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Prozess im Fall Diren: Ende eines amerikanischen Traums
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Diren Dede suchte die Freiheit. Der Hamburger Schüler ging für ein Austauschjahr in die USA, in die Rocky Mountains. Er fand schnell Freunde, er gewann die Menschen für sich. Dann erschoss ihn Markus Karmaa mit einer Schrotflinte. Nun beginnt der Prozess.

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irelandjoe 01.12.2014, 22:41
300. Als wir jung waren.....

haben wir auch viel Mist gebaut. Denkt mal zurück.
Wir sind alle schon mal besoffen gefahren oder als Kinder auf Nachbargrundstücken nachts unterwegs gewesen.
Erschossen hat uns keiner..... Also fragt nicht warum er in dieser Garage war sondern wie es passieren konnte das er erschossen wurde.

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nikolaus1962 01.12.2014, 22:43
301. Eine echte Tragödie.

Um den jungen Austauschschüler ist es sehr schade, dass sein Leben so geendet hatte. Meines Erachtens finde ich, auch wenn dieser junge Mann in dieser Garage war so darf man nicht einfach losschießen ohne Vorwarnung. Man muss Eindringlinge schon die Chance geben sich zu stellen um die Situation zu klären und was ich so grässlich finde und auch nicht verstehen kann ist warum man mit einer Schrotflinte auf Teenager schießen muss, das ist doch absolut krank und das hat nichts mit Selbstverteidigung zu tun, aus meinem Gefühl heraus würde ich sowas als Hinrichtung bezeichnen, ich denke wenn man schon mit einer Waffe rumfuchteln muss dann hätte er ja erst mal einen Warnschuss abgeben können um die Situation zu klären. Aber letztendlich ist, es so, das meiner Meinung nach Waffen nichts in einem Haushalt zu suchen haben und da lobe ich doch unser Justiz und Polizei System wo, das Tragen von Waffen und, das Herumliegen von Waffen im Haushalt verboten ist. Als ich bei meiner Schwester in Texas war und meine 15 jährige Nichte mit einem Jagdgewehr auf Gürteltiere schoss schrie ich stopp, stopp ich war so entsetzt und für mich war, das ein echter Kulturschock. In den USA ist es aber so, das Teenager sehr früh mit Waffen konfrontiert werden und von ihren Eltern, das Schießen lernen. In Deutschland wäre, das Unvorstellbar.

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Koda 01.12.2014, 22:45
302. Bei allem

Anscheinend sind oder waren diese "Mutproben" - aus offenen Garage Bier zu stibitzen- in der alteingessenen Bevölkerung asl Dumme-Jungen-Streiche bekannt und akzeptiert. Zumindest hat auch SPON so darüber berichtet.
Von daher könnte man dem junden Mann keinen Vorwurf machen, an so etwas Albernem teilgenommen zu haben was dort denselben Status hat wie bei uns das "Klingelmäuschen".
Der Schütze dagegen ist kein Alteingesessener und kannte dieses "Spiel" nicht.

Was den Schützen als "Einbruchsopfer" angeht: KEIN wirkliches Einbruchsopfer läßt nach einem Einbruch freiwillig seine Garage offen oder halboffen stehen. Sofort auf vermeintliche oder tatsächliche Einbrecher zu ballern, wenn man ihnen vorher den "Weg gezeigt " hat, macht auch nicht glaubwürdiger.

Im deutschen Fernsehen sagte der Gastvater, dass man früher erstmal das Licht anknipste und in die Garage hineinrief -und eben nicht sofort mit der Waffe losschoß.

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the.memory.hole.1984 02.12.2014, 23:05
303.

Zitat von petepuncher
In diesem Prozess geht es im Übrigen einzig und allein um sein Handeln und nicht mehr um das Betreten der Garage oder den vermeintlichen Diebstahl. Im Fokus steht das Motiv dieses Mannes. Viele Foristen hier scheinen immer noch dem Auge um Auge-Prinzip zu huldigen und stellen die absolute Unverhältnismäßigkeit als "persönliches Pech" dar und meinen noch lapidar, "andere Länder, andere Sitten". In meinen Augen eine absolut perverse Denke, die zu nichts anderem als eine Gewaltspirale führt.
Es steht ausser Frage, dass Diren kein gefaehrlicher Krimineller war, sondern hier eben eine Art Lausbubenstreich begangen hat. Mit Sicherheit haette K. ihn auch nicht erschossen, wenn er gewusst haette, dass Diren unbewaffnet war und nur ein Bier mopsen wollte. So krank ist ja nun fast niemand. Die Tragik dieses Falls ist daher die Diskrepanz zwischen dem, was wirklich passierte (relativ harmloses "garage hopping") und dem was K. vermutete (Einbruch eines potentiellen Gewalttaeters).

