Forum: Panorama
Rettungseinsatz in Japan: Ungebetene Helfer

Eine halbe Million Menschen sind in Japan nach den Beben*obdachlos, die Lage spitzt sich zu. Andere Länder würden gern helfen -*doch Japan bittet nur zurückhaltend um Unterstützung.*

Seite 1 von 3
Originalaufnahme 19.03.2011, 14:40
1.

Zitat von sysop
Eine halbe Million Menschen sind in Japan nach den Beben*obdachlos, die Lage spitzt sich zu. Andere Länder würden gern helfen -*doch Japan bittet nur zurückhaltend um Unterstützung.*
Vielleicht koennte ja einer der internationalen Helfer auf die Idee kommen, Boden- oder Wasserproben aus den kontaminierten Regionen ausser Landes zu schmuggeln.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wakka 19.03.2011, 15:15
2. Japaner...

Japaner jammern nicht, Japaner kämpfen!

Jammern können die Deutschen..............

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ohnewortegehtnicht 19.03.2011, 15:29
3. Eine Anmerkung...

Zitat von sysop
Eine halbe Million Menschen sind in Japan nach den Beben*obdachlos, die Lage spitzt sich zu. Andere Länder würden gern helfen -*doch Japan bittet nur zurückhaltend um Unterstützung.*
Eine Anmerkung an den Bundestag zur aktuellen Situation:

Ich begrüße Grundsätzlich das Abschalten von AKW's noch mehr würde ich es Begrüßen die Energiedebatte wäre eine Debatte dezentraler Energieerzeugung und nicht nur eine Debatte großtechnischer erneuerbarer Energieversorgung.

Nur finde ich den Zeitpunkt und die Art der Abschaltung äußerst unpassend. Ich möchte daher hier zwei Twitter Meldungen Zitieren die meiner Meinung nach sehr gut zum Ausdruck bringen worum es hier eigentlich geht:

[...] estherschwester‎ RT @AkikoFujita: Message to media - from evacuees in Miyagi : Please don't just focus on the nuclear reactors. We still need help. Don't forget about us.
Twitter - vor 11 Minuten gefunden [...]

und

[...] ReboundsMom Sending @nekkonekonyaa my best wishes. Her father is one of the Fukushima 50, working around the clock to contain the damage at the plant.
vor ungefähr 7 Stunden via web
Retweet von estherschwester und 2 anderen [...]

Hier in Deutschland fliegen grad keine Reaktoren am laufenden Band in die Luft, und wenn sie sich einigermaßen Ernst nehmen in Ihrer Politik, dann müssten sie der von Ihrer Politik unterstellten und immer als Faktenentschied dargestellten Gewissensentscheidung zur Nutzung der Atomkraft doch zumindest solange über den Weg trauen bis alle erdenklichen Optionen der Hilfe und Unterstützung für Japan geklärt, getroffen und in die Tat umgesetzt sind.

Ich empfinde es als lächerlich das da 630 Menschen eine Schweigeminute veranstalten und dazu noch den Botschafter einladen, eine Minute Betroffenheit? und alles was an Taten folgt eine Handvoll Katastrophenschützer und 5? 10 Millionen EUR Soforthilfe?

Das was sie gemacht haben mit dem Innenpolitischem Schwenk die Aufmerksamkeit komplett von den Schicksalen der Menschen in Japan abgelenkt zu haben. Das ist widerlich, abstoßend, selbsverliebt und eigensüchtig.

Über Tage wird da zugeschaut wie eine sehr schwere atomare Katastrophe ihren Gang nimmt, anstatt ohne lange Prüfung, alles an Material nach Japan zu schicken was man brauchen könnte. Das Japan sich hier ziert ist doch eine kulturell begründete Sache, aber man kann einfach die Transportmaschinen so betanken das Ihnen über Japan der Sprit knapp würde, dan würde Japan die Maschinen landen lassen und Personal und Gerät wären schon mal am Boden.

