Forum: Panorama
Rassismus-Vorwürfe: Tönnies, Wurst und Wahn
Axel Heimken/ DPA

Sommermärchen 2019: Clemens Tönnies hat das Edelste in den Deutschen geweckt. Den Rassismus, über den sich so viele empören, schöpfen manche aus sich selbst. So viel Moral war selten.

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pleuser 16.08.2019, 13:26
350. Alter weißer Mann bleibt alter weißer Mann

Das kommt dabei raus, wenn alte weiße Männer alte weiße Männer featuren. Sie verstehen einfach nicht, dass der Akt des europäischen Reinwaschens nicht dazu führt, dass man danach sauber ist. Auch wenn der Versuch noch so sophisticated angelegt ist, das Wort Rassismus bleibt eben implizit, so lange der Imperialismus nicht verschwunden ist. Schöner Versuch auch, die "afrikanische Managerin" (die europäische Managerin kommt nach dem mühsamen ethnischen Erklärungsmarathon aus Europa, gell?) mit der Rassismus-Frage zu konfrontieren. Die europäischen Weltretter, die jahrhundertelang unter der Knute Afrikas zu leiden hatten, müssen unter dem Strich die Opfer sein, da das gesamte herrschaftliche Konzept sonst den Bach runtergeht. Die sprachliche Relativierung des Gesagten bis hin zu ihrer Umkehr ist jedenfalls sehr erfolgreich und findet, was durch Herrn Fischer zu beweisen war, immer mehr Befürworter. Bis es den gesamtgesellschaftlichen Konsens gibt. Das ist das Ziel, und bis dahin darf jeder BIP-relevante Metzger wieder aufstehen, sollte er mal rein zufällig über die tückischen, feinen Wurzeln des eingeebnet geglaubten Rassismus gestolpert sein. Er ist ja schließlich einer von uns.

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351. Zu Nr. 334 (michael-silie)

Zitat von michael_silie
(...) Also gut, wenn Sie meinen Text als "losschreien" bezeichnen, von mir aus - freislern ist nicht verboten. Selbstverständlich dürfen Sie meinen Beitrag auch gekürzt zitieren und den sinngebenden Teil für meine Aussage weglassen. Ronnie hätte es nicht besser gekonnt. (...)
Darf ich fragen, wer "RONNIE" ist? Das habe ich nicht verstanden.

Ich habe aus Ihrem Kommentar zitiert, was mir beantwortenswert schien, und auf Auslassungen hingewiesen. Ihr Kommentartext selbst - dessen Nummer ich zusätzlich ausdrücklich angebe - bleibt unberührt in seiner ganzen Schönheit. Das ist deutlich mehr, als ich "müsste" - selbst wenn man mal davon absieht, dass mir Ihr "Kommentar"-Geschrei ja eigentlich auch keine Antwort wert sein müsste.

Zum Rest Ihrer Ausführungen muss mir nichts einfallen, da Sie das, worüber Sie sich erregen, offenkundig weder verstanden haben noch verstehen möchten.

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rambazamba1968 16.08.2019, 13:39
352.

Zitat von Thomas Fischer (SPON-Kolumnist)
Na ja. Tönnies hat die Schweine geschlachtet. Aber SIe haben sie gefressen, nehme ich mal an. Insofern also: Nur ruhig Blut! Ich musste übrigens gar nicht "recherchieren" um herauszukriegen, welchen Beruf Herr Tönnies ausübt und ob er wohl reicher ist als ich. Ich fand, das sei irgendwie nicht von Belang, wenn es um "Rassismus" geht. Denn die Schweine hat Herr Tönnies ja nicht beleidigt. Den Gag mit dem "schweinereich" hatte ich schon verstanden. "Schweinereich" ist aber gar keine übliche Bezeichnung für reiche Menschen, auch nicht für solche, die durch Schweinezucht reich geworden sind. Rohrfabrikanten sind auch nicht "rohrreich", Autofabrikanten nicht "autoreich"; usw. Erstaunlich, dass Sie die KONNOTATION nicht verstehen, wo Sie doch den (angeblichen oder tatsächlichen) Konnotationen von Herrn T. so sensibel nachspüren! Die ZEIT wollte gewiss einen kleinen Scherz (auf Kosten eines unbeliebten Mannes) machen. Dazu hätte irgendeine flpsige Bezeichnung wie "schwerreich", "superreich", "tierisch reich" o.ä. locker gereicht. "Schweinereich" klingt mir da - konnotations-sensibel wie ich bin - schon eher nach "...und natürlich darf geschossen werden" (als kleiner Tipp zur Behandlung von "Schweinen"). Da werden Sie sagen: "Das hat er doch gar nicht gesagt!" Stimmt. Eben deshalb habe ich es auch nur "Duftnote" genannt, und weil ich ganz sicher bin, dass der Autor diesen Duft kannte, als er das Wort schrieb. Das allerletzte, was ich fordern würde, wäre allerdings der "Rücktritt" eines ZEIT-Autors. .
Zunächst, danke für Ihre Reaktion auf meinen Kommentar.

