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Randale in Hamburg 2017: Was wurde aus G20-Polizeichef Dudde?
DPA

Beim G20-Gipfel ließ Polizeichef Hartmut Dudde seine Beamten rigoros einschreiten - und konnte schwere Krawalle in Hamburg trotzdem nicht verhindern. Heute ist er mächtiger denn je.

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angelobonn 16.09.2018, 21:12
1. Schlecht bezahlt

An diesem Beispiel sieht man, wie jämmerlich schlecht Polizisten bezahlt werden. Mit Personalverantwortung für 5000 (!) Menschen verdient Herr Dude keine 100.000 EUR im Jahr. Bei jedem Mittelständler vollkommen undenkbar, selbst wenn man bedenkt, dass bei einem Beamten keine Sozialabgaben, bis auf den Eigenanteil bei der KV, anfallen.

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Marvin__ 16.09.2018, 21:55
2. Signale

5000 Polizisten und keiner dabei, der in der Lage, Gerichtsentscheidungen und das Grundgesetz zu respektieren? Keiner, der bei Demonstrationen verschiedene Strategien fahren kann und nicht nur brutalstmögliche Eskalation? Keiner, der nicht eine Historie hat von rechtswidrigen Einsätzen?

Ein Signal senden die Hamburger Regierung und die Polizeiführung durchaus.

Beim G20-Gipfel haben die Hamburger den Eindruck einer Provinzregierung mit einer Polizeitruppe hinterlassen, deren Entwicklung in der Mitte des letzten Jahrhunderts stehengeblieben ist. Die Beförderung des Polizisten, dessen Führungsdefizite die Krawalle beim g20-Gipfel mit verursacht haben ist ein deutliches Signal, dass sich daran in absehbarer Zeit nichts ändern wird.

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spon_6423209 16.09.2018, 22:17
3.

Zitat von Marvin__
5000 Polizisten und keiner dabei, der in der Lage, Gerichtsentscheidungen und das Grundgesetz zu respektieren? Keiner, der bei Demonstrationen verschiedene Strategien fahren kann und nicht nur brutalstmögliche Eskalation? Keiner, der nicht eine Historie hat von rechtswidrigen Einsätzen? Ein Signal senden die Hamburger Regierung und die Polizeiführung durchaus. Beim G20-Gipfel haben die Hamburger den Eindruck einer Provinzregierung mit einer Polizeitruppe hinterlassen, deren Entwicklung in der Mitte des letzten Jahrhunderts stehengeblieben ist. Die Beförderung des Polizisten, dessen Führungsdefizite die Krawalle beim g20-Gipfel mit verursacht haben ist ein deutliches Signal, dass sich daran in absehbarer Zeit nichts ändern wird.
Ich lese aus Ihrem Beitrag, dass Sie die brennenden Autos/Läden/Barrikaden als normalen Protest ansehen und die Polizei ungebührlich hart darauf reagiert hat?

Nein, hat die Polizei nicht, sie hat hingegen viel zu Milde reagiert!

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Hamberliner 16.09.2018, 22:23
4. was ist denn hier los?!

Ich erwirtschafte als Hamburger Steuerzahler Duddes Beamtenbesoldung und stelle immer wieder fest, dass er und seinesgleichen dafür offenbar nur Verachtung übrig haben. Oft, wenn wir Ingenieure, Ärzte, Anwälte, Wissenschaftler, Entwickler uns im Beruf am allermeisten konzentrieren müssen verhindert das aus nichtigem Anlass B..terror von oben, nämlich stundenlanges Hubschraubergeknatter. Die Millionenschäden an Hamburgs Wirtschaft mit der Lappalie eines Raubüberfalls auf eine Apotheke gegenzurechnen, das überfordert das polizeiliche Oberschlundganglion offenbar.

Vor dem Hintergrund wüsste ich nicht, wieso ich Duddes polizeistaatlich-faschistoiden Exzessen beim G20-Gipfel Verständnis entgegen bringen sollte. Meine Billigung hat die Aufwertung dieses Totalversagers nicht.

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Dr. Kilad 16.09.2018, 22:31
5. Rigoros einschreiten?

Dudde ging es um Legitimation für polizeiliche Gewalt gegen Demonstraten. Als z.B. bekannt wurde, dass man Polizisten als Straftäter verkleidete, um polizeiliche Gewalt zu rechtfertigen, erklärt man dies für legal. Dudde kennt keine Grundrechte. Er ist der Mann der Gewalt im Sinne der Politik. Und klar, so ein Mann braucht man.

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widower+2 16.09.2018, 22:35
6. Wirklich?

