Forum: Panorama
Rechte Hochburgen: Halt! Sie werden hier noch gebraucht!
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Rechtes Denken breitet sich aus, mancherorts bestimmen Hetzer den öffentlichen Diskurs. Sollten Andersdenkende daher besser das Weite suchen? Diese Idee gefährdet so ziemlich alles, was Demokratien stark macht.

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bluebill 03.06.2019, 23:44
90. Überlebensstrategie

Der Mensch ist auch nur ein Tier. Er lebt in Gruppen, wie andere Primaten auch. Innerhalb der Gruppe gibt es Zusammengehörigkeit und Schutz. Wer in der Gruppe bleiben will, darf aber nicht allzu sehr von deren Regeln und Normen anweichen. Sonst gibt es ewige, unlösbare Konflikte - und letztlich den Ausschluss. Da ist es besser, sich entweder anzupassen oder wegzugehen. Nehmen wir als Beispiel dieses Forum.
Wenn ich - sagen wir- nicht an den menschlichen Einfluss auf das Klima glaube, darf ich das nicht allzu laut sagen, sonst werde ich mit Schimpf und Schande überhäuft. Meine Äußerungen werden vielleicht gar nicht veröffentlicht. Schließlich ist die breite Mehrheit ja anderer Meinung und will / soll auch dabei bleiben. Also halte ich die Klappe. Und wende mich einem anderen Forum zu, wo meine Meinung auf mehr Akzeptanz stößt. - Im übertragenen Sinne ist das einfach der Wunsch nach Harmonie und Zugehörigkeit. Genauso wie jemand eine Stadt verlässt, die von Nazis regiert wird oder in der nur der schnöde Mammon zählt. Eine uralte Überlebensstrategie. Nicht jeder kann ein streitbarer Idealist sein.

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kmmzaa 03.06.2019, 23:55
91. Heilbar????

Zitat von bernie_witzbold
Nehmen Sie es mir nicht übel, aber Sie haben mächtig einen an der Klatsche. Vielleicht sollten Sie sich irgendwo psychologische Hilfe suchen. Der Umgang in rechtsnationalen Kreisen wird auf jeden Fall nicht zu Ihrer baldigen Genesung beitragen, davon ist auszugehen. Nazitum ist heilbar. Es gibt Medizin dagegen wie Bildung, Empathie, Offenheit... Kann man alles mit ganz wenig Anstrengung heilen. Nur Mut!
Das letzte mal als Nazitum geheilt werden musste waren es, die in den SPON foren so sehr gehasste, USA!!!
IMHO ihre Medizin ist funktioniert leider nicht! Sehen sich Deutschland an die Links- und Rechts-radikalen dominieren den Diskurs (BTW, die USA folgen schritt!!!).

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sloganizer 03.06.2019, 23:58
92. Es geht schon lange nicht mehr um den Austausch

Ich bin seit einigen Wochen auf dem Facebook-Kanal einer sächsischen Lokalzeitung unterwegs. Es frustriert. Zum einen beballern einen die Algorithmen mit täglich mehreren Nachrichten zu Migranten, Messern und die entsprechenden rechten Kommentare. Es geht dabei niemals um einen Austausch. Es geht um die fortwährende, selbstrererentielle Reproduktion von Fremdenhass, Systemkritik und Verunsicherung.

Wer will mit Bots und Agitatoren diskutieren? Wer sich beeinflussen lässt, bekommt täglich den Eindruck, dass "alles" schlimmer wird und "das Volk" in Gefahr ist und "die da oben" einem Böses wollen.

Unsere Gesellschaft hat noch nicht ausreichend Medienkompetenz, um die neuen Kommunikationen zu bewältigen. Im Osten mitunter nicht einmal eine freiheitlich-demokratische Basis. Da sind noch Rechnungen mit dem vermeintlich "übergestülpten" System offen.

Sachsen steuert direkt auf eine AfD-Regierung zu. Die AfD bestimmt die Agenda und die Begriffe zur Beschreibung der Themen.

Wer das nicht glauben mag, begebe sich in die Kommentare sächsischer Lokalmedien. Wir haben ein großes Problem.