Mit der vom Zaume gebrochenen Atomabschaltdebatte sind meines Erachtens wesentliche Maßnahmen zur Unterstützung Japans und zur Eindämmung des Störfalls unterlassen worden! Damit werden in der Folge mehr Menschen in Gesundheit und Leben bedroht, als bei einem entschlossenen sofortigem unbürokartischem Handeln. Daran tragen sie eine Mitschuld, entschlossenes Handeln dort wo es gebraucht wurde haben sie nicht gezeigt. Da wurde Zeit aufs Spiel gesetzt und da frage ich mich einfach wie man so blöd sein kann das nicht zu erkennen das es bei einem in die Luf fliegendem Atomkraftwerk einfach nicht darum gehen kann auf Zeit zu spielen.

Nach einer Abwendung der Krise wäre eine nach innen gerichtete Diskussion über die weitere Nutzung der Kernenergie ohnehin unvermeidbar und richtig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sushiboi 19.03.2011, 15:48
4. Kaum einer der Japaner

oder Japanerinnen um mich herum kann dieses Verhalten der Regierung nachvollziehen.

Zitat von wakka
Japaner jammern nicht, Japaner kämpfen! Jammern können die Deutschen..............
Sie koennen zumindest gut mit nationalistischen Vorurteilen um sich werfen, wobei es eigentlich egal ist welcher Nation sie angehoeren. Solche wakka (oder sollte ich besser schreiben "bakka") gibt es leider ueberall.

http://de.wikipedia.org/wiki/Baka

Beitrag melden Antworten / Zitieren
S_Bast 19.03.2011, 15:57
5. aua

Zitat von ohnewortegehtnicht
Über Tage wird da zugeschaut wie eine sehr schwere atomare Katastrophe ihren Gang nimmt, anstatt ohne lange Prüfung, alles an Material nach Japan zu schicken was man brauchen könnte. Das Japan sich hier ziert ist doch eine kulturell begründete Sache, aber man kann einfach die Transportmaschinen so betanken das Ihnen über Japan der Sprit knapp würde, dan würde Japan die Maschinen landen lassen und Personal und Gerät wären schon mal am Boden.
Was ist das denn für ein Schwachsinnsvorschlag. Lass uns einfach mal die japanischen Behörden entmündigen, weil der Japaner ja bekanntermaßen vor lauter Höflichkeit nicht rational handelt? Die jap. Regierung und Bevölkerung würd sich schön bedanken, wenn sie außer mit der eigentlichen Katastrophe auch noch mit einer sinnentleerten Verstopfung der Luftverkehrswege zu kämpfen hätte.

Zitat von
Mit der vom Zaume gebrochenen Atomabschaltdebatte sind meines Erachtens wesentliche Maßnahmen zur Unterstützung Japans und zur Eindämmung des Störfalls unterlassen worden!
Welche denn? Haben Sie noch mehr Vorschläge für sinnentleerten und kontraproduktiven Aktionismus zu bieten? Wie wäre es, Fallschirmjäger über Tokio abzusetzen, die dann dort am Boden in hektischen Kreisen rennen, mit den Händen über dem Kopf wedeln und "ojojojojoj" rufen um Ihrer persönlichen Betroffenheit Ausdruck zu verleihen?
Die Logistik eines so großen Rettungseinsatzes benötigt zentrale Organisatin, wenn zusätzliches Chaos vermieden werden sollen, und der natüriche Träger dieser Organisation ist die japanische Regierung! Die entscheidet, wann und wo welche Helfer ins Land können und wo sie effektiv eingesetzt werden!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
keinzeitungsleser 19.03.2011, 16:20
6. stolz

Zitat von sysop
Eine halbe Million Menschen sind in Japan nach den Beben*obdachlos, die Lage spitzt sich zu. Andere Länder würden gern helfen -*doch Japan bittet nur zurückhaltend um Unterstützung.*
Nun ja, die Japaner sind ein stolzes Volk, sollte man akzeptieren. Merkwürdig fand ich aber die Meldung, das Experten und Veteranen der Tschernobyl-Katastrophe, die helfen wollten, nicht einreisen durften.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jocurt 19.03.2011, 16:29
7. Vielleicht stehen die einfach nur hilfros rum und im Weg

Zitat von Originalaufnahme
Vielleicht koennte ja einer der internationalen Helfer auf die Idee kommen, Boden- oder Wasserproben aus den kontaminierten Regionen ausser Landes zu schmuggeln.
keine Landeskenntnis, keine Sprachkenntnis bei den Hilfskräften (glauben Sie bloß nicht Japaner auf dem land können Englisch, vergessen Sie es) keine Verkehrswege, maximale Anflustrecken bei meist noch nicht betriebsfähigen Flughäfen der Region.

