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Prozess in Würzburg: Opfer lehnt Entschuldigung des Autobahnschützen ab
DPA

Mehr als 700-mal soll ein Lkw-Fahrer auf andere Wagen geschossen haben - im Prozess hat nun eine Frau ausgesagt, die getroffen wurde: "Kein Geld der Welt wird das, was mir passiert ist, je wettmachen."

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PeterPan95 18.08.2014, 16:23
10.

Zitat von cafe_kehse
....man fährt mit 280 km/h auf der linken Spur und wird von einem Schuss getroffen - dann ist es das Todesurteil. Man kommt ins Schleudern. Und das war´s dann.
Da reichen weit normalere Dinge bei weit geringeren Geschwindigkeiten. Ein kleiner Reifenschaden, ein unaufmerksamer Verkehrsteilnehmer, ein kleines Tier... Alles kein Vorsatz und doch alles ein Grund für mich nicht 280 zu fahren. Reaktionszeiten und Risiken werden mir einfach zu kritisch. Wer natürlich gerne die Physik herausfordert, sollte das vllt dort tun wo keine anderen Menschen gefährdet werden. Entweder auf ner leeren Autobahn, oder mit dem Fallschirm oder so ;)

Zitat von cafe_kehse
Niemand rechnet mit einem Schuss aus einem Lkw.
Zum Glück muss das auch niemand.

Zitat von cafe_kehse
Der Fall wird aber von den Überwachungsfanatikern benutzt werden, auch für Pkw´s die Überwachung per On board units einzuführen, naürlich wegen der Sicherheit. Man kann das Volk so herrlich überwachen.
Leider braucht es dafür gar keine Fanatiker, die anderen das diktieren - das machen die Menschen schon selber. Spätestens wenn die Versicherung einen günstigeren Tarif anbietet werden sich viele freiwillig überwachen lassen. Die Geräte sind in den Neuwagen alle über Navi und Internet dabei. "Diebstahlschutz", "Geschwindigkeitskontrolle" etc sind prima Vorwände.

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benito22 18.08.2014, 16:23
11. @ cafe_kehse

Zitat von cafe_kehse
....man fährt mit 280 km/h auf der linken Spur und wird von einem Schuss getroffen - dann ist es das Todesurteil. Man kommt ins Schleudern. Und das war´s dann. Niemand rechnet mit einem Schuss aus einem Lkw. Der Fall wird aber von den Überwachungsfanatikern benutzt werden, auch für Pkw´s die Überwachung per On board units einzuführen, naürlich wegen der Sicherheit. Man kann das Volk so herrlich überwachen.
Mit 280 fahren Sie auf der linken Spur? Wenn Sie da mal nicht zum Verkehrshindernis werden... Ich nehme mal an, Sie meinten 180, oder?

Mal im Ernst. Der Frau kann man es nicht verdenken, dass Sie so eine Entschuldigung nicht annimmt.

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hermannheester 18.08.2014, 16:25
12. Prozess-Strategie

Zitat von sysop
Mehr als 700-mal soll ein Lkw-Fahrer auf andere Wagen geschossen haben - im Prozess hat nun eine Frau ausgesagt, die getroffen wurde: "Kein Geld der Welt wird das, was mir passiert ist, je wettmachen."
Eine publikumswirksame und nicht weniger strafmildernde "Entschuldigung" gehört allgemein zur Stategie von Beklagten, die auf den Rat ihrer Verteidiger hin solche Schritte begehen, um doch noch mit einem blauen Auge davon zu kommen.
Hier nun wurde diese "Entschuldigung" mit einigem Recht abgelehnt, denn die Ausführungen des schießwütigen Truckers waren nun mal ganz einfach zu drastisch: Er dachte, dass JEDER SCHUSS EIN TREFFER war? Dann soll er auch mit den Folgen leben. Mord ist nun mal nicht entschuldbar.

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technicssb440 18.08.2014, 16:26
13.

Zitat von maledicto
Wer mit 280 kmh unterwegs ist, ist sowieso schon ein potentielles Unfallopfer.
Welcher Autofahrer ist kein potentielles Unfallopfer?

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rant0r 18.08.2014, 16:28
14.

Zitat von Checkker
Verteidiger sind echt geil. Man wünscht sich fast, sie hätten auch einmal in einem der Fahrzeuge gesessen, auf die der Angeklagte geschossen hat. Der gehört lebenslang weggesperrt.
Die Verteidiger machen ihren Job. Das ist so gedacht in einem Rechtsstaat. Es soll sogar sowas geben wie Pflichtverteidiger. Die können sich ihre Mandanten nicht mal aussuchen und müssen sie trotzdem verteidigen.

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bettelcat 18.08.2014, 16:53
15. Immer auf die Verteidiger

Die Tat an sich ist weitreichend und erschütternd. Hier allerdings auf den Verteidigern des Angeklagten rumzuhacken ist auch falsch. Die Verteidiger werden dem Angeklagten lediglich die Möglichkeiten der Verteidigung aufgezeigt haben. Aber in den Angeklagten hineinschauen (also die Absicht ergründen) können sie auch nicht. Insofern ist das Plädoyer auf fehlenden Vorsatz nicht falsch oder dämlich....
Im vorliegenden Fall wird aber hoffentlich davon ausgegangen, dass bei der Abgabe von Schüssen auf der Autobahn aus einem fahrenden Fahrzeug wenigstens bedingter Vorsatz bei der Tötung von Menschen im Sinne einer billigenden Inkaufnahme vorlag.