Zitat von angelobonn
An diesem Beispiel sieht man, wie jämmerlich schlecht Polizisten bezahlt werden. Mit Personalverantwortung für 5000 (!) Menschen verdient Herr Dude keine 100.000 EUR im Jahr. Bei jedem Mittelständler vollkommen undenkbar, selbst wenn man bedenkt, dass bei einem Beamten keine Sozialabgaben, bis auf den Eigenanteil bei der KV, anfallen.
Zunächst mal gibt es wohl kaum einen Mittelständler, bei dem eine Person "Personalverantwortung" für 5000 Menschen hätte. Das wäre dann kein Mittelständler mehr.

Außerdem ist dieses Wort "Personalverantwortung" inzwischen total abgelutscht und jenseits der Realität. Wenn man hierarchisch 5000 Menschen unter sich hat, heißt das noch lange nicht, dass man wirklich Verantwortung für diese Menschen oder gar für sein eigenes Handeln übernimmt.

"Personalverantwortung" ist nur Neudeutsch für nach oben buckeln und nach unten treten.

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JürgenZ 16.09.2018, 23:25
7. Als Hamburg brannte...?

Spon, oh Spon.
Hamburg brannte nicht. Es brannte in Hamburg. Ein paar Autos. Ein paar Barrikaden.
Sehr ärgerlich für Besitzer und Anwohner. Der Rest der Stadt (99,99... %) war friedlich wie nie zuvor und nie wieder danach. Ein Idyll für Radfahrer und Flanierer. Gestört allenfalls durch Hubschrauberrotoren. Ärgerlich war auch das Warten im Stau auf die nicht endlich kommen wollende Kolonne. Aber die allerallermeisten nahmen es stoisch hin. Die "Wichtigs" eben.
Ärgerlich auch, dass auf dem Altar der Staatsräson unter dem Deckmäntelchen der Sicherheit demokratische Grundrechte geschändet wurden. Viel befürchteter als vereinzelte Randale war eine Massenkundgebung im sechsstelligen. Dafür hatten weder Dudde noch die Politik die Eier. Nach dem Motto: Ein "bisschen" Autokratie ist schon ok. Welch verpasste Chance, der Welt zu zeigen, dass es auch anders gehen könnte. Welch verpasste Chancen seitens der Journallie, das bisschen Randale in den Kontext zu stellen, der dem rahmen angemessen wäre: Die Welt brennt!

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orca20095 17.09.2018, 00:15
8.

Kommentator Nr. 4 kann sich also nicht konzentrieren, wenn der Polizeihubschrauber den Täter in einem Raubüberfall knatternd sucht. Stattdessen lieber eine Wirtschaftlichkeitsberechnung machen und für die tolle Entwicklung des Kommentators lieber den Täter laufen lassen. Tolle Idee, gehen Sie doch in die beraubte Apotheke und holen Sie sich ein paar Medikamente.
Die ganzen Insider, die hier Herrn Dudde Führungsdefizite vorwerfen, es sei mir die Frage gestattet, woher wissen Sie das und wieviele Mitarbeiter führen Sie denn so.
Die Personalie Dudde lenkt doch wunderbar von der eigentlichen Ursache ab: die hirnrissige Idee, solch eine Veranstaltung mitten in einer Großstadt abzuhalten. Nach Heiligendamm musste jedem klar sein, dass das in Hamburg nicht ohne Schäden ausgehen könnte. Dafür tragen aber andere die Verantwortung, von denen hört man zu diesem Thema aber nichts mehr.
Die Polizei musste natürlich wieder den Kopf hinhalten, und in dieser Position ist man immer der Verlierer.
Also, falls sich hier jemand findet, der meint es besser zu können, https://akademie-der-polizei.hamburg.de/bewerbungsunterlagen-polizei/.

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dasfred 17.09.2018, 01:14
9. Bis heute stand noch kein Polizist vor Gericht

Daher ist immer noch unklar, was denn die Ermittlungen zum Thema Polizeigewalt so ergeben haben und ob sich das mit den Beobachtungen neutraler Zeugen deckt. Also können wir zu Duddes Qualifikation nur bedingt Aussagen treffen. Was ich allerdings herauslesen kann, ist, dass die Unversehrtheit der Gäste absoluten Vorrang hatte. Da wundert mich natürlich die Autogrillparty an der Elbchaussee oder der zögerliche Einsatz am Schulterblatt gar nicht. Ein Polizeichef sollte für alle da sein. Ich empfehle, mit einer Analyse seiner Qualitäten noch zu warten, bis wir mehr Informationen haben. Zumindest aus den Prozessen gegen die ersten G20 Gegner konnte man erfahren, dass längst nicht alles optimal gelaufen ist.

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