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Prozessbeginn im Fall Mirco: Vom Biedermann zum Monster

Fürsorglicher Familienvater, gestresster Telekom-Mitarbeiter, freundlicher Nachbar: Olaf H., mutmaßlicher Mörder des zehnjährigen Mirco aus Grefrath, wirkt vor Gericht*wie ein harmloser Durchschnittsbürger. Warum erdrosselte er das Kind?

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MashMashMusic 12.07.2011, 17:10
10. Schauen Sie mal ...

Zitat von artista123
Einführung der Todesstrafe - es geht nicht ohne.... Zu viele Menschen auf zu engem Raum (berühmter Rattenversuch) Derartige Außenseiter gehören beseitigt als Pausenfüller beim Fußballspiel...und keine Zelle mit Heizung und TV...
... dorthin, wo es die Todesstrafe gibt. In die USA etwa. Gibt es da weniger Verbrechen, weniger Misshandlungen, weniger Morde?

Die Todesstrafe nützt überhaupt nichts. Es geht beim Einsperren um Strafe und um den Schutz der Gesellschaft. Was die Todesstrafe da nützen soll außer reiner Rache, erschließt sich mir nicht. Und um Rache geht es bei Strafe nicht. Es geht darum zu zeigen, so etwas macht man nicht ungestraft.

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taupe 12.07.2011, 17:17
11. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

Zitat von leser_81
U müsste die Politik doch einmal darüber nachdenken ob die Namen und Adressen der Täter besser veröffentlicht werden sollten damit sich die Familien mit Kinder entsprechend schützen können. Hier müsste das wohl von Kinder über dem Schutz der Privatsphäre des Täters stehen !
Genau, damit die Familien / Verwandte auch noch für die Tat eines anderen bezahlen müssen...wenn man den Täter kennt, ist er dann bei so einer Tat nicht in Haft? Oder meinen Sie, wenn der dann raus ist? Oder haben Sie einfach nicht nachgedacht und nur ihren Gedanken freien Lauf gelassen? Fragen über Fragen...

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GyrosPita 12.07.2011, 17:25
12.

Zitat von leser_81
Unverständlich wie ein Mensch zu so etwas fähig ist ! Das schlimme ist, dass es oft der nette Nachbar von nebenan ist der Frau und Kinder hat, in der Feuerwehr , im Sportverein, evtl. auch im Schützenverein im Dorf ist.....
Tja, das war auch mein Gedanke. Was mag in dem Kerl vorgegangen sein wenn in der Kneipe oder auf der Arbeit über den Fall gesprochen wurde und die Leute sich ausgemalt haben was sie mit dem Täter machen würden wenn sie ihn kriegen würden?

Gedankengänge die unsereins hoffentlich niemals wird nachvollziehen können...

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Alt68er-im-Ruhestand 12.07.2011, 17:26
13. Ach, ich bin ja sooo gut und dann solch eine Aussage

Zitat von Lueder
Ein Freund der Todestafe bin ich nicht, aber ich würde die Täter in einer leeren Einzelzelle verrotten lassen! Tür zu, ab und zu was zu essen und zu trinken und das wars!! kein Fernseher, ....
Da kann ich nur sagen: "Das mittelalter lässt grüßen."

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plaudertasche 12.07.2011, 17:41
14. Warum darf er sein Gesicht verstecken?

Ich frage mich immer, warum Verbrecher die der Tat schuldig sind, ihr Gesicht verstecken duerfen. In diesem Fall, wo er gestanden, hat dieser Mensch hat sein Recht in unserer Gesellschaft fuer seine Privatsphaere verloren. Am Pranager sollte er gestellt werden, und wir muessten erlaubt sein ihm unserer Meinung zu sagen. Ich spreche nicht von Gewaltantun, dann sind wir nicht besser als er, aber wer einem Kind das Leben nimmt um sich sexuell zu befriedigen, der hat all seine Rechte vertan, sorry!!

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salomona7o 12.07.2011, 17:44
15. unerklaerlich

was mir unerklaerlich ist, dass man vom taeter eine 'entschuldigung' erwartet.da gibt es nichts zu entschuldigen.es sei denn, man koennte noch das opfer befragen.

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mitchomitch 12.07.2011, 17:45
16. Die Ursachen bekämpfen

Über die Ursachen von Pädophilie in ihren verschiedensten Ausprägungen ist ja bereits an anderer Stelle (sexueller Missbrauch in der kath. Kirche) ausgiebig geschrieben worden. Meist liegen die Ursachen irgendwo in der Kindheit und Jugend verborgen. Wenn nicht gezielt therapeutisch gegengesteuert wird, können sich solche Entwicklungsstörungen dann irgendwann zu pathologischen Krankheitsbildern weiterentwickeln. Und wenn dann eine Gelegenheit hinzu kommt, diese abnorme Neigung einmal im wirklichen Leben und nicht mehr nur in der Phantasie auszuleben, wird es gefährlich...