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jla.owl 04.06.2019, 00:03
93. @andre_36

...sorry, das mitt dem Mentalitätsproblem sollte nicht als Pauschalisierung rüberkommen, daher erwähnte ich ausdrücklich auch Freunde in den östlichen Bundesländern zu haben. Jedoch, nur allein mit Lebensverhältnissen, Arbeitslosigkeit und niedrigen Löhnen kann das nun auch micht zusammenhängen. Da gibt es in westlichen Bundesländern auch so einiges, was aber dort nicht zu derartigen Verhältnissen führt. Ich bin eher geneigt, die Problematik noch in der SED-Diktatur zu sehen. Denn gerade die Verschwörungstheorien, der Propagandavorwirf gegen Medien etc. scheinen doch aus einer Art Trauma entstanden zu sein. In unserer Kleinstadt setzt sich die afd übrigens hauptsächlich aus ehemalige DDR-Bürgern und sonstigen "Ostblockgeschädigten" zusammen. Und nochmal, die afd wird immer Minderheit bleiben, auch in Osten!

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P-Schrauber 04.06.2019, 00:08
94. Nicht das rechte Denken breitet sich aus,

sondern zu linkes Denken das mittlerweile gefährlich Nahe an die Irrungen des Sozialismus heranreicht, das ist das Problem, statt Distanz zur Politik und einen Überblick zu liefern gibt es nun Teilinformationen die absolut gesetzt bzw. platziert werden und eine Meinung per se von der ersten Zeile vorschreiben.

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Heinz Pust 04.06.2019, 00:10
95. Nett gedacht

Man kann natürlich solche nett gemeinten Aufrufe formulieren, wer aber will in einem von Rechten dominierten und regierten Ort leben? Zuerst wird das Recht ausgehebelt, dann werden Andersdenkende verfolgt und am Schluss kann man froh sein, wenn man als standhafter Demokrat mit dem Leben davonkommt. Rechtsradikale sind nun mal potenzielle Mörder. Das haben sie in der Geschichte hinlänglich bewiesen und wenn der Rechtsstaat wegschaut und die wenigen liberal und demokratisch gesinnten Menschen nicht mehr schützt, dann haben die Rechten gewonnen. Auch ich möchte nicht in einem AfD-regierten Ort leben, wo ich Angst haben muss, dass man mir das Haus anzündet, weil ich beim Bäcker nicht den deutschen Gruß darbiete. Da wäre ich definitiv raus. Niemand will in permanenter Angst vor dem rechten Terror leben.

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wauz 04.06.2019, 00:22
97. Was soll das?

Der Spiegel hat doch mit Fleischhauer an vorderster Front mitgehetzt. Lüge, Verdrehung, Beleidigung ... tausendweis!

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schramkl 04.06.2019, 02:38
98.

Ich bin Nordhessen und habe nun auch 45 Jahre SPD gewählt. Aber raten Sie mal, wo ich in Zukunft mein Kreuz machen werde! Nach der letzten Bundestagswahl zog der linksgrüne Pöbel vor das Gebäude mit der Wahlparty der AfD und skandierte: Deutschland ist Scheisse und ihr seid die Beweise! Ich glaube nicht, dass da irgendwas geahndet wurde. Also werde ich künftig mein Kreuz bei der AfD machen, auch wenn es weh tut... aber das bin ich als traditioneller SPD Wähler gewohnt.

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chjuma 04.06.2019, 10:06
99. Was allen fehlt

Es fehlt allen Debatten an Konstruktivität. Jeder weiß nur wie es nicht geht. Ist ja auch schön einfach den anderen mit Anfeindungen nieder zu schreien. Um das können am besten die linken und Grünen. Was denen aber fehlt, ist das Anbieten von konstruktiven Alternativen. Ich hätte auch gern keine Grenzen. Aber wie wird dann die Sicherheit garantiert? Ich hätte auch gern Hartz IV auf dem Niveau eines Managergehalts, gönne ich jedem, ehrlich. Was allerdings ich gesagt wird, wo es herkommen soll. Autos sollen nicht mehr die Luft verpesten. Perfekt. Aber ernsthaft, wollen wir wirklich alle im November bei Schneeregen die Radwege bevölkern? Fordern kann jeder. Das ist einfach. Aber Vordenken ist etwas schwieriger. Und das Problem beim Denker ist, er hat keine Zeit zum herumschreien, darum müssen wir erst mal die Schreihälse zur Ruhe zwingen, damit der Verstand vielleicht auch mal zu Wort kommt.

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