Keine Angst, ich habe das verstanden und ich lebe seit mehr als zehn Jahren als Vegetarier, weil ich die Fleischindustrie mit Ihren Praktiken satt habe.

Die Alternativen zu dem Wort "schweinereich" sind nicht witzig und darum ging es. Und nicht um einen Hasskommentar im Internet. Ich finde im Gegenteil zu Ihnen, dass die Journalisten viel zu sanft mit Herrn Tönnies umgegangen sind.
Herr Tönnies hat, vor allem hier in Deutschland, Afrikaner mit seiner Aussage verletzt und beleidigt. Es ist gerade jetzt nicht die Zeit unsere Gesellschaft weiter zu spalten.

Und die Verwendung von vielen Fremdwörtern oder ausgeklügelte Nebensätze machen den Inhalt eines Artikels noch nicht besser, sondern versucht die dünne Substanz der Argumentation zu kaschieren.

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pck2 16.08.2019, 13:39
353. @346 (zu "ichliebeeuchdochalle" - abermanchedanndochnicht)

Zitat von nixproblem
Das Ende Ihrer "Gegenrede" kommt für mich einer Erlösung gleich. Je häufiger Sie gepostet haben, desto schräger wurde die Argumentation.
Es gab eine Argumentation? Ich habe nur 13x blindwütiges Geschimpfe eines offensichtlich sehr desorientierten Zeitgenossen gesehen. Außerdem habe ich 10 Euro verloren, weil ich gewettet habe, daß er's bis Samstag nicht schafft, das angekündigte Dutzend vollzumachen. Habe die Resistenz gegen Bluthochdruck offensichtlich unterschätzt. Daß mir das nach 30 Jahren Internet immer noch passiert, spricht entweder für meinen Glauben an das Gute im Menschen oder gegen meine Lernfähigkeit, oder beides.

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medium07 16.08.2019, 13:41
354. @167. leichtes Unwohlsein

Ihre Menschenfreundlichkeit zeigt sich im Wesentlichen in abgeschmackten bis geschmacklosen Anspielungen auf Herrn Fischers Beleibtheit. In Ihrer eigenen Selbstverliebtheit scheint es Ihnen entgangen zu sein, dass Sie hier Body-Shaming betreiben, was heute weithin als dem Rassismus gleichwertige Diskriminierung angesehen wird. Ansonsten tragen Sie zum Sachverhalt nichts Erhellendes bei.- In vielen Beiträgen des Forums wird das Problem des Verhältnisses von Form und Inhalt nicht verstanden. Hätte Herr T. gesagt, dass die wachsende Überbevölkerung Afrikas durch Industrialisierung gemindert werden kann, hätte ihm wohl niemand widersprochen. Mit seiner fraglos flapsigen und daher verunglückten Formulierung hat er diesen Zusammenhang paraphrasiert. Es gehört, wie Herr Fischer richtig herausarbeitet hat, schon ein gerüttelt Maß an moralinschwangerem Beißreflex dazu, T’s Bemerkung als Herablassung eines postkolonialen Rassisten zu lesen. Aber dieses Verfahren ist wohl Teil des allgemein betrieben Ablasshandels all derer, die sich tief innen darüber im Klaren sind, Profiteure, ja Mittäter an all jenen Verbrechen zu sein, die ihnen ihren unverdienten Wohlstand sichern, auf den sie ungern verzichten.

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355. zu Nr. 349 (rambazamba1968)

Zitat von rambazamba1968
Herr Fischer schreibt: .......Obwohl das bekannt ist, macht der deutsche Afrikanerfreund des Jahres 2019 im Wesentlichen, was schon seine Eltern und Großeltern gemacht haben: Er zerstört Ansätze ökonomischer Eigenständigkeit, vernichtet Lebensgrundlagen von Hunderten Millionen Bauern, beutet im Schutz korrupter Gewaltregime die Bodenschätze und sonstigen Ressourcen aus...... Wer zerstört die Ansätze ökonomischer Eigenständigkeit, Herr Fischer? In diesem Zusammenhang nicht die Fleischindustrie zu nennen, namentlich Herr Tönnies, die Fleischreste aus der EU auf den afrikanischen Markt werfen und stattdessen der deutsche Afrikanerfreund zu beschuldigen, ist mehr als eine steile These. Was kann ich dafür, dass die EU und Fleischindustrie diese Praktiken seit Jahrzehnten anwenden. Ausser einem Boykott dieser Industrie bleibt mir nichts übrig. Aber jetzt von Ihnen beschimpft zu werden, finde ich schon frech.
Sollte ich jemals eine Kolumne über die Fleischindustrie oder die Ruinierung der afrikanischen Llandwirtschaft schreiben, wird Herr T. darin einen Platz haben und voraussichtlich von mir kritisiert werden. Allerdings bin ich nicht bereit, eine Äußerung von herrn T deshalb rassistisch zu finden, weil ein Fleischfabrikant ist.