Toll und blind, denn sie sollten aus den Nachrichten der letzten Jahre und Haiti ist ein sehr unrühmliches Beispiel, wissen, dass die "Hilfeindustrie" vor Ort sich oft gegenseitig behindert statt zu helfen.

Ohne zentrale Organisation sprich japaner geht nichts, auch die Amerikaner haben bei Harrisburg gern auf deutsche Hilfe verzichtet und das wäre einfacher gewesen (lokales Problem, keine zerstörten Anfahrtswege, keine Sprachprobleme)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kasubo 19.03.2011, 16:40
8. allmaehlich "den Kaffee auf"

Als einer der Deutschen, die nicht in "Atompanik" verfallen, und deshalb immer noch vor Ort (ca. 200 km suedwestlich von Fukushima, in Tsukuba) sind, moechte ich nur sagen, dass mich die politisch oder wie auch immer, aber gewiss nicht humanitaer, motivierten Reaktionen in meinem Heimatland immer wuetender machen, seien es nun Politiker die um Machtverlust bei der naechsten Wahl fuerchten, oder die die Macht uebernehmen moechten, oder die sogenannten beruehmt-beruechtigten "Gutmenschen" die Ketten-Spam-Mails zur sofortigen AKW-Abschaltung versenden.
Auch dass die deutsche Botschaft sich komplett aus Tokyo nach Osaka verkruemelt hat, mir aber weiterhin per e-mail "jedwede Unterstuetzung" zusichert, ist blanker Hohn. Deutschland wartet noch ab mit dem Angebot von Hilfe an Japan, wo selbst Laender wie Irland und Griechenland schon konkrete Hilfe angeboten haben, wie peinlich wird das eigentlich noch?
explain hat ganz recht, den Japanern muss die Hilfe konkreter angeboten werden. Japaner sind nicht gut drin, um etwas zu bitten, aber beim zweiten Angebot greifen sie dann gerne zu. Alle in Deutschland sind ja "so betroffen", bin mal gespannt, was dann so an Spenden eingeht. Denn bei der ganzen Atom-Panikmache vergessen die Medien (einschliesslich Spiegel) ganz gerne den viel groesseren Schaden, den Erdbeben und Tsunami angerichtet haben. Klar, die Sache in Fukushima kann immer noch gehoerig schief gehen, aber noch ist es nicht soweit, und bis dahin brauchen die hunderttausende von Leuten, die alles verloren haben, alles was wir ihnen geben koennen, vor allen Dingen unsere Aufmerksamkeit. Diese Leute interessieren Angies Notfallprogramme fuer den eigenen Machterhalt nicht, glauben sie es mir. Auch ich bin gegen Atomkraft (jetzt ganz bestimmt), aber das Fukushima derartig fuer alle moeglichen Agendas in Deutschland missbraucht wird, und keiner wirklich mal daran denkt, wie den Leuten in den Katastrophengebieten wirklich geholfen werden kann, da schaeme ich mich bald Deutscher zu sein. Und bei den deutschen Medien moechte ich mich entschuldigen, dass wir hier immer noch keinen "Super-GAU wie in Tschernobyl" haben, manche Artikelschreiber wiederholen diese Worte fast schon krampfhaft, die sensationsluesterne Leserschaft lechzt schliesslich nach Blut.
Und wenn mich jemand fragt, warum ich noch hier bin (und viele fragen mich das): ich habe hier ein neues zuhause gefunden, habe hier meine Arbeit, kann Japan in dieser schwierigen Situation am besten helfen indem ich meine Aufgaben in dieser Gesellschaft auch weiterhin erfuelle, und vor allem indem ich versuche, keine Resourcen die andere weitaus noetiger brauchen, zu verschwenden. Aber bestimmt nicht, indem ich im naechsten Flugzeg raus aus Japan sitze. Und ich werde hier sein, so lange eine kleine Truppe von sehr tapferen Leuten an den Reaktoren in Fukushima ihre Gesundheit und ihr Leben fuer mich riskieren. Alle Japaner um mich herum machen weiterhin ihre jobs, und da soll ich als Deutscher jetzt laufen gehen? No way! (an die Adresse von waka)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
diefreiheitdermeinung 19.03.2011, 16:54
9. Ich danke Ihnen

