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Rothaarigen-Tag in den Niederlanden: Welttreffen der Feuerköpfe

Sie sind Teil einer aussterbenden Spezies: Nur bis zu zwei Prozent der Weltbevölkerung haben einen roten Schopf, und es werden immer weniger. Höchste Zeit also, sich zusammenzurotten - beim Welttreffen der Artgenossen im niederländischen Breda.

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fucus-wakame 05.09.2009, 20:22
1. Kommunikationsstärke

Desweiteren sind rothaarige Frauen für ihre Offenheit und Kommunikationsstärke bekannt.

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Sebastian Ayala 05.09.2009, 20:27
2. Rotharige in Mexiko

In Mexiko gibt es mehr als drei rotharige, ich selbst bin ein rotschopf und mein Bruder auch. Meine Mutter ist deutsche und ist blond, aber mein Vater ist mexikaner, dunkelheutig mit pechschwarze Haare.
Was mich wundert, ich hatte tatsächlich probleme bei einer Vollnarkose, weil die Beteubung nicht richtig wirkte und mir nur schwindelig wurde. Die Ärzte haben sich gewundert und haben gefragt, ob ich harte Drogen nehmen würde?! Letzendlich wurde ich trotz allem operiert, ohne Schwerzen.

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Sique 05.09.2009, 20:31
3. Rothaarige sterben nicht aus...

Das ist eine oft wiederholte, aber trotzdem grundsätzlich falsche Aussage (verwandt mit "die Blonden sterben aus"). Es zeigt, dass derjenige das Wirken der Mendelschen Gesetze nicht richtig verstanden hat.

Ja, es stimmt, dass das Allel für rote Haare rezessiv ist. Ja, es stimmt, dass gemischterbige Menschen, die neben dem Allel für rote Haare noch ein Allel für andersfarbige Haare haben, selbst nicht phänotypisch rothaarig sind.

Aber das bedeutet eben nicht, dass die roten Haare aussterben! Denn haben gemischterbige Eltern, die jeweils rezessiv Träger des Allel für rote Haare sind, gemeinsame Kinder, dann besteht zu 25% die Chance, dass ein Kind reinerbig im Genotyp rothaarig wird und damit auch tatsächlich rote Haare bekommt; und zwar völlig unabhängig davon, wieviele Rothaarige es sonst auf der Erde gibt, und unabhängig davon, ob die Eltern selbst rote Haare haben.

Selbst wenn man jetzt hinginge und alle echten Rothaarigen vom Kinderkriegen abhielte, wäre das nicht das Ende der Rothaarigen. Denn die meisten Vererbungsvorgänge, in denen das Allel für Rothaarigkeit weitergegeben wird, finden bei Nicht-Rothaarigen statt. Und treffen sich zwei solcher Nicht-Rothaarigen mit rezessivem Rothaarigen-Allel, und haben sie gemeinsam Kinder, dann besteht wieder jene 25%-Chance für ein Kind mit roten Haaren.

Das ist übrigens auch der Grund, warum viele Erbkrankheiten, die durch defekte Allele verursacht werden, nicht aussterben, auch wenn die daran Erkrankten selbst so gut wie nie Kinder bekommen: Dadurch, dass das defekte Allel rezessiv ist, kann nicht dagegen selektiert werden - nur bei Reinerbigen kommt es überhaupt zum Ausdruck, aber fast alle erben diese Anlagen von gemischterbigen Eltern.

Sollte ein defektes Allel dagegen tatsächlich dominant sein, dann wird sehr stark dagegen selektiert: Jeder Träger dieses Allels, egal ob reinerbig oder gemischterbig, erkrankt dann an dieser Krankheit und hat dann oft keine Nachkommen, an die er dieses defekte Allel vererben kann. Dominante, aber defekte Allele können sich also so gut wie nicht weiterverbreiten und sterben sehr schnell aus.

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Sique 05.09.2009, 20:50
4. Kurze Rechnung...

Man kann es sich übrigens ausrechnen.

Wir wissen, dass 2% aller Menschen rothaarig sind. Gehen wir von einer völligen Gleichverteilung aller Allele aus, dann heißt das, dass im Durchschnitt in jedem 50. Fall (0,02 = 2%) bei einer Zeugung zwei Allele für Rothaarigkeit zusammenkommen. Das bedeutet, dass etwa 14% aller zeugungsfähigen Menschen ein Allel für Rothaarigkeit haben müssen, denn 0,14 * 0,14 ~ 0,02.

D.h. nach dieser Rechnung vererben 14% aller Menschen Rothaarigkeit. In Wirklichkeit treten die Rothaarigen gehäuft in Europa, Vorderasien und Nordafrika auf, während sie im Rest der Welt viel seltener sind. Damit erhöht sich die Chance auf Rothaarigkeit in diesem Gebiet, während sie in anderen Gebieten viel geringer ist. Damit dürfte der tatsächliche Anteil natürlich viel niedriger liegen. Wenn z.B. nur 5% der Menschheit Träger des Allels für Rothaarigkeit wäre, dann würde sich im Laufe der Zeit der Anteil der Rothaarigen auf 0,05 * 0,05 = 0,0025 = 0,25% einpegeln... viel weniger als heute, aber eben auch nicht "ausgestorben".