Sonst müsste ich Sie fragen, was Sie von beruf sind. Damit ich prüfen kann, ob Sie hier überhaupt sagen dürfen, was Sie sagen. Am Ende spreisen Sie regelmäßig Argentinisches Rindersteak oder marokkanische Gewürze. Das hätte ich dann schon große Zweifel, ob Sie nicht am Ende ein Rassist sind, der sich auf Kosten der bittrer armen maghrebinischen Landbevölkerung ein schönes Leben im Bioladen macht.

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martinm70 16.08.2019, 13:43
356. Lieber etwas mehr empört als zu wenig

Zu wenig Empörung und man landet schnell in der rechten Ecke.

Mir geht dieses Theater um angeblichen Rassismus und das man aus jeder Mücke gleich einen Elefanten machen muß inzwischen gewaltig auf den Geist. Sorgt vor allem nicht dafür das die Rechten weniger wäre, eher mehr weil so mancher genervt davon ist und dazu tendiert einen Gegenpol schaffen zu wollen.

Vielleicht hat es auch etws mit einer unterbewußtem Schuld zu tun die uns Weiße umtreibt da wir wissen das wir auch mit Schuld an den Problem der Afrikaner sind und denken unsere Seele dadurch "reinzuwaschen".

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Duracellhase 16.08.2019, 13:44
357. @alexander1.1 #359

Vielleicht hat Herr Fischer es auch einfach nicht auf die leichte Schulter genommen und deswegen ausführlich begründet. Vielleicht braucht so eine Kolumne auch einen gewissen Umfang, wer weiß.

Aber zumindest hat er begründet. Bis jetzt habe ich noch keinen Rassismus Theorie Anhänger etwas ve4gleichbares Schreiben gesehen. Ich lese immer nur, der T. hat das so oder so gemeint. Eine auf Fakten begründete Argumentation würde ich sehr gerne lesen. Ich bin offen.

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LapOfGods 16.08.2019, 13:44
358. Irrsinn

Fischer suhlt sich nur in Wortklauberei, wie es Juristen gerne tun. Ob Tönnies da nur für 1 Cent dran gedacht hat? Wohl kaum.

Dazu interpretiert Fischer jedenfalls Begriffe ("Afrikaner") nach Belieben um und lässt Lügen mit Rassimusnachbrenner ("Ich bin in Sambia gewesen, dort gibt es 14,6 Kinder pro Pärchen. Ja, was machen die, wenn's dunkel ist?" ganz außen vor. Ich sehe Tönnies vor mir, wie der beim Redeschreiben über Afrikaner und Rassen philosophiert hat.Genauso sorgfältig wie über die 14,6 und die 20.

Völlig aus der Betrachtung fällt auch Tönnies' Intention für seine Rede. Auf einem ostwestfälischen Handwerkstag geht es nicht um Entwicklungshilfe. Der will einfach keine gewinnmindernde CO2-Steuer für sein Schlachtvieh zahlen und hat zu dem Zweck mal eben den Saal mit einem popupulistschen Vorschlag ohne jede praktische Relevanz und ein paar rassistischen Zoten. Schon gehört der Saal ihm. Das ist schon alles.

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diplpig 16.08.2019, 13:46
359. Tönnies ist ein alter weißer Mann

... und als alter weißer Mann muss man verdammt aufpassen was man sagt. Öffentlich muss man höllisch aufpassen ja politisch korrekt zu sein und Witz/Ironie geht nur noch wenn alte weiße Männer selbst Gegenstand des Beitrages sind. Seitdem selbst Bodo Wartke, Dieter Nuhr und andere eher linke Künstler im Fadenkreuz waren verliere ich lamgsam dem Glauben an die Freiheit der Kunst und bei Amtsträgern wird sofort der Schrei nach Rücktritt und ewiger Verbannung laut, wenn eine Formulierung ansatzweise mißverständlich sein könnte. Die Kolumnenbeitrag ist hervorragend!

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