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Prozess im Fall Diren: Ende eines amerikanischen Traums
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Diren Dede suchte die Freiheit. Der Hamburger Schüler ging für ein Austauschjahr in die USA, in die Rocky Mountains. Er fand schnell Freunde, er gewann die Menschen für sich. Dann erschoss ihn Markus Karmaa mit einer Schrotflinte. Nun beginnt der Prozess.

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David Caietan 02.12.2014, 23:52
310. Ich finde es entsetzlich ...

wie viele Foristen hier mehr oder weniger kalt lächelnd dem Jungen die Schuld geben und sagen "selber Schuld!" Leute, bei allem Recht auf Schutz des Eigentums - das kann es doch nicht sein! Wo bleibt die Verhältnismäßigkeit? - Der Todesschütze hätte sich bedroht gefühlt - ach was! Er selbst hat sich doch erst dieser angeblichen Bedrohungssituation ausgesetzt, indem er sein haus verließ! Und seine Frau dackelte noch hinterher! Wenn ich mich bedroht gefühlt hätte hätte ich 1. Meine frau und das Kind in Sicherheit gebracht, 2. die Polizei angerufen, 3. den Täter auf dem Bildschirm beobachtet, was er macht, ob er etwa eine Waffe hat, 4. eventuell mich selbst mit geladener Knarre an eine sichere Stelle, z.B. Fenster begeben, wo ich den Täter evtl. beobachten kann, 5. den Täter bevor ich losballere angerufen, stehenzubleiben etc. - Kurz: es gab SO VIEL, was der Todesschütze hätte anders machen können. Kaarma hat alles falsch gemacht!

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jeis 02.12.2014, 23:52
311. Unverständnis

Ich kann nicht verstehen dass große Teile der hier kommentierenden Kaarmas aktion als gerechtfertigt ansehen.
Wer so denkt hat anscheinend entweder den Polizeibericht nicht gelesen oder aus irgendwelchen Gründen etwas gegen diren.
Fakt ist dass kaarma regelmäßig Alkohol und Drogen konsumiert hat und in der Nachbarschaft durch aggressives Verhalten aufgefallen ist. Nachdem zweimal in seine Garage eingebrochen wurde (bei dem sein marihuana sowieso seine Wasserpfeifen geklaut wurden, weshalb er auch nur einen der Einbrüche bei der Polizei gemeldet hat) hat er bei seinem Friseurbesuch gesagt dass er es kaum erwarten kann die Einbrecher zu erschießen.("ich scherze nicht, sie werden es in den Nachrichten sehen")
kaarma hatte mit seiner Lebensgefährtin eine Falle aufgebaut, indem sie das Garagentor offen ließen, Köder auslegten und zusätzlich eine kamera (!) mit Bewegungsmelder in der Garage anbrachten. Abends saß die Familie nun mit geladenem Gewehr auf der Couch und wartete auf einen eventuellen Einbrecher.
Als der Bewegungsmelder anschlug sahen kaarma und seine Lebensgefährtin die Bilder der überwachungskamera auf einem Monitor. Es wäre doch ein leichtes gewesen diren per Kamera zu überwachen, sich mit dem Gewehr an der Tür zum Haus zu positionieren und die Polizei zu rufen.
Kaarma ging allerdings aus dem Haus und schoss vier mal in die dunkle Garage, obwohl man auf den Bildern der überwachungskamera keine Waffe bei diren erkennen konnte.

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Blitzmesser 02.12.2014, 00:02
312. ...

Der Garagenbesitzer liess die Garagentür halb offen und stellte sozusagen eine Falle. Wenn es ein Hund gewesen wäre, der hier Schutz such wollte weil er sich verlaufen hatte, wäre es gerechtfertigt einfach auf den Hund zu schiessen und ihn zu töten? Könnte der Besitzer nicht mal nachschauen auf seiner Video Spy Kamera was da los ist ohne gleich zu schiessen?
Eine offene Tür ist gleich einer Einladung zum eintreten.
Der Garageninhaber hatte die Absicht zu töten!

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Blitzmesser 02.12.2014, 00:05
313.

Zitat von quark@mailinator.com
Komisch - nun ist die Berichterstattung wieder so einseitig, wie am Anfang, dabei hatte sich SPON, nach einer Flut von Leserkommentaren ja zwischenzeitlich dazu durchgerungen, immerhin auch zu erwähnen, daß ich der junge Mann nicht befand, wo er sich hätte befinden sollen. Ich sage nicht, daß es OK ist, jemanden zu erschießen, weil er in eine Garage eingebrochen ist, aber man kann das doch auch nicht einfach außer Acht lassen und so tun, als wäre das kein Anlaß. Hier in DE ist ein Garageneinbruch vielleicht schon fast normal und die Aufklärungsquote vermulich bei 2%, aber das heißt nicht, daß es auf aller Welt so sein muß. Man bricht nicht in anderer Leute Gebäude ein und erst recht nicht nachts.
eingebrochen ist er doch gar nicht. Die Garage war offen!