Zitat von kasubo
Als einer der Deutschen, die nicht in "Atompanik" verfallen, und deshalb immer noch vor Ort (ca. 200 km suedwestlich von Fukushima, in Tsukuba) sind, moechte ich nur sagen, dass mich die politisch oder wie auch immer, aber gewiss nicht humanitaer, motivierten Reaktionen in meinem Heimatland immer wuetender machen, seien es nun Politiker die um Machtverlust bei der naechsten Wahl fuerchten, oder die die Macht uebernehmen moechten, oder die sogenannten beruehmt-beruechtigten "Gutmenschen" die Ketten-Spam-Mails zur sofortigen AKW-Abschaltung versenden. Auch dass die deutsche Botschaft sich komplett aus Tokyo nach Osaka verkruemelt hat, mir aber weiterhin per e-mail "jedwede Unterstuetzung" zusichert, ist blanker Hohn. Deutschland wartet noch ab mit dem Angebot von Hilfe an Japan, wo selbst Laender wie Irland und Griechenland schon konkrete Hilfe angeboten haben, wie peinlich wird das eigentlich noch? explain hat ganz recht, den Japanern muss die Hilfe konkreter angeboten werden. Japaner sind nicht gut drin, um etwas zu bitten, aber beim zweiten Angebot greifen sie dann gerne zu. Alle in Deutschland sind ja "so betroffen", bin mal gespannt, was dann so an Spenden eingeht. Denn bei der ganzen Atom-Panikmache vergessen die Medien (einschliesslich Spiegel) ganz gerne den viel groesseren Schaden, den Erdbeben und Tsunami angerichtet haben. Klar, die Sache in Fukushima kann immer noch gehoerig schief gehen, aber noch ist es nicht soweit, und bis dahin brauchen die hunderttausende von Leuten, die alles verloren haben, alles was wir ihnen geben koennen, vor allen Dingen unsere Aufmerksamkeit. Diese Leute interessieren Angies Notfallprogramme fuer den eigenen Machterhalt nicht, glauben sie es mir. Auch ich bin gegen Atomkraft (jetzt ganz bestimmt), aber das Fukushima derartig fuer alle moeglichen Agendas in Deutschland missbraucht wird, und keiner wirklich mal daran denkt, wie den Leuten in den Katastrophengebieten wirklich geholfen werden kann, da schaeme ich mich bald Deutscher zu sein. Und bei den deutschen Medien moechte ich mich entschuldigen, dass wir hier immer noch keinen "Super-GAU wie in Tschernobyl" haben, manche Artikelschreiber wiederholen diese Worte fast schon krampfhaft, die sensationsluesterne Leserschaft lechzt schliesslich nach Blut. Und wenn mich jemand fragt, warum ich noch hier bin (und viele fragen mich das): ich habe hier ein neues zuhause gefunden, habe hier meine Arbeit, kann Japan in dieser schwierigen Situation am besten helfen indem ich meine Aufgaben in dieser Gesellschaft auch weiterhin erfuelle, und vor allem indem ich versuche, keine Resourcen die andere weitaus noetiger brauchen, zu verschwenden. Aber bestimmt nicht, indem ich im naechsten Flugzeg raus aus Japan sitze. Und ich werde hier sein, so lange eine kleine Truppe von sehr tapferen Leuten an den Reaktoren in Fukushima ihre Gesundheit und ihr Leben fuer mich riskieren. Alle Japaner um mich herum machen weiterhin ihre jobs, und da soll ich als Deutscher jetzt laufen gehen? No way! (an die Adresse von waka)
ganz herzlich und bin in Gedanken bei Ihnen. Ich lebte in Japan und spaeter viele Jahrzehnte in Ostasien. Vielleicht braucht man das um die Dinge etwas anders einzusortieren als es derzeit in Deutschland und Oesterreich (da noch einen Tick hysterischer) der Fall ist. Alles Gute Ihnen und Ihrer Familie!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3