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Prozessbeginn im Fall Mirco: Vom Biedermann zum Monster

Fürsorglicher Familienvater, gestresster Telekom-Mitarbeiter, freundlicher Nachbar: Olaf H., mutmaßlicher Mörder des zehnjährigen Mirco aus Grefrath, wirkt vor Gericht*wie ein harmloser Durchschnittsbürger. Warum erdrosselte er das Kind?

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the_dark_side 12.07.2011, 18:39
20. Filmtipp

7 Days. Ein kleines Maedchen wird missbraucht und ermordet und der Vater entfuehrt den Taeter aus dem Polizeigewahrsam um ihn langsam zu Tode zu foltern. Nix fuer schwache Nerven aber zumindest die Folteranhaenger sollten ihn sich mal ansehen.

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senf-mit-sauce 12.07.2011, 19:16
21.

Zitat von plaudertasche
Ich frage mich immer, warum Verbrecher die der Tat schuldig sind, ihr Gesicht verstecken duerfen. In diesem Fall, wo er gestanden, hat dieser Mensch hat sein Recht in unserer Gesellschaft fuer seine Privatsphaere verloren. Am Pranager sollte er gestellt werden, und wir muessten erlaubt sein ihm unserer Meinung zu sagen. Ich spreche nicht von Gewaltantun, dann sind wir nicht besser als er, aber wer einem Kind das Leben nimmt um sich sexuell zu befriedigen, der hat all seine Rechte vertan, sorry!!
Sie haben ein Prinzip des Rechtsstaats nicht verstanden. Auch ein Geständnis MUSS überprüft werden. Deshalb ist man erst nach der Verurteilung ein der Tat überführter Täter.
Es gab schon Geständnisse, die falsch waren - z. B. bei dem Bauernmord, wo die Familie samt Freund der Tochter den Vater ermordet haben soll. Alle haben gestanden - aber keiner hatte es wohl getan.

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gitani 12.07.2011, 19:17
22. .-

Zitat von artista123
Einführung der Todesstrafe - es geht nicht ohne.... Zu viele Menschen auf zu engem Raum (berühmter Rattenversuch) Derartige Außenseiter gehören beseitigt als Pausenfüller beim Fußballspiel...und keine Zelle mit Heizung und TV...
Aussenseiter? Meistens sind diese Menschen ja gar keine Aussenseiter, sonst wären sie ja nicht unauffällig.
Es sind leider ganz "normale" Menschen, denen die wohl die Sicherungen durchgebrannt sind. Und dazu braucht es nicht einmal eine traumatische Kindheit, schätze ich. Denn ich habe den Eindruck, es sind nicht gerade wenige Menschen fähig zu solchen oder ähnlichen Taten.

Im Grunde ist es doch egal, aus welchem Grund ein Mensch einen anderen tötet, ob es nun ein sexuelles Motiv ist oder jemand einen anderen aus Habgier tötet: denn was macht das letzten Endes für einen Unterschied? Mord ist Mord.
Wenn der Mann den Jungen jetzt wegen 500 Euro getötet hätte, würde das die Tat weniger schlimm machen?
Aber sicherlich würde niemand schreien: Monster! oder Todesstrafe!
Ich denke mal, der Grund dafür liegt auf der Hand:
Wahrscheinlich haben die meisten Menschen Verständnis dafür, wenn jemand ein anderes Leben aufgrund des Geldes auslöscht...

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Boone 12.07.2011, 19:57
23. Was tun? sprach Zeus.

Es führt uns vor Augen, dass man eine solche Tat nicht bestrafen kann, denn Widergutmachung ist unmöglich. Egal wie lange wir ihn einsperren, es verändert nichts. Vielleicht würder der Mörder leiden, vielleicht auch nicht. Aber was hat man davon, wenn man einen anderen Menschen leiden lässt? Nichts. Würde man ihn hinrichten, hätte man nur noch mehr leidende Menschen und man würde sich der Stufe des Mörders annähern.
So kommen wir also nicht weiter.
Und nun?

