Forum: Panorama
Proteste im Fall Michael Brown: Das weiße Privileg
AFP

Die Empörung über die rassistische Polizeigewalt in der US-Kleinstadt Ferguson ist groß, auch bei Weißen. Dabei kann keiner wirklich nachfühlen, was Amerikas Schwarze von Kindesbeinen an mitmachen.

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postmaterialist2011 20.08.2014, 13:17
1. Wie wahr wie wahr !

Meine bessere Hälfte ist auch schwarz und wir haben das beschriebene Dutzende Male erlebt. Mir wurde das "white privilege" allerdings schon sehr früh bewusst und konnte und kann es nicht fassen wie rassistisch Amerika noch immer ist. Das Fass musste früher oder später überlaufen und die hier alles immer relativierenden aber ahnungslosen Foristen sollten nur einmal für einen Tag mit einem Schwarzen tauschen, ihre dummes Gefasel würde schlagartig aufhören.

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boingdil 20.08.2014, 13:19
2. Das Beispiel hinkt

Grundsätzlich stimme ich dem Autor zu. Aber diese Verbalattacke des Cops automatisch auf Rassismus zurückzuführen... naja. Wer weiß, ob dieser Cop den Autor nicht ebenfalls angehalten hätte? Oder ob seine Ausfälle eher homophob motiviert waren? Das ist halt immer das Problem mit der Extrapolation von Einzelerlebnissen. Ich hatte mit einer Serie von solchen Ereignissen gerechnet, die hätten dann tatsächlich Beispielrelevanz gehabt. Aber nicht ein Einzelfall. Schade, denn ansonsten ist der Punkt gut getroffen: man erkennt die eigene Benachteiligung recht deutlich, aber nicht das Gegenteil.

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alexkie 20.08.2014, 13:23
3. Sowas passiert eben

ob dahinter Diskriminierung steckt, ist doch häufig gar nicht klar. Manche Mitglieder, mutmaßlich diskriminierter Minderheiten neigen dazu, sich in der Opferrolle zu sehen.
Heute auf dem Weg zur Arbeit hat der Zugkontrolleur mein Jobticket mindestens 30 Sekunden auf korrekte Laminierung in verschiedenen Winkeln zur vorhandenen Lichtquelle kontrolliert.
Wenn ich zu einer Minderheitengruppe gehören würde, würde ich das sicherlich als Diskriminierung deuten.

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shooop 20.08.2014, 13:29
4. Berührungsängste

Ich sehe an mir selbst, dass ich vor schwarzen Menschen schlichtweg irgendwie Angst habe. Vor Flüchtlingen aus Afrika fürchte ich mich, weil sie Krankheiten haben könnten und vor schwarzen Jugendlichen in der Stadt erwische ich mich dabei, meine Handtasche festzuhalten...bin aber nicht fremdenfeindlich, das sind einfach starke Berührungsängste. Wenn ich aber sehe, dass in meiner Stadt Jugendliche aller Farben in Cliquen zusammen rumhängen, dann freue ich mich sehr darüber, dass diese Generation mit dem Thema schon wieder leichter umgehen kann als ich.

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tserclaes-graf-von-tilly 20.08.2014, 13:30
5. Gleichbehandlung im Unrecht gibt es nicht! ....

Wer zu schnell fährt ist eben dran, zudem hat es auch mich als "Weißen" letztes Jahr in der Nähe von Sarasota/Fl. erwischt, Stoppschild überfahren, Leuchtsirene von County-Sheriff, Anhalten, Sitzenblieben, nicht Aussteigen, die Hände am Lenkrad, Führerschein usw. ..... ich fand es gut, das Gesetz muss durchgesetzt werden, wir wären auch in Deutschland weiter damit .... Zudem sollten sich die sog. Afroamericaner fragen, warum sie nicht integriert sind überall, vielleicht sind die menschlichen Neigungen und Charaktere ja doch nicht so gleich wie die Denkmodelle der One-World-Menschen ?, ich denke da an den hiochverehrten Darwin ... es kann ja nicht sein, dass nach 250 Jahren, mehreren Generationen also, sich die schwarzen US.-Bürgen immer noch abkapseln, wie oft sieht man dort denn weiß/schwarze Paare .... die wollen unter sich bleiben und nicht von dem annehmen, was ihre weißen Mitbürger auszeichnet. Übrigens: ein Fingerzeit der Natur auf die EU, oder glaubt man hier wirklich, das abendländische Europäer, christliche, sich jemals mit Leuten, die an den Islam glauben, zusammen tun werden? ... das wird ebenso wenig geschehen wie drüben seit 250 Jahren nicht! ... Warum ist Angelina Jolie nicht mit einem schwarzen Mitbürger zusammen?, warum hatte Withney Houston keinen weißen Mann als Freund?