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marypastor 06.09.2009, 23:16
5. Rot

[QUOTE=sysop;4257261]Sie sind Teil einer aussterbenden Spezies: Nur bis zu zwei Prozent der Weltbevölkerung haben einen roten Schopf, und es werden immer weniger. Höchste Zeit also, sich zusammenzurotten - beim Welttreffen der Artgenossen im niederländischen Breda.

Koennte sein, dass rot ausstirbt. In meiner Jugend 1950 hatten wir 6 Rothaarigen in der Klasse. Richtig schoen rothaarig. In der heutigen meiner Enkel gibts nur noch schwarz bzw. Kaffe und Milch. Schwarz ist offenbar doch die staerkere Rasse.

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arnold_s 06.09.2009, 08:27
6. Auch Dunkelhaarige haben rothaarige Kinder

Zitat von sysop
Nur bis zu zwei Prozent der Weltbevölkerung haben einen roten Schopf, und es werden immer weniger. [/url]
So ein Unsinn. Er wird durch seine ständige Widerholung kein Stück wahrer. Weder streben die Rothaarigen aus noch tun es die Blonden. Vielen Dank an Sique für die Richtigstellung in Hinblick auf die Regeln der Vererbung.

Wie das praktisch aussieht kann man schön in unserer Familie beobachten: Weder mein Großvater noch meine Großmutter waren rothaarig, von ihren 6 Kinder sind jedoch 3 rothaarig. Mein Vater war dunkelhaarig, meine Mutter ist rothaarig, von ihren vier Kindern sind aber 2 rothaarig. Ich selbst bin rothaarig, meine Frau hat dunkelbraune Haare, unsere drei Kinder sind 2x blond und 1x rothaarig.

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ottersee1 06.09.2009, 11:10
7. Sique hat es getroffen :-)

In beiden Beiträgen hat Sique den Nagel auf den Kopf getroffen. Es ist in der Tat so einfach. Bei angenommener "totaler Globalisierung" der Gene, d.h. "grenzenloser" Fortpflanzung, sinkt der Anteil der genotypisch Rothaarigen weltweit NICHT. Allerdings nimmt der Anteil der gemischterbig Rothaarigen zu, dementsprechend nimmt der der reinerbig rothaarigen ab. Dennoch bleibt der Pool an rothaarigen Allelen erhalten! Rein statistisch. Bleiben die phänotypisch Rothaarigen so attraktiv wie sie heute wahrgenommen werden, und bekommen sie deswegen fleißig Kinder mehr als der andersfarbige große Rest der Menschheit, wird sich der Genpool rothaariger Allele sogar erhöhen.
Ebenso verhält es sich natürlich mit den blonden und eben mit allen anderen rezessiven Allelen.
Sehr gut finde ich den Hinweis von Sique auf die rezessiv vererbten, genetisch bedingten Krankheiten, die gerade durch die Rezessivität "überleben".

Zitat von Sique
Man kann es sich übrigens ausrechnen. Wir wissen, dass 2% aller Menschen rothaarig sind. Gehen wir von einer völligen Gleichverteilung aller Allele aus, dann heißt das, dass im Durchschnitt in jedem 50. Fall (0,02 = 2%) bei einer Zeugung zwei Allele für Rothaarigkeit zusammenkommen. Das bedeutet, dass etwa 14% aller zeugungsfähigen Menschen ein Allel für Rothaarigkeit haben müssen, denn 0,14 * 0,14 ~ 0,02. D.h. nach dieser Rechnung vererben 14% aller Menschen Rothaarigkeit. In Wirklichkeit treten die Rothaarigen gehäuft in Europa, Vorderasien und Nordafrika auf, während sie im Rest der Welt viel seltener sind. Damit erhöht sich die Chance auf Rothaarigkeit in diesem Gebiet, während sie in anderen Gebieten viel geringer ist. Damit dürfte der tatsächliche Anteil natürlich viel niedriger liegen. Wenn z.B. nur 5% der Menschheit Träger des Allels für Rothaarigkeit wäre, dann würde sich im Laufe der Zeit der Anteil der Rothaarigen auf 0,05 * 0,05 = 0,0025 = 0,25% einpegeln... viel weniger als heute, aber eben auch nicht "ausgestorben".

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sam clemens 06.09.2009, 12:10
8. wichtig!

Viele färben sich auch das Haar rot.

Ähnlich relevant wie diese Aussage ist auch der Artikel.

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sternlein 06.09.2009, 15:07
9. Fotostrecke

Schön, dass Sie über den Rothaarigen Tag berichten.
Aber in Ihrer Fotostrecke fehlt mir wirklich Herr Peter Fox. Ein (momentan) wichtiger deutscher Künstler.
Ersetzen Sie doch bitte das Foto von Frau Nicole Kidman durch sein Konterfei, denn die Actrice ist doch (scheinbar) unmutig, hollywooduntergeben erblasst und erblondet.

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