Das Mitleid an Diren haelt sich bei den meisten hier vermultich in Grenzen, weil man eben in D "weiss" was "die Amis" fuer waffenvernarrte Besitztumverteidiger sind, und es deshalb "extra dumm" ist, so einen Streich im "Wilden Westen" durchzufuehren. Man macht es sich damit natuerlich zu einfach. Wir sagen hier "hindsight is 20/20" - zurueckblickend ist natuerlich klar, dass so etwas passieren kann, aber die zwei Jungs standen vermutlich einfach nur nachts im Stillen vor der offenen Garage, es war nichts los, und die Aussicht auf ein Bier fuer umme, was er sich ja sonst in Montana als unter-21 jeahriger nicht legal kaufen konnte, hat Diren alle Vorsicht vergessen lassen.

Warum sollte er auch annehmen, dass jemand ihn, den lieben Jungen, den Vorbildfussballer, fuer eine Bedrohung halten koennte? Dass er gar nicht dazu kommen koennte, sich zu erklaeren, hat der vermutlich nie fuer moeglich gehalten.

Aber es haette auch ein bewaffneter Psychopath sein koennen, der da zum dritten Mal die Garage von K. nach einer Schwachstelle zum Zugang ins Haus abscannt, um dann K. zu erschiessen, und Frau und Kind zu vergewaltigen. Ein tragisches Missverstaendnis eben. Der Punkt ist: hier haben vermutlich beide Fehler gemacht, aber vielleicht ist keiner von beiden "schuld" and dem was passiert ist im Sinne des Gesetzes.

Beide hatten eine unterschiedliche Auffassung davon, was angemessen war, beide lagen falsch, Diren hat seinen Fehler mit dem Leben bezahlt.

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the.memory.hole.1984 02.12.2014, 23:08
304. steht ja so nicht da

Zitat von petepuncher
Wird Einbruch in den USA mit dem Tode bestraft? Oder lassen Sie mich diese rhetorische Frage anders formulieren: Der Tod für einen Diebstahl ist eigentlich okay, sofern es so im Gesetz darnieder steht? Ein zivilisiertes Land zeichnet sich gerade dadurch aus, dass das Strafmaß in einem gewissen Verhältnis zur Tat gefällt wird. Und was Sie einfach nicht begreifen wollen: Es geht nicht um den Diebstahl, sondern die Tötung des Diebes.
Der Tod Diren's war ja keine Strafe, sondern eine Ueberreaktion von K auf eine vermeintliche Notwehrsituation die keine war. Das Gesetz sagt auch nicht, dass man Einbrecher wahllos erschiessen darf, sondern es rechtfertigt Gewalt gegen Eindringlinge, die man als Bedrohung empfindet. Das ist im Uebrigen in Deutschland nicht anders.

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the.memory.hole.1984 02.12.2014, 23:14
305. Kommt ganz drauf an...

Zitat von middleearth
besonders hier in USA. Offene Garagen sieht man kaum noch, selbst im 'wilden Westen' nicht, wo viele das Gewehr oder den colt noch griffbereit haben. Missoula ist eine Universitaetsstadt, wo man Sohn sich wie zu hause fuehlte, eine Kleinstadt wo ich ihn gerne besuchte obwohl ich ueber tausend meilen weg im Mittelwesten wohnte, direct an Lake Michigan. Jedenfall, es scheint wie eine Falle fuer Jugentliche Auspropierer oder solche die ueberrasch eine Garagentuere offen finden. Nur mal gucken gehen ist verlockend und fuer den innerlich brutalen Haudegen oder Moerderer eine erwartete Gelegenheit. Ein ansessiger Farmer war dieser Schiesser nicht, bestimmet nicht, ein solcher haette gerufen: stop, wer bist dU?
...wo in den USA Sie sind. Selbst in der gleichen Stadt gibt es oft Viertel, in denen Sie vollkommen unbehelligt nachts Ihre Tuer offen stehen lassen koennen, waerend Sie zwei Strassen weiter damit rechnen muessen, ausgeraeumt zu werden. Das ist ein Konzept, dass fuer Deutsche oft nicht verstaendlich ist.

