Forum: Panorama
S-Bahn-Drama: Brunner starb an Herzversagen

Überraschung im Prozess gegen die Münchner S-Bahn-Schläger: Der Manager Dominik Brunner ist nach SPIEGEL-Informationen nicht an den Folgen der Tritte und Fausthiebe der Angeklagten gestorben, sondern an Herzversagen.

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Alaska Saedelaere 17.07.2010, 17:59
470. .

Zitat von obacht!
Ein unvoreingenommenes Urteil zu fällen ist schon vom ersten Tag der Berichterstattung an nicht mehr möglich.
Es gehört zur Aufgabe des Richters, sich nicht von BILD oder SPON-Forum beeinflussen zu lassen.

Zitat von obacht!
Stellen wir uns einmal vor, der Richter fällt ein gerechtes Urteil von, sagen wir, 4 Jahren Freiheitsentzug für den versuchten Raub und die Körperverletzung mit Todesfolge:
Sie müssen sich schon entscheiden: Ein gerechtes Urteil oder läppische 4 Jahre.

Zitat von obacht!
Wir alle können uns doch vorstellen, wie der Boulevard am nächsten Tag berichten würde "Das ist der Richter der...." nebst einem großformatigen Foto.
Haben Sie einen solchen Bericht schon jemals gesehen, oder denken Sie sich sowas nur aus?

Zitat von obacht!
Welcher Richter kann da noch wirklich objektiv urteilen?
Hoffentlich jeder. Das ist sein selbstgewählter Beruf.

Zitat von obacht!
Warum wird überhaupt VOR einem Urteil über so etwas berichtet?
Das wiederum gehört zum Beruf des Reporters.

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wortgewalt87 17.07.2010, 18:00
471. #

Zitat von obacht!
Beide stellen die gleiche Gefahr dar. Die Einen für die Menschen außerhalb der Gefängnismauern, die Anderen für die Menschen innerhalb der Gefängnismauern. Oder sind gefangene keine Menschen in Ihren Augen?
Die Gefängnisinsassen begegnen sich auf Augenhöhe. Außerdem sind keine Kinder dabei.

Aber vielleicht sollte man alle Unschuldigen einsperren, denn wer keine Gelegenheit hat, sich der Gefahr auszusetzen, kommt auch nicht darin um.

Sind Sie Soziologe?

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darkwingduck 17.07.2010, 18:00
472. Quatsch!

Zitat von obacht!
Auch wenn es immer wieder gerne nachgebabbelt wird: niemand macht die Täter zu Opfern oder umgekehrt. Es ist nur einfach so, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt. Tatsache ist, dass viele Täter zuerst Opfer waren bevor sie zu Tätern wurden. Niemand wird als Täter geboren. Diese Tatsache ist schwer zu ertragen aber dennoch nicht zu leugnen
Quatsch!
Diese Universalentschuldigung ist einfach nervend.
Darauf könnte sich dann auch BinLaden oder ein KZ Komandant berufen. Täter wie diese S-Bahnschläger sind nur aus einem Grund "IntensivTäter".
Weil ihnen in ihrer kriminellen Laufbahn nie Einhalt geboten wurde. Es gab Ermahnungen (über die sie lachten) und Verständnis für ihre ach so schlimme Lage.

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wortgewalt87 17.07.2010, 18:03
473. #

Zitat von obacht!
Niemand wird als Täter geboren. Diese Tatsache ist schwer zu ertragen aber dennoch nicht zu leugnen
Sehen Sie? Da habe ich ganz andere Infos. Könnten Sie bitte Beweise für Ihre These anführen?

Warum ist diese Tatsache schwer zu ertragen? Wird Ihnen leichter ums Herz, wenn einer als Täter geboren wird?

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desktopper 17.07.2010, 18:07
474. Übertrieben

Zitat von reinhard_m
... Als Opfer von gewalttätigen Übergriffen durch - von offensichtlich keinerlei juristischen Sanktionen bedrohten Jungkriminellen - kann es wohl nur eine einzig mögliche Reaktion geben: Rücksichtslos und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln gegen die Täter vorgehen und dann versuchen unerkannt zu entkommen. Auf Hilfe - oder auch nur auf Gerechtigkeit - von staatlicher Seite kann man nicht vertrauen. Es bleibt daher wirklich nur der Rückfall in die Zeit des "Wilden Westens": Faustrecht, Selbsthilfe und Selbstbewaffnung.
Unglaublich, was Sie hier schreiben! Von keinerlei juristischen Sanktionen kann doch nicht die Rede sein! Natürlich wird es Strafen geben, eber wohl eben (ich spekuliere nur und bin mir im Gegensatz zu Ihnen dessen bewusst) nicht wegen Mord. Nach den Informationen, die ich derzeit habe wohl zu Recht. DESWEGEN, weil ein Prozess (hoffentlich) juristisch korrekt und fair geführt wird, die von Ihnen genannten Konsequenzen zu fordern, macht mir mehr Angst, als ein paar "durchgeknallte" Jugendliche in Deutschland!

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Leifur_Eiriksson 17.07.2010, 18:08
475. Es bleibt die Bestürzung

Und die Frage, wie unsere Gesellschaft immer Hitzköpfiger und gleichzeitig kaltherziger wird.