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Boone 12.07.2011, 20:13
24. Negativität von Gewalt

Zitat von Lueder
Ein Freund der Todestafe bin ich nicht, aber ich würde die Täter in einer leeren Einzelzelle verrotten lassen! Tür zu, ab und zu was zu essen und zu trinken und das wars!! kein Fernseher, keine Bücher, kein Arzt, kein Besuch, kein Kontakt zu irgendjemanden, kein Möglichkeit mehr mit irgendjemandem überhaupt ein Wort zu wechseln und natürlich auch keine Möglichkeit sich umzubringen!! Dann hat der Täter viele viele Jahre Zeit sich über seine Tat Gedanken zu machen! Die Einsamkeit wird die Hölle für das Schwein sein, vielliecht ist das Folter, aber das ist letztendlich eine gerechte Strafe!
Kommt Folter auf der Liste menschlicher Grausamkeiten eigentlich vor oder nach Kindesmissbrauch?
Gewalt setzt Rationalität außer Kraft, sogar schon wenn man nur bei SPON postet.
Danke für diese überzeugende Demonstration der Negativität von Gewalt.

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Sylvie42 12.07.2011, 20:53
25. "gerechte Strafe "

Guten Abend !,

um meine Gedanken auf den Punkt zu bringen :
Wenn sich in einem Rechtsstaat Rachegedanken verbieten, sollte man von den Medien auch ein bisschen verschont werden mit schlimmen Straftaten und der detaillierten Berichterstattung . Man stumpft sonst ab.
Wo soll ich hin mit meiner Wut - und hier ganz besonders - wenn der Täter wahrscheinlich maximal 15 Jahre bekommt und diese Zeit recht human hinter sich bringen kann ? Nichts im vergleich mit der Todesangst des Kindes , das nur 10 Jahre leben durfte .
Ich bin völlig ratlos, was in so einem Fall eine "gerechte Strafe" sein könnte ...

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2raumwohnung 12.07.2011, 20:58
26. Haben Sie Kinder?

Zitat von Thoddy
Und zum Abschluss: Ich bin kein Anhänger von Kinder und Frauen zuerst von Bord. Das Leben eines Kindes ist nicht wertvoller als das eines älteren Menschen. Der Verlust mag tragischer sein. Hätte er einen 40-jährigen Mann wehrlos gemacht und ermordet, wäre das nicht weniger schlimm. Von der Bewertung von Leben sollte man Abstand nehmen.
Haben Sie Kinder?

Kinder sind per Grundgesetz SCHUTZBEFOHLENE und es ist die Aufgabe von uns Erwachsenen, ihre Würde und Unschuld zu beschützen, weil sie noch nicht in der Lage sind, es selbst zu tun!

Ein 40-jähriger hat immerhin schon einen Großteil seines Lebens leben dürfen, missbrauchte und ermordete Kinder hatten diese Chance gar nicht erst.

Niemand zieht sein Kind jahrelang liebevoll groß, macht sich Sorgen, kümmert sich, hegt und pflegt es, nur damit eines Tages jemand daher kommt, der meint, es wegen einer "misslungenen Errektion" und aus Angst vor Entdeckung umbringen zu müssen!!!!

Wenn das mein Kind gewesen wäre, ich wäre schon längst durchgedreht bei dem Gedanken an die letzten Stunden meines Kindes und an der unsagbar großen Last, dass ich es nicht beschützen konnte.

Insofern kann ich die Tat von Frau Bachmann z.B. nur zu gut nachvollziehen. Man hat doch sowieso nichts mehr zu verlieren und wenn man sich dann als Eltern auch noch im Prozess anhören muss, wie sich der Täter versucht, rauszureden, indem er ein 7-jähriges Mädchen als kleine Nutte bezeichnet, die selber Schuld gewesen sei - sorry, ich hätte genau so gehandelt.

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seneca.jr 12.07.2011, 21:06
27. Und nun?

