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Prozessbeginn im Fall Mirco: Vom Biedermann zum Monster

Fürsorglicher Familienvater, gestresster Telekom-Mitarbeiter, freundlicher Nachbar: Olaf H., mutmaßlicher Mörder des zehnjährigen Mirco aus Grefrath, wirkt vor Gericht*wie ein harmloser Durchschnittsbürger. Warum erdrosselte er das Kind?

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gitani 13.07.2011, 15:26
50. ..

Zitat von sigi J
Die Fenster einer Persönlichkeit schliessen auch das "Unbekannte Selbst" ein, das "Biest", das in einem wohnt, von dem man selbst nichts weiss und das andere nicht erkennen können. Verbrecher wie der Mörder von Mirko laufen wahrscheinlich nicht mit der.....
Ich würde fast meinen, jeder trägt so ein Biest in sich, nur, dass die meisten Menschen es gut unter Kontrolle haben.
Damit will ich nicht sagen, dass jeder Mensch gleich ein potentieller Kindermörder ist.
Aber es gibt ja berühmte Ausnahmesituationen, die aus einem ganz "normalen" Mensch einen Vergewaltiger und Mörder machen. Das sieht man ja immer wieder in Kriegen.

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gitani 13.07.2011, 15:27
51. ..

Zitat von sigi J
Die Fenster einer Persönlichkeit schliessen auch das "Unbekannte Selbst" ein, das "Biest", das in einem wohnt, von dem man selbst nichts weiss und das andere nicht erkennen können. Verbrecher wie der Mörder von Mirko laufen wahrscheinlich nicht mit der Wissen um ihre kriminellen Wünsche oder mit der Absicht durchs Leben, jemanden töten zu wollen. Sie geraten in eine Situation, in der dann das Kriminelle herausbricht. Das soll keine Erklärung oder gar Entschuldigung sein, der Täter ist voll verantwortlich. Aber ich stimme zu, dass es wahrscheinlich viele unter uns gibt, die ein "Biest" in sich tragen. Die Schande, die über den Angehörigen solcher Täter liegt, ist wahrscheinlich darin begründet, das das "Biest" von ihnen stammt oder in ihnen weiterlebt.

Ich würde fast meinen, jeder trägt so ein Biest in sich, nur, dass die meisten Menschen es gut unter Kontrolle haben.
Damit will ich nicht sagen, dass jeder Mensch gleich ein potentieller Kindermörder ist.
Aber es gibt ja berühmte Ausnahmesituationen, die aus einem ganz "normalen" Mensch einen Vergewaltiger und Mörder machen. Das sieht man ja immer wieder in Kriegen.

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PdBOF 13.07.2011, 16:16
52. Frage

Zitat von Alt68er-im-Ruhestand
Da kann ich nur sagen: "Das mittelalter lässt grüßen."
Woher nehmen wir denn das Recht zu glauben, wir wären jetzt moralisch fast allen Menschen in fast allen Ländern der Welt, die vor mehr als 60 Jahren gelebt haben, überlegen.
Seit Anbeginn der Zivilisationen gab es für bestimmte Verbrechen halt die Todesstrafe, für andere Taten halt Peitschenhiebe, etc.
Wer kann beweisen das unsere Strafen nun gerechter oder besser sind, und mit welcher begründung? Es ist jetzt halt nur Mode das man versucht auch Monster wieder zu rehabilitieren...


Im finsteren Mittelalter war es sogar so, daß ein Mörder sich von seiner Schuld freikaufen konnte, wenn die Familie des Opfers das akzeptierte und er über die nötigen Mittel verfügte, ansonsten drohte für Mord der Tot.

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fettwebel 14.07.2011, 18:03
53. Meine Beurteilung

solcher Täter begründe ich mit Kultur, Menschlichkeit.
Frage mich, ob mich nicht belüge, zu feige bin selbst schuldig zu werden. Dies angesichts von Taten, die jede Menschlichkeit vermissen lassen, die irreversible Grenze
überschreiten in den Tod. Sühne?
Ich will einen Kindsmörder nicht verstehen.
Eine Grenze wurde überschritten.

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sinasina 16.07.2011, 14:40
54. Hat der Beitrag promoviert, dass er einen Titel braucht?