Da schauen viele Zeugen zu, die bestimmt alle auch einen Herzinfarkt hatten. Sonst hätten sie ja eingreifen können. So zumindest lesen sich hier so einige Kommentare.
Sollte Herr Brunner zugeschlagen haben, war er sicherlich kein Engel. Vielleicht war er verzweifelt, weil er in der "Flucht nach vorn" seine einzige Chance sah, die 4 Kinder noch gegen den Zugriff der beiden Angeklagten zu schützen. Vielleicht wusste er sogar, dass er an seine Grenzen ging, die ihm seine angeschlagene Physis noch ließ.
Das macht aus den Angeklagten keine Unschuldslämmer. In der Tat sollte die Justiz mit Begriffen wie "Mord" vorsichtig sein. Herr Brunner hat seinem Gewissen gehorcht, seinem Empfinden dafür, wer hier zu schützen sei. Er hat Zivilcourage bewiesen, wo andere nur zuschauten.

Denken wir immer darüber nach, wenn wir anderen helfen können, dass wir es besonnen tun, aber dass wir es tun !!

Und hoffen wir, dass wir dann, wenn wir Hilfe brauchen, nicht von Menschen umgeben sind, die erst einmal das BGB und das STGB herausziehen und nachlesen, weshalb sie besser nicht helfen sollten, um spätere Vorladungen vor Gericht zu vermeiden.

"Die Zeugen sind selten Helden, echte Helden bezeugen selten" Herman van Veen

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arborea 17.07.2010, 18:10
476. Differenzierung

Zitat von obacht!
Auch wenn es immer wieder gerne nachgebabbelt wird: niemand macht die Täter zu Opfern oder umgekehrt. Es ist nur einfach so, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt. Tatsache ist, dass viele Täter zuerst Opfer waren bevor sie zu Tätern wurden. Niemand wird als Täter geboren. Diese Tatsache ist schwer zu ertragen aber dennoch nicht zu leugnen
Locker festgestellt, aber wegen fehlender Differenzierung als Aussage untauglich. Sie könnten es ja auch so formulieren. Fast alle Menschen waren schon mal in irgendeiner Form Opfer, aber nur 1 oder 2 % werden auch zu Tätern.

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Mulharste 17.07.2010, 18:15
477. -

Zitat von Mocs
Ich bin mal gespannt, ob ein medizinischer Gutachter das genau so fachkompetent beurteilt wie Sie ? Vielleicht wäre Herr Brunner, auch ohne das Geschehene, auf dem Weg von der Bahn nach Hause mit Herzversagen tot umgefallen ? Dieser zwangsläufige Zusammenhang, der hier so gern ins Feld geführt wurde, dürfte medizinisch nur schwer belegbar sein. Wenn er belegbar ist, wird er ins Strafmaß einfließen - falls er nicht belegbar ist, darf den beiden Schlägern der Tod des Herrn Brunner nicht angelastet werden. Selbst "schwere KV mit Todesfolge" wäre dann nur schwer haltbar - es bliebe dann bei "schwerer KV".
22 Tritte und Schläge gegen den Kopf. Keine Brüche. Es war höchstens versuchte schwere Körperverletzung.

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desktopper 17.07.2010, 18:15
478. Sie haben gar nichts vorzuwerfen!

Zitat von Neurovore
Weil die Aussage der Zeugin nicht in die Realität passt. Die beiden Jugendlichen waren gerade dabei, vorsätzlich ein zu begehen, i.e. räuberische Erpressung. Da kann man doch nicht ernsthaft glauben, daß die sich mit einem "." und einem "." von der Tat abhalten lassen. Solche Schläger gehen los, um sich ein zu suchen (keinen Gegner) und dieses Opfer holen die sich dann auch, egal wie "deeskalierend" man in einem speziellen Fall vorgeht. Demenstprechend wurde ja auch später H. Brunner das Opfer dieser Gewalttäter. Abgesehen davon sind Zeugenaussagen kein Abbild der Geschehnisse, sondern unterliegen immer der subjektiven Bewertung (siehe z.B. die Unterschiede hinsichtlich der Einschätzung des Bedrohungspotentials) und werden langfristig im Gedächtnis sogar regelrecht manipuliert, bis sie mit dem eigenen Selbstbild übereinstimmen und als tatsächliche "Wahrheit" betrachtet werden (anderer Fall: Mixa). Der Zeugin werfe ich in diesem Sinne Voreingenommenheit vor, da sie tatsächlich glaubte Da muß ja zwangsläufig die weitere Reaktion Brunners als "böse" wahrgenommen werden.
Sie haben (zum Glück) der Zeugin gar nichts vorzuwerfen! Diese hat ihre Aussage nach bestem Wissen und Gewissen und wahrheitsgemäß (das ist immer subjektiv) zu machen und es besteht nicht der geringste Grund, daran zu zweifeln, dass sie das getan hat, oder waren Sie dabei?
Langsam fasse ich es wirklich nicht mehr, was hier teilweise für eine Auffassung von Rechtsprechung zu Tage tritt und ich kann nur hoffen, nicht irgendwann einmal auf einen Zeugen wie Sie angewiesen zu sein, der seine Aussage danach richtet, was er für eine vorgefasste Meinung in den Gerichtssaal mitbringt.

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desktopper 17.07.2010, 18:17
479. Auf dem Boden bleiben!

Zitat von Pädagoge
Sollte sich bewahrheiten, dass Brunner seinen Tod selbst verschuldet hat, wonach es im Moment ja aussieht, dann muss ihm konsequenterweise auch das posthum verliehene Bundesverdienstkreuz wieder abgenommen werden.
Jetzt bleiben Sie doch mal auf dem Boden und warten das Ende des Prozesses oder zumindest der Beweisaufnahme ab!

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