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Rechte Aktivisten im Mittelmeer: Crewmitglieder gehen von Bord - und beantragen Asyl
DPA

Die ultrarechte Identitäre Bewegung will mit einem Boot Flüchtlinge im Mittelmeer abfangen. Jetzt lässt ein Teil der Besatzung die Rechten im Stich.

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wecan 27.07.2017, 10:21
20.

Zitat von khs1959
Es ist zunächst einmal eine gute Nachricht, wenn eine derart menschenverachtende Aktion ideologisch Verblendeter scheitert. Allein, die Fluchtursachen bestehen weiter. Nur ihre entschiedene Bekämpfung kann dem Trauerspiel im Mittelmeer entgegenwirken.
Die Fluchtursachen sind zu einem sehr großen Teil das enorme Wohlstandsgefälle zwischen afrikanischen und europäischen Staaten. Da haben wir also noch einiges vor, wenn wir den afrikanischen Lebensstandard auf westeuropäisches Niveau heben wollen. Für heute eine und in 30 Jahren zwei Milliarden Afrikaner.

Aber ich kann schon verstehen, dass man gerne an die Bekämpfung der Fluchtursachen glaubt. Das suggeriert ja, dass man allmächtig ist. Und wer zeigt nicht lieber ein freundliches Gesicht, als mal jemanden abzuweisen. Haben Sie eigentlich Kinder, denen Sie auch in 30 Jahren noch einen sicheren, stabilen Sozialstaat gönnen?

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tomkey 27.07.2017, 10:24
21.

Zitat von peterpeterweise
Die Schlepper haben an vielen Stellen die Drogenmafia in ihren Gewinnen überholt. Da ist es ein leichtes für sie, ein paar Millionen locker zu machen um zu verhindern, dass ihre Geschäfte gestört werden. Wahrscheinlich müssen sie nur Geld für ihre lokalen Helfer zahlen. Die NGOs helfen den Schleppern auch, ohne direkt von ihnen bezahlt zu werden. Es ist wie beim Kampf gegen die Drogenmafia. Die hat ihre Kontakte auch weit in alle möglichen Behörden, Stiftungen und angeblich soziale Organisationen. Es gibt ein gemeinsames Interesse von Kriminellen und denjenigen, die sich moralisch überlegen fühlen.
Können Sie ihre Behauptungen auch belegen? Wo fließt Geld oder sind Kontakte von "angeblich" sozialen Organisationen zu Personen aus der Schlepperszene? Sprechen die sich vorher etwa ab? Haben Sie da Informationen dazu? Und wo ist das gemeinsame Interesse? Sie plappern einfach unreflektiert die Legende der vom VS überwachten tiefrechten Bewegung nach: die NGOs wären nichts weiter als ein Shuttle-Service.

Aber während die einen absichtlich die Menschen in Gefahr bringen, retten die anderen diese Menschen aus der Gefahr. Dabei wird sich an internationale Konventionen bei der Rettung von Menschen in Seenot gehalten. Dazu zählt u.a., dass die geretteten Menschen nicht erneut in Gefahr, also zurück nach Lybien, gebracht werden dürfen. Man darf sich moralisch durchaus auf der richtigen Seite fühlen, wenn man Menschen rettet.

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wecan 27.07.2017, 10:32
22.

Zitat von nordlys
Die IB will nicht primär "Flüchtlinge abfangen". Sie will die Arbeit der NGOs überwachen und Verstöße dokumentieren. Einzig in dem Ausnahmefall, dass das gecharterte Boot selbst in die Lage kommt, Migranten aus Seenot zu retten, will man diese nicht nach Europa bringen, sondern der lybischen Küstenwache zur Rückführung übergeben.
Nun nehmen Sie den Bejublern der ungeregelten Masseneinwanderung doch nicht die Freude darüber, hier mal wieder den Hass gegen die Kritiker der aktuellen Entwicklung ausleben zu können. Im Mittelalter hat man Leute verbrannt, die meinten die Erde sein eine Kugel. Hatte wohl damals Volksfestcharakter. Heute ist es nicht ganz so schlimm. Da wird man nur niedergebrüllt, wenn man behauptet, dass Deutschland unmöglich jeden migrationswilligen Menschen der Welt integrieren kann.