Man wird sehen, wie sich K. im Verfahren praesentiert. Wenn er tatsaechlich den Eindruck vermittelt, dass er selbst das Recht in die Hand nehmen wollte, und den Einbrecher in seiner Gegend kaltmachen wollte, wird er schuldiggesprochen werden. Wenn er einen guten Anwalt hat, wird er sich auf Notwehr unter der Castle Doctrine berufen koennen. Dem waer es bestimmt auch lieber gewesen, es haette nie jemand in seine Garage eingebrochen...

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the_seer 02.12.2014, 23:20
306. Wow!

Dass von 20 Kommentatoren 19 den Bericht nicht verstanden haben, spricht für sich. Da kann man nur „armes Deutschland“ sagen und braucht mal nicht über die USA lästern! Das Verständnis dieser 19 Kommentatoren reicht dann so weit, zu erklären, dass es in den USA anders als in Deutschland ist – welch geistige Höchstleistung! Es geht hier nicht darum, dass in den USA jemand eingebrochen ist und nach geltendem Recht „zu Recht“ oder „zu Unrecht“ erschossen wurde. Es geht darum, dass jemand eine Falle gebaut hat (offenes Garagentor mit ausgelegtem Köder), ausschließlich um jemanden zu erschießen (laut einer Zeugin soll der Schütze diese Hinrichtung vorher angekündigt haben).

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freekmason 02.12.2014, 23:25
307.

Zitat von paulhaupt
... für uns Deutsche, daß es ein Land gibt in dem Menschen das Recht haben sich, ihre Familie, ihr Heim und ihr Eigentum zu verteidigen. In Deutschland kann man ja offenbar auf dem McDonalds-Parkplatz Frauen totschlagen ohne ernsthaft dafür bestraft zu werden. Das finde ich viel beängstigender als die Tatsache daß man erschossen werden kann wenn man Nachts in fremde Häuser geht.
ja klar, wenn er die frau vorm mcdonalds erschossen hätte, und 10 umstehende ihre pistolen zücken, wär natürlich viel besser.

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Jan_ 02.12.2014, 23:37
308.

Zitat von DerAlteSchwede
Es ist schon erstaunlich, wieviele anwesende Foristen sich auf das Gesetz berufen und die Tötung dieses Jungen als rechtlich legitim bezeichnen - genau das gilt es schließlich im Prozess erst noch festzustellen. Schwerwiegender und erschreckender ist jedoch, wieviele Leute hier der Meinung sind, der Junge sei 'eben selbst Schuld'. Ich kann mich nicht erinnern, unter einem Artikel über Ehebruch und eine anschließende Steinigung in einem muslimisch geprägten Land mal etwas gelesen zu haben wie: 'Da ist die Frau aber auch wirklich selbst Schuld, wenn sie in so einem Land Ehebruch begeht. Geschieht ihr doch Recht! Da hätte sie wirklich mit rechnen müssen...'.
Da die Formulierungen grade in den ersten Kommentaren alle ähnlich gehalten sind gehe ich mal davon aus die Leute vorher in entsprechenden rechten Foren instruiert wurden was sie schreiben sollen, dafür spricht auch die hohe Anzahl dieser Kommentare in recht kurzer Zeit.

Vermutlich würden die meisten dieser Leuten auf die USA schimpfen wäre der Name des Opfers Ronnie D. und nicht Diren D.
Guckt man sich Kommentare in nicht moderierten Foren und Internetmedien an wird einem noch schlechter als bei dem was hier so abgelassen wird.
Wie kann man nur Argumentieren das so nen dummer Jungenstreich auch nur ansatzweise einen Mord rechtfertigt und dann teilweise auch noch alles auf die Schlechte Erziehung des Jugendlichen schieben. Wenn man sich die mal ältere Kommentare dieser Leute anguckt geben die auch der Erziehung des 12 jährigen, der vor ein paar Tagen in den USA von Polizisten erschossen wurde die Schuld, "die hätten ihm ja keine Spielzeugpistole kaufen müsse".

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freekmason 02.12.2014, 23:49
309.

Zitat von Business Ethics
Sehen Sie, und darum werde ich für meinen Teil nie wieder in die USA reisen! Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben an einer abgelegenen Stelle nachts eine Autopanne und möchten jemanden um Hilfe bitten - Sie betreten das Grundstück, da es keine Klingel gibt, und werden sogleich umgenietet... Einfach nur krank dieses Land! Punkt.
die lösung ist doch ganz logisch und amerikanisch. Sie müssen halt AUCH eine pistole haben, um sich verteidigen zu können.

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