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Reisen auf den Fidschis - was sind Ihre Erfahrungen?

Die Fidschi-Inseln sind arm, gelten aber als eines der letzten Paradiese im Südpazifik. Welche Erfahrungen haben Sie auf den Fidschis gesammelt?

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spiegelscherbe 16.10.2006, 11:16
10. schön aber arm und in wandlung

Ich war vor ca. 15 Jahren das erste mal da: es war sehr aufregend und exotisch. Alles war neu für mich. Der Besuch hat mich tief beeindruckt.

Im Winter 2004/2005 bin ich wieder dort gewesen. Diesmal war ich durch ein paar Dinge sehr geschockt (s.u.) und habe die Inseln mit einem schlechten Gefühl verlassen. Die Menschen sind auf dem Land sehr freundlich, die Inseln und das Wasser sowieso sehr schön. Alles ist auf dem Land noch sehr einfach und ursprünglich. Insgesamt ist es aber ein sehr armes Land. Einheimische Arbeitskräfte verdienen ca. 3-4€/Tag. Die Menschen wohnen in sehr einfachen Hütten. Hunger ist meines Wissens nach kein Problem, Es ist eher, wie in vielen Regionen der Erde, die Umstellung auf das "Dosenfutter", Alkohol, Zigaretten, Coca Cola, Auto usw., wodurch die Menschen in Abhängigkeit gelangen und natürlich das Entstehen von Städten.

Es ist möglich mit Bus/Taxi in sehr ursprüngliche Gegenden zu gelangen. Beachtet werden muss nur, dass dort der Chief beschenkt werden muss, damit der das Betreten erlaubt.

In vielen Regionen der Südsee und in Australien und Neuseeland ist Trinkgeld tabu. Auf manchen Inseln ist es eine Beleidigung, wo anders ein Zeichen für wirklich guten Service. Nun sind im Laufe der Jahre dorthin u.a. Menschen aus den USA gekommen und haben sich eine Existenz dort aufgebaut. Dieses ist dann meistens ein Ressort. Die Angestellten werden vielleicht etwas besser bezahlt und ein kleiner Betrag wird an das Dorf für eine soziale Einrichtung gespendet. Ansonsten werden die Gäste aufgefordert, Trinkgeld zu geben. Und es ist wirklich sehr deutlich zu merken: Vor dem bezahlen sind alle immer freundlich, wenn es aber dann kein Trinkgeld gibt, dann gibt es kein Lächeln mehr. Ich finde dieses "Beibringen auf Tringeld zu warten" für die Kultur Fijis seht schädlich. Die Unterkünfte sind nicht sehr billig und die Besitzer verdienen meistens sehr gut. Also könnten sie auch höhere Löhne bezahlen und die Angestellten wären nicht vom Trinkgeld abhängig. Ich glaube auch, dass jeder Gast bereit wäre, einen höheren Preis für die Unterkunft für dann bessere Löhne zu bezahlen. Ich habe vorher noch nie so intensiv bemerkt, wie Geld Menschen verändert (außer in den USA beim Trinkgeld).
Bei zwei von vier Ressorts habe ich mitbekommen, wie die Besitzer Land von den Einheimischen gekauft haben und für viel Geld versuchen weiter zu verkaufen.
In einem Dorf wollten die Einheimischen eine eigene Herberge aufbauen, dieses wurde Ihnen von den Ressort Besitzern aufgrund des geschlossenen Vertrage verboten, da nur sie das Recht zum betreiben eines Ressorts hätten.
In einem Ressort hatte ein Angestellter Gästen angeboten, sie gegen Bezahlung des Taxis zu einer Feier in seinem Heimatdorf mit zu nehmen. Erst hatte ich nur Interesse und es sollte 40€ kosten. Einen Tag später kamen die Besitzer aber an und sagten, es seine jetzt fünf Leute und es würde für jeden 35€ kosten. Klar, es war billiger für mich, aber was mich ärgerte, war das sofort die Chance durch die Resort Besitzer gesehen wurde, damit Geld zu verdienen.

Ich hatte dort zum erstenmal für mich erlebt, wie Geld eine Kultur zerstört. Alle anderen Länder, in denen ich bisher war, hatten dieses schon durchlebt.

Ein großes Problem ist auch der Konflikt zwischen den "Fijis" und den Inder. Die Inder haben nicht die gleichen Rechte und viele denken an das Verlassen der Inseln, obwohl . Früher waren knapp 50 Prozent Inder, heute sind es wohl weniger als 40 Prozent. Sie bestimmen zwar den Handel, Besitz von Boden ist aber sehr erschwert. In Gesprächen ist die gegenseitige Abneigung zu spüren.

Diese Beispiele sollen verdeutlichen, warum ich beim zweitenmal mit sehr zwiespältigen Gefühlen das Land verließ trotz aller Freundlichkeit und Schönheit.