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der_k 27.07.2017, 11:22
23. Der Grundgedanke

Ich will nicht "rechts" sein, soviel vorweg!
Oft genug gibt es NGO Boote, die ganz zufällig in der Nähe von "in Seenot" geratenen Flüchtlingsbooten schippern, und natürlich wollen die Gutmenschen ja nur den Armen "Seeleuten" helfen.
Ein wahres Rennen entbrennt regelmäßig zwischen der lybischen Küstenwache und den NGOs, welche nicht müde werden sich zu beschweren, sie würden behindert, und in Wahrheit rücksichtslos in anderer Länder Gewässer Rambo Spielen!
Wenige Seemeilen vor der lybischen Küste werden dann hunderte Menschen an Bord genommen und nicht an die nahe gelegene Küste gebracht! NEIN! Diese NGOs fahren durch das ganze Mittelmeer um die Flüchtlinge nach Italien, Griechenland etc. zu bringen...
Ein Boot, dass diese angesprochene Menschschieberei unterbinden und groß in der Öffentlichkeit aufdecken will, wird selbst aufgehalten! Wenn die Bootsflüchtlinge einmal angefangen werden, zurück nach Afrika gebracht werden, was dann? Kein Geld mehr für eine Überführung, eine Warnung an alle anderen! Wer will dann noch in einer Nussschale übers Meer geschleppt werden und möglicherweise ertrinken? Dann wären 2 fliegen mit einer Klappe geschlagen!

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schoppenhauer 27.07.2017, 12:46
24. Gute Nacht, Abendland!

Da sind die selbsternannten Verteidiger des Abendlandes also anscheinend wieder einmal Baden gegangen.
Was es mit diesem von einigen Unbelehrten oder auch Unbelehrbaren hochgeschätzten Abendland aber so auf sich hat, illustriert z.B. ein Artikel, der heute anlässlich des 475. Jahrestages auf der Wikipedia-Startseite präsentiert wird, nämlich über das erste allgemeine deutsche Strafgesetzbuch (gültig bis 1871), wo es so unschön heißt:

"Art. 192 listet die Todesstrafe nach Hinrichtungsarten auf

Verbrennen
Enthaupten
Vierteilen
Rädern
Hängen
Ertränken
Pfählen
lebendig Begraben

Verschärfend kann angeordnet werden, dass der Straftäter zusätzlich zur Hinrichtungsstätte geschleift (Art. 193) oder zuvor mit glühenden Zangen gerissen wird (Art. 194). [...] An Leibesstrafen nennt die Carolina in Art. 198 das Abschneiden von Zunge, Fingern, Ohren oder Nase."

Sind das vielleicht die Traditionen, die sich diese Braunauer zurückwünschen? Nun, zumindest das Ertränken im Mittelmeer erscheint ihnen ja wohl für Nicht-Europäer annehmbarer als die Gewährung von Asyl. Und so gesehen ist die Posse um ihre selbstorganisierte und (hoffentlich nicht nur vorerst) kläglichst gescheiterte Küstenwachen-Bürgerwehr zwar vordergründig saukomisch, hat aber natürlich einen zutiefst traurigen Hintergrund.

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almeo 27.07.2017, 12:54
25.

