Forum: Panorama
Rollenbilder: "Ich wollte nicht Vater werden"
Illustration: Lina Moreno/ Foto: Getty Images

Die neue Folge von "Drei Väter - ein Podcast" dreht sich um die Frage: Was ist ein guter Vater? Antworten geben ein Psychologe und ein Väterstammtisch. Es geht um Leistungsdruck, finanzielle Ängste und das "coolere Elternteil".

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McTitus 12.03.2019, 17:47
1. In einem nicht ganz unwesentlichen Halbsatz...

... werden dann auch mal kurz die Ansprüche der Mütter erwähnt. Die haben dann auch ein ziemlich deutliches Gewicht. Als Vater bist Du nie einfach nur derjenige der auch mit für die Erziehung der gemeinsamen Kinder verantwortlich ist. Du steckst auch wie das Würstchen eines Hot Dogs zwischen zwei Brötchen. Da ist die Arbeit, von der erwartet wird, dass Du sie jede Woche zu 120% erfüllst obwohl Du nur einen 80% Job machst. Und Deine bessere Hälfte hält das sowieso für selbstverständlich, dass Du für die Kleinen da bist. Ist bei ihr ja auch so. Der Artikel bei bento hat mich da ziemlich geärgert. Da bekommen Väter einen Preis, weil sie sich vorbildlich um die Familie kümmern und von den Frauen gibt’s dafür nur Unverständnis. Aber wenn Wir Uns nur um Unsere Karriere kümmern würden, wär‘s auch nicht OK. Diese Selbstverständlichkeit, die in diesem Artikel bei bento rübergekommt geht mir gewaltig gegen den Strich.

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joe_ann 12.03.2019, 18:48
2. War ja zu erwarten

dass gleich das erste Kommentar in Richtung ''Mimimi, wir sind die Opfer'' geht. Was ich von uns selbst kenne und aus dem Bekannten- und Familienkreis: die Frau/ Mutter geht genauso Vollzeit arbeiten (ich 41h) und schmeißt trotzdem (weitaus) mehr des Haushalts und Kinderbetreuung. Ja, Frauen halten es für selbstverständlich, dass, wenn sie genauso arbeiten gehen, der Mann sich dann genauso am Haushalt beteiligt. Wir sind nun mal eine der ersten Generation, in denen nicht das Rollenklischee gelebt wird und ich kann mir auch vorstellen, dass viele Männer gerade in einer Art Sinnkrise stecken. Aber es kann nicht sein, wie bei meinen Eltern z.B.- meine Mutter war aufgrund des Fahrweges länger arbeiten bzw außer Haus, gut 1h pro Tag. Und trotzdem hat sie Haushalt und Kinder komplett alleine gemacht...Und Hey- keinen interessiert 's. Da gab es auch keine Podcasts drüber. Und sie war bei weitem kein Einzelfall- in den neuen Bundesländern sind die Frauen oft genauso Vollzeit arbeiten gegangen.Aber mein Mann wird immer erstaunt angeguckt, wenn wir in der Heimat sind und er in der Küche steht. Und viele Frauen (ich auch) sind auch nicht gewillt für nun einmal alltägliche Dinge im Haushalt den Mann zu loben wie einen Hund, der brav apportiert hat, weil sie einfach selbstverständlich sind (wieso ist das so? wurden Jungs immer mehr gelobt für Hausarbeit? Für Mädchen hat es ja selbstverständlich zu sein). Aber ich muss dazu sagen, dass ich bei vielen auch den Gnatz verstehen kann- ich habe jetzt hier in den alten Bundesländern eine Spezies Frau kennen gelernt, die ich persönlich auch nicht gut heiße- morgens eine Stunde schnacken vor der Kita, dann Elterncafe, vielleicht 20h pro Woche Teilzeit arbeiten. Kann man machen, aber dann kann man halt nicht erwarten, dass der Mann genauso viel im Haushalt leistet. Dann hätte ich auch kein Problem damit, entsprechend mehr zu Hause zu leisten.

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McTitus 12.03.2019, 19:53
3. War ja klar, dass es wieder heißt, ...