Zitat von Thoddy
[…]Und zum Abschluss: Ich bin kein Anhänger von Kinder und Frauen zuerst von Bord. Das Leben eines Kindes ist nicht wertvoller als das eines älteren Menschen. Der Verlust mag tragischer sein. Hätte er einen 40-jährigen Mann wehrlos gemacht und ermordet, wäre das nicht weniger schlimm. Von der Bewertung von Leben sollte man Abstand nehmen.
Wenn der Tod an meine Tür klopfen würde und mich vor die Wahl stellte - „Du oder Dein Kind, Dein Enkel, Dein Urenkel“ – ich würde sofort gehen.
Können dieses tatsächlich nur Eltern verstehen?

Das Leben eines älteren Menschen ist nicht weniger Wert – aber der ältere Mensch durfte schon viele Jahre leben, mit allem, was dazu gehört. Einem Kind aber wird die Tür vor der Nase zugeschlagen, bevor es überhaupt schauen konnte, was sich hinter der Tür befindet.
Zitat von Bärchen09
[…]Aber Straftaten, vor allem eine solche, kann man auch nicht mit schlechtem Elternhaus oder andern negativen Erlebnissen entschuldigen. […]
Genauso sehe ich es auch.
Zitat von Sylvie42
[…]Ich bin völlig ratlos, was in so einem Fall eine "gerechte Strafe" sein könnte[…]
Mir geht es ähnlich. Wobei ich der Meinung bin, Lebenslänglich sollte auch tatsächlich Lebenslänglich sein.
Für mich jedenfalls ist der Gedanke unerträglich, dass einer, der einem anderen das Leben genommen hat, nach einer Anzahl von Jahren wieder frei ist, während sein Opfer keine Möglichkeit zur Rückkehr in das Leben hat.

Zitat von kyon
Vielleicht wußte Adorno die Antwort: "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." Das Leben dieser armen Kreatur bestand aller Wahrscheinlichkeit nach in einer biedermännischen Lebenslüge mit Aggressionshemmung, durch die er zunehmend unter Druck geriet. Die Tat kam einer Entladung gleich. Es war ein unkontrollierter Emanzipationsversuch, der in dieser menschlichen Tragödie endete.
Nein, es gibt kein richtiges Leben im falschen.
Aber deshalb ist dieser Mann keine „arme(n) Kreatur“ und seine widerliche Tat auch „keine Entlastung (seiner selbst)“ und schon gar nicht ist es „ein unkontrollierter Emanzipationsversuch“.

Zitat von fettwebel
[…] Ich will einen Kindsmörder nicht verstehen. Eine Grenze wurde überschritten.
Und füge hinzu: Und ich will auch nicht von einer Gesellschaft dazu genötigt werden, Verständnis für diesen Menschen aufbringen zu sollen.

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jackie88 19.07.2011, 09:26
55. ..

Zitat von graealex
Prima Vorschlag, nun auch noch den Hass und Zorn der Nation auf die Familie des Täters zu richten. Das Dorf wird eh schon Bescheid wissen. Und Anschrift des Täters dürfte die nächsten paar Jahre sowieso eine JVA sein -- nach Abschluss der in diesem Fall unvermeidlichen Haftstrafe hat .....
Einen solchen Menschen sollte man es nicht ermöglichen sich wieder in die Gesellschaft integrieren zu können.
Der Junge und seine Familie erhalten auch keine zweite Chance!
Wenn der Mann dann rückfällig werden sollte erklären Sie das der Familie des eventuellen neuen Opfers...

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alina99 06.10.2013, 23:49
56. schade..

Ja es ist schade, wirklich schade dass man so etwas nicht bemerkt. Dass man so etwas jemandem nicht ansieht, dass in ihm etwas ist was ihm zu so etwas drenkt. Er nicht anders damit klar kommt und es dann an einem armen unschuldigen Jungen raus lassen muss. Leider können wir nicht wissen wie es für Mirco war doch eins wissen wir, so etwas darf und muss nicht mehr passieren. Probiern wir solchen geschehen keine Chance mehr zu geben. Mein Beileid an die Eltern die so etwas schlimmes durch machen müssen.

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