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W. Robert 20.08.2014, 13:33
6. Latenter Rssismus

Das Durchschnittseinkommen in den USA ist in den letzten Jahren um etwa 20% gesunken, und die schwarze Minderheit sieht sich zunehmend der Konkurrenz der mexikanischen Einwanderer ausgesetzt. Somit ist der soziale Friede natürlich bedroht, und in den Bezirken mit schwarzer Bevölkerungsmehrheit versuchen die Cops, sich durch Härte Respekt zu verschaffen. Es ist auch eine neue Generation von Polizisten zu konstatieren, die paramilitärisch gedrillt wurden, und oft genug mit Steroiden gedopt sind.

Dass die Angehörigen von offen erkennbaren Minderheiten von den Cops benachteiligt werden, entspricht aber einer langen Tradition. Der Ermessensspielraum der Cops ist sehr hoch, andererseits fordern die Sheriffs eine gewisse Quote an Tickets, da diese Einnahmen fest einkalkuliert sind. Das kennt aber jeder, der öfters in den USA unterwegs war.

Die Knäste sind jedenfalls randvoll mit Schwarzen und Hispanos, bei denen 30 Gramm Marihuana schon mal für fünf Jahre Knast gut sind. Und so ganz unwillkommen scheint die Medienschlacht um die Vorgänge in St. Louis ja auch nicht zu sein, da das von den internationalen Konflikten ablenkt.

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genlok 20.08.2014, 13:33
7. Medienhype

Hat vielleicht auch damit zu tun, dass Afroamerikaner die kriminellste ethnische Gruppe darstellt. Gerne werden Ursache und Wirkung verwechselt.

Man sollte nicht vergessen dass auch andere Gruppen die genauso wie Sklaven maltraitiert wurden (die
Chinesen) Heute keine Auffälligkeiten in der Kriminalstatistik verursachen.

Die Medien heizen eine schreckliche Rassissmusdebatte an, die jeder leicht für sich mal entlarven könnte.

Gerne kann man ja bisschen tiefer wühlen mit Michael Brown, der von Polizei-Mord rapt (soundcloud), Gangzeichen (Bloods) auf Instagram verschickte und 10 Minuten zuvor ein Raub ausgeführt hat. Gerne könnte man auch ein schwarzen Augenzeuge zitieren, der 5 Minuten nach der Tat in einem Video sagt, dass Michael Brown dem Polizisten versuchte die Waffe abzunehmen und nach abwenden wieder den Polizisten attackierte und nur nach dem 6ten Schuss zu Boden ging.

Aber klar, es ist wohl plausibler dass ein Polizist mit Familie einfach mal blutrünstig auf den ersten Schwarzen wartete um mal wieder einen abzuknallen, aus langweile oder Rassissmus oder irgendein Grund wird sich schon erfinden lassen.

Wuerde mir auch mal wuenschen in den Medien was zu lesen, von den beiden Weissen die offensichtlich aus rassistischen Gruenden in Ferguson bei den "Protesten" abgeknallt wurden. Immerhin haben die "Protestler" schoen dabei gelacht und gefilmt und das dann auch worldstarhiphop hochgeladen. Aber interessiert wohl niemanden.

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konbaum 20.08.2014, 13:34
8. Mutig, kann ich nur sagen

Habe ich das richtig verstanden: ein schwarz-weißes homosexuelles Paar in den USA? Da wundert es mich bei den USA fast, dass Sie noch am Leben sind ;)

Wenn er schon weiß, dass Weiße nur darauf warten, dass Schwarze etwas verkehrt machen, warum fährt er dann 70 statt 65 mph? Ist das nicht etwas unvorsichtig?

Haben es Schwarze in Kanada besser als in den USA?

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jensfritz 20.08.2014, 13:34
9. Wie wahr

Chapeau, Mr. Pitzke. Wie Sie die Sachen auf den Punkt bringen, Respekt. Ich lebe wahrscheinlich schon etwas länger als Sie in den USA, hätte aber niemals den Terminus "while privilige" besser einordnen können, als Sie. Das gleiche gilt übrigens für Ihren Artikel über den politisch gelähmten (und intellektuell seit langem gehemmten) US Präsidenten Barack "lame duck" Obama. Sein Vorgänger war sicherlich für sein Land (und den Rest der Welt) eine Katastrophe ... aber er hatte wenigstens Eier (oder Dick Cheney hatte sie, wie man will ...)

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