... die Männer sollen sich nicht so anstellen. Machen sie ja gar nicht. Die meiste Zeit sagen sie einfach: Ja, Schatz.
Regretting Motherhood ist da auf mehr Verständnis getroffen.

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Lykanthrop_ 12.03.2019, 21:40
4.

Väter solten aktiv Gleichberechtigung einfordern, es ist heute immernoch so, dass Väter sich in erster Linie dazu verpflichtet fühlen und dazu verpflichtet werden (auch gesetzlich) sich um das finanzielle Wohl zu kümmern. Wer für Gleichberechtigung streitet sollte als Vater die Hälfte der Care Arbeit übernehmen und die Hälfte des Einkommens von der Mutter einfordern.
Solange wir das Ernährermodell in uns Frauen und Männer nicht überwinden, werden viele Benachteiligungen im Erwerbsleben der Frauen auch nicht überwunden und mit der ersten Geburt driften die Einkommen auseinander. Es hängt zusammen.

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Schartin Mulz 12.03.2019, 22:57
5. Was soll das mit Gleichberechtigung zu tun haben,

Zitat von Lykanthrop_
Väter solten aktiv Gleichberechtigung einfordern, es ist heute immernoch so, dass Väter sich in erster Linie dazu verpflichtet fühlen und dazu verpflichtet werden (auch gesetzlich) sich um das finanzielle Wohl zu kümmern. Wer für Gleichberechtigung streitet sollte als Vater die Hälfte der Care Arbeit übernehmen und die Hälfte des Einkommens von der Mutter einfordern. Solange wir das Ernährermodell in uns Frauen und Männer nicht überwinden, werden viele Benachteiligungen im Erwerbsleben der Frauen auch nicht überwunden und mit der ersten Geburt driften die Einkommen auseinander. Es hängt zusammen.
wenn ich meine Frau gezwungen hätte, die Hälfte des Einkommens beizusteuern?

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saaman 12.03.2019, 23:11
6. Ich wollte nie Vater werden

und bin es auch nicht geworden. Ich lasse mir keinen Druck von der Gesellschaft machen. Dass ich Steuern zahlen und Gesetze (auch die, die ich nicht einsehe) befolgen muss, ist Druck genug. Wer Vater - oder Mutter - werden möchte, soll sich dafür den passenden Partner suchen. Alle anderen soll man mit dem Eltern sein müssen in Ruhe lassen. Ich mag Kinder. Das hat nichts damit zutun, dass ich eigene ablehne. In der Tierwelt ist es größtenteils unproblematischer. Man zeugt Nachkommen, zieht sie auf, und dann lässt man sie ihr Leben leben. Würden wir Menschen das tun, würde schlagartig die Enttäuschung von Eltern oder Kindern auf ein Minimum schrumpfen.

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reinhold.reichle 13.03.2019, 05:24
7. Früherkennung nötig

Zum Glück habe ich auf meine Gefühle gehört und keine Großfamilie gegründet. Wer Lust und die Fähigkeit zu einer Vaterschaft empfindet, kann das Wagnis eingehen. Aber er muss dann auch die riesige Verantwortung eingehen. Heute, als alter Mann weiß ich, dass niemand ungewarnt in sein Schicksal läuft. Nur sind wir Männer oft nicht mutig genug, auf unser Warnsystem zu hören. Eine Sterilisation würde viel Unheil verhindern. Auf unserer Erde würden mehr glückliche Menschen leben.

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Schartin Mulz 13.03.2019, 08:03
8. Was genau

Zitat von saaman
In der Tierwelt ist es größtenteils unproblematischer. Man zeugt Nachkommen, zieht sie auf, und dann lässt man sie ihr Leben leben. Würden wir Menschen das tun, würde schlagartig die Enttäuschung von Eltern oder Kindern auf ein Minimum schrumpfen.
ist denn jetzt bei den Menschen andes? Man zeugt Nachkommen, zieht sie auf, und dann lässt man sie ihr Leben leben.

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Lykanthrop_ 13.03.2019, 09:15
9. @ 5

Das Ernähermodell festigt die geschlechtsspezifische Zuteilung von Mann und Karriere bzw Frau und Heim und Herd. Das führt zu ökonomischen Benachteiligung von Frauen.

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