Zitat von Boone
Es führt uns vor Augen, dass man eine solche Tat nicht bestrafen kann, denn Widergutmachung ist unmöglich. Egal wie lange wir ihn einsperren, es verändert nichts. Vielleicht würder der Mörder leiden, vielleicht auch nicht. Aber was hat man davon, wenn man einen anderen Menschen leiden lässt? Nichts. Würde man ihn hinrichten, hätte man nur noch mehr leidende Menschen und man würde sich der Stufe des Mörders annähern. So kommen wir also nicht weiter. Und nun?
Führen Sie Ihren Gedanken ruhig weiter: Wir sperren ihn nicht ein, sondern beginnen gleich mit der Resozialisation. Wie wärs mit einer Reise nach Südamerika, wo der Täter all die grausamen Bilder vergessen kann. Dann klären wir die Öffentlichkeit auf, welche Probleme der Mörder in seiner Kindheit hatte und werben um Verständnis für seine Entwicklung. Abschluß der Resozialisation sind dann mehrere Film- und Buchprojekte verständnisvoller Autoren, vielleicht findet sich auch eine schräge Rockgruppe, die ein kleines Liedchen über das Geschehene dichtet?

Obwohl ich ein Befürworter der Todesstrafe bin erachte ich sie in diesem Falle als zu große Gnade, 20 Jahre zwischen anderen Mördern, Zuhältern, Rockern und Bankräubern ist sicher die unangenehmere Variante.

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MashMashMusic 12.07.2011, 21:16
28. .

Zitat von 2raumwohnung
Haben Sie Kinder?
Totschlagargument. Der Forist hat recht, ein Menschenleben ist ein Menschenleben. Was bei Straftaten noch dazu kommt, in denen Kinder Opfer sind, ist die Tatsache, dass der Täter sich die mangelnde Verteidigungsmöglichkeiten von Kindern zunutze macht und man daher von "besonderer Schwere" ausgehen kann.

Zitat von 2raumwohnung
Insofern kann ich die Tat von Frau Bachmann z.B. nur zu gut nachvollziehen. Man hat doch sowieso nichts mehr zu verlieren und wenn man sich dann als Eltern auch noch im Prozess anhören muss, wie sich der Täter versucht, rauszureden, indem er ein 7-jähriges Mädchen als kleine Nutte bezeichnet, die selber Schuld gewesen sei - sorry, ich hätte genau so gehandelt.
Veständnis haben ja, selber machen nein. Tun Sie das, begeben Sie sich auf das Niveau des Mörders. Zivilisierte Menschen zeichnet es ja gerade aus, Gefühle soweit unter Kontrolle zu halten, anderen Leuten eben nichts zu tun. Unter keinen Umständen.

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Sommerlager 12.07.2011, 21:33
29. ...

Zitat von graealex
Prima Vorschlag, nun auch noch den Hass und Zorn der Nation auf die Familie des Täters zu richten. Das Dorf wird eh schon Bescheid wissen. Und Anschrift des Täters dürfte die nächsten paar Jahre sowieso eine JVA sein -- nach Abschluss der in diesem Fall unvermeidlichen Haftstrafe hat der Täter der Gesellschaft genug Buße getan und muss eine Chance erhalten, sich erneut in die Gesellschaft zu integrieren. Da werden Hassbriefe, mit "Kinderschänder" verschmierte Hauswände u.ä. sicher eine große Hilfe sein. In der Justiz geht es um Strafe und Rehabilitation, nicht um Rache und Hetze. An den Pranger stellen ist eine Maßnahme aus dem Mittelalter. Sollte eine Reintegration des Täters nicht möglich sein, so muss eine anschließende Sicherheitsverwahrung mit psychiatrischen Maßnahmen und regelmäßiger Überprüfung gefordert werden. Registerdatenbanken von Sexualstraftätern führen nur zu noch mehr Paranoia, wie man in den USA gut sehen kann.
Der Gesellschaft genug Buße getan ...
Ein Kind vergewaltigt und dann ermordet, sowas macht man - also der Täter - nicht einfach mal so.

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