Forum: Panorama
Rockerszene: Bremen will Mongols verbieten

Zwei Angriffe auf die Hells Angels innerhalb von einer Woche sind offenbar zu viel. Der Bremer Innensenator will den Rockerclub Mongols verbieten. Das Problem scheint nur: Viel hat die Polizei gegen den Verein nicht in der Hand.

Seite 8 von 8
Jürgen Munzert 17.05.2011, 21:06
70. Sie sind aber schlecht informiert

Zitat von PeterPan95
Das hat nix mit Gutmenschentum (was auch immer das ist) zu tun, sondern mit Rechtsstaatlichkeit: "Er wird in Verbindung gebracht" heißt soviel wie "Die Polizei kann nix beweisen". Solange ihm nix bewiesen werden kann, wird er auch nicht verurteilt. Ich wüsste nicht was daran schlecht sein sollte. Die Polizei in Bremen wird sich aber sicher über ihre kluge Mithilfe freuen. Wenn Sie schon so sicher sind (nach dem Lesen eines Artikels) dass der Mann schuldig in 147 Fällen ist können ja bestimmt wenigstens Sie das beweisen. Alles andere ist nur heiße Luft und unqualifizierte Meinungsmache.
In D ist es durchaus üblich und möglich wegen zahlreicher Straftaten verurteilt zu sein, ohne jemals auch nur einen Tag Gefängnis gesehen zu haben. Serielle "Bewährung" ist keine Seltenheit.

In Kalifornien gibt es nach der dritten Verurteilung automatisch 25 Jahre. Mit durchschlagendem Erfolg übrigens.
Davon liest man in unseren Medien nichts.

Beitrag melden
Carla 17.05.2011, 23:15
71. ***

Zitat von ratbag
Bemerkenswert ist die Tatsache das es so gut wie keine Journalisten gibt die mal in ein Clubhaus gehen, oder gar irgendwann mal mit einem Kuttenträger gesprochen haben. Die letzten waren vom Stern im Jahre 2008)
Der vom Stern war sicherlich einer der besten der letzten Jahre, weil man da mal direkt rangegangen ist und zwar weitestgehend vorurteils- und klischeefrei. Da ist man zwar auch nicht wirklich an die "Kronjuwelen" rangegangen (wäre auch zu viel verlangt), aber immerhin hat man sich mal die Mühe gemacht, sich selbst einen Eindruck zu verschaffen.

Die meisten Artikel sonst (und auch TV-Berichte) kranken meiner Ansicht nach daran, dass mehr oder weniger von Kollegen abgeschrieben wurde und damit auch bestimmte Klischees übernommen und weitertransportiert werden. Was wiederum zu sonderbaren Ängsten bei Journalisten führt, mal direkt ranzugehen. Schlecht ist auch, wenn Journalisten gleich von Anfang an ausschließlich eine Negativ-Erwartungshaltung haben, die sie dann bestätigt haben wollen (das führt dann wie in allen anderen Lebenslagen eher zu einer Blockade des Gegenübers). Übertriebene Ranschleimerei kommt aber glaube ich auch irgendwie nicht so gut. Offenbar ist das ein Thema, wo journalistische Neutralität besonders schwer zu bewerkstelligen ist.

Auch bei TV-Berichten krankt es oft an der Erwartungshaltung der Journalisten, also z. B. wird dann die Weigerung eines HA, sein Haus filmen zu lassen (völlig normale Reaktion meiner Meinung nach) mit düsterer Musik unterlegt. Oder aus Nichts ein Riesentamtam gemacht. So zum Beispiel ein Bericht zu einem Prozess, wo dann der Journalist völlig hysterisch draußen auf einem Marktplatz Passanten interviewt hat, ob sie nicht schreckliche Ängste hätten hier so direkt vor dem Gerichtsgebäude, so als ob da gleich ein Gefecht mit dutzenden von toten Passanten losbrechen würde. Gerettet wurde dieser Beitrag nur von den erstaunten Gesichtern der befragten Passanten, die völlig entspannt waren und nicht im Geringsten vorhatten, sich von der journalistischen Hysterie beeindrucken zu lassen.

Wirklich komplett bizarr wird es dann, wenn von Hausdurchsuchungen berichtet wird mit einem Riesen-Tamtam-Artikel und sich am Ende rausstellt, dass man bei einer solchen Durchsuchung im Haus eines Mitglieds eine Axt gefunden hat. Sowas findet man bei vermutlich so gut wie jedem Hausbesitzer, aber aufgemacht werden solche Artikel dann oft, als ob das eine Riesengeschichte wäre.

Beitrag melden
Seite 8 von 8
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!