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Prozess im Fall Diren: Ende eines amerikanischen Traums
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Diren Dede suchte die Freiheit. Der Hamburger Schüler ging für ein Austauschjahr in die USA, in die Rocky Mountains. Er fand schnell Freunde, er gewann die Menschen für sich. Dann erschoss ihn Markus Karmaa mit einer Schrotflinte. Nun beginnt der Prozess.

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Annabel 01.12.2014, 16:17
1.

Es ist fürchterlich, was dort passiert ist. Darf man trotzdem die Frage stellen, wie der junge Austauschschüler auf die Idee kam, eine fremde Garage aufzusuchen? Allgemein, und im besonderen im Gastland? Eine Frage, die ein bißchen arg in den Hintergrund gerät. Wie auch immer die Beweggründe, sie rechtfertigen natürlich NICHT den Tod des Jungen. Aber sie gehört mit zu dieser Geschichte.

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NoPC 01.12.2014, 16:18
2.

Wer unbefugt ein Grundstück betritt, sollte mit den Gesetzen des Landes vertraut sein. Bei den Amis ist es halt so, was soll das gejammer?

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MontyUK 01.12.2014, 16:25
3. Tragisch, aber...

...mit der vor Ort geltenden "Castle Doctrine" hätte er sich vertraut machen müssen. Es ist in Montana nun mal geltendes Recht. Ein Einbruch in eine Garage zum Zwecke des Getränkeklaus mag in den Augen des SPON-Redakteurs ein Kavaliersdelikt sein, es ist und bleibt aber sowohl in den USA als auch in Deutschland eine Straftat. Was jedoch an der "Castle Doctrine" zu kritisieren bleibt, ist die Verpflichtung zum Warnaufrauf und zum Warnschuss. Dies sind essentielle Elemente im deutschen Notwehr-Recht. Nichtsdestotrotz wäre es nicht nur unfair Mr. Kaarma zu verurteilen, es würde auch gegen geltendes Recht in Montana verstoßen. Ich kann nur mit den Worten abschliessen: Wer gerade in den USA irgendwo einbricht, MUSS sich darüber im Klaren sein, dass seinem Eindringen mit Waffengewalt begegnet werden wird. Ich würde unter Einhaltung von Warnruf und Warnschuss bei Nichtaufgabe oder Nichtflucht des Eindringlings ebenso reagieren.

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3-plus-1 01.12.2014, 16:35
4.

In den USA sind Garagen meist ebenerdig Teil des Wohngebäudes mit direktem Zugang zum Wohnzimmer und kein Fertigbetonklotz neben dem Haus, wie in Deutschland.

Ich käme nie auf den Gedanken bei Fremden einfach so in die Wohnung zu laufen, vor allem nicht in Ausland und mit Diebstahlsabsicht.

Mir kommt daher im Artikel viel zu kurz, dass sich Diren Dede als Gast im fremden Land grob falsch verhalten hat. Wobei ich mit "grob falsch" auch genau das meine. Hier geht es nicht um Misachtung der Bekleidungsordnung oder unangemessenem Umgangston.

Vor dem großen USA-Bashing sollte sich jeder hier mal fragen, ob - nicht mit Waffengewalt aber dennoch mit grober Gewalt - reagieren würde, wenn plötzlich beim Sandmännchen guckenden Kind im Wohnzimmer eine fremde, dunkle Gestalt steht, die "nur" Bier aus der Küche klauen will (oder das zumindest sagt).

Ich für meinen Teil kann den besonderen Schutz des eigenen Hauses in der Rechtssprechung der US-Amerikaner nachvollziehen. Sucht mal nach Einbruchsopfern, deren Schlafzimmer durchwühlt wurden - am besten bei eigener Anwesenheit - diese Menschen sind danach zum Teil so traumatisiert, dass sie sich nie wieder in der eigenen Wohnung wohl fühlen.

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tgu 01.12.2014, 16:37
5. Einbruch!

Hm,

wenn ich das Bild der Überwachungskamera sehe, dann kann man dem getöteten jungen Mann nur eine Mitschuld geben. Es sieht eindeutig so aus, als ob er da einbricht. So unnötig das ganze auch war, aber ich fürchte, das Recht ist auf der Seite des Schützen.
Ein Kind von Bekannten ware zu dieser Zeit auch in Texas zum Schüleraustausch, die Eltern haben mir gesagt, dass in den Vorbereitungskursen immer wieder klar gemacht wurde, nicht uneingeladen auf fremde Grundstücke zu gehen, die haben dort das Recht zu schießen.

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twocent 01.12.2014, 16:39
6.

"Garage hopping nennen die Jugendlichen das hier, eine Bubensünde, eine Mutprobe, wie man will."

Allgemein nennt man das Einbruch und Diebstahl.

In den USA, wo man überall mit einer Schusswaffe rechnen muss, eine ganz dumme Idee. Der Bewohner musste ebenso mit einer Waffe beim Einbrecher rechnen. Ganz dumme Situation.

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hirlix 01.12.2014, 16:39
7.

Wenn man in die USA zieht muss man sich eben über die wichtigen Gesetze informieren und dann solchen Mist nicht machen. Ich war in Arizona und wäre nie auf die Idee gekommen nachts auf fremden Grundstücken rumzuwandern. Was der Angeklagte gemacht hat war voll und ganz durch das Gesetz legitimiert, da es nicht mal nur trespassing war, sondern der Junge sogar in das Haus eingedrungen ist. Laut dem Gesetz muss man nicht warten bis der Eindringling eine aktive Bedrohung für Leib und Leben darstellt, also z.B. ein Messer zieht oder ähnliches, sondern es reicht, dass er nachts in das Haus bzw sogar nur auf das Grundstück ist und eine Bedrohung sein könnte.

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Bundeskanzler20XX 01.12.2014, 16:40
8. Bitter

Es ist natürlich bitter wenn Menschen die Gesetze biegen und wie in dem Fall mutmaßlich auch brechen. Doch ohne den Täter allein an den Pranger zu stellen muss man immer wieder auch die Schuld des Opfers erwähnen der sich eben unbefugt in die Garage begeben hat um zu klauen.
Das der Schütze nach unserem Verständnis nicht einfach schießen darf ist die eine Sache, dass man in einem Land wo der Finger derartig locker am Abzug klebt, sich besser nicht durch derart gefährliche Aktionen in Lebensgefahr bringen sollte ist die andere.
Das weiß man, auch als Mitteleuropäer mit 16, ohne jemals in den USA gewesen zu sein.

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hubidubi 01.12.2014, 16:40
9.

Zitat von darkview
Den Tod mag es nicht rechtfertigen, trotzdem hat der Typ nichts in einer fremden Garage zu suchen. Der ist nicht so ein armer unwissender Austauschschüler wie man das vermitteln will. In Deutschland würde er vielleicht nicht erschossen, eine Straftat wäre es dennoch gewesen.
Genau so ist es! Deshalb ist es auch nicht schlimm! In Deutschland wäre er gestellt wurden und vor den Richter gekommen, der ihn wegen ein paar Puddeln wohl eher frei gesprochen hätte. In den USA wird er gleich erschossen, es hätte ja auch ein Terrorist sein können, der möglicherweise seine Atombombe in der Garage verstecken wollte. Man kann nie sicher sein, deshalb: Im Zweifel schießen!

Wollten Sie und der bisherige hier versammelte Rest (fast ausnahmslos) so etwas oder ähnliches ausdrücken?

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