Forum: Panorama
Rauchen - Kein blauer Dunst mehr an allen öffentlichen Plätzen?

New York macht's vor, und deutsche Politiker wollen ähnliches: Komplettes Rauchverbot in Gaststätten, öffentlichen Einrichtungen, Schulen und Behörden wird angedacht. Ziel soll Nichtrauen in der Öffentlichkeit als Normalfall sein. Ein richtiger Schritt in eine gesündere Gesellschaft oder bloß übertriebener Regulierungswahn? Wäre Aufklärung und freiwilliger Verzicht der bessere Weg? Oder muss bei Fragen wie diese der Gesetzgeber sprechen?

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jehrhart 12.04.2005, 13:25
1. Appetit bewirkt mehr als Appelle

Horrorszenarien, Regulierungswahn, prohibitionsähnliche Zustände, Diskriminierung der Raucher - das führt zu nichts, wenn nicht gar zu Trotzreaktionen. Ich wage zu behaupten: Würde all die Kreativität und letztendlich all das Geld, das aufgewendet wird, um den Rauchern die schrecklichen Gefahren ihrer Sucht und das Asoziale ihres Tuns vor Augen zu führen, für das Gegenteil eingesetzt, für Kampagnen also, die den Gewinn an Lebensqualität durch Nichtrauchen begehrenswert machen - dann sähe die Welt ganz anders aus.

Ein Sprichwort sagt: "Ein Mensch, der will, kann mehr, als zehn, die müssen." Andersrum, verehrte Gesundheitsapostel: Erst wenn es euch gelingt, mich aufs Nichtrauchen geil zu machen, habt ihr eine Chance bei mir.

jehrhart (Raucher)

Nachtrag: Noch nie hatte ich so viele spontane Plaudereien mit Wildfremden wie seit der Einführung der Raucherinseln an den Flughäfen. Na bitte.

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DJ Doena 12.04.2005, 14:03
2.

Theoretisch müsste sich doch die neue gehypte Feinstaubgefahr ein absolutes Rauchverbot (Prohibition) durchsetzen lassen.

Die Leute, die dann illegal weiterrauchen sind mir egal, sie können es ja nicht mehr vor meiner Nase tun.


So hätte dieses Feinstaub-Gespinst (nein nicht Gespenst) wenigstens etwas gutes

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Thorsten Hopf 12.04.2005, 14:06
3.

Zitat von jehrhart
Andersrum, verehrte Gesundheitsapostel: Erst wenn es euch gelingt, mich aufs Nichtrauchen geil zu machen, habt ihr eine Chance bei mir.
Muss man ein Gesundheitsapostel sein, wenn man nicht in Rauchschwaden sitzen will?

Niemand (naja, ich jedenfalls nicht ;)) will Raucher von ihrem Tun abbringen (auch wenn ich jedesmal Unverständnis verspüre, wenn ich Eltern mit kleinen Kindern und Zigarette sehe). Es ist aber mit der Freiwilligkeit (also dem, was man gemeinhin als "Rücksichtnahme" bezeichnet) der Raucher erfahrungsgemäß nicht so weit her. Also müssen eben andere Maßnahmen her...

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Patricia Brandt 12.04.2005, 14:42
4.

Letzten Sonntag saß ich gemütlich in einem netten Lokal und verspeiste mein Jägerschnitzel, als so eine komische Tussi anfing, ihren blauen Dunst zu verteilen. Die störte es nicht im Geringsten ob ihr Freund/Mann aß (der saß gegenüber) oder ob die Leute am Nebentisch (wir) essen wollten.
Nein es wurde fleißig weiter gequalmt ohne den Blick von der Zeitung zu nehmen, mit der sie dann auch munter weiter raschelte.

Ich wollte mir den Sonntag nicht versauen, also verzichtete ich auf eine Diskussion und wartete bis sie fertig war (freilich hielt dieser Zustand nicht lange, die nächste folgte).

Ich frage mich nur ernsthaft, wieso ich als "normaler" Mensch, einen Raucher bitten soll mit der Qualmerei aufzuhören, zumindest solange ich mich daneben aufhalte?

Rauchen ist eine Sucht und kein "Normalzustand", solange das aber fein ignoriert wird, wird die Akzeptanz von Rauchern in der Öffentlichkeit immer gegeben sein.

Ich finds nur beschämend für unsere Gesellschaft, dass man sich als Nichtraucher wie ein Verbrecher vorkommt wenn man einen Raucher bittet die Kippe auszumachen. Und das nur, weil Raucher nicht als das angesehen werden, was sie sind: Suchtkranke.

Einem Junkie erlaubt man auch nicht, sich im Restaurant ne Spritze zu setzen.

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Hans-Joachim Grüßner 12.04.2005, 15:18
5. Alle Raucher sind Suchtkranke ???