Zitat von der_k
[...] Wenn die Bootsflüchtlinge einmal angefangen werden, zurück nach Afrika gebracht werden, was dann? Kein Geld mehr für eine Überführung, eine Warnung an alle anderen! Wer will dann noch in einer Nussschale übers Meer geschleppt werden und möglicherweise ertrinken? Dann wären 2 fliegen mit einer Klappe geschlagen!
Ja, nur was dann? Es ist eben genau diese "nach mir die Sinnflut"-Lösung, die uns nicht weiterbringen wird. Das ist das gleiche Prinzip wie den Zaun an der deutschen Grenze: Ja, wir verhindern die Menschen auf unserem Boden, aber davon verschwinden ja die Flüchtlinge nicht. Es erinnert mich immer an Resident Evil, an diese Szene hier aus Extinction: http://www.filmarena-eng.com/obrazky/test_1602_8.jpg Wir gewinnen damit gar nichts, wenn Sie Druck in einem Wasserkessel haben, müssen Sie das Feuer drunter löschen, nicht den Deckel mit weiteren Schellen sichern. Wir werden auf lange Sicht nicht drum herum kommen, eine völlig neue Afrikapolitik zu betreiben, bei dem Europa aufhört, die dortige Wirtschaft wegzubügeln und im Zweifelsfall auch eine Art "Neokolonialismus" nutzt, denn der Kontinent packt es offensichtlich nicht alleine, auf einigermaßen demokratische Füße zu kommen. Schlussendlich ist es ja inzwischen auch egal, ob ich Flüchtlingslager für zehntausende Menschen an der lybischen Grenze baue, oder direkt und aktiv dort Häuser, Schulen und Straßen baue und im Rahmen einer UN-Mission auf Jahre die Schutzmacht stelle...

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saimin 27.07.2017, 13:36
26. Fragen

Beim lesen des Artikels frage ich mich warum einige NGO's die IB unbedingt aufhalten möchten? Haben sie etwas zu verbergen oder bewegen sich ihre Einsätze möglicherweise doch in einem rechtlich fragwürdigem Raum, weshalb nun auch die italienische Regierung interveniert? Auch die Vorwürfe der Bestechung und Kooperationen mit den Schleppern vermitteln kein seriöses Bild. Der Unterschied der IB zu den anderen NGO's liegt in der Rückführung der Flüchtlinge nach Libyen statt der Überfahrt nach Italien. Sie machen den Job der libyschen Küstenwache. Der eigentliche Skandal ist doch, das die EU die Probleme der illegalen Schlepperei und Migration nicht selbst bewältigt bekommt und nicht erfolgreich handelt. Manfred Weber von der CSU fordert sogar Waffeneinsatz.

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Fritz Meier 27.07.2017, 14:47
27. So viel Aufwand für?

Wenn diese rechten Blindgänger schon so viel Aufwand betreiben, warum dann nicht mal für etwas gutes? Für das gesammelte Geld und mit dem Zeit- und "Personal"aufwand ließe sich doch sicher auch etwas gutes tun.

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adal_ 27.07.2017, 15:03
28. Blind, blinder IB

Zitat von saimin
Der Unterschied der IB zu den anderen NGO's liegt in der Rückführung der Flüchtlinge nach Libyen
Richtig. Und der zweite Unterschied zwischen der IB und den Seenotrettungs-NGOs besteht in der vollpfostenartigen Planung und Durchführung der IB-Aktion. Schon die Grundidee - der lybischen Küstenwache Flüchtlingsboote melden - ist der totale Reinfall. :-)

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Faceoff 27.07.2017, 15:18
29. Gemeinsamer Fehler

Preisfrage: Was ist mehreren NGO-Kritikern hier gemeinsam? Ob „der_k“ (Beitrag 26), ob „solari33“ (Beitrag 16) oder ob „wecan“ (Beitrag 10), alle machen sie denselben gleichen Fehler: Sie können nicht mal eines der Länder, um die es hier geht, fehlerfrei schreiben. Es gibt nämlich keine lybische Küste oder lybische Küstenwache, sondern nur eine libysche (s. Duden).

Jetzt kann man sich natürlich Gedanken machen, warum die genannten 3 Poster, die alle in dieselbe Richtung argumentieren, alle denselben Fehler machen. Liegt´s am Intellekt dieses Klientels? Oder haben sie das eigenständige Denken längst aufgegeben und schreiben alle von derselben fehlerhaften Quelle ab? Dass es einfach nur Zufall ist, glaub ich nicht.

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