmörder, da wird er ganz sicher zu Showzwecken eins für Hitler enthüllen...

Guter Mann mit einer gesunden Einstellung zur Geschichte.

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vorderwahl,während... 08.05.2015, 09:31
18.

Zitat von mellus
... in diesem Kontext eine derartige Reaktion geradezu erwartet ... ........ "9. Barack Obama hcl_08 heute, 08:18 Uhr Ist Herr Obama in Folge der von ihm zu verantwortenden Drohneneinsätze auch unter Massenmörder zu subsumieren?" Stalin und Obama auch nur ansatzweise zu vergleichen ist wirklich absurd.
Warum absurd, wird die DDR nicht auch ständig mit Deutschland zwischen 1933 und 1945 verglichen?

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Ford Prefekt 08.05.2015, 09:38
19. Engagement vs. zynische Gleichgültigkeit

Zitat von sagichned
"Mein Großvater wurde 1941 als Wolgadeutscher nach Sibirien deportiert und zur Zwangsarbeit eingezogen. Er musste jahrelang auf dem Bau schuften." Ein ganz normaler Vorgang wärend des zweiten Weltkrieges. Potentielle Kollaborateure (auch deren Frauen und Kinder) wurden von allen Kriegsparteien deportiert oder in Konzentrationslager gesteckt. Wenn man nicht erwähnt, dass diese Umsiedlungen für diese Kriegszeit nichts außergewöhnliches waren, dann betreibt man ganz einfach Geschichtsklitterung.
"Ein ganz normaler Voragang" also. Passiert halt, oder was? Nein. So verbreitet dies immer wieder war (und ist), so fällt es nicht vom Himmel, sondern es gibt immer klar bennenbare Verantwortliche, und es ist ja wohl nicht zu rechtfertigen (zu erklären schon, aber das ist was anderes). In der Sowjetunion war ein maßgeblicher Verantwortlicher eben Stalin. Wenn sich ein Russe vorwiegend damit befasst, ist das keine Geschichtsklitterung, sondern mutiges Engagement gegen das Vergessen und den Zynismus in der eigenen Heimat. Es ist dieses zynische Argument der Relativierung, warum viele in dekadenteter Gleichgültigkeit versinken.
Respekt vor dem Engagement von Herrn Wolgow gegen das Vergessen und den Zynismus.

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