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Tramp 16.10.2006, 12:36
11.

so... noch einer der dort war... Ich hab die Fijis 2003 besucht für 2,5 Wochen. Im grossen und ganzen stimmen die Einschätzungen und Berichte meines Vorposters und des Artikelerstellers.
Die Fijis sind ersteinmal eine der billigesten Destinationen in der Südsee. Billig im Vergleich zu anderen Inselgruppen - trotz allem noch immer relativ teuer für Besucher. Sie besitzen Kultur (jawohl, auch kanibalistische) und eine reiche Natur.
Aber der wahre Reichtum der Fijis sind die Menschen. Freundliche, lachende Gesichter. Immer Hilfsbereit und zu Scherzen aufgelegt.
Natürlich gibt es aber auch in diesem Paradies eine Schattenseite: Mehr und mehr Arbeitslosigkeit, schlechte Arbeitsbedingungen, Auswanderungen, Kriminalität und Drogen in Suva.
Für mich war Fidji damals ein Zwischenstop auf dem Weg von Australien in die USA. Ich dachte eigendlich nur an Strand und wahr absolut und positiv Überascht vom "wahren" Fiji. Meine Begegnungen mit den Menschen dort und die Orte die ich dort besucht habe haben sich tief in meine Erinnerung eingegraben.

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smiling dragon 16.10.2006, 16:08
12.

Zitat von layla
Ich denke, dass der sysop seine Foristen ziemlich liebt: er wünscht sie sich weit weg. "Da, wo der Pfeffer wächst". Nur wächst auf Fidji kein Pfeffer.
Nu mal nicht so negativ, der sysop hat doch alle ganz lieb und darf auch mal träumen, z.b. vom arbeitsplatz im paradies, zumindest wo in HH die graue zeit beginnt :)

smíling dragon, der´s auch noch nicht ins *paradies* geschafft hat :)

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Ingoatwork 16.10.2006, 16:47
13.

Zitat von frei1944
Die Fidschis muss man erlebt haben. Ich habe noch nie so viele Menschen so oft und so herzlich lachen gesehen. Und trotz Armut waren alle immer "gut drauf". Ich weiß nicht, ob man dies nur dem Kawa zuschreiben kann. Es waren mit die schönsten Wochen meines Lebens. Wenn der "Ritt" nicht so lang wäre, ich würde gerne wieder hinfliegen.
Richtig ! Und nach den Indern (die heute Politik und Geldwirtschaft dominieren), die von den Europäern als billige Arbeiter gebracht wurden (weil die Suedseebewohner da eine "falsche"??? Einstellung mitbringen), Touristen, Resorts und Internet beibt nicht mehr viel übrig vom Paradies ! Übrigens hat Fiji in Australien den selben Ruf wie Mallorca in Europa !

Gruss aus Asien
Ingo

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compresys 16.10.2006, 20:03
14. 1985

Ich wollte einmal nach Australien auswandern, fiel jedoch durch das damalige Einwanderungsraster. Bin dann trotzdem 1985 in die Richtung geflogen und eine Station vorher ausgestiegen, nähmlich Fidschi Viti Levu in Nadi.
Als ich aus dem Flugzeug einer Boeing 747 ausstieg, dachte ich ich stehe in einer Vogelvoiliere. So viele bunte Vögel habe ich noch nie in freier Natur gesehen.
Die Menschen waren sehr nett. Indern habe ich die Bremsen am Auto belegt und Radlager eingestellt und ein Melanesier mit Namen Matthew, wollte das ich bei seiner Familie übernachte.
Auf dem Weg nach Suva entdeckten wir Menschengräber mit Knochenresten von Menschenfressern.
Viele Australier die dort Urlaub machen.
Würde gerne mal wieder hinfliegen.

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wadlbeissa 30.11.2006, 21:24
15. Mann, war ich dort glücklich...

nach den vorgesehenen 3 Wochen konnte ich grade mal den Inselschritt mit einem Meter alle 10 Sekunden so einigermaßen, der endlose Strand bot jeden Tag etwas Neues, beim Schnorcheln war auch so viel zu entdecken, den Dolphin-Fisch hatten wir zwei Stunden am Haken bevor er gegen die 5 PS unseres Bootes dann doch den Kampf verlor und wir noch an Bord sofort die Leber roh gegesssen haben, am Abend haben mich die Fidschianer zum Kawa-Kawa bei dreimaligem Händeklatschen eingeladen, ich habe meinen gesamten 6 Meter deutschen Stoffpflaster mit viel antibiotischer Salbe drauf an alle verschenkt.

Sie haben es mir gedankt mit einem Ehrenplatz bei Dorffest links neben dem Pfarrer, rechts von dem saß der Chief Ratu Eppelli. Als ich als dritter beim Kawa dran war habe ich wie immer in die Hände geklatscht und es ging ein anerkennendes Raunen durch die Menge.

Kurzum, aus den 3 sind 6 Wochen geworden und ich wär auch noch länger geblieben, aus heutiger Sicht war's dort am Schönsten weit vor den windigen Cook Islands und dem extrem teuren Tahiti.

Sicher, es gibt dort eine Menge Probleme, die Einheimischen werden jetzt vom Geld gefangen, das sie zuvor nie brauchten. Und das Geld, das haben die äußerst geschäftstüchtigen Inder in der Hand.

Letztlich kann ich sagen, daß ich garantiert wieder dort hin fliegen werde!

Don't miss it!

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