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David Caietan 02.12.2014, 00:08
314. Wie bitte?

Zitat von sierrabravofour
Bei aller Sympathie für den Jungen, er hat von Anfang an falsch gehandelt und die Situation ist zum worst-case eskaliert.
Wenn hier jemand Fehler produziert hat - und zwar am laufenden Band - dann war es allein der Todesschütze! Der Junge hat nur einen einzigen Fehler begangen: nicht mit der Schießwütigkeit eines vorbestraften Amerikaners zu rechnen!

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David Caietan 02.12.2014, 00:19
315. Bodenhaftung!

Zitat von katzenheld1
Für alle hätte das gleiche gegolten: keine Straftat begehen, dann wäre nichts passiert.
Jetzt bleiben Sie mal auf dem Teppich, Herr katzenheld! Wo bleibt die Verhältnismäßigkeit, wenn ich für das Betreten einer offenen Garage erschossen werde? Selbst wenn das in den USofA passiert? Ab welcher "Straftat" sähen Sie denn hier gern den Todesschuss vor? Äppel klauen geht noch?

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CobCom 02.12.2014, 01:00
316.

Zitat von quark@mailinator.com
Unfug. Das hat nun wirklich gar nichts damit zu tun. Es ist eine Beleidigung, hier ohne jede Grundlage Fremdenfeindlichkeit zu unterstellen. Vielmehr ist es so, daß offenbar viele Menschen es auch nicht mögen, wenn man bei ihnen in Gebäude eindringt. Abgesehen davon geht es vor allem darum, daß SPON nicht AUSGEWOGEN berichtet. Es gäbe viel weniger Kommentare hier, wenn der Artikel nicht so verfaßt wäre, als wäre Florence Nightingale persönlich am Bett eines Sterbenden erschossen worden.
Danke... genau das.
Jetzt noch ein Hinweis, dass die Garage in den USA meistens weit mehr ins Haus integriert ist als hier plus der hohe Schutz des privaten Raums (z.B. dürfen Ergebnisse einer illegalen Durchsuchung im Gegensatz zu Deutschland nicht verwertet werden) und es würde sich langsam erschließen, wie ungewöhnlich die Umstände dieses Falles sind... und nur dadurch gibt es überhaupt eine Anklage.

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CobCom 02.12.2014, 01:14
317.

Zitat von ted.huttenwerk
Ich finde es ist extrem, das hier ein junger Mensch streben musste . Aber fakt ist das dieser junge Mann in den USA zu Gast war ,Und hier muss man sich auch dem Recht und Gesetz unterordnen. Es war rein Juristisch ein Einbruch (und das wäre es auch in Deutschland !) und in den USA gilt halt das Gesetzt der Selbstverteidigung. Und dies hat der Hausbesitzer nun mal angewendet. Ich kann auch nicht nachvollziehen ,das man in einem Land wo die Geschäfte 24 Stunden am Tag offen haben,in eine fremde Garage einbrechen muss um sich angeblich was zu trinken raus zu nehmen. Diese Story ist für mich sehr unglaubwürdig.Und wie hier schon geschrieben wurde sind die Garagen in den USA meist mit dem Wohnraum verbunden und so hat er nicht nur eine Garage betreten sondern ein Haus. Und das geht echt nicht ,weder dort noch hier. Hier muss man offen sagen, er war ein Einbrecher der vom Hausbesitzer erschossen wurde. Er war kein Opfer im eigentlichen Sinne er war auch ein Täter !!
Wenn er Bier wollte, nützen ihm die Läden aber nix... unter 21 bekommen Sie nix. Und immer schön Ausweis, auch bei grauen Haaren.
Das wird derart ernst genommen, dass mich in Tennessee die junge Kassiererin in meinem Markt an der Ecke immer bat, mein Bier für sie selbst über den Scanner zu ziehen. Sie dürfe die Packung nicht einmal anfassen...

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hemithea 02.12.2014, 07:49
318. Ich bin blöd und naiv und wäre wohl auch erschossen worden

So sehr ich die Aussage unterstütze, dass man nicht einfach in fremde Garagen, Wohnungen rein.

Jedoch bin ich froh, dass ich es einmal gemacht habe. Ich habe eigentlich eine ähnliche Situation vorgefunden: Wohnungstür offen, Tasche offen auf dem Boden liegend und erstmal niemand zu sehen. Nach mehrmaligem Rufen bin ich reingegangen. Zum Glück, unsere Nachbarin lag bewusstlos auf dem Boden und ich konnte dadurch rechtzeitig den Arzt rufen.

Für mich hätte die im Artikel beschriebene Situation bedenken ausgelöst, ob da nicht jemand läge, der Zusammengebrochen war und er erste Hilfe Maßnahmen und einen Arzt benötigen würde.

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spatenheimer 02.12.2014, 08:27
319.

Zitat von fredadrett
Alle die Erfahrungen mit zerkratzten Autos, Opfern von Eigentumsdelikten und ähnlichen sind, denen fehlt das Verständnis für den Garagendiebstahl.
Diebstahl? Was wurde denn gestohlen?

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