Moin auch,

zum einen kann ich Sie verstehen, es gehört sich einfach nicht (und war schon immer unfein) zu rauchen während andere in unmittelbarer Nähe essen.

Siehe auch das Standardwerk 'der' Pappritz aus den 50er Jahren.

Zun anderen war es noch nie hilfreich, zu pauschalisieren.

Ich rauche - wenn die Gelegenheit stimmt - mal gerne ein gute Zigarre oder eine Pfeife. Das summiert sich auf max 5 - 8 Zigarren pro Jahr (aber dann auch besonders gute!)

Ich bin mit Sicherheit kein 'Junkie' und würde mich gegen eine solche Bezeichnung schärfstens wehren.

Ich kann andererseits nicht verstehen, was man an Zigarretten finden kann. Schmecken tun sie jedenfalls nicht.
Jedoch soll ja angeblich die Zigarrettenindustrie suchterzeugende Stoffe beimischen lassen. Na dann prost.

Wenn die Raucher einfach mal 'was richtiges' rauchen würden, und das mit Genuß (wirklichem und nicht von der Werbung vorgegaukelten) und in Maßen, die Nichtraucher andererseits darauf verzichten würden, auf jeden Raucher einzureden, auch wenn er sie (unter freiem Himmel z.B.) nicht persönlich, physisch belästigt, dann wäre das ganze schon viel friedlicher...

Gruß von der Ostsee

Hanjo Grüßner

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Marlin 12.04.2005, 15:47
6.

Da pauschalieren sie aber auch ein wenig, Herr Grüßner.

Ich kenne kaum Nichtraucher, die auf Raucher einreden. Ich mache das auch nur mit mir bekannten Personen, die ich dann aber auch bestmöglich meide.

Der Großteil der Raucher ist eben süchtig nach seiner Droge.

Genußraucher sind eine extreme Minderheit.
Erfahrungssache.

Der Streßfaktor liegt aber eindeutig bei den rauchfreien, nichtdrogenabhängigen, wenn sie an einen Raucher gelangen, dem sie nicht ausweichen können.

Isso. :) Leider. :(

Komplettes Rauchverbot? Gern.

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Patricia Brandt 12.04.2005, 16:05
7.

@ Marlin

kann ich nur zustimmen. Mir hat man schon mal im Vorbei gehen die Hand verbrannt weil diejenige mit ihrer Kippe nicht aufpaßte. Gemerkt hat sie natürlich auch nix. Bei sowas werd ich schon sauer, und stimmt, ich habe da enormen Stress weil ich immerzu denke derjenige mault mich an wenn ich mich beschwere. Manchmal kommt es mir so vor als ob man der Böse ist wenn man NICHT raucht.

Wenn andere das in ihren vier Wänden machen, stört mich das nicht im Geringsten, nur bitteschön möchte ich essen können ohne das mein Schnitzel nach Zigarette schmeckt.

@ Herrn Grüßner

gegen Gelegenheitsraucher sage ich überhaupt nichts. Auch nicht gegen die, die Rücksicht üben. Mich regen nur Raucher auf, die es als Selbstverständlichkeit betrachten eine Kneipe vollzuqualmen und dann noch rumzublöken, dass man ja gehen kann wenn man das nicht aushält.

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Marlin 12.04.2005, 16:30
8.

"Mir hat man schon mal im Vorbei gehen die Hand verbrannt weil diejenige mit ihrer Kippe nicht aufpaßte. Gemerkt hat sie natürlich auch nix."

Stimmt, das gab es auch mal in der Art. Aber das habe ich wohl schon verdrängt. :)

Ach ja, mir schmeckt Schnitzel auch ohne Rauch auch nicht... pfui, Fleisch.

......


Arrg Vegetarier hier, ergreift ihn!!!!


;-)

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Hans-Joachim Grüßner 12.04.2005, 16:32
9.

Zitat von Marlin
Da pauschalieren sie aber auch ein wenig, Herr Grüßner. Ich kenne kaum Nichtraucher, die auf Raucher einreden.
Moin,

Nö. issnichso.
Ich habe ja nirgends behauptet, daß alle Nichtraucher...
Ich machte nur einen Vorschlag zur Güte.

Totales Rauchverbot ? Nö.

Einfach nur ein wenig mehr 'Benehmität'.
Dann raucht keiner einem das Essen voll (weil das unhöflich ist) und es quatscht einen keiner von der Seite an, weil man am Hafen sitzt und seine Cohimbra genießt (weil das ebenso unhöflich ist),

Gruß von der Ostsee

Hanjo Grüßner

(PS genauso wie kein Mann weiß, was in einer Damentoilette vor sich geht, kennt auch kein Nichtraucher seine aggressiven Zeitgenossen. Die kennt dann nur der Raucher - auch wenn er nur gelegentlich raucht..)

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