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Prozess in Missoula: Direns tödliche Mutprobe
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Es war nicht die erste Garage: Im Prozess um den Tod von Diren Dede hat sein bester Freund vor Gericht ausgesagt. Für den deutschen Austauschschüler war "Garage Hopping" ein Spiel - um zu beweisen, "dass er keine Angst hatte".

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paul.fisch 09.12.2014, 22:35
1. Zum Teil selber schuld...

Es tut mir leid, die Geschichte is traurig und der US Bürger, dem das Haus gehört hätte sicher nicht schießen sollen. Doch in fremde Garagen als Mutprobe zu gehen ist dumm und man geht dabei natürlich das Risiko ein, für einen Einbrecher gehalten zu werden. Da in den USA Waffen erlaubt sind und ein Einbrecher solche haben könnte, ist es teiweise verständlich, dass der Hausbesitzer geschossen hat. Wegen Mordes kann man ihn nicht verurteilen. Was würde man selber denken, wenn jemand nachts in die eigene Garage einsteigt?

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Traudhild 09.12.2014, 22:44
2.

Aha- da fällt wohl die Mär vom unschuldigen Jüngling mehr und mehr wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

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mmkkrr 09.12.2014, 22:55
3. Eine Schande, aber zu erwarten

Es ist wahrlich eine Schande was dem jungen Mann zugestossen ist. Allerdings muss man ganz klar sagen, dass in den USA, JEDER der ein wenig Verstand hat, weiss, dass der Gebrauch von Schusswaffen auf privatem Grundstueck (siehe stand my ground law) unbedingt zu erwarten ist. Ich selber lebe in den USA seit 2007 und finde die Gesetzgebung absolut fragwuerdig. Als Austauschschueler muss man sich aber dem oertlichen Gesetzt anpassen und eben so einen Scheissdreck lassen. Beileid an die Familie.

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David Caietan 10.12.2014, 23:47
4. Mord.

Diren hat einen Fehler gemacht. Einen Dummejungen-Fehler. Und dafür musste er mit seinem Leben bezahlen. Immer mehr kristallisiert sich jedoch heraus, dass er das Opfer eines berechnenden, zugekifften Psychopathen wurde, der nicht nur Direns Tod in Kauf genommen hat, sondern ihn gewollt hat. Wer jetzt noch immer an Selbstverteidigung oder gar Notwehr glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen. Kaarma schoss nicht mit einem Schnellfeuergewehr, er musste nach jedem Schuss nachladen (to pump). Spätestens nach dem ersten Treffer im Arm wird Diren Dede "No, no, no, please!" geschrieen haben - so wie es die Freundin von Kaarma in ihrer ersten Aussage berichtete. Dass Kaarma dann noch mehrmals schoss, Diren eventuell sogar mit dem letzten Schuss (nach einer Pause) gezielt 'hinrichtete', qualifiziert ihn als kaltblütigen Mörder.

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Ursprung 10.12.2014, 00:40
5. Idiotischer Kopfschuss auf einen Idiot

Also, wenn solche Berichte auch nur halbwegs das wirkliche Geschehen nachzeichnen, ist festzuhalten, dass ein Halbwuechsiger wohl zu wenig nachgedacht hat, bevor er ausgerechnet im Privat-Waffenfanatikerstaat USA sich auf "Mutproben" versuchter Hausfriedenbrueche einlaesst.
Ganz unabhaengig davon, dass nicht ganz zurechnungsfaehige Leute natuerlich keinesfalls unueberlegt und panikartig anderen ungeahndet in den Kopf schiessen duerften.

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Christoph L 10.12.2014, 00:57
6. Okay, aber

Ja es war illegal und dumm, aber das Gesetzt heißt "wenn man um sein Leib und Wohl fürchtet". Es kann mir niemand erzählen das er um sein Leben fürchtet wenn er auf einem Stuhl mit einer Schrotflinte sitzt und in aller Ruhe sagen kann "ich sehe dich" und dann auch noch jemanden in den Kopf schießt. Wenn die Polizei jemandem zu einer Straftat anstiftet dann wird aufgeschriehen. Wenn ein jugendlicher in eine offene Garage geht dann ist das okay? Hallo? Gesunder Menschenverstand? Und in diesem Fall sollte das Gesetzt bitte auch befolgt werden. Er hatte keine Angst. Hatte er sie, ist er nicht zurechtnungsfähig und solte bitte einige Jahre in die Geschlossene

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misterxyz0815 10.12.2014, 01:06
7. Da haben wir die Erklärung

Sicherlich kann man über das krasse Castle Doktrin Gesetz diskutieren, aber eine Institution muss mal hier auf den Tisch kommen:
Der Veranstalter, der Diren ins Ausland geschickt hat.

Ich kann mir gut vorstellen, dass in Ecuador keine Vorbereitung statt findet, was aber nicht sein muss!!
Ich Leute aus Chile die besser vorbereitet waren für eine Austausch als alle anderen.

Auf jeden Fall ist es die Pflicht des Veranstalters das den Austauschkids einzubläuen, wie das im Amiland läuft.
Da ist eben schnell zappendüster wenn man ins falsche Viertel abbiegt, die Tü nicht abschließt, oder eben mal in ein fremdes Haus einbricht.

Was den Psychoschützen angeht: wenn der Schiß hatte, dann hätte der die Garage nicht aufgelassen, niemals. Kenn genug Leute mit Ängsten, das machen die nicht. Ergo wird der schon seine Axt geschärft gehabt haben.

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bertholdalfredrosswag 10.12.2014, 01:33
8. Eine einseitige Schuld ist hier nicht zu erkennen

Das war eine tragische Unkenntnis der Gesetze. Andererseits geht aus den Ermittlungen hervor, dass die Garage zu zwei Drittel offen stand, und zwar absichtlich, was darauf schließen lässt, dass mit Absicht eine Falle gestellt wurde. Das finde ich kritikwürdig. Rechtfertigt aber wiederum nicht das Eindringen des jungen Mannes, da ihm doch bewusst sein musste dass er ein Delikt beging. Er war ja kein Kind mehr.

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Montanabear 10.12.2014, 02:03
9. Wenn das stimmt,

dann hat er nicht sehr klug gehandelt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Schütze ein Moerder ist. Wird er als kompetent eingeschätzt, droht ihm die Todesstrafe in Montana. Und diejenigen aus Montana, mit denen ich gesprochen habe, finden das auch. Wird er jedoch als inkompetent eingestuft, dann darf er laut Gesetz nicht die Todesstrafe verhängt bekommen.
Und hier sieht man, wie so etwas vor sich geht.

http://www.cor.mt.gov/Resources/Policy/mspprocedures.mcpx

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