Leider funktioniert das System der Früherkennung solcher Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft noch viel zu selten, wobei ich mir durchaus bewusst bin, dass es eine 100 %-ige Sicherheit nie geben kann, es sei denn, wir begeben uns in Orwell'sche Verhältnisse der totalen Überwachung und Gedankenkontrolle. Ich erinnere in dem Zusammenhang auch an die Diskussionen zum Thema Amokläufe. Wir brauchen viel mehr Vertrauenspersonen und Seelsorger an unseren Schulen. Die Betroffenen müssen zur Einsicht gebracht werden, dass etwas mit ihnen nicht stimmt, und sie es muss bei ihnen die Bereitschaft geweckt werden, sich helfen zu lassen. Daran müssen wir arbeiten. Mit allseits geschürtem Hass auf das "Monster" ist hier sicherlich keinem geholfen.

Davon abgesehen und jenseits aller emotionaler Betrachtung bleibt ein Missbrauch natürlich ein Missbrauch und ein Mord ein Mord und gehört entsprechend bestraft.

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unente 12.07.2011, 17:56
17. Vom Biedermann zum Monster

Ich meine letztens hier in SPON gelesen zu haben, dass ein Richter den Angehörigen ihrer ermordeten Tochter harsch vorgeworfen hatte, den Mörder als "Monster" bezeichnet zu haben. Wenn aber betroffenen Angehörigen die Nerven und Manieren durchgehen, ist das noch verständlich - völlig unbeteiligte "Journalisten" sollten sich aber doch bitte angemessen ausdrücken. 'Vom Biedermann zum Mörder' wäre völlig ausreichend - auch wenn das Urteil noch aussteht. Solche reißerischen Schlagzeilen sollten SPIEGEL und SPON der BILD überlassen - vielleicht auch den Herrn Diehl.

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Thoddy 12.07.2011, 18:03
18. ...

Zitat von plaudertasche
Ich frage mich immer, warum Verbrecher die der Tat schuldig sind, ihr Gesicht verstecken duerfen. In diesem Fall, wo er gestanden, hat dieser Mensch hat sein Recht in unserer Gesellschaft fuer seine Privatsphaere verloren. Am Pranager sollte er gestellt werden, und wir muessten erlaubt sein ihm unserer Meinung zu sagen. Ich spreche nicht von Gewaltantun, dann sind wir nicht besser als er, aber wer einem Kind das Leben nimmt um sich sexuell zu befriedigen, der hat all seine Rechte vertan, sorry!!
Wir sind nicht im Mittelalter und das ist auch gut so. Selbst unser Rechtssystem ist noch zu fehleranfällig. Vor Gericht stehen, heißt noch nicht schuldig, selbst wenn ein Geständnis vorliegt. Selbst ein Schuldspruch bedeutet nur, das die Beweise passen... oder passend gemacht wurden. Es gibt viele unschuldig Verurteilte. Also Vorsicht. Hier ist das anders, aber Schuldig ist er erst nach einem Urteil. Seine Rechte verliert er nicht, wir sind keine Barbaren und behandeln auch niemanden so, der sich wie einer benimmt. Auch das ist gut so.

Und zum Abschluss: Ich bin kein Anhänger von Kinder und Frauen zuerst von Bord. Das Leben eines Kindes ist nicht wertvoller als das eines älteren Menschen. Der Verlust mag tragischer sein. Hätte er einen 40-jährigen Mann wehrlos gemacht und ermordet, wäre das nicht weniger schlimm. Von der Bewertung von Leben sollte man Abstand nehmen.

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Bärchen09 12.07.2011, 18:37
19. Vorsicht mit Vorurteilen

Hägar: Vom Biedermann zum Monster ...

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... ist meist kein weiter Weg. (Zitatende)

Vorsicht, vor solchen Verallgemeinerungen! Was man so als "Biedermann" bezeichnet mag ein Pedant sein, einer, der sich wichtig nimmt und übergenau ist. Eben jemand, der einen schon mal nervt. Aber das bleibt er meist sein Leben lang und wird bestimmt kein "Monster".
War dieser Mörder denn so ein Biedermann oder ein Durchschnittsmensch? Er ist 45 Jahre alt und war schon drei mal verheiratet. Ist das bei uns schon normal?
Gewiss konnte man ihm das nicht ansehen, aber ich las, er sei "hemdsärmlig" gewesen. So sieht kein Biedermann aus.
Für mich gibt es für diese Tat keine Entschuldigung. Viele Menschen haben in ihrer Kindheit nicht das optimale Umfeld gehabt und haben nie eine Straftat begangen.
Ich hatte einen Freund, der seinen Vater nie kennen lernte. Seine blinde Mutter verlor er auf der Flucht (fand sie viel später wieder), mit 6 Jahren war er mit seinem jüngern Bruder auf der Flucht aus Königsberg. Er wußte gar nicht, was "Familie" bedeutet. Nichts zu essen, landete in der DDR im Kinderheim und später in der BRD in einem Heim. Ja, als junger Mensch hatte er Schwierigkeiten. Später wurde er Christ und gerade für junge Menschen ein großes und gutes Vorbild. Er war verheiratet, hatte Kinder. Er starb viel zu früh am Herzversagen.
Es ist ein großes Vorrecht, wenn jemand in einem gesunden Elternhaus aufwächst. Aber Straftaten, vor allem eine solche, kann man auch nicht mit schlechtem Elternhaus oder andern negativen Erlebnissen entschuldigen.
Welche Strafe er auch immer bekommt, die Eltern von Mirco wird das nicht trösten.

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