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andre_gottschling 18.08.2014, 17:19
16. Hä... Unfallopfer??

Ich verstehe in der Diskussion überhaupt nicht was zu schnelles fahren, und somit die Kernaussage eines Beitrages, nämlich "Unfallopfer", mit Schüssen auf Personen oder Gegenständen zu tun haben? Hier geht es nicht um irgendwelche Unfälle, die einem KFZ-Lenker unterkommen könnten; hier handelt es sich um eine zu verachtende Tat, die billigend eine Tötungsabsicht in weit über 100 Fällen in Kauf nimmt; soetwas ist auf das härteste zu bestrafen, egal ob ein Täter ggf. "noch ganz Dicht" ist, oder wie immer geartet.
Benennt man sonst in Zukunft Holz- oder Steinwürfe von Autobahnbrücken, welche hoffentlich nicht einzutreten haben, als höhere Gewalt irgendwelchem jugendliche Leichtsinn oder Frust eines unzufriedenen Menschen.
Alle Tatbestände die in diese Richtungen gehen sind für mich niederträchtigste Beweggründe, wogegen sich ein betroffenes Opfer seltenst bis nie im Vorfeld schützen kann, ausser man sagt jedem Fussgänger, Autofahrer, Radfahrer und Kradlenker er solle ab sofort zuhause bleiben und am besten am menschlichen Leben nicht mehr teil nehmen und ........natürlich auch keinen Beruf mehr ausüben wo er mobil sein muss.

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crunchy_frog 18.08.2014, 17:21
17.

Zitat von maledicto
Wer mit 280 kmh unterwegs ist, ist sowieso schon ein potentielles Unfallopfer.
Dafür ist es bei dieser Geschwindigkeit äusserst unwahrscheinlich, dass ein LKW-Fahrer mit einer Susswaffe sie überhaupt trifft ;-)

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chb_74 18.08.2014, 17:29
18. Tat vs. Täter

Zitat von Checkker
Verteidiger sind echt geil. Man wünscht sich fast, sie hätten auch einmal in einem der Fahrzeuge gesessen, auf die der Angeklagte geschossen hat. Der gehört lebenslang weggesperrt.
Kennen Sie den Unterschied zwischen "Eine Tat verteidigen" und "Einen Täter verteidigen"? Ersteres kann sehr zweifelhaft sein, letzteres ist eine wichtige Errungenschaft, die den Rechtsstaat vom Barbarentum unterscheidet. Ein guter Verteidiger macht sich nie mit der Tat gemein oder sympathisiert mit dem Angeklagten, sondern geht mit dem Blick des Gesetzbuches an die Sache heran (abgesehen von politisch motivierten Taten, wo "Szeneanwälte" durchaus juristisch hochkarätig sein können, aber gleichzeitig die hinter der Tat liegende Ideologie billigen bis gut heißen).
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Jeder (!) Straftäter hat vor Gericht das Recht auf einen fachkundigen Beistand, der darauf achtet, dass die Verhandlung strikt nach den Regeln der Strafprozessordnung abläuft und nicht Emotionen angesichts einer möglicherweise grausamen Tat den Blick für mögliche entlastende Elemente verstellen - Ihre emotional-unbeherrschte Reaktion ist genau die, vor der ein Verteidiger einen Angeklagten schützen soll! Ein brutaler Mörder kann auch geistig krank sein. Das macht die Tat nicht weniger schlimm, aber es hat massiven Einfluss auf den Umgang und die Bestrafung. Ein Verteidiger soll genau darauf achten, auch wenn die Staatsanwaltschaft be- wie entlastende Indizien und Fakten sammeln muss. Sie wird den Schwerpunkt jedoch immer auf Belastendes legen; der Verteidiger ist das natürliche Gegengewicht dazu. Nicht ohne Grund gibt es Gerichtsebenen, wo eine "Selbstverteidigung" des Angeklagten nicht mehr möglich ist (beim eher kleinen Verkehrsdelikt vor dem Amtsgericht z.B. können Sie auch auf den Verteidiger verzichten, wenn Sie wollen).

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franko_potente 18.08.2014, 17:29
19.

Zitat von PeterPan95
Da reichen weit normalere Dinge bei weit geringeren Geschwindigkeiten. Ein kleiner Reifenschaden, ein unaufmerksamer Verkehrsteilnehmer, ein kleines Tier... Alles kein Vorsatz und doch alles ein Grund für mich nicht 280 zu fahren. Reaktionszeiten und Risiken werden mir einfach zu kritisch. Wer natürlich gerne die Physik herausfordert, sollte das vllt dort tun wo keine anderen Menschen gefährdet werden. Entweder auf ner leeren Autobahn, oder mit dem Fallschirm oder so ;)

Geehrter Forist,

es würde schon reichen, wenn Sie einfach nicht die linke Spur nutzen, dann kann der "Rest" nach gutdünken 280 fahren.

Btw, den Reifenschaden "überlebt" der ungeübte Fahrer auch mit 90 nciht

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